JAN TENNER-Erinnerungen von Kevin Hayes (= Horst Hoffmann)

      JAN TENNER-Erinnerungen von Kevin Hayes (= Horst Hoffmann)



      Hallo liebe JAN TENNER-Freunde,

      ich freue mich Euch mit diesen JAN TENNER-Erinnerungen von Kevin Hayes (= Horst Hoffmann) ein weiteres HÖRSPIELTALK-Special präsentieren zu können. Wer JAN TENNER kennt, kennt natürlich auch Kevin Hayes, und wer sich etwas intensiver damit beschäftigt hat weiß das sich dahinter der Science Fiction- und Fantasyautor Horst Hoffmann (u.a. GEMINI/TERRA ASTRA/ORION/MYTHOR/ATLAN/PERRY RHODAN) verbirgt, der in den 1980er Jahren, die zuerst als Superhelden-Serie konzipierte Serie von H.G. Francis nach 6 Folgen übernommen hat, um sie dann mit brillianten Ideen zu einer der erfolgreichsten SciFi-Hörspielserie auszubauen ...

      Wie es dazu kam und wie das in den historischen Kontext und zu seinen sonstigen damaligen Projekten paßte wird HoHo, wie er in der SciFi-Szene genannt wird, in mehreren Teilen selbst erzählen. Dazu wird er auch Bilder und Dokumente aus seinem persönlichen Archiv präsentieren und ich freue mich persönlich megamäßig darüber das Horst seine Erinnerungen mit uns teilt ...

      Doch genug der Vorworte, beginnen wir mit dem ersten Teil seiner JAN TENNER-Erinnerungen die unregelmäßig fortgesetzt werden ...
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      JAN TENNER / KEVIN HAYES / HORST HOFFMANN

      1. Folge - COUNTDOWN


      Horst Hoffmann

      Am 20.12.1982 setzte ich meine Unterschrift unter meinen ersten Hörspielvertrag – genauer gesagt, den ersten Vertrag zur Serie JAN TENNER aus dem Hause hör+lies (auch ITP) im schönen Berlin, mir bisher nur bekannt als Kurzurlaubsstätte im Schrebergartenhäuschen meines Onkels, „praktischer“ Arzt in Spandau, doch vor allem von den langen Nächten mit der Clique meiner Freundin Jette, die ich im Österreichurlaub kennen gelernt hatte. Der allererste Berlin-Trip war gleichzeitig mein erster Flug überhaupt und ich staunte nicht schlecht, als die Maschine durch die düsteren Wolken des verregneten Kölns stieß und ich plötzlich den strahlend blauen Himmel über der sich unter der wackligen Tragfläche des BA-Klippers erstreckenden, schneeweißen Wattebauschlandschaft sah. Als stolzer Besitzer einer frisch zusammengesparten Spiegelreflexkamera ZEISS IKON IKAREX drückte ich mir auf dem Auslöser fast Löcher in den Zeigefinger.

      Es war Herbst 1968 und das erste, was ich nach der Fahrt mit der U-Bahn vom Bahnhof Ruhleben aus vom Kudamm sah, war heftiges Blaulichtgeflacker und hin und her zwischen der werktätigen Studentenschaft linken Glaubens und der Knüppelnden Staatsmacht rechten Glaubens in Uniform. akustisch das ganze untermalt von „Ho-ho-ho-tschi-minh!“-Skandierung und dem Dreschen der Gummiknüppel, nur noch übertönt von den orchestralen Klängen der um sich speienden Wasserwerfer. Es war das große Jahr der APO, der Außerparlamentarischen Opposition, als es in Bonn keine Opposition mehr gab: die alte Dame SPD hatte sich zum ersten Mal unter die wärmende Decke des Klassenfeinds gelegt, um gemeinsame Sache mit Altnazi Kiesinger und ähnlichen Konsorten zu machen.

      Der charismatische Anführer der „Studentenbewegung“, Rudi Dutschke, war infolge der BILD-Zeitungs-Hetze am 11. April von einem geistesgestörten Malergesellen mit drei Schüssen lebensgefährlich verletzt worden, an deren Folgen er am 24. Dezember (!!!) 1979 im dänischen Aarhus starb. seit diesem feigen Attentat jedoch war nichts mehr wie vorher. mit Rudi fehlte unsere, selbst von bürgerlichen Intellektuellen geschätzte, Leit- und Integrationsfigur. Der ganze Zorn auf das, noch vom Adenauer-Mief und eben den alten Nazis geprägte „System“ entlud sich in sinnlos gewordener Gewalt, während Andere resignierten und ihre „Revolution“ statt auf der Straße und in Hörsälen brav in der Wahlkabine machten, indem sie ihre Kreuzchen bei den Betonköpfen von der Kommunistischen Partei machten.

      Im Herbst '68 aber war die Wut immer noch heiß und ein Wochenende auf dem Kudamm ohne hitzige Demos nicht denkbar. Einer, den ich nie wieder gesehen hatte, muss wohl mitgekriegt haben, wie ich ziemlich hilflos in der wogenden Brandung stand, ergriff meine Hand und riss mich mit in eine kleine Gasse, schlug mit mir einen Haken nach dem Anderen, bis wir endlich weit genug weg waren von dem Wahnsinn. Ich spendierte ihm und mir zwei Bier in einer Eckkneipe und er beschrieb mir den sichersten Weg zu der Adresse, wo Jette und der Rest der Bande auf mich warteten. in dieser und den folgenden Nächten, bis unter die Hutkrempe aufgeputscht mit Captagon und dazu passenden Getränken, lernte ich, noch vor David Bowie, staunend die große, schrille Welt der Weltmetropole Berlin kennen, von den Eden-Nachtclubs bis zur absoluten In-Disco SUN, die kurz darauf abbrannte. Zwei Typen aus San Francisco sorgten in dem riesigen Flackertempel und zu den Klängen von Doors, Jefferson Airplane, Jimi Hendrix und Steppenwolf mit irrer Lightshow für einen so nie wieder erlebten Wirbelsturm aller Sinne und noch einiger anderer.


      JAN TENNER-Logo

      Das war das Berlin, das ich kannte und, wenn auch ca. 15 jahre später, wieder vor Augen hatte, als gegen 11 uhr in der Frühe mein Telefon ging und sich am anderen Ende überraschend Hans meldete. Hans G. Franciskowsky, besser bekannt als H.G.Francis und als solcher mein Autorenkollege bei PERRY RHODAN und einigen anderen Serien des Pabel/Moewig Verlags. Aus PERRY war ich zu der Zeit, nach meinem "Was-haben-sie-sich-dabei-nur-gedacht?"-Band 1111, erst mal raus, doch wir trafen uns weiter auf Konferenzen und Hans verdanke ich so manchen guten Tipp. Er war einer der wenigen, die nicht nur Kollegen waren, sondern auch privat ziemlich nahe standen. das bedeutete jetzt nicht, dass man sich oft besuchte oder telefonierte, aber er fragte immer, wie es denn „zu Hause“ ginge, ob alles okay sei und so weiter. er war der erste und – so weit ich weiß – einzige von uns, der auch im Hörspielgeschäft mitmischte, und das nicht zu knapp. ich kannte von ihm nur die PERRY RHODAN-Hörspiele von EUROPA, er schrieb aber auch TKKG, seine Gruselsachen mit den furchtbaren Cassettenbildern und was weiß ich noch alles. Hans war ein Vollblutautor und vernachlässigte dabei seine Familie nie. Und als ob das noch nicht reichte, setzte er sich in jeder freien Stunde an sein Klavier und trat sogar gemeinsam mit der Klavierlegende Justus Franz auf. Egal, was man ihn fragte, Hans G. Franciskowsky war selten um eine Antwort verlegen und das Gegenteil von dem, was man (damals jedenfalls) gemeinhin mit einem „Heftchenautor“ verband und wahrscheinlich bis heute verbindet und ich leider zu oft nur bestätigen kann.

      Also Hans rief an und erkundigte sich natürlich, so wie es sich gehört, erst mal nach meinem Befinden, und wie es sich gehört, fragte ich zurück nach dem Seinen. „Ach du“, meinte er, „wie immer ganz gut, abgesehen davon, dass ich, wie immer, zu viel um die Ohren habe. Dich haben sie bei PERRY RHODAN vor die Tür gesetzt nach deinem 1111er, den ich übrigens ganz köstlich fand. Aber der Schelwokat (unser Herr Lektor – Anm. des Schreibers) geht ja sowieso zum Lachen in den Keller. Nur dass der Willi (Willi Voltz, Exposéautor – Anm. des Schreibers) da mitgemacht hat, das fand ich scheisse.“ Nicht hochelegant formuliert, aber genau das war der Wortlaut. Hans und Willi waren die besten Freunde und als solche konnte man sich auch mal dieses und jenes sagen, ohne dass es gleich beleidigte Mienen gab.

      „Aber du hast doch noch zu tun, oder, Horst?“, fragte Hans weiter. „Du schreibst doch weiter ATLAN und diese Fantasyserie ...“

      „MYTHOR“, half ich aus.

      „den meinte ich ja. Aber reicht dir das denn – jetzt mal ehrlich? Wie viel schreibst du denn im Monat?“

      „zwei Romane, wenn ich die Exposé bekomme“, erwiderte ich.
      und Hans: „aber davon kannst kannst du doch nicht leben, Horst. du hast dir doch die Eigentumswohnung gekauft und das schöne Auto und deine Frau will ja auch was zu Weihnachten haben. Hast du schon mal daran gedacht, so wie ich Hörspiele zu schreiben?“

      „Ein Hörspiel? Ich?“ ich schüttelte den Kopf, obwohl er das gar nicht sehen konnte. „Nee, Hans, davon hab ioch absolut keine Ahnung. Ich ...“

      „Keine Ahnung gilt nicht“, wurde ich unterbrochen. „Ich hab das ja auch erst lernen müssen, das hört sich viel schlimmer an, als es ist.“

      dann rückte er damit heraus, dass er so voller Termine und Angebote sei, dass er das unmöglich alles selbst schaffen könne, es wäre aber auch blödsinnig, das irgendwelchen fremden Heinis zu überlassen. Ich wäre doch jung und, wie er meinte, noch unausgelastet und weit unter meinen Möglichkeiten beschäftigt, viel zu schade für die „kleinen“ Serien hinter dem All-Mächtigen und für mich bis auf weiteres unerreichbaren PERRY RHODAN.

      „Hans“, sagte ich. „ich hab echt keine ahnung von drehbüchern.“ stimmte ja. Für mich war das eine ganz andere Welt, aber Hans ließ das nicht gelten. „Horst, ich würde dich nicht anrufen, wenn ich nicht wüsste, dass du das drauf hast. Pass mal auf: ich hab da für nen kleinen, aber sehr ehrzeizigen Verlag in Berlin mit einer Hörspielreihe angefangen, eine Abenteuerserie für Kiddies, JAN TENNER.“ Das sagte mir gar nichts. „ich habe sechs Folgen geschrieben, aber jetzt geht das nicht mehr. Das sind ganz nette leute, Horst, und sie bezahlen gut und zeigen dir auch, wie du so ein Drehbuch schreiben musst.“

      Ich schluckte. „Du hast mit denen also schon über mich gesprochen?“

      „Ich hab dich vorgeschlagen, Horst, denn ich kann sie ja nicht hängen lassen. Du kannst die Serie haben als mein Nachfolger. Die Exposés für die drei Folgen nach meinen ersten Sechs liegen schon in Berlin, die würden sie dir dann schicken und die ersten Hörspiele, damit du dich in die Serie rein hören kannst. Sei doch nicht dumm, Horst, damit baust du dir doch ein zweites Standbein. Die Berliner sind wirklich toll und helfen dir, wenn du was nicht gleich verstehst. Du musst nur ja sagen, dann ruf ich die gleich an und sie werden sich wahrscheinlich noch heute bei dir melden. Was hast du denn zu verlieren?“

      Ich streckte die Waffen. Hans war zufrieden, redete mir noch einmal Mut zu und legte auf, mir gingen tausend Dinge im Kopf herum. Meiner frau sagte ich noch nichts, obwohl … es könnte ja wirklich nicht schaden, ein zweites Bein auf den Boden zu kriegen. Dann brauchte ich mir von Typen wie Schelwokat nicht mehr alles sagen zu lassen.


      JAN TENNER 1 Angriff der grünen Spinnen

      Nachmittags gegen 15 Uhr klingelte es wieder. Ich war nervös bis in die Haarspitzen wie immer vor Telefonaten mit unbekannten Menschen und unbekanntem Ausgang. Zu verlieren hatte ich ja nun wirklich nichts, denn wenn Hans mich nicht so meschugge geredet hätte, wäre ich weiter an irgendeinem Roman mit den mir vertrauten Figuren gesessen und …

      Ich holte also tief Luft und meldete mich mit meinerm Namen, wie ich das für gewöhnlich auch heute noch tue. Am anderen Ende sagte eine kaum älter klingende, sehr sympathische Stimme: „Ja, hier Blatz. Der Herr Franciskowsky hat vorhin mit ihnen telefoniert und sie wissen, warum ich sie anrufe?“

      Ja klar. Wusste ich. Nach einigen Verlegenheitsfloskeln meinerseite kam mein unsichtbares gegenüber rasch auf den Punkt. Er stellte sich als Karl Blatz vor von der Firma hör+lies in Berlin, erzählte kurz, was diese mir bis dato völlig fremde Firma so mache, nämlich Hörspiele, und dass der Herr Franciskowsky leider nicht weiter an der neuen Serie JAN TENNER schreiben könne, was er sehr bedaure. Ich hatte da weder eine Ahnung, dass hör+lies bzw. ITP nicht nur irgendeine kleine Hörspielmanufaktur in Berlin war, sondern als „KIOSK-Cassetten“ Kracher wie Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg produzierte, noch wusste ich auch nur halbwegs recht einzuordnen, wem ich überhaupt zu telefonieren die Ehre hatte.

      Herr Blatz schaffte es jedenfalls, mir meine ärgsten Bedenken zu nehmen und wir einigten uns darauf, dass er mir erst einmal ein paar schon erschienene Cassetten schickte, sowie ein Grundsatzexposé mit den Schauplätzen und Charakteren zum Einlesen, sowie die von Hans Franciskowsky verfassten Exposés für die Bände 7-9. Er übte in keinem Moment irgendwelchen Druck auf mich aus, sondern plauderte nett … und machte einfach neugierig.

      Zwei Tage später war das Päckchen aus Berlin da. Was Musicassetten und darin gepresste Hörspiele betraf, so war ich immer noch skeptisch, aber ich hörte sie mir an. Ohne große Erwartungen, das gebe ich zu. Vielleicht konnte man damit ein bisschen zusätzliches Geld verdienen, vielleicht auch nicht, vielleicht …

      Auf einmal war Schluss mit vielleicht. Schon die erste Geschichte mit dem „Angriff der grünen Spinnen“ war dermaßen haarsträubend, dass mir der Kiefer fast bis auf die Brust fiel, und besser wurde es bei den anderen auch nicht. Der Plot war immer der gleiche: Westland, so der Name der Tenner-Welt, wurde von irgendwelchen grässlichen, vor allem aber übermächtigen Feinden bedroht, die ganz sicher alle dort lebenden Menschen, Meerschweinchen und Wellensittiche getötet, gefressen, vergewaltigt oder sonstwie um die Ecke gebracht hätten – gäbe es nicht jenes unglaubliche Actionteam, bestehend aus JAN TENNER, einem jungen Studenten der Physik, PROFESSOR FUTURA, dessen Lieblingsbeschäftigung in der Erfindung von Seren bestand, die er Jan injizierte, um ihn im letzten Moment in den Superjüngling zu verwandeln, der je nach Bedarf die Superkräfte erhielt, die er gerade mal zur Rettung von Westland benötigte – etwa als grüne Masterspinne, die den anderen grünen Spinnen eben mal zeigte, wo der Hammer hing, und dass sie sich gefälligst woanders ihre Opfer suchen sollten. Dabei bestand immer die Gefahr, dass die Wirkung des Serums früher als gewünscht nachließ und Jan z. b. als kleiner Erdenmensch der Anführerin der grünen Riesenspinnen erklären musste, wieso er die Keile, die er ihr als masterriesenspinnerich soeben verpasst hatte, eigentlich gar nicht so gemeint habe. Das Serum konnte aber auch seinen Charakter verändern und böse werden lassen, was zum Glück selten geschah.

      Jans Partnerin TANJA, die Assistentin von Professor Futura war ein etwas dümmlich-naives, „Huch!“-kreischendes Gör, der Professor … naja, hatte mit seinen Erfindungen und den Seren zumindest theoretische Aussichten auf den Nobelpreis von Westland, und der vierte mann im Bunde war…

      GENERAL FORBETT, oberster Dienstherr aller Verteidigungsstreitkräfte von Westland (von einem Präsidenten, Verteidigungsminister, Parlament und ähnlichem war nie die Rede), DAS war allerdings einer. DAS war meiner! Revolverschnauze wie ihm der Mund gewachsen war, immer skeptisch dem Professor gegenüber, immer polternd, immer grimmig und bestimmt. John Waynes bester Freund im Geiste (Donald Trump baute zu dieser Zeit zum Glück ja nur Wolkenkratzer). Wenn der böse Feind am Ende nicht allein durch Futuras Einfallsreichtum und Jans variablen Körpereinsatz und Tanjas „Jan, Jan! Hinter dir, hinter dir!“ ganz ohne Panzer und Flugzeuge besiegt war und alle erleichtert ihre Schlusswitzchen machen konnten.

      Der böse Feind … ja, wer war das eigentlich? In jeder neuen Folge ein neuer Feind, eine neue Bedrohung, eine neue Katastrophe, vor der nur Jan, Futura, Forbett und und Tanja ganz Westland (und wenn es einen Rest der Welt gab, diesen auch gleich mit) retten konnten. das Wahre war das für mich nicht, was wohl seinen Grund darin hatte, dass ich von meinen Serien her über ganze Zyklen hinweg nach Wegen suchen musste, um den jeweiligen Gegner zu besiegen, was schon mal gut und gern hundert Bände benötigen konnte.


      JAN TENNER 7 Finsternis über Westland

      Nach der megamäßigen Intro-Musik kam jeweils die kurze Ankündigung des Erzählers, was denn nun wieder auf unsere Helden und die Hörer ihrer Abenteuer an Bösem und Schrecklichem wartete (die Musik war wirklch Hammer und ist heute je längst Kult), es gab keine „ständigen“ Feinde, mit denen man vielleicht noch ein Hühnchen zu rupfen hätte, auch keinen stets wiederkehrenden Bösewicht. Das musste alles her, sonst blieb diese Serie eine sich aneinander heftende Anreihung von Einzelabenteuern nach immer dem gleichen Schema, die auf Dauer gefahr lief, in Langweile und Trivialität zu versinken und dann, in nicht allzu ferner Zeit, eingestellt zu werden. Um nicht falsch verstanden zu werden: die GRUNDIDEE mit einem kleinen, also überschaubaren Team mit verteilten Rollen (Jan, der forsche Rotzlöffel, Tanja, die ihn anbetende Heulsuse, Futura, der besonnene und geniale Wissenschaftler – und Forbett als vierschrötiger General) konnte eine gute bis sehr gute Grundlkage sein – aber nicht für mal hier, mal da Westlandrettung, sondern weit mehr.

      Als SF-Autor hatte ich natürlich außerirdische Bösewichte im Kopf, allerdings von einem Kaliber, das unsere Helden auf noch nicht absehbare Zeit forderte. Über den Bösewicht war ich mir noch nicht ganz im Klaren, aber er musste Format haben, viel Format, um Futura, Forbett und Jan in Atem halten und zur Verzweiflung bringen zu können. Ach so: Tanja war bereits – ganz ohne mein zutun! - nach Folge drei gegen ihre Nachfolgerin LAURA ausgetauscht worden, mit der sich viel mehr anfangen ließ. Laura war nicht nur Jans Heulsuse, sondern konnte sich mit der Zeit zu einer richtigen Actionpartnerin entwickeln.

      Als ich im Flieger nach Berlin saß, zum ersten Mal wieder seit Jahren, hatte ich da schon so einiges im Kopf und stellte mir vor, naiv wie ich war, die eine oder andere Idee gleich diskutieren zu können. natürlich hatte ich mir die Cassetten nochmals gut angehört und fand die Abenteuer schon GAR nicht mehr so schlimm. Vor allem Forbetts polternde Donnergrollstimme geisterte mir immer wieder durch den Kopf, aber auch die ruhige Stimme Futuras und – vor allem anderen, die fantastisch Intro-Musik. Das und die Stimme des Erzählers Uli Herzog, praktischer Weise der Lebensgefährte von Redakteurin Jutta Buschenhagen, wuchs mit jedem mal mehr zu einer Art Einheit zusammen.


      Jutta Buschenhagen

      Am Flughafen Tegel wurde ich von einer höchst attraktiven Dame mitteljungen Alters abgeholt, die sich als Jutta Buschenhagen vorstellte und mich begrüßte wie einen bereits alten Bekannten. Auf der Fahrt unterhielten wir uns relativ locker und ich musste mir auf die Zunge beißen, um nicht gleich von JAN TENNER und meinen neuen Ideen zu schwärmen. sie hätte wahrscheinlich nach wenigen Kilometern Stadtautobahn gestoppt, und nicht nur das Auto.

      Firmengelände, fahrt auf den Innenhof. Rein, Treppen raus, Mäntel abgelegt und kurze Führung durch die Redaktionsetage. Ich war geplättet, als ich die zahllosen Displays mit BENJAMIN-BLÜMCHEN und BIBI BLOCKSBERG-Cassetten, -Büchern und jeder Menge anderer Produkte sah. Der kleine Elefant, sagte sie, sei „ihr Baby“, wobei ihr der Stolz von den Augen abzulesen war, wie bei einer richtigen Mutter eben.

      Dann wurde es ernst. Herr Blach als Firmenchef würde später hinzu kommen, sagte sie, während ein dienstbarer Geist lächelnd Kaffee brachte, und fragte schon mal, ob ich bereits Erfahrung oder eine Vorstellung vom Drehbuchschreiben habe. Natürlich musste ich verneinen. Ich hatte zwar von Hans, um dies nachzutragen, eines seiner Drehbücher in Kopie zugeschickt bekommen (im Hefter auf Durchschlagpapier, damals war das noch so und kostete viel Porto) und mich gewundert, wie einfach das doch alles war: man schrieb links, wer jetzt an der Reihe war, etwas zu sagen, und rechts, was er denn nun zu sagen hatte, in Tanjas Fall also: links „Tanja“ und Doppelpunkt, dann „Pass auf, Jan! hinter dir!“ dann neue Zeile und links Jan Tenner: „Jetzt beruhige dich, Tanja, da ist nichts, ich ...“

      Und dann bekam er auch schon eins über die Rübe oder wurde auf meist sehr unangenehme Dinge aufmerksam, die sich in seinem Rücken taten oder näherten. Das wurde, in Klammern und unterstrichen mit z.b. stampfende Schritte. lautes Gebrüll. Blitze. … und so weiter für den Geräuschemacher hinzugesetzt, Klammer wieder zu.

      Entweder kämpfte dann Jan Tenner, Tanjas Schreikrämpfe tapfer ertragend, gegen den oder das oder die Böse, von grünen Spinnen über Außerirdische bis hin zu übelsten Riesengestalten, was in den Klammern unterstrichen mit allen möglichen Kampfgeräuschen - fauchen. schläge. kreischen, seinen Ausdruck fand, oder die Jan Tenner-Musik spielte kurz auf und der Erzähler be-schrieb in wenigen Worten, was dem Hörer durch die Laute nur schwer zu vermitteln war. Also welche Zähne Jan einem Bösewicht ausschlug oder ob er das Ungeheuer entweder durch Halsumdrehen tötete oder durch andere zielführende Maßnahmen.

      Besser war es aber, dies alles so weit wie nur möglich mittels Sprache oder, in Tanjas Fall, spitze Schreie zu schildern.

      Dies war, vor allem anderen, eines der Dinge, die ich erst noch zu lernen hatte. Als Romanautor war ich es gewohnt, schildernd zu be-schreiben. Als Hörspielautor musste ich anfangen, Handlungen durch die agierenden Personen in Sprache zu kleiden. Jan Tenner und Professor Futura sahen also General Forbett nicht einfach eine neue Waffe ausprobieren, wobei ihm eine Panne nach der anderen passierte, sondern das hatte im Sprachtext zu geschehen, etwa dass Jan erstaunt (in klammern ununterstrichen hinter dem Namen stehend) fragt: „Sehen sie, Professor Futura, unser General scheint wieder mal unter Langeweile zu leiden. Was, zum Teufel, hat er da in der hand?“ - Futura: „Nun, Jan, mir scheint, es dürfte sich um eine neue Waffe handeln, die er gerade ausprobieren will.“ - Tenner: „Das teil sieht ja furchterregend aus. Jetzt drückt er auf einen Knopf, wahrscheinlich den Auslöser.“ - Futura: „Sie haben recht, Jan! Schnell in Deckung!“

      Meistens knallt es dann auch schon oder die Welt geht sonstwie fast vor die Hunde, doch das war es eben, was mir Frau Buschenhagen mit schier endloser Geduld erst beibringen musste, nachdem ich mit meinen ersten JAN TENNER-Exposés am Ende des Tages den Flieger nach Köln besteigen und mir endlich in Ruhe die Gesprächsnotizen in mein schlaues Heft eintragen konnte, wobei sich, Szene für Szene, die Handlung in meinem Kopf festigte – und wie ich sie zu Papier bringen musste. Und es dauerte Wochen, Wochen der Schreiberei, abschickerei, telefoniererei, fliegerei, wieder schreiberei, bis mir Frau Buschenhagen attestierte, dass mein erstes JAN TENNER-Hörspiel nun in die Produktion gehen und ich mich an die beiden nächsten Folgen machen könne. Dabei hatte ich mir, wie erwähnt, schon längst – einmal Blut geleckt - Gedanken über meine eigene Fortführung der Serie gemacht und auch meine Leonen schon schattenhaft im Kopf, Professor Zweistein als Gegenspieler von Futura ebenfalls.

      Ich möchte dennoch lieber nicht wissen, wie viel Arbeit und Zeit Frau Buschenhagen dennoch investierte, um meine Schachtelsätze in brauchbare Einzelteile zu zerlegen, denn daran krankte es bei mir ebenfalls stark, was ich bei meinen Pabel-Serien von Günter M. Schelwokat ebenfalls und oft genug aufs Butterbrot geschmiert bekam.


      Karl Blatz

      Nachzutragen ist natürlich noch das Erscheinen von Herrn Karl Blatz. Es fällt mir jetzt schwer, die richtigen Worte zu finden, ohne als Lobhuderer oder Speichellecker dazustehen – aber wenn ich je einen vom ersten bis letzten Blick umwerfend sympathischen Menschen kennen lernen durfte, so war das Karl Blatz. Ein Herr zwar im besten Alter, doch ungemein jugendlich wirkend auch ebenso denkend. Ein Mann der selten gewordenen Gattung „Gentleman“, mit dem zu reden keine Sekunde langweilig wurde. Wir fuhren – Er, Frau Buschenhagen und ich – noch in ein kleines, aber sehr feines Lokal in Berlin-Grunewald und tauschten uns über zwei Stunden lang aus, wobei kaum Zeit blieb, sich an den illustren Gästen an den anderen kleinen Tischen satt zu sehen. In besonderer Erinnerung geblieben sind mir der Musiker Paul Kuhn und später die leibhaftige Hildegard Knef und Harald Juhnke nebst Gattin bei garantiert alkoholfreiem Sprudelwasser.

      Ich kann abschließend über dieses erste Arbeitstreffen in Berlin, dem noch viele „Brainstormings“ in edler, doch urgemütlicher Atmosphäre folgen sollten (ca. alle drei Monate zu meinen drei neuesten Exposés), und wie ich mich in der Gesellschaft von Jutta Buschenhagen und Karl Blatz fühlte, nur sagen: „Sauwohl, Professor Futura!“ - Futura: „Das freut mich, Jan. Sie sollten jetzt nur noch etwas an ihrer Ausdrucksweise arbeiten ...“



      Für den HÖRSPIELTALK von Kevin Hayes (c) 2018 Horst Hoffmann
      Bilder und Dokumente aus dem Privatarchiv von Horst Hoffmann
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      Die Einschätzung von Herrn Hoffmann bezüglich der H.G.Francis-Folgen kann ich nur bedingt teilen. Tatsächlich gehören drei dieser Folgen zu meinen absoluten Favoriten der Serie. Aber das sei nur am Rande erwähnt. Kotau für diesen wertvollen und interessanten Erlebnisbericht aus einer vergangenen Hörspiel-Epoche! Vielen Dank, Mr. Hayes!
      Obwohl ich bisher noch keine einzige Jan Tenner-Folge gehört habe, habe ich den Bericht doch mit Genuss gelesen. Man merkt, dass Hoffmann ein professioneller Autor ist, der Text liest sich sehr gut. Jetzt muss ich doch mal in die Serie hineinhören.
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      Angus Gunn schrieb:

      Die Einschätzung von Herrn Hoffmann bezüglich der H.G.Francis-Folgen kann ich nur bedingt teilen.

      Das hat ja HoHo einige Absätze später dann relativiert ;) ...
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      BjoernErik schrieb:

      Jetzt muss ich doch mal in die Serie hineinhören.

      Dann hast Du ja, wie ich finde, noch einige Highlights vor Dir #cool# ...
      Meine absolute Lieblingsfolge aus der Serie ist übrigens die Folge 20 "Das Totenschiff" #daumenhoch# ...
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      "Hello ... it's me...
      I was wondering if after all these years you'd like to meet
      To go over everything" - (ADELE) -

      Einen ganz herzlichen Dank an Horst Hoffmann (Kevin Hayes) für diese lesenswerten und informativen Memoiren aus der Welt des "Jan Tenner"!

      Da werden natürlich jede Menge toller Kindheitserinnerungen wach, (bei mir; und sicher auch bei einigen anderen). Neben "Masters of the Universe" war "Jan Tenner" für mich in den 1980er-Jahren nämlich DIE Hörspiel-Serie. Und das, obwohl ich nie ein großer Science Fiction-Fan war oder werde. Aber die Geschichten waren (bzw. sind) einfach super, spannend, voller Phantasie und unglaublich anregend. Mit wundervollen und unvergesslichen Charakteren, wenn ich da z.B. an Zweistein, Seytania, König Logar, die Leonen, die "Vogelmenschen" oder auch an "Mimo", den neunmalklugen, sprechenden Bordcomputer des "Silbervogels" denke.

      Und da Jan Tenner, General Forbett, Professor Futura und Laura aus "Westland" kommen, in einer Hörspielserie, die während des "Kalten Krieges" entstand, kam mir oft die Frage in den Sinn: "Ist damit wohl Amerika (USA) gemeint? Im Sinne von: Das "große Reich des Westens"? Oder spielt dabei auch der Gedanke an West-(Deutsch)-Land mit hinein?" -- Das blieb und bleibt wohl reine Interpretationssache. (Worüber man halt im Alter von acht bis zehn Jahren so nachdenkt...)

      Wie auch immer, mich persönlich haben die Abenteuer des hübschen Blondschopfs und seiner rothaarigen, "pharaonischen" Gefährtin, (was mir schon gewisse Parallelen zu "He-Man" und "Teela" aufzwang, auch wenn man Lauras rätselhafte Kopfbedeckung betrachtet), stets inspiriert. Ob sie auf dem Unterwasser-Planeten Lurya unterwegs waren, oder in "der grünen Hölle" bis hin zum "Planeten der 1000 Wunder", auf der Jagd nach dem "Stein der Macht"... (Was für ein packender Dreiteiler das war!)




      An dieser Stelle muss und möchte ich Horst Hoffmann (Kevin Hayes) meinen allergrößten Dank und Respekt für all diese wunderbaren Abenteuer ausdrücken! -- Diese Geschichten, neben H.G.Francis' "Masters of the Universe"-Abenteuern, waren mir von kleinauf eine gewaltige Inspiration, selbst eines Tages phantastische Hörspiele zu schreiben. (Da ich keine Ahnung davon hatte, wie so ein Drehbuch / Hörspiel-Script wohl aussehen mochte und wie lang das sein muss, setzte sich da so ein hörspielbegeistertes Kind hin, in der rechten Hand einen Füller, die linke Hand an der "Pause"-Taste des Cassetten-Recorders, vor sich ein Schulheft, und schrieb einfach mal eine Seite so eines Hörspiels im "Diktat" mit. -- Das führte zu einem lustigen, kurzen Dialog, damals. "Ascan? Sag mal, was machst du denn da? An-aus-an-aus...? Warum hörst du dir die Geschichte denn nicht vernünftig an?" "Nein, ich höre sie mir nicht an. Ich schreibe sie auf." - Kopfschütteln. - "Du bist verrückt...")

      Wer sich also heutzutage an meinen Abenteuern, wie "Sherlock Holmes", "Insignium", "Dark Trace" oder "X-Tension" erfreut -- der muss wissen, dass ein Teil des Lobes, das ich dafür ernte, von meiner Seite her immer mit Dankbarkeit an ("Frank Sky") H.G.Francis, (Gott hab' ihn selig), und Kevin Hayes (Horst Hoffmann) weitergeleitet wird, innerlich.

      Mich (und eventuell manch anderen) würde es riesig freuen, hier, im Folgenden, ein paar Seiten eines Original-Manuskripts von "Jan Tenner" lesen zu können! Gerne hätte ich H.G.Francis einmal danach befragt, mit dem ich eine Weile sogar im selben Verlag (Maritim v2.0) veröffentlichte, als er "Das Sternentor" damals schrieb. (Leider ist es bei uns aber nie zu einem Kontakt oder persönlichen Treffen gekommen.)

      Abschließend zu meinem ersten Post 2018 an dieser Stelle noch einmal meinen ganz herzlichen Dank an Heinz-Peter und Tim!
      Thank you very much, indeed!

      Nach dem Eingangszitat von "ADELE" will ich diesen Beitrag hier mit einem weiteren "Hello"-Zitat, diesmal von OASIS, beenden:

      "HELLO! - IT'S GOOD TO BE BACK! IT'S GOOD TO BE BACK!" #winkewinke# #winkewinke# #winkewinke#

      P.S.: So - und jetzt weiter im Text, hier! Wir können es kaum erwarten, Teil 2 der "Jan Tenner"-Erinnerungen zu lesen!
      ^^
      »Only believe that I have power to raise from death thy brother who sleeps in Albion. - William Blake«

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      Jan Tenner habe ich im Teenageralter kennengelernt. Leider nur die ersten 18 Folgen, die ich immer wieder gehört habe. Dreißig Jahre später dann dank des Internets das audible-Paket mit allen Folgen gekaufte. So konnte ich die alten Folgen wieder hören und die vielen fehlenden nachholen! Ohne Nostalgiebonus ist die Serie nach wie vor nicht für den unbedarften Erwachsenen geeignet, aber für diejenigen, die diese Serie aus ihrer Jugend kennen eine wirklich tolle Serie und Erinnerung!

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      Ascan von Bargen schrieb:

      Und da Jan Tenner, General Forbett, Professor Futura und Laura aus "Westland" kommen, in einer Hörspielserie, die während des "Kalten Krieges" entstand, kam mir oft die Frage in den Sinn: "Ist damit wohl Amerika (USA) gemeint? Im Sinne von: Das "große Reich des Westens"? Oder spielt dabei auch der Gedanke an West-(Deutsch)-Land mit hinein?" -- Das blieb und bleibt wohl reine Interpretationssache. (Worüber man halt im Alter von acht bis zehn Jahren so nachdenkt...)


      Das war für mich eigentlich nie eine Frage. Es fallen ja Begriffe wie Red Rock und Red River in den Geschichten. Da war es für mich auch damals schon unstrittig, dass mit Westland nur die USA (in einer nicht näher definierten Zukunft) gemeint sein konnten.
      Erst einmal recht herzlichen Dank @Ascan von Bargen für deine Worte und schön, dass du wieder da bist. Ich freue mich bereits jetzt auf deine lesenswerten Beiträge.

      ​Ja, Jan Tenner, der Held meiner Kindheit und für mich auch heute noch immer das Beste, was der Hörspielmarkt hergibt.
      Diese Erinnerungen hier zu lesen sind einfach toll und wehmütig denke ich an diese Hörspiele zurück.

      T-Rex schrieb:

      Erst einmal recht herzlichen Dank @Ascan von Bargen für deine Worte und schön, dass du wieder da bist. Ich freue mich bereits jetzt auf deine lesenswerten Beiträge.
      Ich habe zu danken! Und ich freue mich wirklich sehr, wieder zum Thema Hörspiele etwas schreiben zu können!

      Angus Gunn schrieb:

      Das war für mich eigentlich nie eine Frage. Es fallen ja Begriffe wie Red Rock und Red River in den Geschichten. Da war es für mich auch damals schon unstrittig, dass mit Westland nur die USA (in einer nicht näher definierten Zukunft) gemeint sein konnten.
      Ja, sicher. Die Soldaten in den Geschichten sagen ständig: "Ja, Sir! Jawoll, Sir!", da gibt es Städte wie Greyville und Begrifflichkeiten wie die "Rockies", oder die von dir erwähnten "Red Rock" & "Red River", etc. Was ein klares Indiz für die USA ist. -- Aber (als Kind) habe ich mir eben auch die Frage gestellt, wie viele Jungs / Studenten in den USA wohl "Jan" heißen mögen ... und eben, ob es nicht eventuell auch ein Verweis (in der einen oder anderen Hinsicht) auf Westland = West-(Deutsch-)Land sein könnte, um sich gegen die DDR abzugrenzen oder so. (Im Sinne von WESTLAND = NATO-Staaten VS Warschauer-Pakt-Staaten mit ihren "Leonen" und "Zweisteins".)

      Irgendjemand brachte seinerzeit - zu Grundschulzeiten - eine Cassette von Jan Tenner mit. Das war die Folge 6: "Das Geheimnis des Adlers". - Die nächste Folge, die ich dann hörte, war "Gefährliche Insel", Folge 5. - Und ein Klassenkamerad schenkte mir dann "Das Totenschiff", weil ihm die Geschichte zu unheimlich war. (Mir war sie nicht zu unheimlich; ich fand sie einfach nur superspannend.)

      Sicherlich kommt es darauf an, mit welchen Ohren man es alles hört. Das waren eben andere Zeiten damals, wo im "YPS"-Heft kleine Jan-Tenner-Comichefte mit beilagen; und wo im TV sogar extra kleine Zeichentrickfilme als Werbespot für die Serie liefen:

      JAN-TENNER-Werbespots

      Zwischenzeitlich habe ich gelernt, dass es weitaus besser ist, nicht zurückzublicken. Schon gar nicht mit Wehmut, oder so. Daher, wenn ich an dieser Stelle hier einen kleinen "Rückblick" in die Vergangenheit werfe, dann nur mit Freude und Dankbarkeit.
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      Ja, ich blicke auch gerne zurück in die goldene 80er Ära Hörspiel Zeit. Und dort geHÖRT neben vielen guten EUROPA -Produktionen Jan Tenner definitiv für mich dazu.

      Also ich hätte nichts dagegen, wenn es ein Label geben würde das in diesem Sinne *back to the Roots" Hörspiele produzieren würde. Und wie man des öfteren mitbekommt hätten wohl einige nichts dagegen :). Die Suche/Jagd nach dem Stein der Macht (Folge 17-24), wozu auch das Totenschiff(20) gehört, gefällt mir mit am besten.

      Spoiler anzeigen
      Allein am Ende der Folge 17 als das Tenner-Team mit dem Silbervogel nicht mehr auf die Erde zurückkehren kann weil von den Leonen
      gigantische Sperrfelder(Gürtel) um die Erde gelegt werden - zwecks Ausbeutung der Erde- finde ich heute noch TOP. ​


      Die Station der Vorzeit(27),Die Zeitfalle(14)- Es gibt einiges an Highlights innerhalb der Serie. Ach was solls. Mir gefallen irgendwie ALLE :thumbup:
      liebe leute, liebe freunde. liebe "erdenmenschen" 8o

      mein freund KEVIN meinte gerade, jetzt sei es aber wirklich zeit, mich - natürlich auch in seinem namen - für eure beiträge, lob und gemeinsame schöne erinnerungen zu bedanken. dass ich nicht früher reagiert habe, liegt einzig und ziemlich allein daran, dass ich noch nicht registriert war. jetzt hab ich's geschafft und freue mich, ein kleiner teil eurer gemeinschaft zu sein.

      ja, JAN TENNER war etwas ganz besonderes, die arbeit daran hat unheimlich spaß gemacht und beim niederschreiben dieser ersten folge meiner "erinnerungen" hab ich so manches tränchen ins knopfloch zurück gedrückt, manches grinsen in mich hinein gelacht und mit den "erwachsenen männern hören JAN TENNER" auf ihrer couch beim wiederhören der folgen geblödelt. und es gibt noch so vieles zu erinnern - professor zweistein, die leonen, mimo, seytania ... lassen wir uns einfach mal überraschen.

      und ascan - natürlich war mit westland der "große bruder" aus übersee gemeint. dass professor zweistein hingegen eine geheimwaffe des kremls war, halten kevin und ich auch weiterhin für ein übles gerücht des imperialistischen klassenfeinds! 8) 8) 8)

      euch einen schönen sonntag, man liest + hört sich ...

      Horst Hoffmann schrieb:

      dass ich nicht früher reagiert habe, liegt einzig und ziemlich allein daran, dass ich noch nicht registriert war. jetzt hab ich's geschafft und freue mich, ein kleiner teil eurer gemeinschaft zu sein.
      Yeah! Herzlich willkommen im Hörspieltalk, Horst! (Viele Grüße auch an "Kevin"!) ^^ Schön, dass du hier nun live und in Farbe mitmischst!

      Horst Hoffmann schrieb:

      und mit den "erwachsenen männern hören JAN TENNER" auf ihrer couch beim wiederhören der folgen geblödelt.
      Das habe ich kürzlich erst entdeckt, auf youtube. Sehr amüsant!

      Horst Hoffmann schrieb:

      und ascan - natürlich war mit westland der "große bruder" aus übersee gemeint. dass professor zweistein hingegen eine geheimwaffe des kremls war, halten kevin und ich auch weiterhin für ein übles gerücht des imperialistischen klassenfeinds!
      Ha ... ich hab's geahnt... wobei eine Verschwörungstheorie aus Geheimdienstkreisen besagt, dass hinter den "Leonen" durchaus ein gewisser anderer "LEONID (B.)" hätte stecken können... :D

      Ich wünsche dir (und allen anderen hier) ebenfalls einen schönen Sonntag! Bis bald wieder!
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      Vielen Dank für diese Perle! Es ist doch auch beeindrucken zu sehen, was sich immer menschlich hinter den Kulissen abspielt! Jan Tenner wird für mich immer einen besonderen Stellenwert in meinem Herzen haben. Er hat mich als Kind bis ins Erwachsenalter begleitet! Tolle Geschichten, die erst durch Horst Hoffmann. bzw. Kevin Hayes in Hochform aufliefen. (Wobei Gefährliche Insel ist eines meiner Lieblingsdinger ;)

      Heutzutage kann ich mir die Folgen kaum noch anhören, nicht mal aus Nostalgiegründen, dass liegt aber auch daran, dass ich das nicht mehr brauche. Ich weiß immer noch wie jede Kassette auf Seite A endet. (Folge 31: Der Aufzug steht) kann die Folgen immer noch in und auswendig, sowie deren Titel. Ich denke in aller Form für diese tollen Kindheitsgeschichten!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „David Holy“ ()

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