Gemeinfreie Stoffe = risikoaverse Produzenten?

      Gemeinfreie Stoffe = risikoaverse Produzenten?

      Angesichts der Neuankündigung, dass auch Oliver Döring jetzt Wells-Hörspiele aufmacht (jahrelang redet keiner von dem, und jetzt wollen alle), wollte ich das ein bisschen provozierend mal thematisieren: ist die Lage am Hörspielmarkt denn so mau, dass Produzenten ohne ö/r-Rundfunk oder Audible im Rücken Literatur nur dann machen, wenn sie für die Rechte nichts zahlen müssen?
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
      Schwer zu sagen. Klar, gratis ist aus Produzentensicht immer geil.

      Andererseits gibt es ja durchaus auch die Möglichkeit, dass den Verlagen / Autoren zahlreiche Angebote gemacht werden, die aber in der Regel abgelehnt werden, weil zu wenig Kohle fließt. Beziehungsweise gewartet wird, ob der ÖRR den Gezbeutel aufmacht.

      Nur ein Beispiel, WinterZeit wollte die Rechte für "Das Geheimnis des weißen Bandes" für die Chronicles kaufen, keine Chance. Dann kann der WDR und hat für Bastewka ein wenig was aus der Portokasse locker gemacht, BÄM.
      Och jetzt lacht doch mal, ihr verkniffenen Kinderhörspielficker!

      Das Kopieren dieser Signatur ist gestattet. Dies gilt vor allem für alle.
      Ich denke auch, dass es eher mit den geforderten Summen zu tun haben wird, die sich die kommerziellen Hörspiellabel vermutlich oftmals nicht leisten können.

      Chris schrieb:

      WinterZeit wollte die Rechte für "Das Geheimnis des weißen Bandes" für die Chronicles kaufen, keine Chance. Dann kann der WDR und hat für Bastewka ein wenig was aus der Portokasse locker gemacht, BÄM.
      Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das jetzt gut oder schlecht finden soll, das Endprodukt war ja wirklich sehr gelungen. Andererseits: Till Hagen hätte da natürlich auch gut reingepasst.

      Ganz allgemein dürfte das Risiko höher sein, eine 'olle Kamelle' als Hörspiel zu produzieren als eine halbwegs aktuelle und erfolgreiche Romanvorlage umzusetzen oder ein zeitgemäßes Thema in einem Orignalhörspiel zu verarbeiten. Vielleicht sind einfach die finanziellen Vorstellungen der Rechteinhaber zu hoch und wir bekommen deshalb immer wieder Vertonungen von Groschenheften vorgesetzt, deren Verlage unter Umständen realistischere Vorstellungen haben?
      Bei einem Dichter klauen ist Diebstahl, bei vielen Dichtern klauen ist Recherche. (Walter Moers)

      Akita Takeo schrieb:

      Wie ist es denn dann bei den "Star Wars" und den "Asterix" Hörspielen? Die gibt es doch auch. Wie viel musste da wohl gezahlt werden?


      Das wird dir wohl niemand sahen aber es ist wohl davon auszugehen das "Star Wars" deutlich teurer gewesen sein dürfte als "Asterix". Ich gehe auch nicht davon aus das "Star Wars" bei Döring weitergehen wird. Wenn vorher schon teuer war dann wird es bei Disney nicht billiger werden, eher im Gegenteil.
      Langeweile ist der Zeitvertreib der Dummen. (Erhard Blanck)

      Akita Takeo schrieb:

      Ich denke aber nicht das Unsummen bezahlt werden mussten. Dann wäre an den Hörspielen sicherlich nichts mehr zu verdienen.


      Da hat man aber schon anderes gelesen, eben darum laufen gewisse Sachen höchstens mal bei öffentlich-rechtlichen und nicht bei kommerziellen Produktionen.

      Wobei ich natürlich auch bei so Sachen wie Batman gedacht hätte "na das ist zu teuer".... Da steckt man nicht drin.
      "Ein User mit Namen Jean St. Claire"

      Neu

      Fader schrieb:

      wollte ich das ein bisschen provozierend mal thematisieren: ist die Lage am Hörspielmarkt denn so mau, dass Produzenten ohne ö/r-Rundfunk oder Audible im Rücken Literatur nur dann machen, wenn sie für die Rechte nichts zahlen müssen?


      Ja, das Umfeld ist schwieriger geworden.
      ABER: Auch als das Hörspiel noch gut verkauft wurde, wurden selten richtig teuere Lizenzen gekauft....
      .....es hat sich also nicht wirklich viel verändert....

      Früher gabs nur Spielzeugfiguren-Lizenzen für Hörspiele oder eben Filmtonhörspiele.......und ansonsten nur Buchvertonungslizenzen für Jugendhörspiele.
      Eine wirklich teuere Lizenz war eher die Ausnahme, spontan fällt mir nur Star Wars ein....
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