"Das Totenhaus der Lady Florence" - Film von Christoph Schlingensief

      Ich habe mir den Film vor zwei Jahren bei der oben verlinkten Filmgalerie 451 gekauft. Damals kostete der Download noch 1,90 €.

      Hier mein Eindruck von dem Film:
      Neun Jahre, bevor EUROPA den Larry Brent Roman "Das Totenhaus der Lady Florence" als Hörspiel vertonte, verfilmte der damals 14-jährige Christoph Schlingensief den Stoff in einem 65-minütigen Kurzfilm. Herausgekommen ist ein liebevoll gemachter, trashiger Amateurfilm, mit Super-8-Kamera gedreht und einer tollen Songauswahl beim Soundtrack. Denn die meisten der schmissigen Zwischenmusiken stammen von der niederländischen Klassikrockband Ekseption!
      Gruselige Atmosphäre kommt während des gesamten Films leider nicht auf. Dafür ist er einfach zu trashig, was in erster Linie an den unbeholfenen (nachvertonten) Dialogen der jugendlichen Darsteller und den Pyroeffekten liegt. Ebenfalls zu bemänglen ist der teils sehr schlechte Ton, der es manchmal schwer macht den Dialogen zu folgen.
      Unterhalten hat mich der Film dennoch. Immerhin bietet er, obwohl er eigentlich in England spielen soll, einen schönen Rückblick auf das deutsche Oberhausen der 70er Jahre. Alles in allem ist der Film nichts für echte Grusel- und Horrorfans, sondern eher was für (wirklich!) hartgesottene Schlingensief-Fans, für extreme Larry-Brent-Fans und Leute wie mich, die gerne mal bei einem Film auf TELE5 hängenbleiben und auch Spaß daran haben sich alte Super-8-Filme vom Dachboden
      anzusehen.

      Zwei Anmerkungen für die, die den Film auch gesehen haben:
      - "Ostr." = Oberstudienrat
      - Irritierend fand ich die Szene, in der Larrys Schwester ihren roten VW Käfer mit Lenkrad auf der rechten Seite fährt, während alle anderen Fahrzeuge im Film ihr Lenkrad auf der linken Seite haben und sich auch brav an den deutschen Rechtsverkehr halten.

      Hier gibt's ein schönes Review mit Szenenfotos aus dem Film: hardsensations.com/2012/12/das-totenhaus-der-lady-florence/
      Alle Rechtschreib- und Grammatikfehler sind Absicht und haben einen pädagogischen Wert. Sie wurden von einem achtköpfigen Expertenteam speziell für diesen Beitrag zusammengestellt.
      Gilt auch einzelne fehlende Worte. In Schule man das Lückentext.
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