Hörbücher - eine Nische für euch?

      Ich mag auch ungekürze Hörbuchlesungen, da es für mich als Leseersatz fungiert und da möchte ich den kompletten geistigen Erguss des Autors hören. Mit allen Höhen und Tiefen.

      Wolfgang Hohlbeins "Der Widersacher" habe ich bestimmt schon zwanzigmal gehört. Als ich den Vermerk "gekürzte Lesung" entdeckte wurde ich neugierig und habe mir das Buch zugelegt. Da wurde ein kompletter Nebenschauplatz gestrichen, der mal so richtig geil war. Seitdem kaufe ich nur noch ungekürzt oder gar nicht!

      Hörbücher kann ich aber nur beim Autofahren konsumieren, das wäre mir Zuhause zu langweilig.

      Wenn der Sprecher nicht gut ist, kann das Buch noch so interessant sein, da greife ich auf jeden Fall zum Papier (mein eBook verstaubt in irgendeiner Schublade).

      Vor die Wahl gestellt, würde ich mich für ein Hörbuch entscheiden, da Hörspiele niemals eine solche Tiefe erreichen können, wie ein Buch es kann.
      Mit Hörbüchern kann ich persönlich fast gar nichts anfangen und habe erst weniger als 10 Stück gehört, wobei davon die Hälfte noch nicht einmal zu Ende. Als erstes empfinde ich ein Hörbuch viel zu lang, da verliere ich schnell die Lust weiterzuhören oder schweife leider sehr schnell mit meinen Gedanken ab. Mir fehlt einfach diese Geräuschkulisse und die unterschiedlichen Sprechern. Für mich lebt in Hörspiel viel mehr und ich bin einfach ein Fan von kürzeren Laufzeiten.

      Bei mir im Familienkreis sind allerdings mehr Hörbuchfans. Die können mit Hörspielen nichts anfangen, sondern genießen tatsächlich das ein Hörbuch meistens lange Laufzeiten haben und denen ein Hörspiel zu "hektisch" erscheint und das der Hörgenuss schnell vorbei ist.
      Man muss die Menschen nehmen wie sie sind,
      es gibt ja keine anderen. ;)

      daneel schrieb:

      Ich mag auch ungekürze Hörbuchlesungen, da es für mich als Leseersatz fungiert und da möchte ich den kompletten geistigen Erguss des Autors hören. Mit allen Höhen und Tiefen. (...)
      Wenn der Sprecher nicht gut ist, kann das Buch noch so interessant sein, da greife ich auf jeden Fall zum Papier (...)
      Vor die Wahl gestellt, würde ich mich für ein Hörbuch entscheiden, da Hörspiele niemals eine solche Tiefe erreichen können, wie ein Buch es kann.

      Bis auf die Sache mit dem Leseersatz (bei mir ist es eine Ergänzung): Absolute Übereinstimmung! :)

      Nur höre ich lieber im Liegen, mit geschlossenen Augen, und das funktioniert beim Autofahren komischerweise nie... ;)

      T-Rex schrieb:

      Meinst du aber nicht auch, dass es vielleicht ein wenig so sein könnte, dass man auch vermutet, dass der Hörer nicht über 1.000 Minuten mit einem Produkt verbringen möchte?!


      Was die Hörbuchverlage vielleicht vermuten, wie ihre Kunden möglicherweise ticken, weiß ich nicht. Doch natürlich ist es denkbar, dass die Marktforschung ergeben hat, dass die Masse der Käufer Hörbücher mit einer bestimmten Laufzeit besonders schätzt. Da ist es aus Sicht der Verlage natürlich nur konsequent, die Texte so lange zusammenzustreichen, bis sie in vorgelesener Form in ein bestimmtes Laufzeitfenster hineinpassen. Immerhin wollen die Verlage ja, dass ihre Produktionen gekauft werden.

      Ich habe in meinem Bekanntenkreis Leute, die nie einen Roman anfassen, weil ihnen die Lektüre per se zu lange dauert. Manche lesen nur Bücher, wenn sie nicht mehr als 300 Seiten haben. Und wiederum anderen können Bücher gar nicht dick genug sein. Bei Lesungen ist es ähnlich: Manche würden den Vorschlag, sich 400 Minuten lang ein Hörbuch anzuhören, mit dem Hinweis zuweisen, in der gleichen Zeit könnten sie ja 3 Filme gucken. Einige Leute hören sich gekürzte Lesungen an, wobei es sie gar nicht schert, dass die Texte gekürzt wurden. Und einige legen durchaus auf Vollständigkeit wert. Wie in vielen anderen Bereichen, so gibt es auch in Sachen Hörbuch das ganze Spektrum an Kunden.

      T-Rex schrieb:

      Würde man nur die "Kurzversion" kennen, so würde einem gar nicht auffallen, dass etwas fehlt - zumindest ist das meine Meinung.



      Es ist wie @T-Rex schon sagt , man merkt nicht das was fehlt.
      Wenn man das Buch nicht kennt.
      Die Verlage haben es auch nicht verschwiegen.
      Und wo man zugreift ...

      Ich kenne viele Leute die seit 6 bis 8 Jahre keine Bücher mehr gelesen (keine Zeit) haben. ;(
      Um mitreden zu können bei Freunden (Arbeitskollegen) greifen sie zum einfachsten Mittel. :)

      Hier ein schönes Beispiel.
      Was man nicht mehr wahrgenommen hat.
      Da war das Label seinerzeit weit voraus.



      Geschichten aus Gehenna Folge 1 – Wie der Vater …

      Fragen wo man es bekommen oder kaufen kann.
      Bitte an Pandoras Play sie helfen gerne weiter.

      Lola schrieb:

      der andere teil hat das geld nicht und muß deshalb alles billich kaufen. hat mit geiz nix zu tun

      Auch das ist nur zum Teil richtig - da nicht jeder, der aufs Geld achten muss, auch so denkt.
      Wenn man sich nämlich mal anschaut wofür 'man' so 'alles' Geld ausgibt
      oder auf Deutsch : für was fürn Scheiss alles Geld zum Fenster rausgeworfen wird
      - es wird sehr sehr viel unnützes Zeug gekauft, was man nicht braucht/bräuchte ....
      Am Preis wird also gespart, damit man mehr 'Unsinn' kaufen kann. :whistling:


      Zum eigentlichen Thema :
      Hörbücher sind fm sehr uninteressant, es sei denn es handelt sich um Biographien.
      Es gibt natürlich auch Ausnahmen und HBs die mich wirklich begeistern,
      aber das ist sehr selten und es schwingt bei jedem Versuch/Ansatz eins zu hören
      immer der Gedanke der Langeweile bei mir rum .....
      Ich denke es gibt wesentlich mehr HB-Käufer und -hörer als es bei HSP der Fall ist
      und somit dürften die VKZ und der allg. Erfolg im HB-Bereich recht hoch sein.
      HBs haben in der Gesellschaft eben nicht den 'Kinderkram'-Stempel
      und gelten eher als 'erwachsen' und 'seriös' .....
      Was die Laufzeit angeht, so kenne ich vermehrt Leute, die bevorzugt
      die ungekürzten Fassungen kaufen und die gekürzten nur konsumieren,
      wenn es keine Alternative gibt.
      #
      Negan : - What's your Name ?
      Daryl : - Easy Street !
      #
      Wenn Das Die Lösung ist , dann will ich das Problem zurück
      #
      " DU! DU! DU! "

      Pig Hoschi aka Cerebral-Bulimie

      LskH schrieb:

      Lola schrieb:

      der andere teil hat das geld nicht und muß deshalb alles billich kaufen. hat mit geiz nix zu tun

      Auch das ist nur zum Teil richtig - da nicht jeder, der aufs Geld achten muss, auch so denkt.
      Wenn man sich nämlich mal anschaut wofür 'man' so 'alles' Geld ausgibt
      oder auf Deutsch : für was fürn Scheiss alles Geld zum Fenster rausgeworfen wird
      - es wird sehr sehr viel unnützes Zeug gekauft, was man nicht braucht/bräuchte ....
      Am Preis wird also gespart, damit man mehr 'Unsinn' kaufen kann. :whistling:


      .


      schon klar

      Lola schrieb:

      Zitat von T-Rex: „
      Tja, das ist wohl ein Ausfluss unserer Gesellschaft. Geiz ist geil oder "billich" will ich.



      aber nur einen teil, nämlich dem teil, der viel geld hat, der andere teil hat das geld nicht und muß deshalb alles billich kaufen. …


      Immer wieder faszinierend, wie ein bald jahrzehntealter Werbespruch eines Elektrohändlers für bare Münze genommen wird, als würde dieser auf einer soziologisch-psychologischen Analyse basieren.

      Das mit der neuen "Geiz ist geil"-Mentalität ist völliger Quatsch. Was sich durch das Internet geändert hat, das ist die Transparenz der Preisgestaltung. Wenn Du Dir 1985 einen Videorekorder kaufen wolltest, konntest zu den Elektrohändlern im Ort gehen, die Preise haben sich da nicht groß was genommen, man hat halt da gekauft, wo man mit dem Service schon zuvor zufrieden war. Heute hast auf einen Knopfdruck die Übersicht über die Preise von Flensburg bis Garmisch und kannst mit einem weiteren Knopfdruck bestellen. Dass die Leute die Preise vergleichen und nicht für einen Fernseher 500 Euro mehr bei MediaMarkt im Vergleich zu Amazon bezahlen oder umgekehrt, das hat mit Geiz exakt überhaupt nichts zu tun. Geiz wäre es, wenn man seine Familie weiter mit dem gammligen 55cm-Röhrenfernseher zu terrorisieren, weil der ist ja immer noch gut, was soll der 55-Zoller-UltraHD?
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität
      Nun ja, ich werde mit Sicherheit keine soziologisch-psychologische Diskussion führen. Es war auch meinerseits nicht böse gemeint. Tatsache ist allerdings, dass die Masse der Gesellschaft nicht bereit ist, gutes Geld für gute Produkte oder Leistungen zu bezahlen. Das fängt bei den Handwerkern an, geht über die Lebensmittelindustrie (Milchpreise oder Fleischwaren) und erstreckt sich zu Hörspielen. Ich persönlich wäre auch bereit mehr für eine gute Produktion zu bezahlen, wenn die Macher dafür ihre Kosten mehr gedeckt bekommen würden. Die Masse ist es aber nicht. Aber diese Diskussion würde zu weit führen.

      Chris schrieb:

      n hat halt da gekauft, wo man mit dem Service schon zuvor zufrieden war. Heute hast auf einen Knopfdruck die Übersicht über die Preise von Flensburg bis Garmisch und kannst mit einem weiteren Knopfdruck bestellen. Dass die Leute die Preise vergleichen und nicht für einen Fernseher 500 Euro mehr bei MediaMarkt im Vergleich zu Amazon bezahlen oder umgekehrt, das hat mit Geiz exakt überhaupt nichts zu tun. Geiz wäre es, wenn man seine Familie weiter mit dem gammligen 55cm-Röhrenfernseher zu terrorisieren, weil der ist ja immer noch gut, was soll der 55-Zoller-UltraHD?


      das wäre sparen, solange ich die allerneuesten TV Modelle schlichtweg nicht brauche, kann ich auch mein Modell behalten, egal wie alt es ist. Kaufen, erst wenn was kaputt ist, ist auch lange vorbei.
      Ich finde diese Diskussion sehr interessant und freue mich, dass in einem Hörspielforum auch über Hörbücher diskutiert wird.

      Meinung zu Hörbüchern?
      Also ich persönlich bin ehrlich gesagt gar nicht so der starke Hörbuchfan, da ich persönlich lieber Hörspiele höre oder Bücher wirklich lese (bin auch schneller als die Vorleser.. :whistling: ).
      Dennoch gibt es Ausnahmen und gewisse Hörbücher liebe ich einfach! Da ist es bei mir aber so, dass ich entweder nach Sprecher oder nach Inhalt (oder beidem) die Hörbücher aussuche.
      Zu den Sprechern:
      Es gibt einige Sprecher, die ich partout nicht leiden kann und andere, die ich wirklich richtig liebe. Da wird manchmal auch rein nach Sprechern gekauft. Sowieso sind für mich die Sprecher dann auch diejenigen, die besonders beim Hörbuch ausschlaggebend sind, denn manchmal sind diese wirklich schlecht gewählt. Von komischen Aussprachen bis zu älteren Personen, die ein Jugendbuch aus der Ich-Perspektive erzählen.. Es muss einfach passen. Und wichtig ist, dass die Sprecher für mich das Hörbuch lebendig machen, also wie Rufus Beck in Harry Potter Leben in die Figuren einhauchen!
      Zu den Inhalten:
      Wenn ich nach Inhalt gehe, ist es bei mir (und wie ich gelesen habe auch bei einigen anderen hier :D) so, dass ich die Inhalte schon kenne und es unbedingt nochmal als Hörbuch hören will. Also Lieblingsbücher, die ich sehr gerne auch hören möchte. Nur ganz selten höre ich relativ blind (und nicht wegen den Sprechern) ein Hörbuch und bin da dann meistens schnell abgelenkt, gelangweilt oder will es lieber in meinem Tempo lesen.

      Gekürzt vs. ungekürzt?
      Sehr interessante Debatte. In meinem Bekanntenkreis kenne ich NUR Leute, die es lieber ungekürzt hören (und eben mehr Geld investieren), als gekürzt. Habe bislang noch nie jemanden kennen gelernt, der lieber spart und dann die Geschichte nicht voll erleben will. Habe auch einige Hörbücher erst gekürzt gehört und dann zusätzlich beim Erscheinen die ungekürzte Version geholt, da für mich in guten Reihen immer etwas fehlen wird. Leider hat man nicht immer diese Wahl und wirklich viele sind enttäuscht von den ganzen Kürzungen.

      Wer als Sehbehinderter oder gar blinder Zeitgenosse
      sich mit den gerade "modernen" Buch - Vorlesegeräten
      herumärgern muß, weiß --
      Das Medium "Hörbuch" ist unverzichtbar für uns.
      Denn es bietet eines der wenigen Fenster in die
      normale Welt!

      Der "Vorleseonkel" oder auch die "Tante" ist zur Zeit durch nichts zu
      ersetzen.

      Wie es damit dann in der Zukunft aussehen wird, wenn die künstliche
      Intelligenz unser Leben erobert haben wird, weiß wohl nur Balthasar von Weymarn...
      ^^

      ..
      Hörbücher höre ich nicht so gerne, lese lieber selber. Wenn ich eins höre, dann nur ,wenn ich das Buch vorher schon gelesen habe, damit ich länger etwas vom Buch habe und wenn dann nur die ungekürzten, möchte sie dann schon gerne vollständig hören. Mag Hörspiele lieber, da ich es mit verschiedenen Stimmen spannender finde.
      Ich war und bin beruflich sehr viel mit dem Auto unterwegs, deshalb hatte ich angefangen Hörbücher zu hören.
      Hierbei habe ich auch Bücher gehört die ich höchstwahrscheinlich nie gelesen hätte ( Ob nun aus zeitlich oder Themamatischen gründen ).

      Ich wurde hier auch auf Schriftsteller aufmerksam von denen ich wohl nie etwas gelesen hätte.
      Das kam auch weil ich mit der Zeit einige Sprecher den Vorzug gab und nicht unbedingt nach dem Thema der HBs.
      Daher waren und sind HB sehr wichtig für mich, natürlich wenn möglich ungekürzt.

      Seit einiger Zeit höre ich auch Hsp . Durch die vielen Sprechern und Geräusche aber weniger im Auto .
      Kommt immer auf die Machart an . Seit dem bin ich hier im Forum und auch Hörspiel Fan geworden. :D
      „Es gibt, wie bereits festgestellt wurde, zwei Typen von Menschen auf der Welt. Da sind jene, die - wenn man ihnen ein exakt halbvolles Glas reicht - sagen: 'Dieses Glas ist halbvoll.' Und dann gibt es jene, die sagen: 'Dieses Glas ist halb leer.' Die Welt gehört jedoch jenen, die das Glas anschauen können und sagen: 'Was ist mit diesem Glas los? Entschuldigen Sie? Entschuldigen Sie? Da soll mein Glas sein? Mein Glas war voll! Und es war größer!'" (Terry Pratchett)
      Grundsätzlich höre ich auch gerne Lesungen und nicht nur Hörspiele. Insbesondere bei Autofahrten ist es, wie @Rincewind ja schon geschrieben hat, meist leichter, einer Lesung statt einem Hörspiel zuzuhören. Eigentlich bevorzuge ich eher ungekürzte statt gekürzte Lesungen und bin auch gerne bereit, etwas mehr für eine vollständige Version zu bezahlen.

      Was mich aber zunehmend stört ist die teils irre Preisdifferenz zwischen gekürzter und ungekürzter Lesung. Z. B. wollte ich gerade eben das Hörbuch 'The Wife Between Us' kaufen, das es sowohl in gekürzter als auch ungkürzter Fassung gibt. Dabei hat die gekürzte Fassung eine Laufzeit von 12h54m, die ungekürzte läuft 14h09m.

      Die Preise betragen 9,95€ für die gekürzte und 24,95 für die ungekürzte Fassung.

      Man soll also im Vergleich zur gekürzten Version circa 250% des Preises für knapp 10% mehr Laufzeit zahlen. Ist jetzt nur ein Beispiel von vielen. Es hat mich letztlich so geärgert, dass ich keine der beiden Fassungen gekauft habe. Das hat im Übrigen nichts mit Geiz zu tun, sondern es war einfach eine Schmerzgrenze überschritten. Ich habe die ungekürzte Version jetzt auf meinen audible-Merkzettel gesetzt, aber der quillt eh' schon über.
      Das Leben ist eine wilde Reise! Gefährlich! Unvorhersehbar! Voller Überraschungen - selbst wenn du es damit verbringst, irgendwo auf einem Stuhl an ein und derselben Stelle sitzen zu bleiben. (Walter Moers)
    Hier geht's zum HÖRSPIEL-PLAYER ...