Die Geheimnisse von Gordons Bay [Hörspielserie 2017]

      Das ist erneut eine sehr gelungene Folge, die den Hörer im besten Sinn das Gruseln lehrt. Nach der sehr kurzen zweiten Folge, in der es etwas blutiger zuging, kommt hier nun wieder ein ausgewachsenes Hörspiel, das eher Freunde des subtilen Horrors ansprechen dürfte. Die Handlung ist in Japan angesiedelt, was auch zum Teil durch die Musik unterstrichen wird. Die Geschichte ist dort grundsätzlich auch gut aufgehoben, denn Puppen spielen in der japanischen Kultur wohl eine bedeutendere Rolle als bei uns. Wirklich wichtig ist diese Verortung aber nicht, das Hörspiel würde genauso gut in Deutschland oder dem Rest der Welt funktionieren.

      Es ist eine sehr klassisch gehaltene Gruselgeschichte:
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      Ein junges Paar verbringt eine Urlaubswoche in einem Haus, das ein Geheimnis zu hüten scheint. In dem Haus befindet sich eine Puppe, deren Haare auf unerklärliche Weise zu wachsen scheinen und die schlechte Träume zu verursachen scheint. Oder spielt sich das alles doch nur in den Gedanken der weiblichen Hauptperson ab?

      Neue Aspekte gewinnt diese dritte Folge dem wohlbekannten Thema zwar nicht ab, aber Spannung und Gruselmomente sind gut austariert, die Charakterzeichnung erfolgt über das Verhalten der sympathischen Hauptfiguren und nicht etwa durch umständliche Erläuterungen. Man bangt und leidet mit dem jungen Paar mit. Es tut dem Hörspiel dabei sehr gut, dass die Anzahl der Figuren wie schon in den ersten beiden Folgen überschaubar ist und es diesmal zwei ganz klar gekennzeichnete Hauptpersonen gibt. Das macht es leicht, der Handlung zu folgen, sich mit dem Paar zu identifizieren und in die unheimliche Atmosphäre einzutauchen. Wobei diese in Folge 3 eher durch die Figuren inklusive der Puppe bestimmt wird und weniger durch die Umgebung, in der das Hörspiel spielt. Das stellt einen der Unterschiede zu Folge 1 dar.

      Die Umsetzung ist erneut für ein Fanprojekt allererste Sahne. Die Pausen zwischen den einzelnen Tracks schienen mir wieder minimal zu lang, die Musik wirkte etwas uneinheitlich und weniger atmosphärisch als in der ersten Folge und einer der Sprecher hat mir nicht ganz so gut gefallen. Das ist aber wieder 'Meckern auf hohem Niveau', den sehr guten Gesamteindruck stört keiner dieser Punkte.

      Ich finde es erstaunlich, dass ein Fanprojekt abliefert, was die kommerziellen Verlage kaum noch hinbekommen bzw. nicht wollen: Intelligente Gruselunterhaltung statt blutigem Gemetzel. Ihr stoßt hier in eine Lücke, die von den Labeln einfach kaum gefüllt wird. Ich bin wirklich begeistert.
      Das Leben ist eine wilde Reise! Gefährlich! Unvorhersehbar! Voller Überraschungen - selbst wenn du es damit verbringst, irgendwo auf einem Stuhl an ein und derselben Stelle sitzen zu bleiben. (Walter Moers)
      Wieder einmal vielen Dank für diese ausführliche Rezension! Ich wiederhole mich, aber mit so einem Feedback kann ich arbeiten und Punkte umsetzen. Schade, dass nicht mehr Stimmen laut werden. Aber es ist nunmal ein Fanprojekt und löst selten bei Hörspielfans Begeisterung aus. Ich selbst bin auch großer Fan von ruhigem Grusel und daher freue ich mich, wenn wir als Team dort eine Lücke finden konnten. :)
      Die geringe Resonanz liegt glaube ich nicht daran, dass es ein Fanprojekt ist. Es zerfasert halt immer mehr, weil jeder zu einer anderen Zeit hört und eine riesige Auswahl anderer Produktionen zur Verfügung hat. Und dazu kommt dann auch noch die übliche Sommerflaute.

      Ich würde allerdings auch gerne wissen, wie die Hörspiele auf die anderen User wirken, ob diese ähnlich angetan sind wie ich oder ob es ganz andere Einschätzungen gibt. Sollte mich wundern, wenn da über kurz oder lang nicht noch andere ihre Meinungen schreiben würden.
      Das Leben ist eine wilde Reise! Gefährlich! Unvorhersehbar! Voller Überraschungen - selbst wenn du es damit verbringst, irgendwo auf einem Stuhl an ein und derselben Stelle sitzen zu bleiben. (Walter Moers)
      Hier kommt meine Meinung auf die Schnelle:

      Erfahren habe ich von Gordons Bay über diesen Thread hier.
      Ich fand die drei ersten Folgen ganz passabel. Folge 1 gefiel mir allerdings am besten. Da kam Spannung auf und Grusel.
      Folge 3 war für mich viel zu langatmig, die Atmosphäre war aber ganz nett.

      Die Geschichten an sich sind jetzt keine Superkracher und sehr vorhersehbar, aber ich habe mich trotzdem gut unterhalten gefühlt. :thumbsup:
      Werde auf jeden Fall dranbleiben und freue mich auf die nächste Folge!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Sandi“ ()

      Weil ich es gerade erst gelesen habe und es mir gestern Abend genauso ging, möchte ich das hier

      Stollentroll schrieb:

      Komplett überflüssig war m. E. der 'Was bisher geschah' - Part zu Beginn, in dem die erste Folge noch einmal in Erinnerung gerufen wird. Wozu? Es sind abgeschlossene Geschichten, die nur durch den losen Rahmen 'Gruselgeschichen am Lagerfeuer' verbunden sind. Um sie zu verstehen benötigt man keine Kenntnis der vorherigen Episode. Oder kommt da noch etwas und die Geschichten werden am Ende noch miteinander verknüpft werden? Würde ich jetzt nicht unbedingt vermuten und finde diesen Recap daher eher unsinnig.


      auch nochmal unterstreichen. Das ist mir auch negativ aufgefallen. Aber wie schon Stollentroll schrieb: Das ist Jammern auf hohem Niveau.
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