Warum mögt Ihr Hörspiele?

      Warum mögt Ihr Hörspiele?

      Hallo zusammen,

      ich habe mal wieder eine sehr offene Frage: Warum mögt Ihr Hörspiele?

      Welche Hintergründe gibt es? Weshalb hört Ihr Hörspiele? Was fasziniert Euch daran? Gab es eine Art Einstieg in die Welt der Hörspiele? In einigen Posts liest man, dass man sich seit Jahren der Stille wieder dem Hörspiel zugewendet hat. Was spricht für das Hörspiel als solches? Was reizt Dich am Hören? Weshalb überhaupt ein Hörspiel und nicht ein Buch oder ein Film? (Wobei - das muss kein Ausschluss sein, ich mag schließlich auch Bücher und Filme). Was für eine Geschichte steckt bei Euch hinter der Sache? Warum magst Du Hörspiele? Hier geht es jetzt nicht darum welches Hörspiel bzw. Hörspiele Du ganz besonders gut findest, sondern eher um den Grund, warum Du das Hören von Hörspielen magst. Es gibt ja noch andere Dinge die man gerne hört, z.B. Musik, Hörbücher oder die Leviten (Naja, okay - die Leviten vielleicht weniger gerne :D )....

      Ich bin schon gespannt auf Eure Antworten. :)
      http://timeshift.blackdays.de - TimeShift kostenloses Hörspiel - jetzt neu online, Folge 7 "Doomsday Blues Inc." * TS 7.1 TechDemo *
      Weil sie als Potenzial in sich tragen, die eigene Vorstellungskraft anzuregen (keine Bilder) und gleichzeitig über die Schauspieler individuelle Performance dieser Vorstellungskraft hinzuzufügen.

      --> eigene Kunstform quasi zwischen Film und Buch.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

      Telliminator schrieb:

      Warum magst Du Hörspiele? Hier geht es jetzt nicht darum welches Hörspiel bzw. Hörspiele Du ganz besonders gut findest, sondern eher um den Grund, warum Du das Hören von Hörspielen magst.

      Ich mag Hörspiele, weil sie - neben Hörbüchern - die einzigen "erzählenden" Unterhaltungsmedien sind, bei denen ich die Augen zumachen kann und trotzdem die komplette Geschichte mitbekomme. Meine Augen wissen das inzwischen öfters zu schätzen...
      Einen Vorteil gegenüber den Hörbüchern sehe ich größtenteils darin, dass man bei Hörspielen üblicherweise schneller zum Ende kommt (wobei das durchaus auch mal ein Nachteil sein kann, je nach Geschichte und Sprechern). Was sie nebenbei auch für den mobilen Einsatz attraktiver macht.

      Ziemlich profane Gründe, muss ich zugeben...

      Fader schrieb:

      Weil sie als Potenzial in sich tragen, die eigene Vorstellungskraft anzuregen (keine Bilder) und gleichzeitig über die Schauspieler individuelle Performance dieser Vorstellungskraft hinzuzufügen.


      Ich wollte eigentlich keine neue Definition für ein Hörspiel, sondern eher wissen warum Du Hörspiele magst. Weil es eine Kunstform ist, welche die Vorstellungskraft anregt, finde ich zu pauschal und hat wenig mit persönlichem empfinden oder Geschmack zu tun, warum Du gerade Hörspiele magst. Zu sagen dass Bilder oder Skulpturen besondere Kunstformen sind, sagt jetzt doch wenig darüber aus, ob ich Bilder oder Skulpturen mag und auch nicht warum. Wenn ich aber sage, dass sie mich inspirieren auch Bilder zu malen oder Skulpturen zu kneten, mich auf eigene neue Ideen bringen, wie die Verschmelzung von Skulptur und Bild - also eine Art Relief zu basteln oder sage es bereitet mir Freude mit Material Ton, Fingerfarben etc. zu hantieren. Mir fehlt in Deiner Erklärung noch so ein bisschen mehr das Persönliche. Was regt Dich da genau an, wenn in Deinem Kopf bei Hörspielen keine Bilder des Erzählten entstehen? Hörspiele werden schließlich doch auch Kopfkino genannt. Deine Erklärung klingt mir daher ziemlich steril oder "wikipediamäßig". Es erklärt das Hörspiel als solches, aber weniger das Warum Du es magst. Vielleicht magst Du es ein wenig weiter Ausführen, wie Hörspiele für Dich die Vorstellungskraft anregen, vor allem wenn es für Dich keine Bilder sind. (Finde ich übrigens sehr spannend dieser Aspekt, keine Bildvorstellung bei einem Hörspiel zu haben).
      http://timeshift.blackdays.de - TimeShift kostenloses Hörspiel - jetzt neu online, Folge 7 "Doomsday Blues Inc." * TS 7.1 TechDemo *
      Was mir gut an Hörspielen gefällt ist, dass ich die Bilder dazu selbst entwickeln kann. Die Figuren sehen so aus, wie ich mir das vorstelle, es gibt keine grottigen Effekte oder veralteten Klamotten, die mich aus der Story herausreisen können.
      Arguing that you don’t care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don’t care about free speech because you have nothing to say.

      Telliminator schrieb:

      Vielleicht magst Du es ein wenig weiter Ausführen, wie Hörspiele für Dich die Vorstellungskraft anregen, vor allem wenn es für Dich keine Bilder sind. (Finde ich übrigens sehr spannend dieser Aspekt, keine Bildvorstellung bei einem Hörspiel zu haben).

      Bist du dir sicher, dass @Fader das aussagen wollte? Ich verstehe seinen Beitrag eher so, dass Hörspiele die Vorstellungskraft anregen, weil sie keine Bilder beinhalten/vorgeben.

      Schallfilm schrieb:

      Bist du dir sicher, dass @Fader das aussagen wollte? Ich verstehe seinen Beitrag eher so, dass Hörspiele die Vorstellungskraft anregen, weil sie keine Bilder beinhalten/vorgeben.


      Hm, könnte man auch so verstehen, wie Du das schreibst. Das müsste dann @Fader uns sagen, daher hab ich um eine Erläuterung bzw. weitergehende Ausführung gebeten. Aber auch das wäre für mich noch nicht ganz so persönlich. Denn in vielen Hörspielen werden umfangreiche Beschreibungen geliefert, die schon irgendwie ein Bild ergeben sollen. Sicherlich macht da jeder aber in seiner Vorstellung seine eigene Malerei, so wie @kamica es beschreibt.
      http://timeshift.blackdays.de - TimeShift kostenloses Hörspiel - jetzt neu online, Folge 7 "Doomsday Blues Inc." * TS 7.1 TechDemo *
      Meine Guete, das sind ja Hundert Fragen .... Hier sind die Resultate der Jury aus Texas ;) :

      Welche Hintergründe gibt es? - Die Frage verstehe ich nicht.
      Weshalb hört Ihr Hörspiele? - Es macht Spass. Und es ist eine Moeglichkeit, eine Geschichte, die ansonsten einige Tage dauern wuerde zu lesen, innerhalb von 1-2 Stunden zu lernen. Als Kind habe ich so Die Schatzinsel, Robinsoe Crusoe, und viele andere Klassiker der Literatur kennengelernt bevor ich die Buecher gelesen habe. Oder auch Wallander. Die habe ich nie gelesen, aber ich kenne alle Geschichten (die als Hoerspiel herauskamen).
      Was fasziniert Euch daran? - Hoerspiele sind fuer mich seit der Kindheit faszinierend, da sie mich fuer eine gewisse Zeit in eine andere Welt entfuehren. Aehnlich wie ein Buch oder Film. Hoerspiele haben jedoch fuer mich den besonderen Reiz, dass man nicht alles vorgekaut bekommt (also man sieht die Welt nicht, sondern man kann sich das alles selber vorstellen, aehnlich wie ein Buch). Jedoch ist ein Hoerspiel meist einfacher zu verdauen als ein Buch.
      Gab es eine Art Einstieg in die Welt der Hörspiele? - Ich denke viele fangen mit den ??? oder Kinderhoerspiele an. So war das bei mir in den 80ern.
      In einigen Posts liest man, dass man sich seit Jahren der Stille wieder dem Hörspiel zugewendet hat. Was spricht für das Hörspiel als solches?
      Was reizt Dich am Hören? - Das habe ich schon mit den anderen Fragen beantwortet.
      Weshalb überhaupt ein Hörspiel und nicht ein Buch oder ein Film? (Wobei - das muss kein Ausschluss sein, ich mag schließlich auch Bücher und Filme). - Hoerspiele kann man auch bei anderen Aktivitaeten geniessen. Ich habe nicht viel Zeit und hoere Hoerspiele unheimlich gerne beim Buegeln, kochen, Waesche zusammenlegen, oder auch beim Baden oder autofahren. Oder auch beim Sonnenbaden. Der Reiz des Hoerspiels ist nicht nur dass man sich selber alles bildich vorstellen kann, sondern auch dass ein Hoerspiel leicht und an vielen Orten zu hoeren sind. Manche Hoerspiele sind so anspruchsvoll, dass man beim hoeren nichts anderes machen kann, aber die meisten Hoerspiele kann ich super nebenbei hoeren.
      Was für eine Geschichte steckt bei Euch hinter der Sache? - Ich verstehe die Frage nicht.
      Warum magst Du Hörspiele? Hier geht es jetzt nicht darum welches Hörspiel bzw. Hörspiele Du ganz besonders gut findest, sondern eher um den Grund, warum Du das Hören von Hörspielen magst. Es gibt ja noch andere Dinge die man gerne hört, z.B. Musik, Hörbücher oder die Leviten (Naja, okay - die Leviten vielleicht weniger gerne ).... - Das ist eigentlich dieselbe Frage wie schon oben gefragt warum Hoerspiel und nicht ein Film oder Buch. Ich lese Buecher, ich schaue Filme und ich hoere Hoerspiele. Alle haben ihre besonderen Reize.

      Fader schrieb:

      Weil sie als Potenzial in sich tragen, die eigene Vorstellungskraft anzuregen (keine Bilder) und gleichzeitig über die Schauspieler individuelle Performance dieser Vorstellungskraft hinzuzufügen.

      --> eigene Kunstform quasi zwischen Film und Buch.


      Das sehe ich genauso, es ist schön sich die Kulisse und die Protagonisten beim hören ihrer Abenteuer vorzustellen.

      kamica schrieb:

      Die Figuren sehen so aus, wie ich mir das vorstelle, es gibt keine grottigen Effekte oder veralteten Klamotten, die mich aus der Story herausreisen können.

      :thumbsup:

      Telliminator schrieb:

      Schallfilm schrieb:
      Bist du dir sicher, dass @Fader das aussagen wollte? Ich verstehe seinen Beitrag eher so, dass Hörspiele die Vorstellungskraft anregen, weil sie keine Bilder beinhalten/vorgeben...


      Das denke ich auch, dass er das so meint. :)
      Wie sicher viele bin ich durch meine Eltern zu Hörspielen gekommen. In den 80ern hatte man ja nicht so viel Auswahl wie die Kids heute, um sich zu beschäftigen. ^^ Ich würde aber auch nicht tauschen wollen.

      In meiner Jugend (etwa ab 14 Jahren) habe ich auch eine Pause beim Hörspielhören eingelegt und bin mit Anfang 20 aber wieder zu den Hörspielen zurück gekehrt. Erst die drei Fragezeichen und dann habe ich entdeckt, dass es auch was für Erwachsene gibt. Und das "Hörspielfieber" war ausgebrochen.

      Als Kind habe ich Hörspiele geliebt, habe sie bei jeder Situation gehört. Dies konnte man wunderbar nebenbei beim Spielen, bei Hausaufgaben, bei Autofahrten und natürlich auch zum Einschlafen. Das letzte hat mir während meiner Hörspielpause irgendwie gefehlt. Seit Jahren kann ich ohne ein Hörspiel nicht einschlafen. Am liebsten höre ich hierbei Kinderhörspiele, die ich schon aus meiner Kindheit kenne. Dabei kann ich wunderbar den täglichen Stress oder auch negative Gedanken verbannen und in die Traumwelt eintauchen. Quasi wieder Kind sein.

      Vorlieben kann man immer schlecht erklären, warum ich mir lieber ein Hörspiel anhöre, anstatt ein Buch zu lesen oder einen Film zu schauen. Ich mache alles, aber jeweils nach Lust und Laune. Und meistens spricht einfach für das Hörspiel, dass man es nebenbei beim Autofahren, Putzen, Abwaschen oder Bügeln hören kann, um sich von langweiligen Tätigkeiten abzulenken.

      Und warum ich lieber Hörspiele als Hörbücher mag? Ich finde es interessanter, unterschiedliche Sprecher in ihren Rollen zu hören als einen einzigen Vorleser. Ich kann mir dann die Handlung besser bildlich vorstellen. Hier macht es auch richtig Spaß, sich das Aussehen der Protagonisten und die Umgebung im Kopf selbst auszumalen. Nicht wie im Film, wo man alles fertig dargestellt bekommt.

      So Telliminator, noch Fragen? :)
      ___________________________________________________________________________________________________

      Justus: "Was waren das für Vögel?"
      Bob: "Och, das habe ich sie nicht gefragt - aufgeführt haben sie sich wie Adler!"
      Morton: "Das waren Sittiche, wenn mir diese Bemerkung erlaubt ist."

      aus: Die drei ??? - Das Gespensterschloss

      Fader schrieb:

      Weil sie als Potenzial in sich tragen, die eigene Vorstellungskraft anzuregen (keine Bilder) und gleichzeitig über die Schauspieler individuelle Performance dieser Vorstellungskraft hinzuzufügen.

      Die Argumentation kann ich zwar nachvollziehen, für mich persönlich sind das aber keine Vorteile. Wenn ich ein Medium für Kinder suchen würde, wäre ein Hörspiel sicher ganz vorn mit dabei, aber für mich selbst zählt das nicht. Meine Vorstellungskraft braucht eigentlich keine zusätzlichen Anregungen, die habe ich in den letzten 50 Jahren ausreichend trainiert, um sie gelegentlich sogar lästig zu finden. Eher ärgere ich mich beim Hören über die manchmal größeren inhaltlichen Lücken, die ich selber stopfen "muss"... vermutlich die Faulheit des Alters. ;)

      Außerdem schätze ich die vielen kleinen Nebengeschichten sehr, die man in Hörspielen normalerweise nicht findet und die man sich beim Hören auch nicht selbst ausdenken kann. (Darum bevorzuge ich Hörspiele, zu denen es kein Buch gibt - die hinterlassen nicht das nagende Gefühl, dass man mir die Hälfte der Geschichte vorenthalten hat.)

      Die individuelle Performance der Schauspieler kann eine Story tatsächlich noch ein Stück aufwerten, nur steht und fällt dieser Effekt leider mit den jeweiligen Sprechern (und der Regie). Und die Stimmen sind beim Hören ja immer in meinem Kopf präsent, auch wenn es nicht "passt".
      Beim Buch kann ich Beschreibungen von Personen einfach (mehr oder weniger absichtlich) wieder vergessen und durch meine eigenen Vorstellungen ersetzen, wenn mir mein Bild besser gefällt - eine störende Stimme oder eine mir falsch erscheinende Interpretation lässt sich nicht so einfach ausblenden. Darum sind für mich die Stimmen zwar ein Grund, warum ich ganz bestimmte Hörspiele sehr gern höre, aber als einen allgemeinen Pluspunkt für das Medium an sich betrachte ich sie nicht. Ohne die Sprecher geht es halt nicht...

      S.R.-Fan schrieb:

      Seit Jahren kann ich ohne ein Hörspiel nicht einschlafen. Am liebsten höre ich hierbei Kinderhörspiele, die ich schon aus meiner Kindheit kenne. Dabei kann ich wunderbar den täglichen Stress oder auch negative Gedanken verbannen und in die Traumwelt eintauchen.

      Den Effekt, dass einen ein Hörspiel (oder Hörbuch) davon abhalten kann, sich in einschlafbehindernden Grübeleien zu verlieren, habe ich inzwischen auch entdeckt. Das mit den Hörspiel-Kindheitserinnerungen klappt bei mir natürlich nicht, aber den beruhigenden Effekt erreiche ich auch mit anderen Geschichten, die ich schon oft genug gelesen/gehört habe. (Bei mir also eher Hörbücher.)
      .

      beli schrieb:

      Zitat von Fader: „Weil sie als Potenzial in sich tragen, die eigene Vorstellungskraft anzuregen (keine Bilder) und gleichzeitig über die Schauspieler individuelle Performance dieser Vorstellungskraft hinzuzufügen.“
      Die Argumentation kann ich zwar nachvollziehen, für mich persönlich sind das aber keine Vorteile. Wenn ich ein Medium für Kinder suchen würde, wäre ein Hörspiel sicher ganz vorn mit dabei, aber für mich selbst zählt das nicht. Meine Vorstellungskraft braucht eigentlich keine zusätzlichen Anregungen, die habe ich in den letzten 50 Jahren ausreichend trainiert, um sie gelegentlich sogar lästig zu finden. Eher ärgere ich mich beim Hören über die manchmal größeren inhaltlichen Lücken, die ich selber stopfen "muss"... vermutlich die Faulheit des Alters.

      Am BUCH schätze ich, dass es durch die Worte meinem Gehirn vollständig überlassen bleibt, was und wie viel ich höre und wahrnehme von den Schilderungen im Buch. An manchen Tagen sprudelt meine Einbildungskraft, an anderen ist sie matt, und beim Buchlesen kann ich sowohl die Menge der zu verarbeitenden Infos filtern/auswählen als auch das Tempo selbst bestimmen.

      Beim FILM kann ich das alles nicht. Die höhere Durchzeichnung der Welt bezahle ich als Konsument mit dem Ausgeliefertsein an Inhalte und Tempo der Filmemacher.

      Beim HÖRSPIEL ist es eben "dazwischen". Und damit das Modell funktioniert, sollte die Produktion vielschichtig genug sein, um zu stimulieren, aber nicht zuviel vorgeben, damit ich mich nicht bevormundet fühle. Oft kann ich das an Stil und Häufigkeit des Einsatzes eines Erzählers (so vorhanden) ganz gut festmachen.

      beli schrieb:

      Darum bevorzuge ich Hörspiele, zu denen es kein Buch gibt - die hinterlassen nicht das nagende Gefühl, dass man mir die Hälfte der Geschichte vorenthalten hat.)

      Je nachdem: wenn das Hörspiel genug Eigenes mitbringt in seiner Interpretation, fehlt mir nichts. Eben solange man nicht das Gefühl haben muss, einer unbeholfenen Buchumsetzung zu lauschen, sondern einer KUNSTFORM, die Stärken hat und ausspielt, die Buch, Theater und Film nicht haben.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
      Zum Hörspiel kam ich während meiner Studentenzeit Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre über das Programm des Hessischen Rundfunks. Eine wesentliche Rolle spielte zudem, dass ich damals eine blinde Freundin hatte, die sehr gerne ins Kino ging und für die ich dann den 'Erzähler' geben musste / durfte. Ich glaube, dass ich daduch mehr über das Geschichtenerzählen allgemein und Erzählperspektiven im Besonderen gelernt habe also vorher in dreizehn Jahren Deutschuntericht. Zum kommerziellen Hörspiel kam ich dann erst einige Jahre später, auch hier über den Umweg des Radio-Hörspiels: Die Veröffentlichungen von 'Der Herr der Ringe', 'Der Name der Rose' und 'Commissario Brunetti' auf Tonträgern im Buchhandel machten mir erst bewusst, dass es Hörspiele für Erwachsene zu kaufen gibt. So viel zum Hintergrund.

      Die Frage, warum ich Hörspiele mag, hätte ich vor ein paar Jahren unter anderem noch damit beantwortet, dass es hier möglich ist, jede denkbare Welt zu erschaffen und lebendig werden zu lassen, was im Film oft nicht geht. Siehe zum Beispiel 'Der Herr der Ringe': Die Bücher galten als unverfilmbar. Neben dem Zeichentrick-Film war also das Hörspiel die einzig mögliche Form, die Geschichte zu erteilen. Das hat sich natürlich grundlegend geändert, mit den heutigen technischen Möglichkeiten ist es nicht nur als Film umseztbar, man könnte es sogar als TV-Serie adaptieren, ohne dass es die Budgets sprengen würde. (Wer es nicht glaubt sollte mal in 'The Shanarra Chronicles' reinschauen, das ist tricktechnisch der Hammer und kann neben den meisten Kinoproduktionen bestehen).

      Warum also trotzdem noch Hörspiele? Für mich liegt der Reiz ebenfalls darin, dass die eigene Fantasie angeregt wird und man die Bilder selbst imaginieren kann: Das kann durchaus eindrücklicher Sinn als eine filmische Umsetzung. Da stimme ich also mit einigen der vorherigen Beiträge überein.

      Darüber hinaus aber ist es aber gerade die Beschränkung, die für mich den Reiz der Hörspiele ausmacht: Es wird exakt ein Sinn angesprochen, nämlich das Hören. Das hat für mich in einer Umgebung, die ich zunehmend als laut und nervtötend (im Wortsinne) erlebe etwas ungemein Entspannendes, manchmal schon Meditatives. Es ist vermutlich kein Zufall, dass ich neben Hörspielen auch Lesungen mag oder auch sehr gerne Comics lese. Stets geht es um die Reduzierung auf einen Sinn, sei es nun Hören oder Sehen. Natürlich nichts gegen Filme oder TV-Serien, ganz im Gegenteil. Aber die Frage, warum ich Hörspiele mag, beantworte ich dennoch im Wesentlichen damit, dass ich sie eben anders konsumieren kann und muss.
      Das Leben ist eine wilde Reise! Gefährlich! Unvorhersehbar! Voller Überraschungen - selbst wenn du es damit verbringst, irgendwo auf einem Stuhl an ein und derselben Stelle sitzen zu bleiben. (Walter Moers)

      Man hat die Hände frei und ist doch angeregt.

      Was ich an Hörspielen mag, ist, dass man zwar die Hände frei hat, aber nicht von Musik berieselt wird. Sei es bei der Autofahrt oder anderem. Das heißt man kann sich mit etwas geistig beschäftigen, ohne örtlich gebunden zu sein. Das finde ich super. Dadurch dass man "nur" hört, ist man auch nicht von Reizen überflutet, wie das häufig bei Filmen der Fall ist. So kann man über das gehörte auch Nachdenken, anstatt sich von Szene zu Szene hangeln zu müssen. :)
    Hier geht's zum HÖRSPIEL-PLAYER ...