Messerattacke in Aschaffenburg ...

      HP. Göldner schrieb:

      Als nächstes wird dann gleich nach Strafverschärfung gerufen, als ob härtere Strafen irgendwo auf dieser Welt Verbrechen verhindert ...


      Das nicht. Was Taten dieser Art verhindert, ist ein moralischer Impetus schon in der Erziehung, der dem Einzelnen sagt, was "geht" und was nicht. Den konkreten Fall mal außer acht, da ich nicht weiß, worum es dabei ging ... was eigentlich in keiner Kultur der Welt "geht", ist, jemandem ein Messer in den Rücken zu stechen. Warum? Weil das Basisregeln einer fairen kämpferischen Auseinandersetzung widerspricht. Kein Täter sollte für so einen "Sieg" von seinen Kumpels Applaus bekommen, und am Wenigsten von sich selbst. Da liegt also schon mal was schief. Eine Gesellschaft mit klaren Leitlinien vermittelt seinen Bürgern, was sie für akzeptabel hält. Das ist um so wichtiger, wenn unterschiedliche Kulturen zusammen leben wollen oder müssen. Wenn die Gesellschaft es mit dem Täterschutz übertreibt, vermittelt sie die Botschaft, dass sie eigentlich stillschweigend duldet. Und das wird als Schwäche ausgelegt. Deswegen müssen sich die o.g. Möglichkeit der Reue, die dem Täter eröffnet werden soll, und die Interessen des Opfers (das gerne ausgeblendet wird) mit dem Interesse der Gesellschaft an einem friedlichen Zusammenleben in Balance halten. WIE das geht, darüber kann man sich streiten.

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      @HP. Göldner: ich hoffe, das war noch unpolitisch genug. Ich bin jedenfalls entsetzt darüber, wie so etwas möglich sein kann.

      So etwas krankes. Ein weiterer fanatischer, verwirrter Idiot, der das Leben nicht wuerdigt und schaetzt und durch eine verwirrte und verzerrte Weltsicht denkt, dass es seine Mission ist, anderen Schaden und Leid zuzufuegen. Ich hoffe, er kommt fuer SEEEEEHHR lange ins Gefaegnis.

      David - Ich bin froh, dass es eurem Mitarbeiter den Umstaenden ensprechend gut geht. Gute Besserung!
      Eine zweischneidige Geschichte.

      Als Betroffener (so eine Situation kann man sich aber schwer vorstellen, wenn man nicht schon ähnliches erlebt hat) hätte ich zweifellos ein rotes Tuch vor Augen. Da wären mir Argumente und Normen egal. Insoweit verstehe ich hier einige Äußerungen. Als neutraler Beobachter wunder ich mich aber, wie ihr auf eure Tätereinschätzung kommt. Wo habt ihr die Daten her (kranker Idiot, der das Leben nicht schätzt etc., die andere Seite des Spektrums wäre dann wohl "die Erziehung hat versagt"). Ich finde den Ruf nach Strafverschärfung etwas undifferenziert, basierend auf einem Gefühl und sonst nichts.

      Meine Gedanken sind beim Opfer. Das ist ein Trauma fürs Leben, hoffentlich kommt er drüber hinweg.
      Ich plaediere nicht fuer eine Verschaerfung des Rechts. Ich denke, unser Recht ist fuer solche Faelle ausreichend. Ich hoffe nur, dass es auch entsprechend angewandt wird. Beim Strafrecht ist eine Kernfrage, ob Personen nach einer Haftstrafe wieder friedlich in der Gesellschaft leben kann. Ich weiss die Antwort darauf nicht. Manche (vor allem die Verfechter der Todesstrafe) sagen Nein. Sie glauben, es ist etwas boeses in ihnen, und sie werden immer wieder etwas boeses tun. Andere glauben, dass Personen nach einer Haftstrafe wieder ein ganz normales und friedliches Leben fuehren koennen. Die Wahrheit ist wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Ich bin uebrigens ein absoluter Gegner der Todesstrafe auch fuer Mord oder Terrorismus.

      Man weiss ja wohl bisher nicht, was die Beweggruende waren. Aber man kann ja wohl sagen, dass diese Person kein Respekt fuer das Leben anderer hat und einen Drang gespuert hat, diese Person zu verletzen oder vielleicht hat er auch versucht ihn zu toeten und hat ihn gluecklicherweise nur verletzt. Da der Taeter tuerkischstaemmiger Herkunft war klingeln natuerlich schon wieder die Alarmglocken. Man kann und sollte nicht alle Tuerken oder Moslems unter Generalverdacht stellen. Wenn man jedoch die vielen Attentate von radikalen Terroristen im Namen einer anderen Religion beruecksichtigt, dann ist das leider wieder ein moeglicher Grund. Es kann auch sein, dass er die Person kannte und dies ein "normaler" persoenlicher Mordversuch war, der nicht religioes motiviert war. Oder er kannte die Person vorher nicht und es war eine normale Amokattacke nicht im Namen der Religion. Aber es scheint eher wieder ein Einzeltaeter-Trittbrettfahrer zu sein, der durch IS sich berufen fuehlt, Terror im Westen zu verursachen. Wir werden die Ermittlungen abwarten muessen.

      Hier in den USA gibt es die grosse Debatte ueber Rasterfahndung (die ja bei uns in den 70ern/80ern gegen die RAF sehr erfolgreich war). Sie wird hier politisch abgelehnt, da sie als rassistisch gesehen wird. Ich denke jedoch, dass man Rasterfahdung als Instrument der Fahndung benutzten sollte um Terroristen aufzuspueren. Wie man sieht, haben die Terroristen in den USA fast alle ein gleiches oder zumindest aehnliches Rasterschema welches man meiner Meinung nach benutzen sollte. Hier ein sehr guter Artikel von Peter Bergen ueber die Aehnlichkeiten von amerikanischen Terroristen.

      cnn.com/2016/09/19/opinions/ne…g-suspect-typical-bergen/

      Ich bin ein Gegner von emotionalen Verschaerfungen von Gesetzen oder Ueberreaktionen (wie z.B. der Patriot's Act in den USA nach 9/11). Der Patriots Act erinnert sehr an das Ermaechtigungsgesetz, dass in den 30ern erlassen wurde um der Regierung mehr Gewalt und Macht zu geben. Es sollte jedoch mehr Forschung gemacht werden, wie man Verbrechen besser verhindern kann. Z.B. verhindert die amerikanische Waffenlobby schon seit Jahrzenten jegliche Forschung wie man Waffengewalt einschrenken kann. Die wollen halt weiterhin viele Waffen verkaufen.
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