Die geheimen Fälle. Auf den Spuren von Sherlock Holmes & Co

      Die geheimen Fälle. Auf den Spuren von Sherlock Holmes & Co

      Die geheimen Fälle. Auf den Spuren von Sherlock Holmes & Co (10.03.2017)



      Legendär und unvergessen: Sherlock Holmes
      und sein Kompagnon Dr. Watson sind das beliebteste Ermittlerduo aller
      Zeiten. Daher haben sich zahlreiche Autoren mit der Welt des Sherlock
      Holmes beschäftigt. So auch die Produzenten dieser hochkarätig besetzten
      Hörspiele. Eines enthüllt etwa die faszinierende Biografie des Sherlock
      Holmes, während in einem anderen Arthur Conan Doyle selbst ermittelt
      und versucht, die Tricks seines Freundes, des Entfesselungskünstlers
      Harry Houdini, zu entlarven. Für Sherlock-Holmes-Fans führt an dieser
      Hörspiel-Box kein Weg vorbei.

      Die Box enthält:

      Curt Götz: »Dr. med. Hiob Prätorius«, BR 1977
      Michael Hardwick: »Der Mann, der Sherlock Holmes war«, BR 1963
      Hans Rochelt: »Die Herausforderung«, ORF 1970

      4 CDs | 245 min

      der-audio-verlag.de/hoerbueche…co-div-978-3-7424-0065-9/


      Für weitere Infos zu den einzelnen Hörspielen verweise ich auf die Artikel im Sherlock Holmes Wiki:

      Dr. med. Hiob Prätorius
      Der Mann, der Sherlock Holmes war
      Die Herausforderung

      So schön es auch ist, diese Teile endlich (in vernünftiger Version) zu besitzen, muss ich leider sagen, dass die Zusammenstellung doch etwas einem Sammelsurium gleicht.

      Das absolute Highlight dürfte "Der Mann, der Sherlock Holmes war" sein, welches nichts mit dem gleichnamigen Film zutun hat, sondern eine Dokumentation mit mehreren eingestreuten Spielszenen ist. Besonders hervorzuheben ist hier das Mitwirken von Peter Pasetti als Holmes, wodurch allein diese Box bereits zum Pflichtkauf wird.
      Jedoch frage ich mich, wieso der quasi zweite Teil Sir Arthur Conan Doyle nicht ebenfalls mit enthalten ist.

      "Dr. med. Hiob Prätorius" ist zwar eine nette Geschichte, basierend auf dem gleichnamigen Theaterstück, aber Holmes spielt darin nur eine Nebenrolle. Tatsächlich gibt es sogar einige Bearbeitungen des Stoffes, in der seinen Szenen ganz rausgestrichen sind.
      Außerdem läuft die 77er Version noch gelegentlich im Radio, und man findet sie problemlos im Internet. Wenn schon diese Geschichte, dann wäre mir die Bearbeitung von 53 aus der DDR oder 76 vom ORF lieber gewesen. AAber vielleicht ist das auch einfach nur Jammern auf hohem Niveau.

      "Die Herausforderung" ist das einzige Stück der Box, welches ich bisher noch nicht gehört habe. Wie aus dem Ankündigungstext bereits zu entnehmen kommt Holmes hierin nicht vor, sondern des geht um Conan Doyle und Harry Houdini, welche tatsächlich gut miteiander befreundet waren. Ein interessantes Detail ist, dass Conan Dolye vom selben Sprecher wie sieben Jahre zuvor im BR-Hörspiel gesprochen wird.

      Und vielleicht werden einige meiner Wünsche ja für eine spätere Box erhört. An ausreichend Material mangelt es jedenfalls nicht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Tribble“ ()

      Tribble schrieb:

      Jedoch frage ich mich, wieso der quasi zweite Teil Sir Arthur Conan Doyle nicht ebenfalls mit enthalten ist.
      Da es nichts bringt, nur mich allein zu fragen, hatte ich mich wegen den Punkt mal an DAV direkt gewendet, ob man da eventuell noch was drehen könne.

      Eigentlich hatte ich ja nur wenig Hoffnung, aber heute landete überraschend diese Antwort in meinem Posteingang:
      Wir hatten schon seit einer Weile darüber geplant, eine »Verschollene Fälle«-2-Box zu machen, haben sehr viele Hörspiele recherchiert und bestellt. Durch das großartige »Der Mann, der Sherlock Holmes war«, haben wir angefangen, die Box etwas breiter zu denken, also auch Hörspiele aufzunehmen, die auf der Metaebene spielen. Danke für ihren Hinweis zu dem Hörspiel »Sir Arthur Conan Doyle«, ich hab es nun bestellt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, es auch noch in die Box aufzunehmen, weil es einen guten Bogen schlagen würde, zu »Die Herausforderung«, in dem Doyle und Houdini vorkommen. Es kann also gut sein, dass es noch in der Box enthalten sein wird.
      Zwar noch keine endgültige Zusage, aber Grund zur Hoffnung. Nun heißt es wohl fleißig Daumen drücken.
      Die letzten zwei Monate war es wieder ruhiger um die Box geworden, und ich hatte schon angefangen mir Sorgen zu machen. Doch inzwischen wurde der Beschreibungstext auf der DAV-Homepage aktualisiert (siehe Link im Eingangspost), und tatsächlich um das Hörspiel "Sir Arthur Conan Doyle" ergänzt. Damit liegen nun endlich alle Holmes-Werke mit Peter Pasetti auf CD vor.

      Und da soll nochmal jemand behaupten, Hartnäckigkeit zahle sich nicht aus. Ich nehme es mir jetzt jedenfalls heraus, ein ganz klein wenig happy zu sein. ^.^
      Tobbe hat es ja schon gesagt: Seit gestern ist die Box im Handel. Ich hatte mein Exemplar von DAV bereits vor ein paar Tagen erhalten, und hatte daher bereits ausreichend Zeit mir das Produkt anzuhören.

      Zuerst sollte ich wohl eine Art kleine "Warnung" aussprechen: Diese Box trägt den Zusatz "Sherlock Holmes & Co" nicht zu unrecht. Zwar haben alle Titel einen unverkennbaren Sherlockianischen Bezug (im Gegensatz zu einer gewissen anderen aktuellen Hörspielserie, die diesen Namen ebenfalls trägt), wer aber auf spannende Mörderjagten im viktorianischen London spekuliert, ist hier an der falschen Stellen.

      Jetzt aber bitte nicht gleich in Panik verfallen. Schauen wir uns lieber an, was die Box sonst alles zu bieten hat:

      Der Mann, der Sherlock Holmes war (BR, 1964)

      Von dieser Sendung kursiert bereits seit Jahren ein alter Radiomitschnitt im Netz, der aber ziemlich verrauscht ist. Doch obwohl sich die Tonqualität wirklich hart an der Grenze zum Ertragbaren bewegte, zählte ich es doch zu den wertvollsten Stücken meiner Sammlung.

      Anders als man zunächst vermuten lässt, handelt es sich hierbei um keine Hörspielversion des gleichnamigen deutschen Spielfilm von 1937 mit Heinz Rühmann. Stattdessen ist es eine Art Dokumentations über das Leben und Werken von Sir Arthur Conan Doyle.
      Und damit sind wir auch schon beim größten Knackpunkt dieser Sendung: Es ist nur teilweise ein Hörspiel. Zwar liegt der Anteil der Spielszenen bei gefühlt durchaus 80%, aber bilden sie halt keine in sich geschlossenen Handlung, sondern sind lediglich eine Aneinanderreihung von Einzelszenen die durch einen Erzähler miteinader verbunden sind. Ich persönlich habe kein Problem damit, aber man muss sich halt darauf einlassen.

      Wir erleben die Entstehung von Holmes über einen ersten Entwurf für "Eine Studie in Scharlachrot" über seinen Tod in "Das letzte Problem", seine kurze Rückkehr in "Der Hund der Baskerville" und seine schließlich endgültige Auferstehung in "Das leere Haus". Dabei wechseln sich Szenen, die das Leben von Conan Doyle zeigen, ab mit Ausschnitte aus den entsprechenden Holmes-Geschichten.
      Die zweite Hälfte konzentriert sich dann über Conan Doyle eigene Anstrengungen als Kriminallist. Insbesonders der Fälle von George Edalji und Oscar Slater, die unschuldig verurteilt wurden, und für dessen Rehabilitierungen er sich einsetzte.

      Sherlock Holmes wird in den Szenen von niemand geringerem als Peter Pasetti gespielt, er ihn in den 60ern auch in 19 regulären Hörspiel für den BR verkörperte, welche in der Vergangenheit bereits alle von DAV herausgebracht wurden. Wer nun befürchtet, hier nur eine Art Clipshow zu bekommen sei beruhigt: Alle Szenen wurden neu aufgenommen. Tatsächlich handelt es sich bei den Ausschnitten sogar überwiegend um Geschichten, die vom BR entweder gar nicht, oder erst sehr viel später vertont wurden.
      Leider muss man auf Klaus Behrendt als Dr. Watson verzichten. Jedoch leistet Klaus Schwarzkopf ebenfalls eine hervorragende Arbeit, und da der Watson-Sprecher in späteren Jahren noch häufiger ausgetauscht werden sollte, relativiert sich dieser Punkt im aus heutiger Sicht sowieso wieder.

      Wie alle Holmes-Hörspiele mit Pasetti basiert auch dieses auf einer englischen Vorlage von Michael Hardwick. In diesem Fall auf "The Man Who Was Sherlock Holmes" aus dem Jahr zuvor. Seltsamerweise geht der Mitschnitt, den ich davon finden konnte, nur 27 Minuten, während die deutsche Version satte 84 Minuten läuft (1980 nahm die BBC eine neue Version auf, die aber auch "nur" 40 Minuten beträgt). Vom Informationsgehalt nehmen sich die beiden nicht viel, jedoch ist die englische mehr wie eine Dokumentation aufgebaut, während in der deutschen wesentlich mehr Spielszenen zum Einsatz kommen.

      PS. Einen kleinen WTF-Moment gibt es bei etwa Minute 37: Der Erzähler hat gerade berichtet, wie es zu der Entstehung der Geschichte "Das leere Haus" kam, als das Hörspiel für gute 2 Minuten durch ein Loblied auf Holmes in bester Schlagermanier unterbrochen wird (auch etwas, was in der BBC-Version so definitiv nicht vorkam). Anschließend geht es einfach mit einem Ausschnitt aus der besagten Geschichte weiter, als ob nichts gewesen wäre.
      Die Stelle ist wirklich sehr seltsam. Aber irgendwie trägt es auch zum 60er-Jahre-Charme des Stückes bei, und man muss gestehen dass das Lied durchaus Ohrwurm-Qualität hat.

      Sir Arthur Conan Doyle (BR, 1964)

      Wie aus den vorrangegangenen Posts bereits klar geworden sein dürfte, war mir persönlich ganz besonders an der Veröffentlichung dieses Stücks gelegen. Im Gegensatz zum Vorgänger war es mir bisher nicht vergönnt gewesen, es mal selbst zu hören. Und so war ich sehr gespannt, ob das Ergebnis meinen Erwartungen auch gerecht werden würde.

      Das Stück lief etwa einen Monat nach "Der Mann, der Sherlock Holmes war", und kann im wesentlichen als zweiter Teil angesehen werden. Alles was man über die Machart des ersten Teiles positives und negatives sagen kann, trifft daher auch auf diesen zu.

      Obwohl auch hier Michael Hardwick als Autor angegeben wurde, konnte ich kein englisches Vorbild ausmachen (was nicht bedeutet, dass keines existiert). Inhaltlich konzentriert sich die Sendung auf das Wirken von Conan Doyle außerhalb von Sherlock Holmes. Oder besser gesagt, außerhalb des Sherlock-Holmes-Kanons. Denn, was weniger bekannt ist, hat er außer den offiziellen 4 Romanen und 56 Kurzgeschichten noch einige weitere Texte über den Meisterdetektiv geschrieben. Und so dürfen wir auch hier Pasetti und Schwarzkopf in zwei kurzen Ausschnitten aus zwei von ihm (teilweise zusammen mit William Gillette) geschrieben Theaterstücken hören.

      Wie jedoch bereits ein Blick auf die Besetzungsliste zeigt, ist der Großteil des Hörspiels aber Holmesfrei. Die meisten Namen dort stammen aus seinen vergleichsweise weniger bekannten Werken, wie den Büchern um Professor Challenger (Wissenschaftler und Abenteuer in einigen Science-Fiction-Geschichten), Sir Nigel (englischer Ritter im 14. Jahrhundert) oder Brigadier Gerard (französischer Soldat in den Napoleonischen Kriegen).
      Beachtenswert ist außerdem, dass diese Ausschnitte für die meisten der Geschichten die einzige deutsche Hörspielversion überhaupt darstellt (und das schließt die Holmes-Theaterstücke mit ein).

      Jedoch hat mich die Besetzungslist teilweise trotzdem auf eine falsche Spur gebracht, denn obwohl die meisten der Namen dort aus eben besagten Ausschnitten stammen, nehmen sie im Hörspiel selbst eine eher untergeordnete Rolle ein.

      Der eigentliche Schwerpunkt liegt eigentlich mehr auf seinen Tätigkeiten außerhalb der Schriftstellerei. Und hier hat durchaus mehr vorzuweisen, als man ihm zutrauen würde. Angefangen von seiner Kindheit, über sein Medizinstudium, sein Einsatz als Kriegsreporter und Engagement in der Politik, bis ihn zu seinen Abfall in den Spiritismus werden die wichtigsten Stationen seines Lebens beleuchtet.

      Wie ich eingangs sagte: Wer sich für Conan Doyle nur wegen des Meisterdetektivs interessiert, der ist hier wohl fehl am Platz. Wer aber auch mal einen Blick über den Tellerrand werfen will, der findet hier in unterhaltsamer Form einen Kurzüberblick.

      PS. Gesungen darf übrigens auch wieder werden. Diesmal sogar mehrfach: Zunächst stimmt Conan Doyle ein kleines Freudenlied über die erhaltene Doktorwürde an. Und später wurde in einen Ausschnitt aus "Die weiße Kompanie" noch ein Loblief über den englischen Bogenbau eingebaut.

      Die Herausforderung (ORF, 1970)

      Eigentlich war dies ein Stück, wo ich als letztes mit einer Veröffentlichung gerechnet hätte. Um so gespannter war ich auf das Ergebnis.

      War Holmes im letzten Titel nur eine Randnotiz, kommt er in diesem nun gar nicht vor. Stattdessen handelt diese Geschichte über die Beziehung von Conan Doyle und dem Zauberkünstler Harry Houdini, welche auch im richtigen Leben gut miteinander befreundet waren. In wieweit irgendwelche der im Hörspiel geschilderten Ereignisse jedoch wirklich auf wahren Begebenheit basieren, konnte ich spontan nicht nachprüfen.

      Die Handlung ist es in den 1920ern angesiedelt, als Conan Doyle bereits ein begeisterter Spiritist war. Damit setzt es im Grude genau dort ein, wo das vorherige Stück aufgehört hat. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass Conan Doyle wie bereits 6 Jahre zuvor abermals von Paul Hoffmann gesprochen wird. Als Houdini ist indes Klausjürgen Wussow zu hören.

      Inhaltlich werden im Grunde vier verschiedene Stationen aus ihrer Freundschaft geschildert:

      Der erste Abschnitt beschreibt wie Houdini einen seiner berühmten Entfesselungstricks vorbereitet und aufführt.
      Kurz darauf wird versucht ihn zu Erpressen, und er bittet Conan Doyle um seine Hilfe. An dieser Stelle macht das Hörspiel den Eindruck, sich in eine Kriminalgeschichte mit realen Personen zu entwickeln. Doch wird leider schon nach ein paar Minuten der Täter präsentiert, ohne dass mir wirklich klar wurde wie man darauf gekommen ist oder wo eigentlich sein Motiv liegt.
      Der dritte Teil beschäftigt sich mit der unterschiedlichen Einstellung der beiden Protagonisten zum Spiritismus. Während Conan Doyle in seinen späteren Jahren fest an das Übernatürliche glaubte, war gerade der Zauberkünstler Houdini ein großer Skeptiker, der viel Arbeit in die Entarnung falscher Medien steckte. Ein Umstand, der ihrer Freundschaft einen großen Dämpfer verpasste.
      Der letzte Abschnitt ist an eine Art großes Finale: Der Erpresser von Einst ist zurück, und versucht Houdini erneut zu bedrohen. Doch gerade als es aussieht als hätte er Erfolg springt Conan Doyle für seinen einstigen Freund in die Bresche und gibt ihm moralische Rückenstärkung.

      Und somit tue ich mich etwas schwer, es einzuordnen. Jeder der ersten drei Teilabschnitte hätte ein hervorragendes Hörspiel für allein bilden können. Aber zusammen wollen sie für mich irgendwie kein richtig rundes Ganzes bilden. Das Hörspiel ist nicht schlecht, aber halt leider auch nicht wirklich gut. Schade, denn das Potenzial zu mehr wäre da gewesen.

      PS. Wer gerne Vergleiche zieht: 2012 produzierte der WDR mit "Der Fall Doyle-Houdini" ein Hörspiel mit ähnlicher Grundhandlung, jedoch einem anderen Ansatz. Dieses ist bisher zwar nicht auf CD erhältlich, wird jedoch auf der Homepage des WDR noch immer zum Download angeboten.

      Dr. med. Hiob Prätorius (BR, 1977)

      Auch so ein Stück, wo ich nicht unbedingt mit einer Veröffentlichung gerechnet hatte. Wobei, das ist nicht ganz richtig: Eine Veröffentlichung an sich hielt ich nicht für unwahrscheinlich, denn die Vorlage ist durchaus bekannt. Nur die Art wie sie erfolgte überrascht mich etwas (dazu gleich mehr).

      Das Hörspiel basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Curt Götz aus dem Jahr 1953. Womöglich hat der ein oder andere hier auch die Verfilmung von 1965 mit Heinz Rühmann in der Titelrolle gesehen (womit wir wieder einen schönen Bogen zum Anfang der Rezension geschlagen hätten). Im Gegensatz zum hier vorliegenden Hörspiel fehlten in besagten Film jedoch alle Szenen, in denen Holmes und Watson vorkamen.
      Und falls jetzt jemand verwundert einwerfen möchte "Na, so groß kann ihr Anteil an der Handlung dann ja nicht sein, wenn man ihn so einfach rausschneiden kann", dem kann ich nur sagen: Stimmt auffallend.

      Holmes und Watson tauchen nur ganz zu Anfang und am Ende der Geschichte auf (wobei ihr Anteil durchaus rund 15 der insgesamt ca. 80 Minuten Laufzeit einnimmt) und bilden eine Art Rahmenhandlung für die eigentlichen Ereignisse. Die beiden erhalten Besuch von Shunderson, der ihren Rat sucht und deshalb vom Leben des kürzlich verstorbenen Dr. Prätorius erzählt. Dieser war im Grunde eine Art Patch Adams, der mit viel Humor an seine Arbeit ging und dadurch zwar bei den Patienten sehr beliebt war, bei seinen Kollegen aber eher auf Widerstand stieß.

      Dieses Handlungsmuster ist zunächst eigentlich gar nicht so ungewöhnlich. Auch einig Kanon-Fälle wie "Die fünf Oragenkerne" oder "Der Angestellte des Börsenmarklers" bestehen größtenteils lediglich aus der Schilderung des Klienten. Jedoch gelten diese beiden Geschichten seltsamerweise unter Fans nicht gerade zu den beliebtestens. Vor allem aber enden beide Fälle trotzdem damit, dass Holmes am Ende noch aktiv wird und die Fäden entwirrt.
      Hier jedoch... nichts. Sie reden zwar noch kurz über das gehörte, aber ohne dass sie zu einer Erkenntnis kommen. Es wird noch nicht mal richtig klar, wieso Shunderson die beiden überhaupt aufsuchte (zwar gibt er auf Nachfrage von Watson einen entsprechenden Grund ab, räumt aber kurz danach ein dass dieser gelogen war).

      Das klingt jetzt vielleicht alles so als wäre ich von dem Stück enttäuscht, aber eigentlich ist dies nicht der Fall. Es ist halt alles nur kein Kriminalfall, und versucht auch gar keiner zu sein.

      Und somit haben wir hier wieder ein Teil, was mich etwas ratlos zurücklässt. Für sich allein genommen würde ich es ohne Bedenken sofort weiter empfehlen. Es hat liebenswerte Charaktere, einen guten Humor, und sogar einige unerwartete Wendungen. Auch dass man zu Werbezwecken die Beteiligung von Holmes etwas überbetont hat, erachte ich durchaus noch für legitim.
      Aber ich hätte es nicht unbedingt in eine Box mit anderen Holmes-Hörspielen gepackt. Und gerade in dieser Box, die ihren Fokus eigentlich mehr auf die Person Conan Doyle legt, als auf die Figur des Meisterdetektivs, erscheint diese Geschichte leider etwas wie ein Fremdkörper.

      Hier hätte sich bestimmt passendere Kandidaten finden lassen, wie z.B. das bereits angesprochene "Der Fall Doyle-Houdini", oder auch "Der Detektiv und sein Opfer " (SWF, 1978) oder "Doyles Dilemma" (NDR, 2003). Ob diese auch alle so unterhaltsam gewesen wären ist natürlich eine andere Frage.
      Wie ich in meinem Eingangspost schonmal erwähnte: Vermutlich ist dies schlicht Jammern auf hohem Niveau.

      Fazit

      Tja, was soll ich dazu sagen? Jeder der vier Produktionen ist für das, was sie seien wollen, gut, einige sogar hervorragend. Trotzdem bleibt der Punkt, dass zwei von ihnen eigentlich keine richtigen Hörspiele sind, und mindestens eines das Thema verfehlt hat.

      Mir persönlich hat das Ergenis außerordentlich gefallen, aber ich kann auch jeden Verstehen der es anders sieht. Daher sehe ich mich außerstande, ein vernünftiges Gesamturteil abzugeben und belasse es bei dem Urteil: Geschmacksache
      Vielleicht muss das Kind einfach nur einen Namen bekommen
      Sherlock Holmes und Co
      klingt besser als
      Wir haben vier Hörspiele mal zusammen in eine Box gepresst und jetzzt suchen wir noch nach einem Überbegriff

      Letzlich ist doch nur wichtig, sind die 1-4 Hörspiele ihr Geld wert
      Und das scheint doch letztlich der Fall zu sein

      Also gut gemacht DAV

      Tribble schrieb:

      Tobbe hat es ja schon gesagt: Seit gestern ist die Box im Handel. Ich hatte mein Exemplar von DAV bereits vor ein paar Tagen erhalten, und hatte daher bereits ausreichend Zeit mir das Produkt anzuhören.

      Zuerst sollte ich wohl eine Art kleine "Warnung" aussprechen: Diese Box trägt den Zusatz "Sherlock Holmes & Co" nicht zu unrecht. Zwar haben alle Titel einen unverkennbaren Sherlockianischen Bezug (im Gegensatz zu einer gewissen anderen aktuellen Hörspielserie, die diesen Namen ebenfalls trägt), wer aber auf spannende Mörderjagten im viktorianischen London spekuliert, ist hier an der falschen Stellen.

      Jetzt aber bitte nicht gleich in Panik verfallen. Schauen wir uns lieber an, was die Box sonst alles zu bieten hat:

      Der Mann, der Sherlock Holmes war (BR, 1964)

      Von dieser Sendung kursiert bereits seit Jahren ein alter Radiomitschnitt im Netz, der aber ziemlich verrauscht ist. Doch obwohl sich die Tonqualität wirklich hart an der Grenze zum Ertragbaren bewegte, zählte ich es doch zu den wertvollsten Stücken meiner Sammlung.

      Anders als man zunächst vermuten lässt, handelt es sich hierbei um keine Hörspielversion des gleichnamigen deutschen Spielfilm von 1937 mit Heinz Rühmann. Stattdessen ist es eine Art Dokumentations über das Leben und Werken von Sir Arthur Conan Doyle.
      Und damit sind wir auch schon beim größten Knackpunkt dieser Sendung: Es ist nur teilweise ein Hörspiel. Zwar liegt der Anteil der Spielszenen bei gefühlt durchaus 80%, aber bilden sie halt keine in sich geschlossenen Handlung, sondern sind lediglich eine Aneinanderreihung von Einzelszenen die durch einen Erzähler miteinader verbunden sind. Ich persönlich habe kein Problem damit, aber man muss sich halt darauf einlassen.

      Wir erleben die Entstehung von Holmes über einen ersten Entwurf für "Eine Studie in Scharlachrot" über seinen Tod in "Das letzte Problem", seine kurze Rückkehr in "Der Hund der Baskerville" und seine schließlich endgültige Auferstehung in "Das leere Haus". Dabei wechseln sich Szenen, die das Leben von Conan Doyle zeigen, ab mit Ausschnitte aus den entsprechenden Holmes-Geschichten.
      Die zweite Hälfte konzentriert sich dann über Conan Doyle eigene Anstrengungen als Kriminallist. Insbesonders der Fälle von George Edalji und Oscar Slater, die unschuldig verurteilt wurden, und für dessen Rehabilitierungen er sich einsetzte.

      Sherlock Holmes wird in den Szenen von niemand geringerem als Peter Pasetti gespielt, er ihn in den 60ern auch in 19 regulären Hörspiel für den BR verkörperte, welche in der Vergangenheit bereits alle von DAV herausgebracht wurden. Wer nun befürchtet, hier nur eine Art Clipshow zu bekommen sei beruhigt: Alle Szenen wurden neu aufgenommen. Tatsächlich handelt es sich bei den Ausschnitten sogar überwiegend um Geschichten, die vom BR entweder gar nicht, oder erst sehr viel später vertont wurden.
      Leider muss man auf Klaus Behrendt als Dr. Watson verzichten. Jedoch leistet Klaus Schwarzkopf ebenfalls eine hervorragende Arbeit, und da der Watson-Sprecher in späteren Jahren noch häufiger ausgetauscht werden sollte, relativiert sich dieser Punkt im aus heutiger Sicht sowieso wieder.

      Wie alle Holmes-Hörspiele mit Pasetti basiert auch dieses auf einer englischen Vorlage von Michael Hardwick. In diesem Fall auf "The Man Who Was Sherlock Holmes" aus dem Jahr zuvor. Seltsamerweise geht der Mitschnitt, den ich davon finden konnte, nur 27 Minuten, während die deutsche Version satte 84 Minuten läuft (1980 nahm die BBC eine neue Version auf, die aber auch "nur" 40 Minuten beträgt). Vom Informationsgehalt nehmen sich die beiden nicht viel, jedoch ist die englische mehr wie eine Dokumentation aufgebaut, während in der deutschen wesentlich mehr Spielszenen zum Einsatz kommen.

      PS. Einen kleinen WTF-Moment gibt es bei etwa Minute 37: Der Erzähler hat gerade berichtet, wie es zu der Entstehung der Geschichte "Das leere Haus" kam, als das Hörspiel für gute 2 Minuten durch ein Loblied auf Holmes in bester Schlagermanier unterbrochen wird (auch etwas, was in der BBC-Version so definitiv nicht vorkam). Anschließend geht es einfach mit einem Ausschnitt aus der besagten Geschichte weiter, als ob nichts gewesen wäre.
      Die Stelle ist wirklich sehr seltsam. Aber irgendwie trägt es auch zum 60er-Jahre-Charme des Stückes bei, und man muss gestehen dass das Lied durchaus Ohrwurm-Qualität hat.

      Sir Arthur Conan Doyle (BR, 1964)

      Wie aus den vorrangegangenen Posts bereits klar geworden sein dürfte, war mir persönlich ganz besonders an der Veröffentlichung dieses Stücks gelegen. Im Gegensatz zum Vorgänger war es mir bisher nicht vergönnt gewesen, es mal selbst zu hören. Und so war ich sehr gespannt, ob das Ergebnis meinen Erwartungen auch gerecht werden würde.

      Das Stück lief etwa einen Monat nach "Der Mann, der Sherlock Holmes war", und kann im wesentlichen als zweiter Teil angesehen werden. Alles was man über die Machart des ersten Teiles positives und negatives sagen kann, trifft daher auch auf diesen zu.

      Obwohl auch hier Michael Hardwick als Autor angegeben wurde, konnte ich kein englisches Vorbild ausmachen (was nicht bedeutet, dass keines existiert). Inhaltlich konzentriert sich die Sendung auf das Wirken von Conan Doyle außerhalb von Sherlock Holmes. Oder besser gesagt, außerhalb des Sherlock-Holmes-Kanons. Denn, was weniger bekannt ist, hat er außer den offiziellen 4 Romanen und 56 Kurzgeschichten noch einige weitere Texte über den Meisterdetektiv geschrieben. Und so dürfen wir auch hier Pasetti und Schwarzkopf in zwei kurzen Ausschnitten aus zwei von ihm (teilweise zusammen mit William Gillette) geschrieben Theaterstücken hören.

      Wie jedoch bereits ein Blick auf die Besetzungsliste zeigt, ist der Großteil des Hörspiels aber Holmesfrei. Die meisten Namen dort stammen aus seinen vergleichsweise weniger bekannten Werken, wie den Büchern um Professor Challenger (Wissenschaftler und Abenteuer in einigen Science-Fiction-Geschichten), Sir Nigel (englischer Ritter im 14. Jahrhundert) oder Brigadier Gerard (französischer Soldat in den Napoleonischen Kriegen).
      Beachtenswert ist außerdem, dass diese Ausschnitte für die meisten der Geschichten die einzige deutsche Hörspielversion überhaupt darstellt (und das schließt die Holmes-Theaterstücke mit ein).

      Jedoch hat mich die Besetzungslist teilweise trotzdem auf eine falsche Spur gebracht, denn obwohl die meisten der Namen dort aus eben besagten Ausschnitten stammen, nehmen sie im Hörspiel selbst eine eher untergeordnete Rolle ein.

      Der eigentliche Schwerpunkt liegt eigentlich mehr auf seinen Tätigkeiten außerhalb der Schriftstellerei. Und hier hat durchaus mehr vorzuweisen, als man ihm zutrauen würde. Angefangen von seiner Kindheit, über sein Medizinstudium, sein Einsatz als Kriegsreporter und Engagement in der Politik, bis ihn zu seinen Abfall in den Spiritismus werden die wichtigsten Stationen seines Lebens beleuchtet.

      Wie ich eingangs sagte: Wer sich für Conan Doyle nur wegen des Meisterdetektivs interessiert, der ist hier wohl fehl am Platz. Wer aber auch mal einen Blick über den Tellerrand werfen will, der findet hier in unterhaltsamer Form einen Kurzüberblick.

      PS. Gesungen darf übrigens auch wieder werden. Diesmal sogar mehrfach: Zunächst stimmt Conan Doyle ein kleines Freudenlied über die erhaltene Doktorwürde an. Und später wurde in einen Ausschnitt aus "Die weiße Kompanie" noch ein Loblief über den englischen Bogenbau eingebaut.

      Die Herausforderung (ORF, 1970)

      Eigentlich war dies ein Stück, wo ich als letztes mit einer Veröffentlichung gerechnet hätte. Um so gespannter war ich auf das Ergebnis.

      War Holmes im letzten Titel nur eine Randnotiz, kommt er in diesem nun gar nicht vor. Stattdessen handelt diese Geschichte über die Beziehung von Conan Doyle und dem Zauberkünstler Harry Houdini, welche auch im richtigen Leben gut miteinander befreundet waren. In wieweit irgendwelche der im Hörspiel geschilderten Ereignisse jedoch wirklich auf wahren Begebenheit basieren, konnte ich spontan nicht nachprüfen.

      Die Handlung ist es in den 1920ern angesiedelt, als Conan Doyle bereits ein begeisterter Spiritist war. Damit setzt es im Grude genau dort ein, wo das vorherige Stück aufgehört hat. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass Conan Doyle wie bereits 6 Jahre zuvor abermals von Paul Hoffmann gesprochen wird. Als Houdini ist indes Klausjürgen Wussow zu hören.

      Inhaltlich werden im Grunde vier verschiedene Stationen aus ihrer Freundschaft geschildert:

      Der erste Abschnitt beschreibt wie Houdini einen seiner berühmten Entfesselungstricks vorbereitet und aufführt.
      Kurz darauf wird versucht ihn zu Erpressen, und er bittet Conan Doyle um seine Hilfe. An dieser Stelle macht das Hörspiel den Eindruck, sich in eine Kriminalgeschichte mit realen Personen zu entwickeln. Doch wird leider schon nach ein paar Minuten der Täter präsentiert, ohne dass mir wirklich klar wurde wie man darauf gekommen ist oder wo eigentlich sein Motiv liegt.
      Der dritte Teil beschäftigt sich mit der unterschiedlichen Einstellung der beiden Protagonisten zum Spiritismus. Während Conan Doyle in seinen späteren Jahren fest an das Übernatürliche glaubte, war gerade der Zauberkünstler Houdini ein großer Skeptiker, der viel Arbeit in die Entarnung falscher Medien steckte. Ein Umstand, der ihrer Freundschaft einen großen Dämpfer verpasste.
      Der letzte Abschnitt ist an eine Art großes Finale: Der Erpresser von Einst ist zurück, und versucht Houdini erneut zu bedrohen. Doch gerade als es aussieht als hätte er Erfolg springt Conan Doyle für seinen einstigen Freund in die Bresche und gibt ihm moralische Rückenstärkung.

      Und somit tue ich mich etwas schwer, es einzuordnen. Jeder der ersten drei Teilabschnitte hätte ein hervorragendes Hörspiel für allein bilden können. Aber zusammen wollen sie für mich irgendwie kein richtig rundes Ganzes bilden. Das Hörspiel ist nicht schlecht, aber halt leider auch nicht wirklich gut. Schade, denn das Potenzial zu mehr wäre da gewesen.

      PS. Wer gerne Vergleiche zieht: 2012 produzierte der WDR mit "Der Fall Doyle-Houdini" ein Hörspiel mit ähnlicher Grundhandlung, jedoch einem anderen Ansatz. Dieses ist bisher zwar nicht auf CD erhältlich, wird jedoch auf der Homepage des WDR noch immer zum Download angeboten.

      Dr. med. Hiob Prätorius (BR, 1977)

      Auch so ein Stück, wo ich nicht unbedingt mit einer Veröffentlichung gerechnet hatte. Wobei, das ist nicht ganz richtig: Eine Veröffentlichung an sich hielt ich nicht für unwahrscheinlich, denn die Vorlage ist durchaus bekannt. Nur die Art wie sie erfolgte überrascht mich etwas (dazu gleich mehr).

      Das Hörspiel basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Curt Götz aus dem Jahr 1953. Womöglich hat der ein oder andere hier auch die Verfilmung von 1965 mit Heinz Rühmann in der Titelrolle gesehen (womit wir wieder einen schönen Bogen zum Anfang der Rezension geschlagen hätten). Im Gegensatz zum hier vorliegenden Hörspiel fehlten in besagten Film jedoch alle Szenen, in denen Holmes und Watson vorkamen.
      Und falls jetzt jemand verwundert einwerfen möchte "Na, so groß kann ihr Anteil an der Handlung dann ja nicht sein, wenn man ihn so einfach rausschneiden kann", dem kann ich nur sagen: Stimmt auffallend.

      Holmes und Watson tauchen nur ganz zu Anfang und am Ende der Geschichte auf (wobei ihr Anteil durchaus rund 15 der insgesamt ca. 80 Minuten Laufzeit einnimmt) und bilden eine Art Rahmenhandlung für die eigentlichen Ereignisse. Die beiden erhalten Besuch von Shunderson, der ihren Rat sucht und deshalb vom Leben des kürzlich verstorbenen Dr. Prätorius erzählt. Dieser war im Grunde eine Art Patch Adams, der mit viel Humor an seine Arbeit ging und dadurch zwar bei den Patienten sehr beliebt war, bei seinen Kollegen aber eher auf Widerstand stieß.

      Dieses Handlungsmuster ist zunächst eigentlich gar nicht so ungewöhnlich. Auch einig Kanon-Fälle wie "Die fünf Oragenkerne" oder "Der Angestellte des Börsenmarklers" bestehen größtenteils lediglich aus der Schilderung des Klienten. Jedoch gelten diese beiden Geschichten seltsamerweise unter Fans nicht gerade zu den beliebtestens. Vor allem aber enden beide Fälle trotzdem damit, dass Holmes am Ende noch aktiv wird und die Fäden entwirrt.
      Hier jedoch... nichts. Sie reden zwar noch kurz über das gehörte, aber ohne dass sie zu einer Erkenntnis kommen. Es wird noch nicht mal richtig klar, wieso Shunderson die beiden überhaupt aufsuchte (zwar gibt er auf Nachfrage von Watson einen entsprechenden Grund ab, räumt aber kurz danach ein dass dieser gelogen war).

      Das klingt jetzt vielleicht alles so als wäre ich von dem Stück enttäuscht, aber eigentlich ist dies nicht der Fall. Es ist halt alles nur kein Kriminalfall, und versucht auch gar keiner zu sein.

      Und somit haben wir hier wieder ein Teil, was mich etwas ratlos zurücklässt. Für sich allein genommen würde ich es ohne Bedenken sofort weiter empfehlen. Es hat liebenswerte Charaktere, einen guten Humor, und sogar einige unerwartete Wendungen. Auch dass man zu Werbezwecken die Beteiligung von Holmes etwas überbetont hat, erachte ich durchaus noch für legitim.
      Aber ich hätte es nicht unbedingt in eine Box mit anderen Holmes-Hörspielen gepackt. Und gerade in dieser Box, die ihren Fokus eigentlich mehr auf die Person Conan Doyle legt, als auf die Figur des Meisterdetektivs, erscheint diese Geschichte leider etwas wie ein Fremdkörper.

      Hier hätte sich bestimmt passendere Kandidaten finden lassen, wie z.B. das bereits angesprochene "Der Fall Doyle-Houdini", oder auch "Der Detektiv und sein Opfer " (SWF, 1978) oder "Doyles Dilemma" (NDR, 2003). Ob diese auch alle so unterhaltsam gewesen wären ist natürlich eine andere Frage.
      Wie ich in meinem Eingangspost schonmal erwähnte: Vermutlich ist dies schlicht Jammern auf hohem Niveau.

      Fazit

      Tja, was soll ich dazu sagen? Jeder der vier Produktionen ist für das, was sie seien wollen, gut, einige sogar hervorragend. Trotzdem bleibt der Punkt, dass zwei von ihnen eigentlich keine richtigen Hörspiele sind, und mindestens eines das Thema verfehlt hat.

      Mir persönlich hat das Ergenis außerordentlich gefallen, aber ich kann auch jeden Verstehen der es anders sieht. Daher sehe ich mich außerstande, ein vernünftiges Gesamturteil abzugeben und belasse es bei dem Urteil: Geschmacksache



      Danke für deine ausführliche Meinung @Tribble. Auch als Sherlock Holmes Fan bekommt man hier durch deinen Bericht einen guten Einblick. Ich begrüße trotz der "anderen Art" der Hörspiele die Arbeit des DAV schon seit Jahren. Sie fördern für uns viele Hörspiele, die in den Radioarchiven versunken waren, zu Tage und dann bekommt man halt auch mal solche Werke. Besonders toll fand ich ja die Reaktion des Verlags, auf Fanwünsche die Box zu erweitern.

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