TKKG (200) - Der große Coup

      TKKG (200) - Der große Coup

      Dieses Jubiläum ist natürlich eine längere Besprechung wert!!!

      Die 200. Folge TKKG. Dafür meinen herzlichsten Glückwunsch, denn da wurde was wirklich außergewöhnliches erreicht und es handelt sich hier um eine Reihe, mit der ich aufgewachsen bin und ohne die ich mir ein Hörspielleben nicht vorstellen könnte, auch wenn es natürlich zahlreichen Folgen gab, die nicht so gut gelungen sind. Ein weiterer Kritikpunkt bleiben wohl auch die Sprecher, denn diese klingen nun einmal zu alt. Gefeiert wird das Jubiläum mit einer Doppel-CD. Ich persönlich finde dies ein wenig enttäuschend, denn unsere Freunde hätten anlässlich dieses Jubiläums ein wenig mehr verdient. Nun gut, es bleibt quasi so bei ner doppelte Portion TKKG. Doch worum geht es in der Jubiläumsfolge?

      Es ist der Tag der 200 Jahresfeier des Internats und auch die Eltern der Schüler sind zu Besuch. Doch die Freude währt nur von kurzer Dauer, denn ein Vermummter hat sich in das Zimmer von Tim und Klößchen geschlichen. Nach einer missglückten Verfolgungsjagd finden die Freunde lediglich einen Abholschein für eine Reinigung. Durch eine Notiz kommen die Freunde einem Treffen auf dem Schrottplatz auf die Spur. Doch es kommt alles anders und plötzlich sind unsere Freunde nur noch zu dritt und Tim wird der Schule verwiesen...

      Insbesondere das Cover weißrichtig zu überzeugen. Dazu ein guter Titel und ein Klappentext, der ordentlich in die anstehenden Geschehnisse einführt. Das es nicht eine einzige Beilage in Form eines schöneren Booklets gibt finde ich ein wenig enttäuschend.

      Das ist schon eine satte Sprecherliste, die wir dargeboten bekommen. Beim ersten Blick erkennt der Freund der Reihe natürlich die Namen sämtlicher Eltern unserer Freunde, was ein ganz großer Pluspunkt ist. Hier bekommen wir Wolfgang Draeger, Renate Pichler, Ingeborg Kallweit, Volker Bogdan, Henry König und Ursula Sieg zu hören. Eine tolle Riege, die wir da zu hören bekommen und die unheimlich klasse Erinnerungen wecken. Leider haben alle eines gemeinsam. Sie klingen einfach zu alt für die Rollen der Eltern der Freunde. Doch da befinden sie sich mit Sascha Draeger, Tobias Diakow, Manou Lubowski und Rhea Harder in guter Gesellschaft, da diese für ihre Rollen ebenfalls zu alt klingen. Doch ich denke persönlich nicht, dass man das ändern möchte. Die Leistungen an sich sind ja auch spitze nur eben unglaubwürdig. Auch die weiteren Rollen sind alle vortrefflich besetzt. Richtig gut gefällt mir hier Till Demtröder in der Rolle des Rudi Kaluschke, der diesen Charakter richtig toll performt. Dazu bekommen wir unter anderen noch Gernot Endemann, Martin May, Michael Lott, Ivo Möller, Claus Wilcke oder Svenja Pages zu hören. Doch auch an sie nun nichtgenannten Akteure geht ein großes Lob. Die Darbietungen sind alle richtig gut – es bleibt das Problem der Glaubwürdigkeit.

      Die Folge an sich hat Licht- und auch Schattenseiten. So gab es in meinem Heimatform ja schon Diskussionen über die 200-Jahr-Feier des Internats. Wenn man nun nicht zu den Leuten gehört, die die Inhalte der zahlreichen Folgen im Kopf haben, wird einem die Ungereimtheit wohl gar nicht auffallen. Doch wenn man sich Folge 39 in das Gedächtnis ruft, so kann man schon ein wenig ins Grübeln kommen, denn dort ist vom 100. Altschülerfest die Rede. Hier kann man natürlich frei interpretieren. Ich möchte zwei Dinge festhalten:

      1. Man hätte besser ein anderes Jubiläum wählen sollen.
      2. Der Fehler, wenn man ihn denn so bezeichnen möchte, macht diese Folge nicht besser oder schlechter, als sie denn schlussendlich ist.
      So bleibt es jedem überlassen, wie er denn damit umgeht.

      Dann wird es erst einmal richtig gut. Es kommen alle Eltern unserer Freunde in der Folge vor – das ist richtig toll, auch wenn diese, wie oben bereits geschrieben, schlicht und ergreifend viel zu alt klingen. Dann folgt eine klasse Verfolgungsjagd im Internat, die noch besser gewesen wäre, wenn Erzähler Wolfgang Kaven nicht andauernd erzählt hätte, da dies dann ein wenig den Fluss aus der spannenden Hetzjagd nimmt. Das Abenteuer nimmt dann seinen Lauf und langsam aber sicher kommen unsere Freunde dann auf eine Spur, die sich dann allerdings als eine Falle entpuppt. Dies ist richtig klasse und insbesondere zum Ende der ersten CD kommt richtig bedrückende Stimmung auf.

      Die zweite CD würde ich dann eher als Fallauflösung bezeichnen und auch diese geht absolut in Ordnung. Ein Highlight ist dann noch das Telefonat von Frau Sauerlich mit der Polizei („Telefonstreich, Telefonstreich“). Die Übergabe des Lösegeldes und die dann noch einmal aufkommende Wendung gefallen mir ebenfalls richtig gut. Am Ende ist dann doch wieder Friede, Freude und Eierkuchen angesagt. Doch auch das gefällt mir.

      Der Bezug zu älteren Geschehnissen bzw. Anlehnungen gefallen mir richtig gut. So gibt es hier eine modifizierte Strickleiter, die ja in der „Normalform“ sehr oft zum Einsatz kam oder es wird noch einmal die „Besenkammer“ thematisiert.

      Der musikalische Rahmen ist recht ordentlich. Ich persönlich hätte mir den Einsatz noch mehr älterer Klänge gewünscht. Aber die Mischung ist ordentlich.

      Insgesamt eine sehr ordentliche Folge der Reihe, die eine Empfehlung erhält. Dann mal auf die nächsten 200 Folgen liebe Freunde.
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