Warum wird immer öfter Musik statt eine Soundkulisse eingesetzt ?!?

      Warum wird immer öfter Musik statt eine Soundkulisse eingesetzt ?!?

      Hallo Leute,

      mir ist aufgefallen das bei einigen Hörspielen immer häufiger Musik als Hintergrund gewählt wird.
      Bei manchen Szenen völlig okay zur Steigerung der Atmosphäre aber leider wird es manchmal einfach zu viel des guten oder ist wie bei z.B. Wild+ Holmes 13 beim Verhör völlig fehl am.Da war es glaube ich mystische Musik oder so.
      Soll jetzt keine Herabsetzung der Serie sein,ich schätze sie sehr.


      Eure Meinung dazu ?!?
      Soundeinatz dient für mich persönlich der Untermalung einer Szene, um mir diese besser vorstellen zu können und hat, aus meiner Sicht, nichts mit der Atmosphäre zu tun, da hierfür die musikalische Untermalung da ist. Ich gebe dir recht, dass es manchmal einfach zu viel Musik ist. Generell schätze ich Musikstücke allerdings sehr. Manchmal empfinde ich den Einsatz dieses stilistischen Mittels aber auch als zu wenig. Leise drohende Klänge im Hintergrund zu einer spannenden Szene gehören für mich einfach in ein Hörspiel. Zu W&H 13 kann ich da jetzt nichts sagen, da ich das Hörspiel nicht gehört habe.
      Ist natürlich auch billiger mit Musik. Musik deckt gut alles zu, and man kann andere Soundspuren einfacher auslassen. Sounddesign ist aufwändig, und man merkt schnell, ob es gut gemacht ist.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

      Arkham schrieb:

      mir ist aufgefallen das bei einigen Hörspielen immer häufiger Musik als Hintergrund gewählt wird.
      Bei manchen Szenen völlig okay zur Steigerung der Atmosphäre aber leider wird es manchmal einfach zu viel des guten oder ist wie bei z.B. Wild+ Holmes 13 beim Verhör völlig fehl am.Da war es glaube ich mystische Musik oder so.



      Musik im Hörspiel wirkt für mich viel präsenter als zb im Film, ich weiß gar nicht recht warum. Ist sie dort einfach leiser, unterdrückt von Stimme und 45 Surround-Effekten?!

      Titania wurden eine Zeitlang dafür kritisiert, dass sie quasi die Soundschleifen durchlaufen lassen durch alle Takes.... Ich erinner mich an ein Lovecraft-Ding, wo der Protagonist oder Erzähler irgendwas in der Richtung "es war alles still" sagt... und selbst da läuft noch die Musik... fand ich wirklich die Krönung...

      Es ist also eine Frage: muss überhaupt Musik hin, wirkt der Dialog nicht ganz anders ohne Untermalung? Zumal es im Hörspiel oft so scheint, als träfen die Sounds nicht die Stimmung, ob jetzt wirklich auf jedes Wort getimed komponiert wird, ich weiß es nicht (ein "Er ist tot!!"- mit tatatataaaaah ist schnell gemacht, aber wie sieht es aus, wenn die STimmungen in einem 5-Minuten-Dialog immer wieder schwanken? Wer macht sich da die Mühe? Ich glaube, Musik ist noch das letzte, in das investiert wird...)

      Wenn Musik Sounddesign ersetzt, und dann vielleicht noch drüber monologisiert wird, was passiert, ist das ja nochmal eine ganz andere Schiene....

      Ich brauche gar nicht soviel Musik im Hörspiel, denn sie reißt mich immer ein bißchen raus, da man doch sehr genau zuhört tw. und nicht abgelenkt ist von Bildern auf der Kinoleinwand.....
      Ich ziehe Sounddesign (Atmo) als primäres Mittel vor. Musik sollte szeneunterstützend eingesetzt werden und nicht vollflächig ablaufen.

      Klar ist auf jeden Fall, das Sounddesign viel aufwendiger ist als nur ein Musikfile einzusetzen. Das merkt man deutlich gerade bei den kleinen Labeln, wer wirklich was von Abmischung versteht oder auch nicht. Ohne eine möglichst reale Geräuschkulisse kommt bei mir kein echtes Feeling auf…
      Gute Frage! Mir selbst ist dieses Phänomen eigentlich noch nicht aufgefallen. Mir würde jetzt spontan auch kein passendes Beispiel einfallen. Wenn dies der Fall ist, dann kann dies meiner Meinung nach nur an 2 Gründen liegen. Entweder weil es einfach wunderbar zum Hörspiel passt oder weil, wie hier schon geschrieben, man Geld/Zeit einsparen möchte bzw. über kein sehr ausgefeiltes Soundsystem verfügt.

      Ich selbst finde, dass man mit Musik und mit Soundkulisse großartige Möglichkeiten besitzt
      Atmosphäre zu schaffen. Es ist aber eine regelrechte Kunst für die richtige Situation das richtige Stilmittel zu wählen. Zu viel Soundkulisse oder Musik kann vom eigentlichen Inhalt ablenken, zu wenig kann dafür sorgen dass kein Bild im Hörer entstehen kann. Ich ziehe weder das eine noch das andere vor. Es muss einfach passen.

      Was genau für mich „Atmosphäre“ heißt, möchte ich in einem eigenen Thread erklären, weil es mit der hier gestellten Frage nichts mehr zu tun hat:
      Was versteht ihr in einem Hörspiel unter „Atmosphäre“?
      Ich höre ja erst seit einem Jahr gelegentlich Hörspiele- und mir wäre das bisher nie störend aufgefallen.
      Lediglich in einem Hörbuch fand ich die "untermalende" Musik extremst störend, habe dieses irgendwann abgebrochen.
      Das war die Neuauflage von Walter Moers' "Die 13 1/2 Leben Des Käpt'n Blaubär" mit "Zamonischem Sounddesign".
      Da mich dieser Thread jetzt daran erinnert hat, habe ich mir gerade eben die alte Version ohne Musikuntermalung bestellt. :D
      Dieser Beitrag ist ein Anti-Terror-Anschlag des Asozialen Netzwerks!

      Meine Hörspiel und Hörbuchsammlung

      Fader schrieb:

      Ist natürlich auch billiger mit Musik. Musik deckt gut alles zu, and man kann andere Soundspuren einfacher auslassen. Sounddesign ist aufwändig, und man merkt schnell, ob es gut gemacht ist.


      Im Idealfall ist Musik mindestens ebenso aufwendig wie Soundkulisse, nämlich dann wenn sie speziell für das Hörspiel und direkt auf die Gegebenheiten der einzelnen Szenen hin komponiert wurde. Ebenso wie Geräusche passend gesetzt werden müssen.

      Am anderen Ende ist der Umfang auch nicht wirklich unterschiedlich. Ob ich jetzt ein Musikstück oder Vogelgezwitscher in Dauerschleife über eine Szene lege, tut sich auch nichts.

      Entscheidend ist in jedem Fall das wie und nicht ob das eine oder das andere. Interessanter ist die Frage, ob man im Zweifel bei knappen Geld- und/oder Zeit-Budget eher auf aufwendigen Sound als auf aufwendige Musik verzichten könnte.
      "Was sagt man darüber, wie man Bücher schreibt? Man denkt sich etwas aus und zwingt sich, es aufzuschreiben."

      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver
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