Bei Gruselhörspielen wirklich Gruseln oder einfach nur eine Blutorgie?

      Bei Gruselhörspielen wirklich Gruseln oder einfach nur eine Blutorgie?

      Einfache Frage. Wollt ihr euch bei Gruselhörspielen wirklich "gruseln" oder reicht es euch wenn einfach eine Blutorgie abgeliefert wird?
      Grusel empfindet sicherlich jeder anders, was braucht es das es euch Gruselt?

      Ich selber finde Hexengeschichten, Poltergeister und Séancen oft Gruslig.
      Langeweile ist der Zeitvertreib der Dummen. (Erhard Blanck)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Tobbe_“ ()

      In dem Moment, ab dem ich festgestellt habe, dass ich mich gruseln will, wenn ich ein Gruselhörspiel höre, hat sich meine Auswahl RADIKAL verkleinert. Es gibt nur ganz wenige Hörspiele, die das schaffen, eben weil es mir weder um das akustische Gegenstück zu Jumpscares geht noch um die Blutwurstkloppereien von Dämonenkiller vs. Monster der Woche, das meinetwegen "Großer Alter", "Agassmea" oder "Asmodi" heißen darf.

      Gruseln hat gerade viel mit Stille, Abwarten und Spannung zu tun. Würde es nicht am Schluss so storymäßig schwächeln, würde ich "Das Lufer Haus" als ein rundum positives Beispiel für gelungene Gruselatmosphäre loben. Mehr davon wäre schön.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
      Mit Blutorgien und Zerfleische kann man mich jagen, da das kein Grusel ist.

      Grusel ist für mich sowas wie Hitchcocks DIE VÖGEL: Die Viecher sind da, attackieren Menschen, doch keiner weiß warum und weshalb. Und es wird auch nicht aufgelöst. Man soll sich selbst einen Reim darauf machen.
      Auch finde ich die beklemmende Atmosphäre bei H G.Francis` WELTRAUM-MONSTER nachwievor gruselig. Auch weil man nicht weiß, ob das Monster was man da über Lautsprecher hört nun vernichtet ist oder nicht?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „audioroman.de“ ()

      Die handelsüblichen kommerziellen Gruselhörspiele sind von Nackenhärchen im 90-Grad-Winkel-leider sehr weit weg.

      Marc Freunds Erlösung fand ich da eine erfrischende Ausnahme.

      Ansonsten, wer subtilen Grusel sucht, der sollte sich an "Zwei schwarze Männer graben ein Haus für dich" wagen. Aber nicht mir die Schuld geben, wenn man dann nicht mehr schlafen kann :D
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität

      Fader schrieb:

      Gruseln hat gerade viel mit Stille, Abwarten und Spannung zu tun.


      Das ist sehr gut auf den Punkt gebracht, das macht es für mich auch aus. Einfach, in dem Fall das Hörspiel hören, aber nicht wissen was als nächstes kommt oder worauf das ganze am Ende hinausläuft.

      Wenn dass das ist wo sich die Leute gruseln, warum gibt es dann diese klassischen "Wir bauen mal möglichst viele und laute Schockeffekte ein" Hörspiele so zahlreich? Wenn das Rezept für eine gute Gruselserie so einfach ist, warum macht es keiner? Lieber beim Altbewährten bleiben?

      Off-Topic: Ich empfinde den Film "The Others" auch Jahre nach dem ersten sehen immer noch als Gruselig, klar ist dieser Aha Effekt schon lange nicht mehr gegeben. Aber wie Fader schrieb, es ist diese leise, kalte Gruselstimmung.
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      Fader schrieb:

      Gruseln hat gerade viel mit Stille, Abwarten und Spannung zu tun

      Zu viel viel kann auch - zumindest bei mir - eher abturnend sein.
      Also zu viel Nichts, Abwarten .... wirkt ja dann eher langweilig wie Kaugummi gezogen.
      Da muss man das richtige Maß treffen ....
      - machbar ist es, warum es so wenig Anwendung findet, weißen wohl die wenigsten ....




      Hier gibt's ja mehrere Threads über die Definitionen und individuellen Empfindungen
      was Grusel, Horror, etc. ist ....
      Was für mich aber nicht dazu gehört, ist reines Gemetzel.

      Ob ich das beibehalten werde, weiß ich nicht, aber folgende (subjektive) Definition habe ich mir erdacht :
      Der Oberbegriff ist HORROR = Starren, Erschauern, Schrecken, Grausen
      Horror unterteilt sich bei mir dann in 2 Bereiche : GRUSEL + Splater/Slasher
      GRUSEL =
      a) Angst/... , Ungreifbares Gefühl/Gefahr , unheimliche Atmo
      b) Angst/... , Greifbare Gefahr , unheimliche Atmo
      Spalter/Slasher =
      nun, das muss man nicht näher erläutern :D
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      Pig Hoschi aka Cerebral-Bulimie
      Schön, aber warum sind dann so viele Gruselserien so wenig gruselig? Und stattdessen splatterig oder actionorientiert? Die Macher würden auf jeden Fall argumentieren, dass das so ist, weil sie es genau so wollen -- und andere würden hinzufügen, dass das so ist, weil es das Publikum so will.

      Also woran liegt's?
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
      Ich glaube, auf diese konkrete Frage, gibt es keine (plausible) Antwort ... :D

      Eben weil es jeder anders definiert und für jeden eine andere Bedeutung hat.
      Und Trash und Spalter haben eben ein große Fanbase.

      Habe kürzlich erst eine Doku über Trashfilme gesehen und wie groß da die Fangemeinde ist,
      genau solche Filme liebt wie nix anderes - und das schon seit Jahrzehnten, wo Fans genauso eine
      "billige Oberscheiße" sehen wollen und nicht genug davon kriegen ....
      und so wurde aus versehentlichen schlechten Filmen, eine gezielte/spezielle und sehr erfolgreiche Branche.
      Man siehe zB die alten Godzillas und die Frage warum es nicht nur Sharknado II, sondern allen ernstes auch noch Teil III
      gibt, ist mir nun auch beantwortet worden - ich hab mich nacht Teil 1 schon gefragt wieso man mit Teil 2 kommt
      und vlt. gibt es sogar noch einen 4. oder 5. Teil .... :D

      Und so oder so ähnlich wird es auch bei Romanen und HSP sein.
      Schlimm wird es dann - wie oben schon angesprochen -
      wenn dann mal jemand an "richtigem" Grusel arbeitet, wird es dann leider
      - nun, sagen wir "schläfrig" oder man schafft es eine Zeitlang, rutscht dann aber in alter Muster ab ...

      Warum das alles so ist ?
      Nun, das wäre ein Fall für Offenbarung 23 .... :D


      Edit:
      ich glaube aber auch, das Wort Grusel hat einfach im Laufe der Zeit
      eine Wandlung mitgemacht - wie so viel Wörter
      ursprüngliche Bedeutungen werden durch neue ersetzt.
      Hier steht Grusel halt für Horror aller Art und es wird nicht mehr differenziert
      - der allg. Einfachhalt halber .....


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      Pig Hoschi aka Cerebral-Bulimie
      Wirklichen Grusel bekommen die wenigsten hin. Für mich aktuell eigentlich nur Marc Gruppe mit der großartigen Gruselkabinett Reihe und das auch nicht immer.

      Gute gibt es ein paar, schlechte oder nicht so mein Geschmack treffende ebenfalls.

      Wir machen mit DreamLand einen Querschnitt, so daß hoffentlich für jeden was dabei ist.
      Substilen Grusel hatten wir mit "Haus der bösen Träume" zum Beispiel auch bereits.

      Ich denke aber auch Grusel ist wie Komödie eine sehr unterschiedlich Warnehmungssache.
      Da den Geschmack aller zu treffen ist recht schwer.

      Für mich ein gutes Beispiel "Öffne nicht die Tür" es gibt Hörer die finden es klasse, ich kenne aber auch einige, mich eingeschlossen, die das Hörspiel durch und durch nur langweilig finden.

      Grusel wird seit ca. denn 70er Jahren anders eingeordnet, aber man sollte auch Grusel mit Horror nicht verwechseln, auch wenn die Grenzen oft nur schwer einzuschätzen sind.
      www.TS-Dreamland.de
      facebook.com/pages/DREAMLAND-H…e/121926814490719?fref=ts

      Hörspiele back to the roots
      Tony Ballard - Dreamland Grusel - Der Trotzkopf - Andi Meisfeld u. a..

      Fader schrieb:

      chön, aber warum sind dann so viele Gruselserien so wenig gruselig? Und stattdessen splatterig oder actionorientiert? Die Macher würden auf jeden Fall argumentieren, dass das so ist, weil sie es genau so wollen -- und andere würden hinzufügen, dass das so ist, weil es das Publikum so will.

      Also woran liegt's?


      Na, das ist doch reichlich naheliegend. Splatteraction können viele schreiben, das geht ja auch nach dem Baukastenprinzip, Da ballern die Spezialisten 300 Geschichte im Jahr raus :)

      Wenn Du bei einer Gruselgeschichte einen Gruseleffekt haben willst, dann musst Dir schon was Neues einfallen lassen.
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität
      Wenn man z.B. die H.G. Francis Gruselserie als ungruselig empfindet, so muss man sich mit der Serie auseinander setzen, für welches Höralter diese gemacht ist? Und da reden wir sogar für "junge Erwachsene". Vielleicht sogar noch als Kinder zu bezeichnen.

      Für das Erwachsenen-Hörspiel braucht man neue Ideen, was Grusel und Schauer im Hörer wecken kann.
      Als Beispiel mal für eine wirklich gruselige Stimmung führe ich mal die "Experiment Stille" Folge von Gabriel Burns ins Feld. Die ist über weitere Strecken schon sehr beklemmend weil man sie weiss was als nächstest passiert.
      Langeweile ist der Zeitvertreib der Dummen. (Erhard Blanck)

      Fader schrieb:

      Schön, aber warum sind dann so viele Gruselserien so wenig gruselig? Und stattdessen splatterig oder actionorientiert? Die Macher würden auf jeden Fall argumentieren, dass das so ist, weil sie es genau so wollen -- und andere würden hinzufügen, dass das so ist, weil es das Publikum so will.

      Also woran liegt's?


      Vielleicht, weil die Art Grusel, die du meinst (und die auch ich mir viel öfter wünschen würde) im Medium Hörspiel nur sehr schwer zu erzeugen ist. Es gibt viele, wirklich gruselige Filme, die aber eben von ihren Bildern in Verbindung mit geschickt eingesetztem Ton leben. Ich denke da z.B. an die Filme von John Carpenter, die er in den 70er Jahren gemacht hat (bevor er mit "The Thing" leider ins Splattergenre abdriftete).
      Im Hörspiel klappt das leider nur sehr selten.
      Das Gruselkabinett wurde schon genannt. Ja, einige Folgen dieser Reihe sind diesbzgl. wirklich gelungen (z.B. Das verfluchte Haus), aber in der Mehrheit sind sie (für meinen Geschmack) ebenfalls nicht gruselig genug.
      Das Lufer-Haus würde ich auch dazu zählen.
      Aber viel mehr fällt mir wirklich nicht ein.
      Das Medium HÖRSPIEL schränkt natürlich vieles ein, was im FILM besser inszenierbar ist.

      Jetzt das große ABER: Das Medium HÖRSPIEL bietet andere Möglichkeiten, Grusel zu erzeugen. Da kann man z.B. mit einer Geschichte arbeiten, die speziell Hörspiel- und nicht Film-tauglich ist, da kann man mit Geräuschen arbeiten, da kann man mit einem anderen Timing arbeiten, da kann man mit anderen Sprechern arbeiten, da kann man die Kompetenz und das Spiel der Schauspieler nutzen, da kann man den Fokus auf die Musik richten welche im Film sich grundsätzlich unterwerfen muss, uvm.

      Viele Gruselhörspiele sind deswegen ungruselig, da deren Vorlagen von Medien stammen, bei denen der Grusel besser aufgehoben ist. Ein Heftroman ist deswegen gruseliger, da er in kleinsten Details die Szenen schriftlich beschreibt. Diese Details werden und müssen für die Hörspielbearbeitung oftmals umgeändert werden, oder können womöglich mangels Spielzeit, Dramaturgie und Kosten nicht im selben Detail umgesetzt werden.
      Ein Film ist deswegen gruseliger, da das Drehbuch und die Inszenierung genau auf dieses Medium und die Sehgewohnheiten des Publikums geschrieben und gemacht ist.

      Ich erkenne das auch bei meinem persönlichen Empfinden: Gruselhörspiele deren Dialogbuch extra für das Hörspiel geschrieben wurden, empfinde ich gruseliger als Hörspiele, deren Vorlage eine andere war wie z.B. Buch, Heftroman, Film, oder Computer-/Brettspiel.

      Oder mal weg vom Grusel nur als Beispiel, da viele die Serie kennen: MASTERS OF THE UNIVERSE von EUROPA wäre unter Garantie nicht so spannend inszeniert gewesen, hätte man auf irgendwelche Comic- oder Buchvorlagen gegriffen. Weil H.G. Francis eigene Geschichten entwickelte, in denen so manche Fähigkeiten der Figuren erfunden sind und man freie Hand hatte, wer nun den besten Skeletor sprechen kann, entstand so eine wunderbare Genremix-Serie.
      Hätte jetzt MATTEL gesagt "nee, nee, Peter Pasetti wird nicht genommen", oder man hätte sich an die Fähigkeiten der Charaktere zwingend halten müssen, oder die Musik aus dem Kinofilm nehmen müssen, oder sich an eine spezielle Laufzeit binden müssen was wiederum Schnitte erfordern würde, wäre die Serie nur halb so interessant und nach ein paar Folgen tot gewesen.

      Der Beitrag zielt zwar an der eigentlichen Frage vorbei, aber ich wollte nur noch mehr Senf zum Thema schreiben.

      audioroman.de schrieb:

      Das Medium HÖRSPIEL schränkt natürlich vieles ein, was im FILM besser inszenierbar ist. Jetzt das große ABER: Das Medium HÖRSPIEL bietet andere Möglichkeiten, Grusel zu erzeugen. Da kann man z.B. mit einer Geschichte arbeiten, die speziell Hörspiel- und nicht Film-tauglich ist, da kann man mit Geräuschen arbeiten, da kann man mit einem anderen Timing arbeiten, da kann man mit anderen Sprechern arbeiten, da kann man die Kompetenz und das Spiel der Schauspieler nutzen, da kann man den Fokus auf die Musik richten welche im Film sich grundsätzlich unterwerfen muss, uvm.

      Klar könnte man das in der Theorie. Aber trotzdem passiert es in der Realität fast nie. Und warum? Weil es eben doch sehr schwierig zu sein scheint und man daher ein echtes Talent dafür haben muss, das scheinbar nur wenige haben.

      audioroman.de schrieb:

      Viele Gruselhörspiele sind deswegen ungruselig, da deren Vorlagen von Medien stammen, bei denen der Grusel besser aufgehoben ist.
      Das würde ich nicht pauschal sagen. Es gibt zahlreiche Fälle, in denen die Hörspiel-Adaption einer gruseligen Buchvorlage ebenfalls sehr gruselig gelungen ist. Eben z.B. in ein paar Gruselkabinett-Folgen.

      audioroman.de schrieb:

      Ein Heftroman ist deswegen gruseliger, da er in kleinsten Details die Szenen schriftlich beschreibt.

      Also wirklich. Das ist allerdings ein Beispiel, bei dem es mir die Schuhe auszieht. Heftromane sind niemals gruselig in dem Sinne wie ich Grusel verstehe, sondern das ist schnell runtergeschriebener Schund mit Mindest- und Höchstwortanzahlvorgabe.
      Lies King (vor allem seine Bücher aus den 70ern), lies Poe, lies andere klassische Gruselautoren, und du wirst hoffentlich nie mehr ein Groschenheft anfassen.

      audioroman.de schrieb:

      Gruselhörspiele deren Dialogbuch extra für das Hörspiel geschrieben wurden, empfinde ich gruseliger als Hörspiele, deren Vorlage eine andere war wie z.B. Buch, Heftroman, Film, oder Computer-/Brettspiel.

      Auch das kann ich nicht pauschal unterschreiben. Zumal ja auch "Original"-Hörspiele oft von einer anderen Vorlage insperiert sind. Außerdem gab und gibt es ja auch aus diesem Bereich jede Menge Müll. Andererseits auch Perlen wie eben z.B. das Lufer-Haus.
      Ich nähere mich Gruselhörspielen nicht mit der Erwartungshaltung, dass es mich gruselt. Warum auch? Ich verliebe mich schließlich auch nicht bei Liebesfilmen, möchte beim Anschauen einer Tragödie keine Schicksalsschläge erleiden oder während eines Krimis Opfer eines Verbrechens werden. Daher ist für mich „Grusel“ lediglich eine Genrebezeichnung, vergleichbar mit Science-Fiction, Krimi oder Fantasy. Ein Begriff also, der mir hinsichtlich des Plots und möglicher Storyelemente (z.B. Dämonen, Spukhäuser, Geisterjäger etc.) eine eine gewisse Orientierung gibt. Mehr aber auch nicht. Ist ein Gruselhörspiel kurzweilig, weil seine Geschichte Tempo und einige Wendungen hat, und sind das Setting sowie die Charaktere reizvoll gestaltet, besitzt die Produktion damit einen Unterhaltungswert, der mir ausreicht. Gruselt es mich dann auch noch tatsächlich, ist das der Zuckerguss obendrauf. Doch den setze ich einfach nicht voraus. Dafür habe ich im Laufe der Jahre einfach zu viel gesehen, gelesen und gehört; dafür bin ich mir der Genre-Routinen, mit denen gearbeitet wird, einfach zu bewusst.

      Es muss mich bei einem Gruselhörspiel also nicht gruseln, damit es mir gefällt. Aber es muss mich gut unterhalten haben, damit ich eine positive Meinung von ihm habe. Und das kann ein solches Hörspiel auch mit einer ordentlichen Schlachtplatte erreichen, wenn sie akustisch vernünftig umgesetzt wurde. Also kein Möchtegern-Splatter, sondern die richtig grobe Körnung. Für viele mag so etwas nicht mehr unter „Grusel“ fallen, doch ich sehe das entspannt, weil ich ohnehin kein Freund zementierter Kategorien bin.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „SciFi Watchman“ ()

      Sehr schwieriges aber auch sehr interessantes Thema. Ich denke, dass es hier darauf ankommt, was jeder für eine Erwartungshaltung an die entsprechende Thematik hat.
      Mir lief damals bei Ivar Leon Mengers "Der Prinzessin" ein eiskalter Schauer über den Rücken. Aber ist dies ein Gruselhörspiel oder eher ein Psychothriller?!

      Ich möchte einfach eine gewisse Angst verspüren.

      Beim Gespenster-Krimi nutzt man ja noch den Slogan "Zur Spannung noch die Gänsehaut". Hier erzeugt man, zumindest meiner Ansicht nach, eine Erwartung, die ich an Grusel stelle.

      Ansonsten hab ich aber eher den Eindruck, dass man überall den Stempel Gruselhörspiel draufsetzt.
      Wie schon geschrieben, ein Thema, dass jeder wahrscheinlich anders sieht. Früher als Kind habe ich mich fast eingeschissen, wenn die drei Fragezeichen durchs Gespensterschloß gekraucht sind und dem orgelspielenden Phantom begegnet sind. Gruseliger ging´s kaum. Ein solcher Effekt läßt sich heute freilich (leider!) nicht mehr erzielen, das ist unwiederbringlich vorbei, was ich sehr bedauerlich finde.
      Gruselige Hörspiele und atmospährische Schauergeschichten empfinde ich trotzdem nach wie vor als überaus angenehm und im Idealfall erzeugen sie einen Hauch dessen, was mich in meiner Kindheit so herrlich hat erschaudern lassen.
      Die Sinclair-Reihe von TSB ist dabei ein schönes Beispiel. Die besten Folgen haben eine wundervoll-unheimliche Atmosphäre, die die Lübbe-Remakes leider vermissen lassen. Nicht nur aufgrund dieses Beispiels bin ich der Ansicht, dass technischer Aufwand und Perfektion einem Gruseleffekt eher im Wege stehen. In der Schlichtheit liegt der Zauber. Tatsächlich finde ich viele Sachen von damals immernoch gruselig, aber es gibt auch Beispiele neueren Datums: Maritims "Verschollen im Spukhaus" oder auch "Das Haus des Richters" (ebenfalls die Maritim-Fassung) finde ich in dieser Hinsicht wirklich gelungen. Und natürlich einige Folgen aus dem Gruselkabinett: "Stimme in der Nacht" war ja geradezu haarsträubend (im positiven Sinne)!

      H. Hatch schrieb:

      Heftromane sind niemals gruselig in dem Sinne wie ich Grusel verstehe, sondern das ist schnell runtergeschriebener Schund mit Mindest- und Höchstwortanzahlvorgabe.
      Lies King (vor allem seine Bücher aus den 70ern), lies Poe, lies andere klassische Gruselautoren, und du wirst hoffentlich nie mehr ein Groschenheft anfassen.


      Sehe ich anders. Heftromane sind eine unterhaltsame Sache und manche sind selbstverständlich auch gruselig ^^ ! Ja, Poe und King habe ich auch gelesen. Das ist große Literatur, gar keine Frage. Aber Larry Brent ist und bleibt eine Romanreihe zum Niederknien! Ich liebe ja auch Paul-Naschy-Filme, aber wenn die Zeit gekommen ist, und mir danach ist, dann darf´s auch gerne mal Ingmar Bergman sein. :)

      Angus Gunn schrieb:


      H. Hatch schrieb:

      Heftromane sind niemals gruselig in dem Sinne wie ich Grusel verstehe, sondern das ist schnell runtergeschriebener Schund mit Mindest- und Höchstwortanzahlvorgabe.


      Sehe ich anders. Heftromane sind eine unterhaltsame Sache und manche sind selbstverständlich auch gruselig ^^ !


      Wenn das "selbstverständlich" wäre, müsste ich mich ja wohl auch schon mal bei einem Groschenheft gegruselt haben. Aber ich kann verbindlich sagen, dass das noch nie der Fall war. Wie gesagt - bei den Umständen (und den Restriktionen), unter denen Heftromane entstehen, ist es unmöglich, dass dabei Literatur herauskommt, die sich mit Poe oder King vergleichen ließe.

      Und wahrscheinlich bin ich auch nicht so leicht zu "gruseln" wie einige andere hier. :D

      Wie T-Rex oben schon schrieb: Ich möchte Angst verspüren. Und das schafft irgendwie kaum noch ein Hörspiel. Tja, die seeligen Zeiten der "DDF im Gespensterschloss" oder des "tödlichen Werwolfs" sind leider vorbei.
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