HOLY KLASSIKER (eine Hörspielserie von HOLYSOFT) ...

      Wesley schrieb:

      Münchhausen: Diese Folge fand ich auch wieder gut. Eine Sammlung vieler kleiner Episoden, die alle zu unterhalten wissen. Als jungen Münchhausen hätte ich allerdings einen jüngeren Sprecher besser gefunden wenn man schon die Rolle altersmäßig aufteilt. Wolfgang Bahro und Klaus-Dieter Klebsch sind ja altersmäßig nicht soooo weit auseinander.
      Sonst eine kurzweilige Geschichte, die mir persönlich besser als "Alice" gefallen hat.


      Münchhausen hat mir auch gut gefallen. Als Kind habe ich die Vorlage mehrfach sehr gern gelesen, weil mich die Lügengeschichten faszinierten. Beim Hören des Hörspiels fiel mir auf, dass mich die eigentlichen Geschichten überhaupt nicht packen können. Dafür ist mir das ganze zu abstrus. Warum ich das Hörspiel trotzdem mag? Die Rahmenhandlung am Gericht und auch der regelmäßig einstreute z.T. anachronistische Humor lockern es auf und lassen das Hörspiel frisch und modern wirken. Das muss man natürlich mögen, Puristen würden sich darüber ärgern. Als Empfehlung: Es gab 2012 an Weihnachten einen ARD-Zweiteiler "Baron Münchhausen" mit Jan Josef Liefers. (Wird Richtung Weihnachten sicher wiederholt.) Auch hier hat man eine frische, gut gemachte und spannende Rahmenhandlung um die Lügenepisoden herumgestrickt.

      Alice im Wunderland habe ich bisher nur einmal gehört, ich fand es ein bisschen langatmig, aber um Näheres zu schreiben, müsste ich es nochmal hören. (Kurz vorher hatte ich die Titania-Version gehört, die mit viel Humor arbeitet und mir deutlich besser gefiel.)

      In eine ähnliche Richtung wie Münchhausen ging auch Max und Moritz. Ebenfalls eines meiner Lieblingsbücher in der Kindheit, sodass ich gut beurteilen konnte (ohne mitzulesen), was dazugedichtet, bzw. geändert wurde. Ich hatte im Vorfeld nicht gedacht, dass ein Hörspiel zu Max und Moritz funktionieren würde, aber es geht sehr gut. Und die neu bzw. umgedichteten Verse von Marco Göllner fügen sich quasi nahtlos ein. (Sie sind m. E. sogar besser als die Original-Verse von Wilhelm Busch, die z. T. doch ein bisschen haken.) Die Änderungen in der Story (besonders am Ende) polarisieren sicherlich, ich konnte mich damit allerdings gut anfreunden. Mir zeigte das, wie sehr das Buch inzwischen gealtert ist. Vieles entspricht überhaupt nicht mehr dem Zeitgeist. Das war mir vorher (bzw. als Kind) nie so aufgefallen. (Übrigens bin ich, auch wenn das in diesem Beitrag so klingen mag, normalerweise nicht der Freund übertriebener Modernisierungen...)
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