Gruselkabinett Nr. 104 – Allerseelen

      Gruselkabinett Nr. 104 – Allerseelen

      Am Abend des ersten Novembers 1931 begegnet Sara Clayburn auf dem Rückweg zu ihrem Anwesen einer Frau, die angibt gesandt worden zu sein, eine der Dienstbotinnen Mrs. Clayburns aufzusuchen. Kaum bei ihrem Anwesen Whitegates angekommen, widerfährt ihr ein Unfall. Besonders an Allerseelen, am 2. November, passieren schreckliche Dinge. Mrs. Clayburn erlebt 36 furchtbare Stunden. Ein Jahr später, am zweiten November 1932 scheint sich alles zu wiederholen…

      Dieses Hörspiel von Marc Gruppe nach einer Erzählung von Edith Wharton ist die reinste Freude für jeden Fan von Judy Winters Stimme. Ihr Sprechanteil ist überaus groß. Ihre Stimme und Leistung passen hervorragend zur 60jährigen willensstarken, intelligenten und überaus aktiven Sara Clayburn. Ihrer Cousine Kate Miller leiht Sabina Trooger ihre Stimme. Sie fungiert ebenfalls als Erzählerin, die die damaligen Ereignisse richtig stellen möchte, da wohl allerhand Unsinn über die Geschehnisse verbreitet wurde.
      Als Mrs. Clayburn versorgende Doktoren sind Rainer Gerlach und Constantin von Jascheroff zu hören. Eine schöne Wahl! Die Diener Agnes und Price sprechen Herma Koehn und Lutz Mackensy. Der Kontrast ist überaus schön anzuhören. Fröhlich-freundlich und irgendwie unheimlich-freundlich.
      Ein weiteres Highlight ist Cathlen Gawlichs Darstellung der unheimlichen Fremden. Famos!
      Bei der Sprecherauswahl hat Titania Medien erneut Geschick bewiesen.

      Musikalisch überzeugt das Hörspiel ebenfalls. Die Geräusche sind sehr passend. Wobei mehr Judy Winters grandiose Leistung zur Geltung bringt, dass Sara Clayburn verletzt ist, als durch die Schrittgeräusche.

      Fazit
      Ein absolut gelungenes Hörspiel mit einer grandiosen Judy Winter in einer Hauptrolle. Ganz seichter Grusel für die ersten regnerischen Tage Ende Oktober / Anfang November.
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      Obwohl ich mit Superlativen geizig bin, kann ich sagen, dass dies für mich eine der besten Folgen des Gruselkabinetts ist. Ich habe sie inzwischen in meine persönliche Top Five eingeordnet.

      Ich habe sie zum letzten Halloween gehört, und dazu passte sie natürlich optimal. Es ist hier meisterhaft gelungen, eine ungemütliche kalte Herbst-Atmosphäre herüber zu bringen. Und das Erlebnis, das die Protagonistin (toll gespielt von Judy Winter) hier durchleiden muss, ist so hervorragend in Szene gesetzt, dass bei mir ein echtes Gefühl der Beklemmung und des Unbehagens aufkam. So müssen Gruselhörspiele sein!

      Spoiler anzeigen
      Wenn irgendetwas nicht gelungen ist, dann höchstens die Stelle, als die Protagonistin auf ihrem Weg durch das verlassene Haus plötzlich eine Stimme hört. In der Buchvorlage mag das auf den Leser sehr unheimlich gewirkt haben. Hier im Hörspiel ist die Stimme aber leider sofort als Nachrichtenstimme aus dem Radio zu erkennen. Das hätte man vielleicht ein wenig geschickter akustisch umsetzen können. Aber das ist nur eine Kleinigkeit. Die unheimliche Spannung geht dadurch nicht verloren
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