Was heißt denn "das Hörspiel ist erwachsen geworden"?

      Was heißt denn "das Hörspiel ist erwachsen geworden"?

      Markus Duschek schrieb:

      Das Hörspiel ist erwachsen geworden


      SciFi Watchman schrieb:

      Das ist es vielleicht für jene, die den Begriff "erwachsen" durch "es kommen explizite Sex-Szenen darin vor" definieren.


      Markus Duschek schrieb:

      Es hat schon seinen Grund warum das Hörbuch bei vielen Erwachsenen das Hörspiel in der Gunst weit hinter sich gelassen hat... Mehr Themenvielfalt, auch mal Provokantes, erwachsene Stoffe für erwachsene Hörer etc, etc...


      Was heißt es denn, ein "erwachsenes Hörspiel"?

      Die FSK macht es sich bei Filmen da ganz einfach: bestimmte optisch gezeigte Schlüsselelemente oder -reize bedeuten Hochstufung in der Altersfreigabe. Das führt dann zu Absurditäten, dass ein Film wie "Drei Farben Rot" in Deutschland FSK6 hat (weil besagte Schlüsselreize fehlen), in den USA aber "Rated R" ist, und beides Mal Zuschauer die falschen Schlüsse ziehen. Egal. Ein Hörspiel könnte ähnlich vermeintlich objektiv gestuft werden: bestimmte Splattereffekte oder Stöhnen = Erwachsenenhörspiel. Aber welchen Sinn ergäbe das?

      Ein Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen ist die aus Erfahrung gespeiste Einsicht in die Komplexität der Welt. Dinge sind nicht so schwarz-weiß, wie sie die Kinder zur Heranbildung ihrer Urteilsfähigkeit und Orientierung brauchen. Bei dem, was wir als "kommerzielles Erwachsenenhörspiel" bezeichnen, ist genau da aber wenig Differenzierung zu sehen: die Welt teilt sich gerade in Genrehörspielen doch sehr in schwarz und weiß, und die Charaktere sind gerade mal so komplex wie minimal nötig.

      Ist das Hörspiel wirklich erwachsen?
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
      Interessant. Bei Filmen ist es ja in der Tat relativ einfach.

      ​Freitag habe ich zufällig Dark Trace "Weißes Fleisch" gehört. Dort wird ja sehr explizit geschildert, was er mit den Frauen gemacht hat - aber ist das jetzt ausschlaggebend, um das Hörspiel als Erwachsenenhörspiel einzustufen. Gut, mit Sicherheit ist es keine Kost, die ein 12-jähriger hören muss. Was Gewalt angeht, so gibt es ja noch einige weitere Beispiele. Viel diskutiert haben wir ja hier im Forum über "Ein Job wie jeder andere", wo auch explizit Gewalt dargestellt wurde. Doch glaube ich, dass es hier die Mischung aus Komplexität und Gewalt ist, die das Hörspiel zum Erwachsenenhörspiel machen.

      Irgendwie finde ich auch, dass eine rein explizite Gewaltdarstellung im Hörspiel nicht wirklich funktioniert. Für mich ist der psychische Aspekt ebenfalls ein Kriterium, wo man die Grenze zum Erwachsenenhörspiel überschreitet. Ich denke immer noch zurück an Ivar Leon Mengers "Der Prinzessin". Hier ging der Dialog an der Bushaltestelle in eine psychische Richtung, bei der ich eine angenehme Gänsehaut verspürt habe.
      Mich langweilt bei solchen Diskussionen immer die Annahme, dass Blut und Sex erwachsen seien. Oft sind genau die Unreifen die, die besonders gierig danach sind.

      Diese Diskussionen gibt es besonders im Anime-Bereich, da die Fans auch damit zu kämpfen haben (wie auch Hörspiel-Freunde?), dass sie als hängengeblieben abgestempelt werden. Irgendeiner kommt dann auch immer damit an, beweisen zu wollen, dass das nicht stimmt, in dem er Animes aufzählt, die meiner Meinung nach besonders kindisch und wirklich hängengeblieben sind (wegen enorm dumpfer Brutalität oder enorm notgeiler Erotik).

      Meine Definition von "erwachsen", wenn man denn zwingend eine Definition braucht, sind eher sehr komplexe Themen, vielleicht Subebenen.

      Im Hörspielbereich kann ich da leider gar nicht mitreden, weil ich so gut wie nur Jugendhörspiele konsumiere. Zwischendurch mal ein Mord in Serie, Offenbarung 23 oder ein Fitzek-Hörspiel, aber ansich wirklich eher kindische Sachen.
      Meine Meinung:

      Ein Hörspiel ist geanau so wie ne Software dann "erwachsen",
      wenn es seine Linie gefunden hat und die "Kinderkrankheiten",
      sei es in Story oder Technik, raus sind.

      Das heißt dann natürlich auch, das ein Kinderhörspiel "erwachsen" werden kann.
      :thumbsup:

      ..

      MuckMuck schrieb:

      Meine Definition von "erwachsen", wenn man denn zwingend eine Definition braucht, sind eher sehr komplexe Themen, vielleicht Subebenen.


      Da wär's jetzt schön, Beispiele zu haben.
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      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
      Spontan und nur als Beispiel würde ich Die Säulen der Erde als Hörspiel für ein erwachsenes Publikum nennen. Es ist auf jeden Fall eines, dass ich auch meinen Eltern empfehlen würde. Wenn die Vorlage gut ausgearbeitet und man nicht auf 60 Minuten begrenzt ist, kann man auch einen erwachsenen Hörer zufrieden stellen.
      Spiel: I'm with stupid | Runde 3: Audiodateien | Mitspieler: Akita Takeo, Flori1981, HP. Göldner, Markus G., S.R.-Fan
      Wobei ich immer nicht ganz verstehe, warum ein Erwachsenen-Hörspiel unbedingt "anspruchsvoll", "komplex" oder "blutig" sein muss. Für mich ist es ganz einfach immer dann ein Erwachsenen-Hörspiel, wenn es vom Autor/Hörspielproduzenten in erster Linie für Erwachsene geschrieben/produziert wurde. Natürlich werden diese dann oft auch von Jugendlichen konsumiert, aber ist dies in der Filmewelt nicht ebenso? Es gibt im Leben halt nicht immer nur schwarz/weiß. ;)

      MuckMuck schrieb:

      Mich langweilt bei solchen Diskussionen immer die Annahme, dass Blut und Sex erwachsen seien.


      Schöner hätte ich es nicht sagen können.
      ...auch die von Markus D angeführte These, das mehr "gewagt" wird bei den Hörbüchern, ist eher weit hergeholt.
      Es werden schlicht Romane vorgelesen, statt sie zu inszenieren. Der Vorteil ist nicht nur eine günstigere Produktion, sondern das auch weniger gekürzt wird.
      Der Reiz des Hörbuchs ist halt die Zeitersparnis. Wenige haben Zeit um zu Lesen, aber Pendeln, ergo greifen sie zum Hörbuch...
      ...das ist auf langer Sicht auch günstiger. Ein 14 Std. Hörbuhch für 14,99 (Star Wars) reicht halt für Ne Woche....ein Hörspiel für ein Tag....die gleiche Menge Hörspiele kostets das 5fache
      Es geht also nicht zwingend um den Inhalt, sondern um "was bekomm ich".

      Das Hörspiel braucht kein überladenes Soundesign mit 2525 Einzelheiten, um zu überzeugen.
      Es bedarf einer guten Regie (was es sehr selten gibt!!!) und einer guten Sprecherauswahl (auch hier wirds immer schwieiriger...)
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      Im immer mal wieder sehr lesenswerten Blog von Torsten Dewi ist ein Artikel des bekennenden Superhelden-Fans zum Thema "reicht's nicht langsam?" erschienen. Ins Auge fiel mir dabei:

      Das Blockbuster-Kino scheint nur noch für 14jährige Jungs entwickelt zu werden und entwickelt dabei eine Sogwirkung, die alle anderen Zielgruppe mitreißt. Es MACHT aus anderen Zielgruppen geschmacklich und intellektuell 14jährige Jungs. Ich habe kein Problem damit, wenn man als 14jähriger Junge begeistert „Deadpool“-Comics liest und ein 14jähriges Mädchen die „Hunger Games“-Romane. Aber irgendwann wird man erwachsen, irgendwann muss man nach komplexeren Lösungen fragen, nach Antworten auf Fragen, die einen tatsächlich betreffen. DAS scheint „out“.
      (Fettmarkierung von mir / ganzer Artikel)


      Trifft dieses Nichtbeschäftigenwollen mit solchen Fragen nicht auch zum guten Teil auf die Kassettenkindergeneration beim Hörspiel zu?
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      Fader schrieb:

      Trifft dieses Nichtbeschäftigenwollen mit solchen Fragen nicht auch zum guten Teil auf die Kassettenkindergeneration beim Hörspiel zu?


      Nicht zum Teil, sondern wohl zu 95 oder 99 %. Fragst du Hörspielfans, ist die Antwort doch immer gleich: Zum entspannen, zum einschlafen...hören nach einem anstrengenden Tag.
      Niemand hat je gesagt: Oh, mir fehlt Anspruch. Ich will richtig meinen Kopf anstrengen. Ich denke der Mittelweg ist gut. Eine gute Handlung, die aber nicht zu viel abverlangt...
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      Und kann man daraus eine Konsequenz ableiten, oder ist es einfacher, das mit dem Wunsch nach Entspannung durchzuwinken?

      Torsten schreibt außerdem:
      Ich will mich gar nicht als Schwarzseher outen, der in der neuen Superhelden-Kultur den vielbeschworenen Untergang des Abendlands aufziehen sieht. Aber angesichts von Brexit und Trump, von Erdogan und Kim Jong-un verstehe ich die Flucht in Märchenwelten – und kann sie doch nicht gut heißen. [...] Wir leben in einer Welt, in der Pubertät keine Phase mehr ist, sondern ein Lebensentwurf. Das sehe ich bei Facebook täglich, wo erschreckend viele Menschen nach dem Motto leben: „Wenn ich bis 50 nicht erwachsen bin, muss ich auch nicht mehr“. Nein, MÜSSEN muss man nicht. Aber die Welt braucht Erwachsene, die sich vor Problemen nicht im Kinderzimmer verstecken, sondern sie angehen.

      Das, wie ich dazu stehe, äußert sich doch auch in der Wahl meiner Themen in der Freizeit. Ich verstehe die Überlastung nicht, die ausgerechnet zum Gedanken "ich hatte einen anstrengenden Tag, jetzt entspanne ich mich bei einem Krimimord oder einer Dämonenmetzelei" führt. Wenn ich wirklich Entspannung brauche, dann doch ganz was Anderes (Ruhe, ein gutes Buch, Badewanne, Massage). Aber wenn ich mir zur Entspannung sowas wie JS reinziehe, kann ich mich doch auch mit erwachsenen Themen beschäftigen.
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      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

      Detlef schrieb:

      Der Reiz des Hörbuchs ist halt die Zeitersparnis. Wenige haben Zeit um zu Lesen, aber Pendeln, ergo greifen sie zum Hörbuch...
      ...das ist auf langer Sicht auch günstiger. Ein 14 Std. Hörbuhch für 14,99 (Star Wars) reicht halt für Ne Woche....ein Hörspiel für ein Tag....die gleiche Menge Hörspiele kostets das 5fache
      Es geht also nicht zwingend um den Inhalt, sondern um "was bekomm ich".


      Diese Aussage halte ich im Jahre 2017 für sehr fragwürdig. Amazon Unlimted, Spotify, all die anderen Dienste, halten für den geneigten Heavy Hörer sowohl mehr Hörspiele als auch mehr Hörbücher bereit, als sie ein Mensch in einem Leben anhören kann. Ich sehe gerade darin einen wichtigen Faktor für den aktuellen Hörspielboom. Die Leute, die früher sagten, nen Zehner für 50 Minuten fraglichen Hörspaß, nein danke, können wieder gefischt werden.
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität

      Chris schrieb:

      Diese Aussage halte ich im Jahre 2017 für sehr fragwürdig. Amazon Unlimted, Spotify, all die anderen Dienste, halten für den geneigten Heavy Hörer sowohl mehr Hörspiele als auch mehr Hörbücher bereit, als sie ein Mensch in einem Leben anhören kann.


      Du vergißt, das es durchaus noch Menschen ohne Handyverträge gibt...
      ...und die genannten Gründe sind 1:1 Aussagen aus Interviews, von Hörern, die zum Hörbuch greifen.
      Ds Hörbuch bietet halt längere Versionen von Stoffen, die von Hörspielen in der Regel nicht geboten werden/werden können.
      Audible geht genau daher den Weg lange XXL-Hörspiele zu produzieren, weil sie ebenfalls gemerkt haben, das ein Bedarf an LANGEN Hörvergügen besteht.
      Andererseits würde bei weitem nicht alles in epischer Breite funktionieren. Ich kann mir z. B. nicht vorstellen jede ???-Folge in "voller" Länge als Hörspiel hören zu müssen/wollen. Kürzungen haben manchmal auch Vorteile, je nach Stoff.
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      Detlef schrieb:

      Du vergißt, das es durchaus noch Menschen ohne Handyverträge gibt...

      Verstehe ich nicht so ganz, denn Steaming kann man auch ohne einen Handyvertrag (ich besitze auch keinen) sehr gut nutzen. Einfach Freitags alle Hörspiele und Hörbücher die man hören will über WLAN in die entsprechende App des Streaming Anbieters laden und unterwegs offline genießen. ;)

      hoerspielkassette schrieb:

      Verstehe ich nicht so ganz, denn Steaming kann man auch ohne einen Handyvertrag (ich besitze auch keinen) sehr gut nutzen. Einfach Freitags alle Hörspiele und Hörbücher die man hören will über WLAN in die entsprechende App des Streaming Anbieters laden und unterwegs offline genießen.


      Tja....ertappt...dann halt "Es gibt halt Leute, die noch CDs oder Download bevorzugen" :whistling:
      Die normalen Schmökerer werden auch nicht wissen, das es im Streaming mittlerweile auch Hörbücher gibt.
      Kein einziger Verlag wirbt damit...und wenn, dann ist es mir nicht aufgefallen.

      Die Kernzielgruppe kauft immer noch im Laden oder im Onlineshop und die gucken halt, was sie bekommen.
      Ungekürzte Dan Brown von "Harrison Ford" ;) (Wolfgang Pampel) ist nunmal attraktiver als Offenbarung 23 (um beim ähnlichen Genre zu bleiben).
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      Detlef schrieb:

      Tja....ertappt...dann halt "Es gibt halt Leute, die noch CDs oder Download bevorzugen"

      Betonung auf "noch". Hardware-Sammler wird es immer geben, wobei halt die LP viel cooler ist als die CD.

      Detlef schrieb:

      Die normalen Schmökerer werden auch nicht wissen, das es im Streaming mittlerweile auch Hörbücher gibt.

      Du weiß aber schon, das die Blockbuster Hörbücher alleine bei Spoti ein paar 100.000 Hörer haben. Aber in der Tat sehe ich da schon einen Unterschied zwischen Hörbuch- und Hörspiel-Fans. Für Hörspieler sind die Streamer alternativlos, für Hörbuchfans ist auch ein Audible-Abo eine prima Option. Wobei der Buchmarkt ohnehin auch noch sehr analog ist, das ist insgesamt schwer zu vergleichen.
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität

      Chris schrieb:

      Du weiß aber schon, das die Blockbuster Hörbücher alleine bei Spoti ein paar 100.000 Hörer haben

      ...tja und ich wette, das dem Verlag 100.000 KÄUFER lieber wären. Denn für die 100.000 Hörer gibts ja nicht viel.... :whistling:
      Aber zurück zum Thema: Das Hörbuch wird angenommen, weil es in der Regel länger ist und natürlich weil Hörspiel immer noch diesen blöden Kinderruf hat... TöööörRöööööööööööö
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      Detlef schrieb:

      ...tja und ich wette, das dem Verlag 100.000 KÄUFER lieber wären. Denn für die 100.000 Hörer gibts ja nicht viel.... :whistling:

      Geh, Detlef, diese Argumentation ist doch unter Deinem Niveau. Und noch lieber wäre es dem Verlag, wenn 100.000 Leute einfach so einen Briefumschlag mit 1000 Mark schicken. Und der Filmvertrieb, wenn sich die 10 Millionen, die sich Film xyz im TV angeschaut haben, stattdessen die Blue-Ray für Euro gekauft hätten, ja mei, dann hätte das erst geraschelt in der Portokasse.

      Detlef schrieb:

      und natürlich weil Hörspiel immer noch diesen blöden Kinderruf hat... TöööörRöööööööööööö

      Ich glaube nicht, dass das heute noch irgendeine Rolle spielt, kann es Dir aber auch nicht beweisen.
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität
      Man kann nicht immer alles in Schubladen ablegen und sagen jeder Geisterjäger ist für 14 Jährige siehe Die Meisterin, jede Kinderserie ist für Kinder siehe DODO. Es gibt so viele sehr gute Hörspiele, die unabhängig dem Themen oder dem Genre eine anspruchsvolle Unterhaltung sind. Überhaupt hat auch hier jeder ein anderes Erleben was für ihn erwachsen und was kindisch ist. Und dass ist auch gut so.

      Von daher kann ich mit dieser Frage nur bedingt was anfangen.

      Ich persönlich finde das wir in der Hörspiellandschaft alles haben, also ernste wie heitere Themen, erwachsene wie seichte Themen. Manches ist mehr vertreten, manches weniger, aber für mich passt die Mischung.Die Behauptung, dass die Hörspielthemen mehr 14-Jährige als Erwachsene anspricht, sehe ich nicht. Ganz im Gegenteil, gerade für sehr junge Menschen, Teenager, fehlt es an passenden und modernen Hörspielen, wie es Europa gerade mit “Das verdrehte Leben der Amelie“ macht. Leider. Da hat die Spiele- und Video/Kinobranche deutlich mehr und bessere „Antworten“ als dies die Hörspielbeanche macht.
      Natürlich ist nicht jeder Hörspielfan gleich und natürlich wünscht sich der eine oder andere aus seiner persönlichen Sicht zu Recht mehr erwachsene Inhalte. Aber dies ist aus meiner Sicht eine Minderheit. Die Mehrheit kann sich aus dem aktuellen und vergangenen Portfolio der Hörspielbranche genug erwachsene Themen „ziehen“.
      Ich finde übrigens den Satz „Wenn ich bis 50 nicht erwachsen bin, muss ich auch nicht mehr“ großartig und mir gefällt diese Einstellung. „Erwachsen sein“ bedeutet für mich nicht nur positive Eigenschaften wie anspruchsvoll und verantwortungsvoll zu sein, sondern auch schwerfällig, müde und langweilig zu sein. Ich bewundere Menschen, die sich eine Jugendliche Einstellung bewährt haben. Interessanter Weise sind dies nach meinen Erfahrungen nach Menschen, die auch sehr alt geworden sind.

      Ich höre alles passend nach meiner Stimmung und Laune. Und ich für mich habe Lust auf Abwechslung, mal lustig, mal ernst, mal anspruchsvoll, mal seicht. Dauerhaft seicht oder dauerhaft anspruchsvoll würde ich nicht aushalten und mir den Spaß am Hören verderben. Von daher bin ich wohl mal anspruchsvoller Erwachsener und mal seichtes Kassettenkinder. Aber egal was ich höre, ich begebe mich damit auf eine Reise um mich vom Alltag zu entfernen. Das funktioniert mal so und mal so.
      Aber natürlich wird es Hörer geben, die ausschließlich erwachsene Themen haben wollen. Das ist auch vollkommen in Ordnung. Aber ich finde es auch vollkommen OK, wenn jemand um solche Themen einen Bogen macht und nur heitere, lustige oder seichte Hörspiele hören möchte. Ich verstehe beide Gruppen.
      Ich mache ja fast jeden Blödsinn mit- aber erwachsen werden? Irgendwo hört's auch mal auf. ;)

      Allerdings ist das wirklich immer so ein zweischneidiges Schwert mit dem Thema... :whistling:

      Mich wundert immer wieder, wieviele User hier "Kinderhörspiele" hören und sammeln.
      Das soll jetzt keine Anklage oder Provokation sein, mich wundert das nur wirklich.

      Als in meiner Jugend (bin Baujahr 1971) Reihen wie TKKG, ???, 5 Freunde usw aktuell waren fand ich die schon deutlich zu "kindisch" und vor allem nervig.
      Da ich in den letzten 2 Wochen ein paar Sammlungen gekauft habe, in denen auch ein paar Tapes / CDs der genannten Reihen enthalten waren,
      habe ich denen noch mal eine Chance gegeben- aber bei so viel Schlaubi-Schlumpf-Klugscheisserei kriege ich echt 'ne Allergie.
      Ich persönlich konnte und kann mir sowas nicht geben, aber zum Glück tickt da ja jeder anders.

      Als krasses Gegenbeispiel fällt mir jetzt aber die nur dreiteilige "Science Fiction Documente" Reihe ein.
      Bei der Reihe konnte man sogar was lernen, weil wirklich jede Frage und jedes Phänomen erklärt wurde.
      Allerdings jeweils von einer "erwachsenen" Figur, wenn ich mich recht erinnere.
      Schade dass es da nur drei Folgen gab, war vermutlich für viele zu wenig pure Unterhaltung, und zuviel "Wissensvermittlung". :/
      Die fand ich toll. Wenn ich drüber nachdenke kann ich wohl nur keine oberschlauen Nervkinder haben,
      und genau das sind für mich die weiter oben genannten Beispiele, ^^

      Wobei es wirklich ein "Problem" von Hörspielen generell zu sein scheint, dass diese als "Kinderkram" abgestempelt werden.
      Egal ob nun Bibi Blocksberg, John Sinclair oder Gabriel Burns.
      Hörspiel = Kinderkram. Habe ich mir die letzten Wochen mehrfach angehört, bzw gelesen.

      Mir persönlich gefallen heute noch die gleichen Reihen wie damals- und auch einiges thematisch passende was ich bisher noch nicht kannte.
      Umgekehrt ist es genauso: was mir schon damals nicht gefiel, geht auch heute nicht.
      Dieser Beitrag ist ein Anti-Terror-Anschlag des Asozialen Netzwerks!

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