Ist Meinungsaustausch über Hörspiele überhaupt erwünscht?

      Ist Meinungsaustausch über Hörspiele überhaupt erwünscht?

      Klar, die Frage klingt etwas aufrüttelnd oder sogar böswillig. Seit sicher, so ist es nicht im geringsten gemeint.
      Aufgegriffen habe ich das Thema durch folgende Äußerung im Thema "Der Troll...

      Ascan von Bargen schrieb:

      Ein löblicher Ansatz. Bin gespannt, wann es hier wieder eine inhaltliche Diskussion zu einem Hörspiel zu lesen geben wird. Oder auch einfach nur einen Meinungsaustausch über ein Hörspiel. -- Ich kann mich nicht entsinnen, wann ich zum letzten Mal so etwas hier (oder auch anderswo) zu lesen bekommen hätte ...


      Das es hier keinen Meinungsaustausch über Inhalte von Hörspielen gibt ist (Sorry) einfach unwahr.
      Mir drängt sich eher die Frage auf, ob es überhaupt ein Interesse gibt sich über einzelne Folgen einer Serie, Einzelhörspielen ob Neu oder Alt und deren Inhalten, auszutauschen.
      Von mir kann ich sagen: Ja.
      So ist es doch, das einige hier sich immer wieder große Mühe geben die Diskussion über ein Hörspiel anzustoßen. Ich kann nur sagen, das ich immer wieder Meinungen über etwas von mir gehörtes hier schreibe, ob im Thema "Welches Hörspiel hört..." oder im Serien Thread oder ein einzelnes Thema über das Gehörte aufmache. Ich gebe zu das ich mich meist etwas oberflächlicher halte, habe aber auch nicht den Anspruch an mich gleich eine Rezension zu verfassen.
      Und was passiert, oft gibt es keinerlei Kommentare.
      Warum? Hat niemand das Hörspiel außer mir oder von einem anderen Verfasser, gehört? Oder besteht einfach kein Interesse an einer Diskussion?
      Ich glaube häufig ist zweit genanntes der Grund.
      Themen wie "Streaming", "Illegale Downloads" und ähnliches scheinen sich einfach größerer Beliebtheit zu erfreuen, obwohl es dort immer wieder um die gleichen Dinge geht, und wenig um Inhalte. Hier kann halt auch mal draufgehauen werden auf den anderen. Das scheint meistens doch mehr Spaß zu machen. Ich lese diese Art Themen jedenfalls nur Oberflächlich. Dauert einfach zu lange :( .
      Ich wünsche mir einfach viel mehr Diskussionen. Und Themen gibt es auch dafür zu Hauf.
      ;) Und wer meint es gibt keine Thmen dazu, sollte doch einfach mal selbst welche verfassen.

      Akita Takeo schrieb:

      Themen wie "Streaming", "Illegale Downloads" und ähnliches scheinen sich einfach größerer Beliebtheit zu erfreuen, obwohl es dort immer wieder um die gleichen Dinge geht, und wenig um Inhalte.


      Das stimmt so nicht. Denn die Dinge entwickeln sich ja, es gibt immer wieder was neues und neue User haben auch andere Ansichten und auch Inhalte sind gefragt.

      Der Ascan kann ja ruhig neben seinem Hauptthema mal was eigenes anstossen.... :saint:
      @Ascan von Bargen: Das geht nicht nur Dir so. Was die Diskussionswünsche angeht, eine Mini-Polemik ...
      • Um über ein Hörspiel zu diskutieren, müssen folgende Dinge zusammen kommen: (a) genug Leute, die's gehört haben und (b) davon noch genug Leute, die drüber Diskussionsbedarf haben.
      • Die Hörspiele, die (a) erfüllen -- idH Jugenddetektivhörspiele und Groschengrusel -- bringen allerdings oft nicht die inhaltliche Tiefe mit, die dann (b) auslöst. Welchen Diskussionsbedarf lösen Schilderungen von "klaffenden Wunden" und "zerfetzten Herzen" und lange Kampfszenen mit Monstern aus?
      • Hörspiele, die die Tiefe für (b) mitbringen, haben dagegen einfach nicht genug Leute gehört.
      Erklärt's das?
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
      Schön, das hatte ich wohl überlesen.
      Aber Tatsache ist halt trotzdem, und das wollte ich mit dem oben geschriebenen ausdrücken, das trotz Anstrengungen kaum mal wirkliche Diskussionen zu einem einzelnen Hörspiel aufkommen.
      Dafür hat die Streitkultur hier einen hohen Stellenwert bei einigen.
      Nein, Fader, das erklärt es nicht, weil da c) fehlt: Gleichzeitiges bzw. zeitnahes Hören. Aber jeder hat halt sein eigenes Hörprogramm und die Blockbuster, die jeder sofort hört, fehlen halt. OK, bei The Cruise II im Oktober wird das wohl klappen, aber das ist halt die Ausnahme.

      Ansonsten seid ihr alle eingeladen, meine Reise zur schwarzen Sonne mitzumachen. Und wieso hat noch keiner die neue Mindnapping gehört? Frisch ans Werk!

      Mein Vorschlag: Nicht rumjammern, dass zu wenig diskutiert wird, sondern die aktuellen Hörspiele in Diskussion aufgreifen (es sind alles andere als wenig), hören und mitreden.
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität
      Kopie aus einem anderen Thread:

      Markus0815 schrieb:

      Manche Sachen höre ich tatsächlich öfters aber trotzdem vergess ich immer viel.... Für eine Diskussion müsste man das wirklich zeitnah nochmal hören... Und dafür fehlt mir dann die Lust, nur dafür zu hören.

      Ich :

      Genau - oder aber auch die Zeit.

      zB Sash hört jetzt alles Nach mir, so kann ich gar nicht direkt auf alle seine Folgenmeinungen eingehen
      oder bei Sherlock Holmes Phantastik gibt es einige, die wegen meiner Empfehlung nachträglich auch gehört haben - aber auch da müsste ich noch mal nachhören, um detailiert mitreden zu können.
      oder auch ich höre Dinge erst postum - wie zB ANNE.

      Durch diese ganzen zeitlichen Verschiebungen wann jemand was hört, wird es schwer da Richtig was aufkommen zu lassen.
      Desweiteren sind auch viele Schreibfaul oder aber haben auch generell kein Interesse an bestimmten Serien, Reihen oder Einzelnen

      Das macht einen Wirklichen inhaltlichen Austausch recht schwer ....

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      Pig Hoschi aka Cerebral-Bulimie
      Aus meiner Sicht haben @Fader und @Chris die drei entscheidenden Punkte genannt, die für eine vertiefende inhaltliche Diskussion hier im Forum über Hörspiele notwendig sind. Wobei ich den Aspekt des "zeitgleichen oder zeitnahen" Hörens für den zentralen Punkt halte.

      Im Gegensatz zu Kinofilmen, die sich das Gros der Diskutierenden meist innerhalb der ersten 10 bis 14 Tage nach Anlaufen anschaut, haben Hörspielfans ein sehr heterogenes Tempo. Manche kaufen und hören gleich nach VÖ, während andere vielleicht zügig kaufen, dann aber mit dem Hören aus unterschiedlichen Gründen warten. Wiederum andere haben ein Hörspiel schon gestreamt, während manche noch darauf warten, es geliefert zu bekommen. So baut sich nur sehr langsam jene kritische Masse an Hörern auf, die daran interessiert sind, sich in eine detaillierte Erörterung eines Hörspiels zu stürzen. Und wenn es dann soweit ist, haben manche schon keine Lust mehr, sich mit der Produktion auseinanderzusetzen, weil sie in ihren Augen ein "alter Hut" ist und vielleicht auch schon neue Folgen erschienen sind. Und dann kommt deshalb eine Diskussion nicht mehr zustande, obwohl nun die kritische Masse an Leuten da wäre.

      Aber gleichzeitig ist es ja aber auch so, dass jeder hier eine solche Diskussion über ein bestimmtes Hörspiel starten kann. Vielleicht käme es einfach mal auf einen Versuch an...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „SciFi Watchman“ ()

      Entschuldigt die fehlenden Umlaute: Bin im Urlaub in Asien....

      Das Hoerspiel ist ein Produkt mit dem Nachteil, was jede Musik-CD hat, oder was jedes Auto hat: Es ist ein "Kommen und ein Gehen". Heisst: Die Wahrscheinlichkeit, dass man im Internet Threads findet ueber Nutella und wie Nutella schmeckt und wann man ueberall Nutella isst und wo man es frueher gegessen hat ist sehr gross. Weil es ein und das selbe Produkt seit Jahren gibt und von Generationen gekauft wird, ohne dass sich die Rezeptur veraendert hat.

      Die Wahrscheinlichkeit, dass man ueber den Superpapagei inhaltlich diskutiert ist ebenso gegeben: Generationen (muss man schon fast sagen) haben das Teil im Kindes- und Erwachsenenalter gehoert. Und noch heute steht ein und dasselbe Produkt nahezu unveraendert in einem Regal bei Saturn oder Media Markt und kann noch immer gekauft werden.
      Heutige Hoerspiele erscheinen, 10 Hoerer die das zeitnah gehoert haben diskutierten ein wenig und oberflaechlich darueber und schon erscheint eine andere Serie und das Teil geraet langsam in Vergessenheit. Bis ein User irgendwann mal anregt darueber zu diskutieren und zack: Keiner hat die Muse und Zeit sich damit (erneut) intensiv zu befassen.

      Es finden schon noch genuegend Diskussionen ueber Hoerspiele statt. Und was einem an einem Hoerspiel gefaellt oder nicht gefaellt. Aber tiefgruendig ueber Charaktere im Hoerspiel zu diskutieren findet kaum noch statt. Und ja: Es gibt noch Hoerspielserien mit Niveau. Nur hoeren viele das Niveau nicht heraus. Ich habe im Urlaub die Moeglichkeit gehabt jeden Abend zwei Hoerspiele von FAITH VAN HELSING zu hoeren. Intensiv ueber Kopfhoerer und ohne Ablenkung. Ich hoerte Dinge heraus, die ich definitiv beim Nebenbeihoeren nicht bemerkt hatte. Da wird in Folge 40+ urploetzlich mit einem wichtigen Satz Bezug genommen auf Folge 23. Oder urploetzlich erfaehrt man in einer hohen Folgenummer ohne dass es aktiv genannt wird, warum ein Charakter so heisst wie er heisst. Z.B. hatte ich beim ersten hoeren der Serie "ueberhoert", warum Daniel Drake eigentlich Drake heisst: Laesst man von Drake das "e" weg, heisst es "Drak". Wenn man nun den Restnamen "Drak.." mit der Region "Transilvanien" in Verbindung bringt kann man sich schon denken, wessen Sohn er ist.

      Was ich sagen will: Nicht nur Faith, auch andere Serien bringen noch hohes Niveau mit, nur wird vielen Serien "Trivialitaet" unterstellt. Auch ein Grund ueber fehlende Diskussionen zur jeweiligen Serie.
      Ist der immer weniger werdende Meinungsaustausch nicht auch ein bißchen der aktuellen Zeit geschuldet, in der es dank Stream einfach geworden ist sich sehr schnell selber ein Bild vom Hörspiel zu machen? Durch den Stream wird auch das Angebot gleichzeitig zur Verfügung stehender Hörspiele immer größer, und vielleicht wird dadurch soviel konsumiert, dass man einfach nicht mehr zum Schreiben kommt? Es wird vielleicht auch immer schneller hintereinander, statt konzentriert weniger gehört. Wenn ich mir in einer Woche viele Hörspiele per Stream anhöre, dann verblasst bei mir der Eindruck der zuerst gehörten Hörspiele mehr und mehr. Vielleicht sollten wir wieder dazu über gehen und weniger Hörspiele, dafür aber konzentrierter anzuhören. Aber, da wären wir dann auch wieder bei dem Thema Überangebot bei Hörspielen und dass es immer weniger richtige Hörspiel"Fans" (die dies als Hobby betreiben) gibt. Die normalen Hörer starten höchstens mal einen Meinungsaustausch über Amazon, aber nicht in Foren. Und, die übrig gebliebenen Fans kommen mit dem Hören gar nicht mehr nach. Wo bleibt da noch Zeit für einen Meinungsaustausch?
      Hm, ich habe jetzt mal ein wenig überlegt, wie's bei mir so steht.
      In der Regel höre ich ein Hörspiel pro Tag. Einmal in der Woche schreibe ich zu den gehörten eine kurze Meinung im "zuletzt gehört"-Faden. In den wenigsten Ausnahmen geht's auch mal tiefer in einen (bereits erstellten) Faden zum Hörspiel direkt. Warum das so ist? Hm, vielleicht Bequemlichkeit, ja. Allerdings spielt auch der Zeitfaktor eine Rolle. Meist schaffe ich es, hier und da ein wenig zu tippen, ohne dass es mich zu lange "aufhält". Für tiefergehende Analysen fehlt mir häufig einfach die Zeit.
      Wenn ich mehr zu einem Hörspiel schreibe, dann im Normalfalle nur, wenn's mich wirklich weggehauen hat oder wenn's für mein Empfinden äußerst schundig war.

      Generell findet man aber auch in den Fäden zu Serien oder Reihen gute und eine gewisse Anzahl an Rückmeldungen zu einzelnen Folgen. Da muss man halt nur etwas suchen...
      Alles über unsere Produktionen findet ihr auf rrr-audiovisuelle-medien.de.

      Findet uns auf Facebook unter https://www.facebook.com/RRRAudiovisuelleMedien.
      Sehr viel Wahres wurde hier bereits geschrieben. Ich für mich bin zu folgendem Ergebnis gekommen:

      Ein Meinungsaustausch über Hörspiele findet in meinen Augen in sehr großer Zahl statt. Wahrscheinlich ist der Hörspieltalk das deutschsprachige Forum in dem am meisten über Hörspiele diskutiert wird. Aktuelle Themen wie Spotify & Co, die die Forenlandschaft und die Hörspielbranche beschäftigt, zähle ich zum Meinungsaustausch über Hörspiele hinzu, weil Diskussionen über Labels, Vertrieb, Medien usw. im entferntesten Sinn auch mit Hörspielen zu tun haben und man diese nicht steril von einander trennen kann. Man bemerkt dies oftmals in den diversen threads, wo es gar nicht so einfach ist on-topic zu bleiben, weil "vieles mit vielem zusammenhängt" und man leicht vom 100sten ins 1000ste kommt.

      Anders sieht es mit dem Austausch über spezielle Hörspiel-Inhalte aus. Hier werden zwar auch Tag für Tag Meinungen zu Hörspielen und deren Inhalten gepostet, aber ganz ohne einem ganz großen "Aufhänger", wie "Erhardt löst Döring als Regisseur ab - Macht Erhardt in dieser Folge einen besseren oder schlechteren Job als dies Döring getan hat?" verlaufen diese Folgen sehr rasch im Sande. Warum ist dass jetzt der Fall? Dazu haben wir bereits 2011 in folgendem thread Wenig Inhalt — wenig Diskussion? diskutiert.

      Damals habe ich folgendes geschrieben, dass für mich auch heute noch Gültigkeit besitzt:

      ​DieDiskussionen über Hörspiele haben sich auf übergeordnete Sachverhalte verlagert. Diskussionen und reger Meinungsaustausch findet also statt. Aktuell mehr denn je. Darüber hinaus ist jeder selbst eingeladen, über Inhalte zu bestimmten Hörspielen zu diskutieren und entsprechende threads zu starten. Eines ist jedoch klar - spezifische Themen, wie Inhalte zum Hörspiel xy können nur jene zum mit diskutieren ermutigen, die dieses Hörspiel auch besitzen. In Zeiten, in denen eine Vielzahl an Hörspielen veröffentlicht werden, sinkt die Zahl derer, die ein bestimmtes Hörspiel auch gehört haben. In Zeiten als Internet und Hörspielforen noch sehr jung waren, die VÖs nur sehr spärlich waren und man dank des Internets endlich Gleichgesinnte trafen, gab es noch wirklich sehr viel Gesprächsbereitschaft. Trotzdem würde ich jetzt nicht sagen, dass Inhalte über ein bestimmtes Hörspiel verstärkt diskutiert wurden.


      Wie meine Mutter zu sagen pflegt "Wenn man alt genug wird, dann erlebt man viele Dinge immer wieder von Neuem". Auch der Wunsch nach mehr "Inhaltlichen Diskussionen " ist fast so alt wie die Hörspielforen selbst. Wenn manche meinen früher wurde mehr über den Inhalt von Hörspielen gesprochen, dann stimmt dies, aber auch nur zu einem Teil. Ende der 90iger hat sich gerade erst eine neue Hörspiel-Community gefunden. Wir waren alle fasziniert darüber, dass es auch noch andere gibt, die Hörspiele hören, Hörspiele sammeln und sich damit auseinander setzen. Damals war die Gesprächsbereitschaft sehr hoch. Man hatte noch viel zu sagen und schreiben, weil man vieles noch nie gesagt und geschrieben hat. Dass ist heute natürlich anders. Damals war es auch noch Gang und Gäbe, dass man Hörspiele nicht 1x gehört hat sondern zig fach. Wie schon in einem anderen thread geschrieben, kennt man seine Lieblinge der Hörspielkassettenzeit in- und auswendig. Da weiß man jedes kleinste Detail in einem Hörspiel, kann selbst Rollen ohne sie jemals auswendig gelernt zu haben, sprechen und sogar jede Betonung sitzt genau wie im Original. In dieser Foren-Anfangszeit, die für mich besonders durch das wunderbare und liebenswerte "MARITIM-Forum" von Carsten Hermann geprägt war, konnte man, trotz für heutiger Sicht steinzeitlicher Forentechnik über Gruselserie, Larry Brent & Macabros, MARITIM-Klassiker oder die tollen ??? plaudern und sich inhaltlich sehr tief gehend unterhalten. Aus dieser Zeit entstand zum Beispiel auch die Fanseite der EUROPA-Gruselserie gruselseiten.de/ . Obwohl es sich um eine seichte und triviale Serie gehandelt hat, so wurde dort wirklich alles an Informationen zusammen getragen, was zum zusammentragen überhaupt geht. Und viele Fans haben dazu beigetragen. Legendär die vielen Fehler, die angeführt werden oder die vielen Kommentare zu den einzelnen Folgen. Könnt ihr euch solche Seiten heute zu einer Serie vorstellen? Beschäftigt sich heute überhaupt noch jemand so intensiv über mehr als einem Jahrzehnt (!!!) mit einer einzigen Hörspielserie? Heute nimmt sich niemand mehr die Zeit sich so intensiv mit einer Serie auseinander zu setzen und sie auch 100x anzuhören. Ich nehme mich da auch gar nicht raus. Ich habe die bekanntesten Serien der Kassettenkinderzeit sicher mindestens 30x gehört. Von den neuen Serien ist mein herausragender Liebling sicher O23, dass ich jetzt 5x am Stück gehört habe. Aber so intensiv wie Gruselserie, Larry Brent, Macabros, Dämonenkiller, Fünf Freunde, die 30 Folgen ??? um nur einige zu nennen, höre ich heute nicht mehr. Was hat dies jetzt mit dem Meinungsaustausch zu tun?

      Ein Hörspiel, das man in und auswendig kennt, kann man bis ins kleinste Detail diskutieren. Ein Hörspiel, das man einmal hört und dann geht man sofort zum nächsten nächsten über verblasst sehr rasch, der Fokus geht sofort woanders über, der Inhalt wird zwar vielleicht komplett wahrgenommen (bei mir wie geschrieben leider nicht immer), aber die vielen kleinen Details über die es sich aber inhaltlich zu diskutieren lohnen würde, kommen gar nicht richtig zur Geltung. Wie schon in meiner Kolumne geschrieben, man hetzt von einem Hörspiel zum nächsten, die Eindrücke gehen rasch verloren. Jetzt startet jemand einige Zeit später eine inhaltliche Diskussion über dieses Hörspiel und man selbst kann dann nur mehr mitteilen, dass es einem gefallen hat (oder nicht) und relativ belanglose Floskeln darüber schreiben, die Feinheiten, die eine solche Diskussion richtig spannend machen würden, hat man schon längst vergessen. Darüber hinaus empfinde ich den thread Welches Hörspiel/Hörbuch hört ihr gerade ... zwar immer sehr interessant weil man sich einen Überblick schafft was andere hören und man selbst bekommt vielleicht einen Gusto dieses und jenes auch zu probieren, für einen inhaltlichen Austausch ist es aber ungeeignet. Wenn ICH den Wunsch habe über ein bestimmtes Hörspiel xy zu diskutieren, dann finde ich es nur schwer in diesem thread und kann auch nicht an der Meinung des letzten der darüber gepostet hat, anknüpfen. Da finde ich Rez-threads oder Threads über Hörspiele bzw. Hörspielserien besser, wobei letztere im Falle von Sinclair oder auch Lady Bedfort manchmal schon wieder zu unübersichtlich. Weiters ist natürlich auch der Zeitpunkt des Hörens von großer Bedeutung. Eine lebhafte Diskussion wie jetzt über spotify wo sich gleich viele verschiedene Talker/innen anschließen (können), wird über eine Serie oder ein bestimmtes Hörspiel selten entstehen (außer es gibt, wie oben skizziert den berühmten "Aufhänger" und viele haben sich deshalb das Hörspiel angehört). Jeder hört das Hörspiel zu einem anderen Zeitpunkt und schildert im besten Fall dann seinen Eindruck. Dadurch entsteht für den threadstarter oft der Eindruck, dass niemand an einem Austausch interessiert ist. In Wahrheit kommt eine Antwort erst in einer Woche und die nächste Antwort in 10 Tagen und so sammeln sich inhaltliche Meinungen nur langsam. Außerdem habe ich den Eindruck, dass sich viele denken, dass das gehörte Hörspiel ohnehin nicht mehr "aktuell" ist, da poste ich meine Meinung nicht in einem speziellen thread (weil die letzte Antwort Wochen, Monate oder gar Jahre zurück liegen) sondern im "was ich zuletzt gehört habe" thread oder aber gleich überhaupt nicht mehr. Dadurch entsteht dann der Gesamteindruck, dass ein Meinungsaustausch nicht erwünscht ist. Dem ist jedoch nicht so. Sondern ein gleichzeitiger Meinungsaustausch ist oft nicht möglich. Und einfach einen thread über Jahre hinweg mit inhaltlichen Meinungen zu füllen, ist für viele, wahrscheinlich auch unserer schnelllebigen Zeit geschuldet, nicht erwünscht.

      Abschließend möchte ich noch schreiben, dass wir hier natürlich ein "allgemeines Hörspielforum" haben, in dem man über so viele threads diskutieren kann und in dem so viele verschiedene Hörspielfans mit so vielen verschiedenen Anschauungen, mit teilweise konträrem Hörverhalten und mit unterschiedlichsten Lieblingshörspielen haben, dass einzelne Serien da natürlich in der Masse untergehen. Hier sind Fanforen von bestimmten Labels oder Serien sicher eine bessere Alternative. Früher wurde im phantastischen Forum für Sinclairfans perfekt über Sinclair mit vielen inhaltlichen Details diskutiert, im TSB-Forum gibt es wunderbare Themen über Tonstudio Braun Hörspiele, Experiment Stille bietet für Gabriel Burns Fans viele Möglichkeiten um sich inhaltlich auszutauschen. Und die für mich wirklich tolle Hörspielgemeinschaft in der AMADEUS-Loge bot tolle threads über die Serie, die eine große inhaltliche Tiefe bieten konnte. Ich weine immer noch nach, dass diese Loge geschlossen wurde. Denn dieses Forum hätte das Zeug gehabt noch Jahre nach Beendigung der Serie tolle und tiefgreifende inhaltliche Diskussionen über die Serie zu liefern. Und für manche Serien muss man sich Zeit nehmen, sie oft hören um damit auf tolle neue Erkenntnisse zu stoßen. Dies funktioniert aber nicht durch die "ich hetzte von einem Hörspiel zum nächsten Hörspiel" Mentalität.

      Nachdem ich Streamingdienste in letzter Zeit und auch in diesem thread kritisiert habe, so muss man was inhaltliche Diskussionen betrifft, diese auch positiv erwähnen. Dadurch, dass Hörspiele nichts mehr kosten und man sie rund um die Uhr hören kann, sehe ich hier auch die Chance, dass man (wie Chris bereits einmal mit den Holmes Phantastics initiiert hat) sich ausmacht ein bestimmtes Hörspiel fast Zeit gleich zu hören und relativ bald danach eine inhaltliche Diskussion anstösst. Man könnte diesbezüglich durchaus eine Aktion im Sinne von "Das Hörspiel der Woche" starten und sich nachdem hören treffen und dieses gemeinsam ausdiskutieren.

      So, genug geschrieben - Danke fürs lesen (wer es bis zum Ende durchgehalten hat ;) )

      Markus G. schrieb:

      Man könnte diesbezüglich durchaus eine Aktion im Sinne von "Das Hörspiel der Woche" starten und sich nachdem hören treffen und dieses gemeinsam ausdiskutieren.

      Das erinnert mich an eine schöne Kolumne von Meike Winnemuth aus dem Stern 17/2015



      Meike Winnemuth schrieb:

      Ist gerade ganz schlecht
      Man müsste sich unbedingt mal wieder sehen – aber bitte nicht jetzt! Wir
      haben so viel Zeit wie nie und beklagen doch hektisch ihren Mangel.
      (...)

      Quelle und vollständiger Artikel: stern.de/panorama/winnemuth-ko…erabredungen-6201558.html
      Ein weiteres Problem ist aus meiner Sicht dass man auch sehr schnell den Zorn von Produzenten auf sich zieht, wenn ein Hörspiel nicht hoch bejubelt wird/ konstruktive Kritik geübt wird.
      Ich persönlich habe daher gar keine Lust mehr eine ganze Palette von hörspielen überhaupt noch zu konsumieren.
      Traditionen sind wie Teller


      da um zergebrochen zu werden

      Markus0815 schrieb:

      Ich wollte ja mal eine Diskussion über MindNapping 9 starten, das Ding hätte es wirklich nötig. Ich habe das auch noch im Hinterkopf und werde das noch in 2015 mal tun. Wer mitdiskutieren will, kann ja schon mal reinhören!


      Warum nicht?
      wer Es nicht kennt kann ja mal reinhören
      open.spotify.com/album/4rHWFMGPX60O5ssc1NkyaG

      Ich kenne es nicht aber die reihe ist auch nicht meins.
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.

      Markus0815 schrieb:

      Ich wollte ja mal eine Diskussion über MindNapping 9 starten, das Ding hätte es wirklich nötig. Ich habe das auch noch im Hinterkopf und werde das noch in 2015 mal tun. Wer mitdiskutieren will, kann ja schon mal reinhören!


      Da kommt mir die Idee: Man koennte ja mit Termin arbeiten?! Man gibt Interessenten 7 Tage Zeit zum hoeren und startet dann den Thread dazu, oder? Klingt vielleicht doof, waere aber eine Loesung.

      audioroman.de schrieb:

      Da wird in Folge 40+ urploetzlich mit einem wichtigen Satz Bezug genommen auf Folge 23.

      Richtig. ABER:
      Selbst wenn man aufmerksam jede Folge hört / gehört hat ....
      wieviel Zeit, ist - (in deinem Bsp. 23 - 40+) - von der einen bis zur anderen Folge vergangen ? - Ein paar Jahre ?/!
      Man müsste also mehr oder weniger alle Serien regelmäßig immer wieder komplett durchhören .....
      Kann man machen, aber wenn ich mein ganzes Hören einzig einer Serie widme, kann ich mir alles andere sparen.
      Und ich habe wie gesagt schon jede Serie mehrfach gehört, aber alles geht nun mal auch bei mir nicht
      Organisation ist zwar alles, aber selbst da hat der Tag nur 24 Std.

      Ein möglicher Lösungsweg wäre evtl., dass man sich erst alle Folgen einer Serie kauft bis sie eingestellt oder abgeschlossen ist und erst dann alles am Stück hört.
      Aber auch dies ist eher rein theoretisch. ^^





      @ 0815 : :thumbsup:

      Sowas ähnliches hat es in der Tat am Anfang eines Labels und dessen Reihe gegeben und in zwei Foren wurde jedes mal aufgefordert Beiträge lückentextartig zu editieren, sonst gäbe es Ärger ....
      Hinterher konnte man drüber lachen :D , aber zu dem Zeitpunkt war das echt albern und nervig :rolleyes: ...... :whistling:
      #
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