Morgan & Bailey: Ermittler mit Herz - Neue Serie von Contedo Media

      Heute in der Früh habe ich mir die erste Folge angehört. Es war eine typische "Pilotfolge". Der Hörer wird langsam in die Geschichte eingeführt.
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      ​Da passt es, dass ein Charakter, Bailey, erst neu in die Stadt kommt und wir praktisch gemeinsam mit ihr alles Wissenswerte über Ort und Charaktere erfahren.
      Der Kriminalfall war in Ordnung, aber nicht wirklich sehr herausragend. Das Hörspiel lebt in erster Linie von den sehr sympathischen Sprecher Rita Engelmann und Joachim Tennstedt. Hier hat Contendo wirklich eine ausgezeichnete Wahl getroffen #top# Was mich bei der Sprecherwahl in Folge 1 gestört hat, war Bodo Wolf. Da er auch bei Lady Bedfort mit Inspektor Gomery eine ähnliche Rolle verkörpert (harscher und ruppiger Polizist versus einmischenden Hobby-Ermittlern, der keine Einmischungen mag) wähnte ich mich phasenweise in Broughton. Das hat mich doch aus der Handlung raus gerissen. Ich wartete irgendwie dass plötzlich die Lady aus irgendeinem Winkel auftaucht. Hier wäre ein anderer Sprecher für meine Ohren angebrachter gewesen.

      Mir hat die Folge alles in allem ganz gut gefallen. Gerade beim eigentlichen Kriminalfall erwarte ich mir aber in der Zukunft deutlich Besseres als nur auf das tolle Sprecherduo zu setzen. Meine Frau war im übrigen begeistert und hat die Folge sehr gut gefallen. Ich bin schon auf die nächste Folge gespannt.

      Meine Meinung zu "Morgan und Bailey Folge 1: Der Wolf im Schafspelz"

      Eine Pilotfolge hat immer einen Spagat hinzulegen: Einerseits müssen die Hauptfiguren und das Setting etabliert werden, und andererseits gilt es, eine spannende Geschichte zu erzählen, die das Publikum gut unterhält. Was die Einführung der Protagonisten und ihrer Umwelt angeht, so hat Contendo bei "Morgan und Bailey Folge 1: Der Wolf im Schafspelz" einen wirklich guten Job gemacht. Die beiden Geistlichen sind sympathisch, die Besetzung mit Joachim Tennstedt und Rita Engelmann gelungen. Dass die beiden vor Jahrzehnten mal Bruce Boxleitner und Kate Jackson in "Agentin mit Herz" synchronisiert haben, ist für mich dabei eher nachrangig. Vielmehr freut es mich, dass hier mal zu Abwechslung nicht Sprecher aus der Kategorie "Die üblichen Verdächtigen" zum Zuge kamen. Das Hörspiel beleuchtet den Background der Figuren bereits etwas, wobei der Grund, aus dem der Morgan den Polizeidienst quittiert hat, um anschließend Priester zu werden, zwar nicht ganz neu ist, im Kontext dieser Serie aber durchaus funktioniert. Auch Bailey blickt auf eine interessante Vergangenheit zurück. Dass sich ihr Weg und der von Morgan 1974 bei einer Anti-Vietnam-Demo schon einmal gekreuzt haben, bezweifle ich hingegen stark. Für die USA war der Vietnamkrieg bereits 1973 mit dem Abkommen von Paris im Januar und dem Abzug der letzten Soldaten Ende März 1973 beendet. Gegen was hat Bailey denn da 1974 demonstriert? Ist ja aber auch schon ziemlich lang her das Ganze, da dürfen sich die beiden schon mal irren. Insgesamt bietet das Hörspiel wirklich ansprechende Protagonisten, und auch die Nebenfiguren und deren Besetzung konnte mich überzeugen. Die Soundkulisse ist atmosphärisch ausgefallen, die eingesetzte Musik stimmig.

      Was die Geschichte angeht, so kommt sie doch eher schmalbrüstig daher und reicht gerade so aus, um den Plot über seine 49 Minuten Spielzeit zu tragen. Die Handlung ist mehr an der Interaktion zwischen Morgan & Bailey interessiert und weniger an dem ersten Fall des Duos, denn dieser klärt sich quasi von selbst. Kurzweilig ist die ganze Sache aber auf jeden Fall. Die zukünftigen Fälle sollten dann aber bitte doch etwas mehr hermachen.

      "Morgan und Bailey Folge 1: Der Wolf im Schafspelz" ist jene Art von Hörspiel, die ich gerne als "Kuschelkrimi" bezeichne: Eine entspannte Geschichte, die man sich gerne zu Gemüte führt, nachdem man es sich auf der Couch bequem und eine warme Decke eingekuschelt hat. Geboten wird solide Unterhaltung, die einen an TV-Serien wie "Mord ist ihr Hobby" oder Hörspielserien wie "Pater Brown" erinnert. Die Fans letztgenannter Serie dürften wohl die angepeilte Zielgruppe von M&B sein, wie auch die Anhänger von "Mimi Rutherford", "Ordensschwester Amelie" oder "Lady Bedford". Dazu gehöre ich jetzt zwar nicht, doch ich fühlte mich vom Auftakt der Serie "Morgan und Bailey" gut unterhalten, weshalb ich im Februar auch die zweite Folge anhören werde.
      Aktuelle Rezension im Blog:


      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „SciFi Watchman“ ()

      Ich habe die Folge heute Mittag während einer Fahrt mit der Straßenbahn gehört. Im Grunde ist es ein solider Auftakt. Die erste Folge bietet leichte Krimiunterhaltung und überzeugt durchaus mit seinen Charakteren. Am Ende ist mir das Hörspiel dann doch zu zahm geraten und es reizt mich nicht noch eine Folge zu hören. Nicht falsch verstehen, es wird hoffentlich seine Fans finden und ist auch gut produziert, aber es hat mich dann tatsächlich einfach nicht gepackt.

      Würde hier 5,5/10 Punkten vergeben. Irgendwann höre ich vielleicht nochmal eine Folge, aber hier ist erstmal für mich Schluss. :)

      Was mich bei der Sprecherwahl in Folge 1 gestört hat, war Bodo Wolf. Da er auch bei Lady Bedfort mit Inspektor Gomery eine ähnliche Rolle verkörpert (harscher und ruppiger Polizist versus einmischenden Hobby-Ermittlern, der keine Einmischungen mag) wähnte ich mich phasenweise in Broughton. Das hat mich doch aus der Handlung raus gerissen. Ich wartete irgendwie dass plötzlich die Lady aus irgendeinem Winkel auftaucht. Hier wäre ein anderer Sprecher für meine Ohren angebrachter gewesen.


      Das ging mir ganz genauso. Ich hätte es nicht besser formulieren können.
      Nachdem ich durch diesen Thread auf diese neue Serie aufmerksam geworden bin, musste ich mir die erste Folge doch auch mal besorgen und habe heute Morgen hereingehört.

      Ich würde jetzt auch gerne eine lange und fundierte Rezension dazu schreiben, kann aber nicht wirklich etwas anderes dazu sagen als meine Vorredner hier im Thread. Deshalb fasse ich mich einfach mal kurz. Um mit dem "größten" Kritikpunkt zu beginnen: Ja, Bodo Wolfs Besetzung hat etwas von Type-Casting an sich und ist daher auf den ersten Blick irgendwie "langweilig". Um das letztendlich beurteilen zu können, würde ich aber noch ein paar Folgen mehr hören wollen, um zu schauen wohin sich der Charakter entwickelt.

      Für eine Pilotfolge, die den Hörern zunächst ins Setting einführen und die Hauptcharaktere vorstellen soll, ist das Hörspiel in jedem Fall sehr ordentlich geraten. Und auch Lady Bedfort ist schließlich relativ wenig spektakulär gestartet, obwohl man dort zumindest einen netten Schlusstwist serviert bekam. So etwas fehlt hier leider. Aber ich bin trotzdem neugierig geworden auf die nächsten zwei, drei Folgen. Ob ich dauerhaft dranbleibe, werde ich dann schauen müssen, wie diese sich darstellen.

      An der Qualität der Produktion habe ich jetzt spontan nach dem ersten Hören auch nichts zu bemängeln. Einzig irritierend fand ich auf der Hülle den Aufdruck "Empfohlen ab 16 Jahren". Für so einen "Warnhinweis" war die Folge dann doch ziemlich brav.
      "Was sagt man darüber, wie man Bücher schreibt? Man denkt sich etwas aus und zwingt sich, es aufzuschreiben."

      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver
      Was mich bei der Sprecherwahl in Folge 1 gestört hat, war Bodo Wolf. Da er auch bei Lady Bedfort mit Inspektor Gomery eine ähnliche Rolle verkörpert (harscher und ruppiger Polizist versus einmischenden Hobby-Ermittlern, der keine Einmischungen mag)

      Thorsten B schrieb:

      Ja, Bodo Wolfs Besetzung hat etwas von Type-Casting an sich

      Nicht zu vergessen,
      Bodo Wolf wird ebenfalls in einer ähnlichen Rolle
      auch bei Sherlock Holmes & Co bei den Van Dusen Fällen
      als brummiger Inspector Mellory (oder so ähnlich) eingesetzt.
      Wirkt ein wenig einfältig so eine "Standardisierung", der Rollen-Besetzung.
      So sehr ich Bodo Wolf ihm seine Stimme mag, aber ....., naja ....
      #
      Negan : - What's your Name ?
      Daryl : - Easy Street !
      #
      " DU! DU! DU! "


      Popeliger Hawu mit Cerebral-Bulimie
      Ich habe heute morgen die erste Folge der Serie gehört und muss sagen, dass ich sehr angetan bin.

      Vorneweg, "Agentin mit Herz" habe ich nie gesehen und ich habe daher an das Duo Tennstedt und Engelmann keine nostalgischen Erinnerungen. ;)

      Die beiden sind aber als Duo für mich innerhalb dieser nur 50 Minuten bereits richtig ans Herz gewachsen. Ich hätte den beiden noch ewig zuhören können. Das wirkt einfach sehr rund und die Dialoge sind auch sehr passend auf die beiden zugeschnitten. Dafür ein großes Lob.

      Der Einstieg in die Serie und die Geschichte ist genauso, wie ich es für eine Pilotfolge erwarte. Die Hauptcharaktere des kleinen Ortes werden treffend beschrieben und man wird nicht mit zu vielen Personen überfrachtet. Ich habe es gerne, wenn es am Anfang nur einen überschaubaren Kreis an Personen gibt und sich im Kopf erstmal ein Bild mit der dazugehörigen Stimme entstehen kann. Sonst muss man zu lange überlegen, wer denn da gerade spricht und das bringt mich dann wieder raus. Hier war das prima gemacht. :)

      Die einzelnen Charaktere haben durch kleine Infos in den Gesprächen auch einen Background bekommen und es hat sich bereits ein erstes Bild der Charaktere festgesetzt. Besonders gefallen hat mir auch die kleine Rolle des Wirts Harry, der mir sehr sympathisch ist. Würde mich sehr freuen, wenn der einem noch häufiger über den Weg läuft. :)

      Die beiden Hauptcharaktere passen, auch unabhängig von den beiden Sprechern, sehr gut zusammen und ich denke, dass wir da noch viele unterhaltsame Momente bekommen werden.

      Der Fall selbst ist für eine Einstiegsfolge genau richtig geraten. Nicht zu kompliziert, aber mit einer doch interessanten Wendung in der Mitte der Geschichte. Der Fokus lag hier klar auf der Einführung der Personen und da hätte ein zu großer Fall auch in meinen Augen zu viel Raum eingenommen. Ich bin da sehr zufrieden mit.

      Die Kritik bezüglich Bodo Wolf kann ich nachvollziehen und die Ähnlichkeit zu seiner Rolle bei der Lady ist nicht von der Hand zu weisen. Da wäre eine andere Besetzung vielleicht nicht verkehrt gewesen. Aber Thorsten B hat das schon schön gesagt, erstmal abwarten und sehen wie sich die Rolle in den kommenden Folgen weiterentwickelt.

      Alles in allem eine Folge die mir Lust auf mehr gemacht hat und mich bestens unterhalten hat.

      Ich muss sowieso sagen, dass Contendo inzwischen eine große Bandbreite hat und viele Sparten abdeckt. Da hat eine eher ruhiger angelegte Krimiserie noch gefehlt und wieder eine kleine Lücke geschlossen. :)
      Ich hatte ein eher ruhiges Krimihörspiel erwartet, mit Dorfleben-Ambiente, und genau das habe ich bekommen. Und ich mag diese Art von Krimi. Mir hat das Hörspiel also recht gut gefallen - mit der Einschränkung, dass ich in den weiteren Folgen eine Weiterentwicklung bzw. detailliertere Charakterisierung der Stammbesetzung erhoffe und der kriminalistische Anspruch der Fälle doch etwas steigen sollte, nachdem man die Hauptdarsteller nun halbwegs in Position gebracht hat.

      SashOne87 schrieb:

      Vorneweg, "Agentin mit Herz" habe ich nie gesehen und ich habe daher an das Duo Tennstedt und Engelmann keine nostalgischen Erinnerungen.

      Ich müsste zwar eigentlich nostalgische Erinnerungen haben, weil ich die TV-Serie früher sehr gern gesehen habe, aber von den damaligen Stmmen ist praktisch nichts hängengeblieben - ohne Auffrischungen durch z.B. Babylon 5 hätte ich Tennstedt nicht als die Stimme von Boxleitner wiedererkannt, und die Stimme von Rita Engelmann ist mir höchstens "diffus bekannt"...

      Die beiden sind aber als Duo für mich innerhalb dieser nur 50 Minuten bereits richtig ans Herz gewachsen. Ich hätte den beiden noch ewig zuhören können. Das wirkt einfach sehr rund und die Dialoge sind auch sehr passend auf die beiden zugeschnitten. Dafür ein großes Lob. (...) Die einzelnen Charaktere haben durch kleine Infos in den Gesprächen auch einen Background bekommen und es hat sich bereits ein erstes Bild der Charaktere festgesetzt.

      Die Pastorin darf für meinen Geschmack gern noch deutlich mehr Tiefe bekommen. Bisher finde ich sie zwar sympathisch, aber sehr ruhig (positiv formuliert: in sich ruhend, negativ formuliert: ziemlich fade). Und ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich mir diese "penetrante Fröhlichkeit" in ihrer Stimme nur einbilde oder ob die wirklich da ist (zur Rolle als Pastorin würde es ja schon irgendwie passen...)

      SashOne87 schrieb:

      Besonders gefallen hat mir auch die kleine Rolle des Wirts Harry, der mir sehr sympathisch ist. Würde mich sehr freuen, wenn der einem noch häufiger über den Weg läuft.

      Geht mir genauso. Wenn der Pfarrer wirklich regelmäßig in Harrys Lokal zum Essen geht, besteht dafür ja auch begründete Hoffnung. :)
      .

      beli schrieb:

      und der kriminalistische Anspruch der Fälle doch etwas steigen sollte


      Ich bin gestern bei Folge 2 zwar zur Hälfte eingeschlafen, aber dieser Wunsch wird doch erfüllt, das traue ich mich schon jetzt zu sagen.

      Bisher hat mir die Folge sehr gut gefallen, interessanter Fall, schnörkellose Handlung, da ist jetzt deutlich mehr Tempo drin als in der Einstiegsfolge. Und dennoch bleibt es das "eher ruhiges Krimihörspiel erwartet, mit Dorfleben-Ambiente".

      Wenn der Topf nicht die Auflösung vergeigt, dann wird es hier viel Zustimmung geben. Dazu dann morgen mehr :)
      Rüttel mal am Käfig, die Affen sollen was machen!

      Meine Meinung zu "Morgan und Bailey Folge 2: Süßer Tod"

      Gestern stand bei mir "Morgan & Bailey Folge 2: Süßer Tod" auf dem Programm. Und weil das Hörspiel mit ca. 54 Minuten eine kompakte Laufzeit besitzt, habe ich mir gleich noch einen zweiten Durchgang gegönnt. Dieser hat dann jenen Eindruck bestätigt, den ich schon nach dem ersten Hören hatte: "Süßer Tod" ist eine recht durchwachsene Angelegenheit.

      Was die Performance der Sprecherinnen und Sprecher angeht, so gibt es keinen Grund zur Klage. Rita Engelmann und Joachim Tennstedt harmonieren gut miteinander, und auch Bodo Wolf, Wolfgang Bahro, Jaron Löwenberg, Nina Goldberg u .a. machen einen richtig guten Job. Die Geräuschkulisse sorgt für Atmosphäre, der Soundtrack von Alexander Schiborr bzw. Konrad Dornfels passt von ihrem Charakter her definitiv zum Stil der Serie.

      Nun ist es so, dass man hinsichtlich der Aspekte Sprecherleistung, Sounds und Musik von Contendo eigentlich nie enttäuscht wird. Die Frage, ob ein Hörspiel dieses Labels steht, fällt oder schwankt, entscheidet sich einzig über die Geschichte. Ich hatte den Plot von Folge 1 als schmalbrüstig bezeichnet, @beli hatte sich mehr kriminalistischen Anspruch gewünscht und @Chris hatte auf Basis der ersten Hälfe von Folge 2 angedeutet, dass der zweite Fall der beiden Geistlichen tatsächlich mehr hermachen würde. Und ich gebe ihm da durchaus recht. Es macht sich positiv bemerkbar, dass jene Spielzeit, die in Folge 1 für das Etablieren der Figuren und des Settings aufgebracht werden musste, nun für den Kriminalfall Verwendung findet. Der Mord an Mrs. Cameron (das ist jene Dame, von der der falsche Pastor in Folge 1 die Jagdhütte erworben hatte) findet nach wenigen Minuten statt, weshalb die Ermittlungen von M&B ohne lange Vorreden ins Rollen kommen. Auch im weiteren Verlauf bleibt die Handlung interessant, zumal ein weiteres dramatisches Ereignis für zusätzliche Spannung sorgt. Nun ist es aber offenbar so, dass im Geschirrladen von Heaven's Bridge ganzjährig der "Silver Platter Super Sale" stattfindet, bei dem die Bewohner des Ortes wohl ordentlich zugeschlagen haben. Soll heißen: Wurde bereits in Folge 1 Morgan und Bailey die Lösung auf dem Silbertablett serviert, so geht es auch in dieser Folge damit munter weiter. Die entscheidende Informationsquelle ziert sich nur sehr kurz, ehe sie umfassend auspackt, ihren Aufenthaltsort müssen M&B gar nicht erst großartig ermitteln und der Täter fällt auf einen der wohl ältesten aller Ermittlertricks herein. Unterm Strich ist es nicht sonderlich viel, was die beiden Spürnasen Gottes wirklich ermitteln. Zudem wird es rückblickend krimierfahrenen Hörern wohl leider nicht schwer fallen, so manche kleine oder größere Lücke in der Logik des Plots und im Vorgehen des Täters auszumachen.

      In Sachen Charakterentwicklung kommt die Serie ein kleines Stück voran. Wir erfahren, dass Rose Bailey eine Tante hat, mit der sie immer Weihnachten feiert. Ihre Versuche, die Verwandte telefonisch zu erreichen, tun aber eigentlich nichts zur Sache. Spannender ist da das Verhältnis zwischen Morgan und Ashton, denn es zeichnet sich ab, dass der Polizist mit dem Pfarrer nicht nur deshalb ein Problem hat, weil er als Atheist von der Kirche nichts hält, sondern auch wegen Morgans erster Karriere und deren Ende. Mal schauen, ob diese Thema in zukünftigen Folgen weiter erforscht wird.

      Der Kriminalfall in dieser Folge ist von seiner Anlage her sicherlich besser als der in Folge 1. Doch vermisse ich weiterhin Raffinesse in den Ermittlungen der Protagonisten. Morgan und Bailey sind sympathische Figuren, doch das ist mir mittelfristig zu wenig, wenn man sie in Fällen ermitteln lässt, die auch der Kneipenwirt Harry O'Neill lösen könnte. Nun ist diese Serie erst zwei Folgen alt, weshalb es für mich noch zu früh ist, über ihr den Stab zu brechen. Die nächsten zwei Fälle sind ja schon angekündigt, und die warte ich erst einmal ab, ehe ich mich entscheide, ob ich bei "Morgan & Bailey" am Ball bleibe.
      Aktuelle Rezension im Blog:


      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „SciFi Watchman“ ()

      SciFi Watchman schrieb:

      @Chris hatte auf Basis der ersten Hälfe von Folge 2 angedeutet, dass der zweite Fall der beiden Geistlichen tatsächlich mehr hermachen würde. Und ich gebe ihm da durchaus recht.


      Danke, ich muss jetzt nach der 2. Halbzeit aber auch Dir zustimmen. Das ging dann doch wieder deutlich zu einfach und zu straight. Bisserl mehr Ermittlungsarbeit darf man schon erwarten und auch einen etwas kniffigeren Kniff. Und dafür weniger Logikdefizite und kein solch hanebüchenes Motiv. Über die mehr als fragwürdige Untersuchungshaft reden wir mal besser nicht.

      So bleibt das Fazit wieder "ordentliche Unterhaltung, aber nicht mehr". Und - bitte ned grantig werden, liebe Macher - da sind wir wieder bei der Parallele zu "Agentin mit Herz". Nix gegen Frau Jackson und Herrn Boxleitner, habe ich eh auch gerne geschaut, aber lieber waren mir die Tage mit "Hardcastle & McCormick" oder "Trio mit Vier Fäusten" waren mir lieber.

      Ich werde also wie der Watchman nicht aussteigen, aber ich hoffe weiter auf eine Steigerung. Den Klappentext von Folge 3 finde ich dabei durchaus vielversprechend:

      Pfarrer Morgan steckt in der Klemme. Eines seiner Schäfchen hat ihm einen Mord gestanden, doch das Beichtgeheimnis verdammt ihn zum Schweigen. Er bittet seine Kollegin Bailey um Hilfe, die für ihn Licht ins Dunkel bringen soll. Doch ganz raushalten kann sich Morgan schließlich doch nicht, immerhin handelt es sich bei dem Mordopfer um die Tochter von Polizeichef Stanley und der will schnellstens Köpfe rollen sehen.
      Rüttel mal am Käfig, die Affen sollen was machen!

      SciFi Watchman schrieb:

      Unterm Strich ist es nicht sonderlich viel, was die beiden Spürnasen Gottes wirklich ermitteln.

      Chris schrieb:

      Das ging dann doch wieder deutlich zu einfach und zu straight. Bisserl mehr Ermittlungsarbeit darf man schon erwarten und auch einen etwas kniffigeren Kniff.

      Schliesse mich Chris und Watchman an. Der Fall fing sehr vielversprechend an und liess dann zum Ende hin leider stark nach, auch was den Schwierigkeitsgrad fürs Mitraten angeht. Das "Dorfambiente" und das ganze sonstige Drumherum ist wieder sehr schön gemacht, was ich als Fan von Dorfkrimis zu schätzen weiss - nur wäre es schön, wenn die "Ermittlungsarbeit" auch mal echte Denkarbeit erfordert und nicht nur auf der Tatsache beruht, dass man zufällig die richtige Person befragt, bevor die Polizei (vielleicht und irgendwann) auf die gleiche Idee kommt...

      SciFi Watchman schrieb:

      Wir erfahren, dass Rose Bailey eine Tante hat, mit der sie immer Weihnachten feiert. Ihre Versuche, die Verwandte telefonisch zu erreichen, tun aber eigentlich nichts zur Sache.

      Fand ich schade, denn irgendwas hätte man daraus gern noch machen können. Am liebsten etwas, was der Pastorin mal etwas mehr Emotion in der Stimme abverlangt als eine minimale Beunruhigung. Die Dame ist immer derart ruhig und zurückgenommen, dass ich einen knackigen Wutanfall ihrerseits geradezu herbeisehne... :D

      beli schrieb:

      Der Fall fing sehr vielversprechend an und liess dann zum Ende hin leider stark nach, auch was den Schwierigkeitsgrad fürs Mitraten angeht.


      Winziges Off-topic. Kennst/magst/hörst Du eigentlich die Inspektor-Hornleigh-Hörspiele? Falls nein, mach das, Du wirst sie lieben :)
      Rüttel mal am Käfig, die Affen sollen was machen!

      Chris schrieb:

      Kennst/magst/hörst Du eigentlich die Inspektor-Hornleigh-Hörspiele? Falls nein, mach das, Du wirst sie lieben

      Ich kannte die nicht, höre aber gerade die eine Folge, über die man beim Googeln so stolpert, und bin bisher recht angetan - genaugenommen fühle ich mich (spätestens nach etwa 10 Minuten des Hörens) in die alten Zeiten zurückversetzt, als ich Eckes "Club der Detektive" gelesen habe... :D
      Ich kann mich den Beiträgen von SciFi Watchman, Chris und beli ebenfalls nur anschließen.

      Man hat das Gefühl, dass Morgan und Bailey lediglich erleben und nicht ermitteln. Keine Ecken, keine Kanten, keine Rückschläge. Alles läuft glatt, alle sind nett zueinander (vom prototypischen Bodo-Wolf-Charakter und natürlich den Verbrechen mal abgesehen) und ich habe in dieser Folge nicht wirklich etwas gefunden, das es rechtfertigt Morgan und Bailey als Ermittler zu haben statt nur den Ex-Polizisten-Priester. Da fehlen mir noch die Stärken und persönlichen Noten, die jeder von ihnen in die Ermittlungen einbringt oder von mir aus ein paar "Kabbeleien" oder geistreiche/unterhaltsame Dialoge zwischen beiden. Irgendetwas, das ein Duo rechtfertigt. Aber kann ja noch kommen. Der Klappentext der nächsten Folge klingt in der Tat recht vielversprechend.

      Allerdings - und jetzt kommt auch das Positive - fand ich die Produktion mal wieder nahezu perfekt und es ist auch mit der zweiten Folge gelungen, ein "Wohlfühl"-Hörspiel zu kreieren. Eine schöne Geschichte zum Nebenbeihören und unangestrengtem Genuss. Durchaus ein Konzept, das sicher seine Abnehmer findet. Und auch ich habe die bisherigen Folgen so gesehen sehr gerne gehört, würde mir persönlich in Zukunft aber dennoch etwas mehr Pfeffer und Raffinesse wünschen.

      Der Kriminalplot war sehr klassisch und ...

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      ... den "Archetypen" illegitimer Abkömmling einer reichen Fabrikantenfamilie habe ich durchaus auch selbst schon mal in einer Lady Bedfort Folge benutzt. Wobei ich versucht habe, das etwas zu variieren und nicht in so einer direkten Weise aufzulösen. Allerdings braucht es natürlich auch nicht immer einen Twist und eine geradlinige Geschichte ist sicher besser als sich hinterher im Plot zu verheddern. Letztendlich ist es auch eine Laufzeitfrage, wie viel und was man unterbringen kann. Aber wie gesagt, persönlich mag ich es, wenn sich Kriminalfälle nicht immer nur ins Offensichtliche auflösen. Wie gut mir das in meinen Krimis gelingt (oder eben nicht gelingt), mögen allerdings andere beurteilen.


      Was ich persönlich auch noch relativ passend finde, ist die folgende Meinung zu den ersten Folgen von Lady Bedfort.

      H. Hatch schrieb:

      Ich habe jetzt die Folgen 1 – 5 gehört und weiß noch immer nicht so recht, was ich davon halten soll. Sie vermitteln zwar eine ganz heimelige Atmosphäre, aber inhaltlich sind sie doch gewaltig trivial. Quasi eine Art Kinderkrimis im Erwachsenenhörspielgewand.


      Ist das also ganz normal für den Beginn einer Krimi-Serie, die eher "Feel Good" sein will anstatt actiongeladen und/oder "dirty"? Und werden Morgan & Bailey eventuell eine ähnliche Entwicklung durchmachen wie die Lady? Oder ist und bleibt das Konzept bewusst so, dass jene Hörergruppen angesprochen werden, die damals von der Lady eingefangen worden sind? Spannende Fragen, wie ich finde. Ich denke, es lohnt sich, diese Serie noch etwas im Auge zu behalten. :)
      "Was sagt man darüber, wie man Bücher schreibt? Man denkt sich etwas aus und zwingt sich, es aufzuschreiben."

      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver
      Ich habe auch endlich die Zeit gefunden, Folge 2 zu hören.

      Mein Fazit von Folge 1 kann ich auch nach der zweiten Folgen wieder unterstreichen.

      Die herrliche Dorfatmosphäre, die ein sehr heimeliges Gefühl und viel Ruhe ausstrahlt, machen die Hörspiele für mich zu einer runden Sache. Hinzu kommen die beiden "Ermittler", die ebenfalls eine große Wärme auf mich ausstrahlen und das angesprochene Gefühl untermalen. Ich könnten den beiden noch viel länger zuhören. Ich finde, dass die Chemie zwischen den beiden richtig toll ist und das Dialogbuch viele tolle Gespräche zwischen den beiden kreiiert. :)

      Der Fall selbst hat mir auch gut gefallen. Klar, es ist wie auch schon in Folge 1 vielleicht nicht der raffinierteste, aber ich habe an die Serie auch gar nicht den Anspruch sonderlich verstrickte Fälle zu haben. Mir persönlich reicht der vorhandene Krimiplott in den beiden bisherigen Folgen völlig aus, um neben den tollen Charakteren auch von der Story bestens unterhalten zu werden.
      Ich kann die Kritik, die hier genannt wird, also völlig nachvollziehen, kann für mich aber sagen, dass ich mit ganz anderen Erwartungen an die Serie herangehe und dadurch zu 100% unterhalten werde. :)

      Ebenfalls schön finde ich, dass mit dem Polizisten Ashton und dem Barmann Harry bekannte Personen weiter genutzt werden und sich ein Bild des kleinen Ortes und seinen Personen bei mir festigt. So wird die Sache noch runder.
      Außerdem fand ich die Rolle des Polizeichefs Stanley sehr interessant und dieser könnte sicherlich noch in weiteren Folgen eine Rolle spielen. :)

      Ich kann die Folge allen, die eine ruhige, entspannte Atmosphäre, gewürzt mit Krimielementen mögen, nur empfehlen. :)
      Leicht zu merken: in 3 Wochen geht es weiter und Folge 3 der beliebten neuen Serie erscheint! „smile“-Emoticon

      Morgan & Bailey 3: Mörder unser (VÖ: 8. April 2016)



      Mit Schirm, Charme und Gottes Segen lösen der katholische Pfarrer Charles Morgan und die evangelische Pastorin Rose Bailey im beschaulichen Städtchen Heaven’s Bridge an der Küste Neuenglands spannende Fälle.

      Pfarrer Morgan steckt in der Klemme. Eines seiner Schäfchen hat ihm einen Mord gestanden, doch das Beichtgeheimnis verdammt ihn zum Schweigen. Er bittet seine Kollegin Bailey um Hilfe, die für ihn Licht ins Dunkel bringen soll. Doch ganz raushalten kann sich Morgan schließlich doch nicht, immerhin handelt es sich bei dem Mordopfer um die Tochter von Polizeichef Stanley – und der will schnellstens Köpfe rollen sehen.

      Herrlich klassisch und modern zugleich, steht „Morgan & Bailey“ ganz in der Tradition der beliebten britischen Krimiklassiker. Interessante Charaktere, rätselhafte Mordfälle und mittendrin ein charmantes Ermittler-Duo mit ganz eigenen Methoden.

      Lassen Sie sich fesseln vom nostalgischen Charme, bekannten und beliebten Synchronstimmen, orchestralem Soundtrack und realistischen Sounds. Ein einmaliges Hörspiel-Erlebnis in seiner schönsten Form!

      1 CD, ca. 59 Min.
      ISBN 978-3-945757-37-6

      Sprecher:
      Rose Bailey – Rita Engelmann
      Charles Morgan – Joachim Tennstedt
      Joel Ashton – Bodo Wolf
      William Stanley – Hartmut Neugebauer
      Anna Stanley – Arianne Borbach
      Kyle Elliot – Michael-Che Koch
      Nathan Reece – Nils Kreutinger
      Megan Cooper – Yvonne Greitzke
      Leo Thomas – Louis F. Thiele
      Harry O´Neill – Pat Murphy
      Nachrichtensprecher – Frank Felicetti
      sowie – Tim Caspers, Uwe Jellinek
      sowie – Lutz Mackensy, Judy Winter
      sowie – Thomas Schmuckert, Anita Hopt
      sowie – Marion von Stengel

      Buch: Markus Topf
      Idee, Konzept, Regie: Christoph Piasecki
      Musik: Alexander Schiborr
      Zusätzliche Musik: Konrad Dornfels
      Sounddesign: Andy Muhlack
      Cover & Design: Kito Sandberg
      Produktion: © Contendo Media GmbH


      Quelle: facebook.com/ContendoMedia/pho…479631314/?type=3&theater
      Langeweile ist der Zeitvertreib der Dummen. (Erhard Blanck)

      Tobbe_ schrieb:

      Eines seiner Schäfchen hat ihm einen Mord gestanden, doch das Beichtgeheimnis verdammt ihn zum Schweigen. Er bittet seine Kollegin Bailey um Hilfe, die für ihn Licht ins Dunkel bringen soll.

      Das Beichtgeheimnis ist ja durchaus streng auszulegen. Ganz abgesehen davon, dass es auch heisst, dass er nicht mit einem/einer anderen Geistlichen reden darf, bin ich gespannt, wie Morgan seiner Kollegin vertickern kann, was sie zum Rumsuchen braucht, ohne ihn echt in Schwierigkeiten zu bringen.

      Das Thema ist ja recht spannend und war schon ein paar Mal Gegenstand entsprechender Filme, z.B. "Das Böse".
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

      Fader schrieb:

      Tobbe_ schrieb:

      Eines seiner Schäfchen hat ihm einen Mord gestanden, doch das Beichtgeheimnis verdammt ihn zum Schweigen. Er bittet seine Kollegin Bailey um Hilfe, die für ihn Licht ins Dunkel bringen soll.

      Das Beichtgeheimnis ist ja durchaus streng auszulegen. Ganz abgesehen davon, dass es auch heisst, dass er nicht mit einem/einer anderen Geistlichen reden darf, bin ich gespannt, wie Morgan seiner Kollegin vertickern kann, was sie zum Rumsuchen braucht, ohne ihn echt in Schwierigkeiten zu bringen.

      Das Thema ist ja recht spannend und war schon ein paar Mal Gegenstand entsprechender Filme, z.B. "Das Böse".


      Naja er könnte die betreffende Person einfach bitten auch Bailey ins Vertrauen zu ziehen.
      Langeweile ist der Zeitvertreib der Dummen. (Erhard Blanck)

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