Hörspielfilm - Blockbuster für die Ohren (eine Hörspielserie von Sven Morscheck)

      GANZ NEUER VERLAG! Wir finden ihn und das Hörspiel KOHLTOUR DER REITENDEN LEICHEN spitze und sindgespannt was ihr nach der Veröffentlichung am 08.01.2016und nach eurer KOHLTOUR dazu sagt!"

      Posted by Mittwoch, 9. Dezember 2015


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      Ich war auf dieses Hörspiel sehr gespannt, da der Titel doch leicht trashig wirkt und ich daher nicht sicher war, was ich hier bekommen werde.

      Den ersten Teil des Hörspiels habe ich mich ordentlich unterhalten gefühlt. Eine Gruppe junger Menschen unterwegs in der Wildnis kennt man ja als Ausgangslage, sowohl für Hörspiele als auch Filme zu Genüge. Aber generell mag ich das trotzdem. Die Charaktere werden einem nach und nach etwas näher begracht und bekommen so einen kleinen Background. Ich muss aber sagen, dass ich das doch reichlich mager fand und auch im weiteren Verlauf eigentlich völlig unwichtig war. Die Charaktere wirkten auf mich wie reine Schablonen und es blieb eigentlich nichts hängen.

      Am dem Moment als der Spuk losging, wusste ich nicht ob ich lachen oder weinen sollte. Die Charaktere bzw. die Sprecher vermitteln für mich überhaupt keine Dramatik. Einer nach dem anderen wird abgeschlachtet, aber die Sprecher erzählen in Selbstgesprächen als würde nur das Essen zubereitet werden. Dass da gerade die besten Freunde draufgehen, wird für mich weder in der Wortwahl noch in der Dynamik und Sprechweise deutlich gemacht. "Oh, jetzt hackt er ihm den Kopf ab und schmeißt ihn mir vor die Füße." "Oh jetzt schlägt er ihm den linken Arm ab und jetzt den rechten." Ne sorry, das geht deutlich besser. Das wirkte auf mich alles nur unfreiwillig komisch.

      Die Geschichte fand ich ja gar nicht mal so übel, da wäre atmosphärisch und mit einem anderen Dialogbuch in meinen Augen viel mehr drinnen gewesen.

      Von den Sprechern fand ich einzig Kerstin Draeger wirklich gut, der Rest traf einfach in fast allen Situationen nicht den Ton, der für mich hier hingehört hätte.

      Das klingt jetzt alles sehr negativ, aber wenn man mit "Blockbuster für die Ohren" wirbt, erwarte ich einfach deutlich mehr.

      Ich wünsche jedem Label Erfolg, aber ich wage zu bewezweifeln, dass man hiermit sonderlich Erfolg hat. Man mag mich gerne eines Besseren belehren und es würde mich freuen, aber da bin ich pessimistisch.
      [off-topic]

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      Schlechte Sprecher sind, unabhängig vom Alter des Hörers, schlecht. Früher hatte man als Hörer das Glück, dass Amateure nicht die Möglichkeit hatten Schrott auf CD pressen zu lassen und einen Zehner dafür zu verlangen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „daneel“ () aus folgendem Grund: Spoiler-Tags gesetzt, wegen Off-Topic

      Früher hatte man als Hörer das Glück, dass Amateure nicht die Möglichkeit hatten Schrott auf CD pressen zu lassen und einen Zehner dafür zu verlangen.


      Also ich habe den Eindruck, dass diese Zeiten fast schon wieder vorbei sind. Schon renommierte Labels verzichten zum Teil ganz bewusst auf eine VÖ auf CD sondern setzen auf download only. Und Amateur-Labels, die sich CDs pressen lassen, findet man kaum noch. Das sah vor 10 Jahren noch ganz anders aus. Da gab es mit Hörfabrik, Farelia, Pandoras Play, Monaden-Records, Meteor, Ferkel-Records usw. einige Amateure, die sich versuchten und die in weiterer Folge auch durchaus namhafte Labels, wie Hörplanet oder auch Macher wie Marco Göldner hervorbrachten. Ich mochte diese Zeit und habe gerne die CDs damals gekauft. Aber ich muss auch zugeben, dass ich heute wohl in dem einen oder anderen Fall darauf verzichten würde. Heute hat Hörspielprojekt & Co diese Rolle übernommen und verzichtet auf kommerzielle CD-Pressungen.

      PS.: Ganz früher gab es auch die eine oder andere Amateur-Schmiede, ich denke da an Delta Music mit Dan Cross, Ron Kelly, Batman usw. Das tat manchmal schon weh in den Ohren. Manches war aber schon so mies, dass es schon wieder Spass machte zu hören. Dan Cross mag ich heute noch...

      Leider kein sattelfestes Hörspiel: Meine Meinung zu "Die Kohltour der reitenden Leichen"

      "Kohltour der reitenden Leichen" ist kein Hörspiel, das man ernst nehmen darf. Denn schon sein Titel schreit auf Entfernung: "Hier kommt Trash". Nun gibt es diesen liebenswerten Trash, der so schlecht ist, dass er schon wieder gut ist und deshalb Spaß macht. Aber eben diese Form von Trash ist "Kohltour" meiner Meinung nach leider nicht.

      Ich sage deshalb leider, weil die primäre Erzählung grundsätzlich das Potenzial für einen herrlich abgefahrenes Hörvergnügen durchaus mitbringt. Auf die Idee, den Plot des Trash-Klassikers "Die Nacht der reitenden Leichen" in die deutsche Provinz zu verlagern, muss man erst einmal kommen; und nachdem einem die holzschnittartigen Charaktere mit ihren Beziehungsproblemen aus dem Klischeehandbuch zum ersten Mal präsentiert wurden, freut man sich als Hörer schon darauf, sie als Bestandteil einer blutigen Schlachtplatte serviert zu bekommen. Denn genau für diesen Zweck sind sie prädestiniert. Die Handlung hat mit etwas um die 50 Minuten eine kompakte Spielzeit und steuert zielstrebig auf das Massaker zu. Am Ende hält sie zudem noch einen netten Twist parat, der natürlich irgendwie absehbar war, weil auch er eben zu den Konventionen jener Filme gehört, an denen sich dieses Hörspiel orientiert. Dies zeigt jedoch, dass Autor Sven Morscheck die Vorbilder sehr gut kennt, die er hier zitiert. Außerdem waren für Hoerspielfilm erfahrene Leute am Werk, die für die entsprechende Qualität sorgen. Die Musik von Tom Steinbrecher und Alexander Schiborr ist gefällig, Steinbrechers Sounddesign schafft Atmosphäre und am Schnitt von Patrick (Nachname) gibt es nichts auszusetzen.

      Dass sich trotz interessanter Grundidee, kompakter Spielzeit und ansprechender Atmo kein Hörspaß einstellen will, hat mehrere Ursachen. Eine davon ist sicherlich die Leistung des Casts. Dessen Performance ließe sich vielleicht rechtfertigen, würde es sich bei "Kohltour" um ein unkommerzielles Hörspiel handeln - wobei Hoerspielprojekt, Soundtales Productions oder auch die Mindcrushers regelmäßig beweisen, dass auch Amateure vor dem Mikro richtig gute Ergebnisse erzielen können. Doch bei einem kommerziell ausgewerteten Werk geht das, was hier teilweise geboten wird, einfach nicht. Hörspielsprecher müssen ihren Text nicht auswendig kennen, doch dann sollte er sich nicht auch noch abgelesen anhören. Schwerwiegender ist für mich jedoch ein strukturelles Problem, das dem Hörspiel zum Verhängnis wird. Der Plot kennt eine Rahmenhandlung, in der einer Person von einem der Protagonisten die Geschehnisse während der Kohltour retrospektiv berichtet werden. Dieser Protagonist wird in der Haupthandlung selbst aber nicht als Erzähler eingesetzt. Sein Fehlen führt dazu, dass sich die Charaktere permanent und nervtötend so verhalten, als wären die Personen, die genau neben ihnen stehen, allesamt blind. Das klingt dann in etwa so: Person 1: "Sieh, da kommt jemand angeritten!", Person 2: "Ja, und nun steigt er ab!" Komplett verheerend wird es, wenn eine Figur detailreich schildert, wie eine andere Person gemeuchelt wird. Es ist ein komplettes Selbstgespräch, da niemand anderes anwesend ist. Es gibt genügend Hörspiele, die ohne einen Erzähler auskommen und in denen die Schilderungen von Ereignissen, Örtlichkeiten usw. organisch in die Dialoge eingepflegt werden. "Kohltour" ist keines dieser Hörspiele, weshalb es definitiv die falsche Entscheidung war, auf einen Erzähler zu verzichten.

      "Blockbuster für die Ohren" lautet das Motto von Hoerspielfilm. Geboten wird das akustische Äquivalent eines B-Movies, das in einigen Aspekten lediglich die Standards der C-Kategorie erfüllt. Mit solider B-Ware, die Spaß macht, habe ich kein Problem. Doch was Hoerspielfilm hier anbietet, ist mir nach reiflichem Abwägen leider zu wenig, als dass ich empfehlen könnte, sich das Ding anzuhören.


      Meine persönliche Wertung: 3 von 10 berittenen Meuchelmönchen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „SciFi Watchman“ ()

      SciFi Watchman schrieb:

      Sein Fehlen führt dazu, dass sich die Charaktere permanent und nervtötend so verhalten, als wären die Personen, die genau neben ihnen stehen, allesamt blind. Das klingt dann in etwa so: Person 1: "Sieh, da kommt jemand angeritten!", Person 2: "Ja, und nun steigt er ab!" Komplett verheerend wird es, wenn eine Figur detailreich schildert, wie eine andere Person gemeuchelt wird. Es ist ein komplettes Selbstgespräch, da niemand anderes anwesend ist.

      Hört sich ja ein wenig so an, als ob hier neben Trashfilmen auch noch schlechtgemachte Horrorhörspiele parodiert werden... :D
      Ich habe nach meinen Worten zu Hostile Area jetzt nicht mehr die Kraft für eine ausführlichere Darlegung meiner Meinung zur Kohltour, aber im Gegensatz zu SFW hat es mir durchaus Hörvergnügen beschert =O

      Nicht zu knapp sogar =O =O

      Ich fand nämlich das Stilmittel der retrospektiven Erzählung durch den einzigen Überlebenden auf der Polizeistation sehr gelungen, hat was von Matthew "Rust" McConaughey bei True Detective 8o. Die Selbstgespräche, die den Erzähler ersetzen, sind sicherlich ein Knackpunkt, aber da divergieren wir halt komplett. Du fandest es nervtötend, ich fand es lustig.

      Mein Ratschlag also an die werte Gemeinde: Tut es Euch reinhören, nicht irgendwelche Hörproben, sondern das richtig Hörspiel. Entweder ihr habt Spaß wie ich oder ihr drehts halt ab. In welche Richtung es geht, das weiß man sicher gleich nach ein paar Minuten. Ich jedenfalls mag in Zukunft mehr von Sven Morschek hören, es gibt ja eh viel zu wenig Indie Hörspiele.

      Mein Fazit: Besser als 90 Prozent der "echten" Gruselhörspiele und die Idee, den südeuropäischen Horrorklassiker mit einer norddeutschen Kohltour zu verbinden, alleine dafür! Meine Lieblingsszene ist auch eine ganz profane, die, als sie nicht in das Gasthaus gelassen werden, weil der Fanclub einer unbekannten Band das für eine geschlossene Gesellschaft angemietet hat. Mit der abschließenden Warnung vom Gastwirt und wie gekonnt die ignoriert wird, ganz wunderbar.
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Chris“ ()

      Eventuell sollte man den Thread in "Blockbuster für die Ohren" umbenennen, denn die Kohltour war ja nur Teil 1.

      Mittlerweile sind wir bei Teil 3 - "Sunshine-Horror auf Ibiza"

      Dass Sportkamerad Morschek nicht verlernt hat, wie man dem Hörer auf die Ohren Fresse gibt, zeigt schon der Klappentext sehr schön:

      Als die Journalistin Sonja Feyer die Einladung für ein Exklusivinterview mit dem Gummipuppenfabrikanten Breem Hendriksen nach Ibiza erhält, ahnt sie nicht, dass sie unter der sengenden Sonne der Baleareninsel das blanke Grauen erwartet. Welche Rolle spielt der ehemalige Tennisprofi und jetzige Diskobetreiber Pepe Gonzales? Als Star-DJ David Moretta zu seiner glamourösen „Suck me, I`m famous“ Party lädt, überschlagen sich die Ereignisse und Ibiza droht ein blutiges Inferno.


      Feine Sprecher, Karl Dall, das ist wirklich ein schönes Hörspiel für die ganze Familie.
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität
      Wie ich auf gesichtsbuch.de gesehen habe, beginnt die Verhandlung in Sachen "Blockbuster für die Ohren 3 – Sunshine-Horror auf Ibiza" wohl bereits in Kürze.

      Daher mach ich jetzt mal einen auf Schatti, jetzt noch schnell das Beweismaterial sichten/anhören, damit man dem Prozess auch folgen kann :thumbsup:

      Selbiges liegt aber offensichtlich nur digital vor, zB hier: amazon.de/gp/product/B0751X66JB

      Streaming natürlich auch, daneel kennt den Link.

      Ich bin beispielsweise sehr gespannt, wie das Hohe Gericht die Tatbeteiligung von Karl Dall beurteilt.
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

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