Ein Job wie jeder andere - RRR Akustik

      Gut Ding braucht Weile, ich hatte die letzten Monate so viel um die Ohren (hörspieltechnisch und anders auch), dass ich erst letzte Woche das Hörspiel bei dark_clouds bestellt habe. Zu meiner großen Überraschung kam heute mein Packerl von RRR an. Das ging richtig flott. So habe ich heute gleich einmal in den dritten Keller rein gehört und mir auf meiner Fahrt zur Arbeit "Ein Job wie jeder andere" angehört.
      Das Hörspiel ist wirklich Klasse geworden. Und es ist kein Vergleich zum "dritten Keller", bei dem ich aber nur rein gehört habe. Diese Produktion ist ein absolut professionelles Werk, dass sich, wie LskH richtig schreibt, vor keinem anderen Label zu verstecken braucht. Das kühle blau der CD und Teile der Hülle steht in krassem Gegensatz zum Coverbild. Das Bild lässt einem schon erahnen was einem erwartet und dass es sich hier um ein Hörspiel für Erwachsene handelt. In dem Zusammenhang würde ich sogar meinen, dass die "ab 16 Jahre" zu niedrig gegriffen sind. Das Cover ist, wie schon einmal in diesem thread gepostet, sehr mutig, hat etwas trashiges in Richtung eines B-Movie Plakats, kann aber durchaus gefallen. Was ich aber nicht verstehe bzw. eigentlich als Fehler erachte, ist,
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      dass sich Katja fast nackt auf ihrem Opfer räkelt und es aussieht, als ob sie sich sexuell stark von Thomas angezogen fühlt. Dies passt nicht zum Inhalt.

      Das Hörspiel ist klasse, die Geschichte lässt mich mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Seit Fragmente beim Hörplanet ist mir kein so hartes Hörspiel unter die Ohren gekommen. Hart deshalb, weil es in meinen Ohren auf Grund der wirklich guten bis beeindruckenden Sprecherleistungen und der Geräuschkulisse auch sehr realistisch daher kommt. Ich bin kein Freund von detaillierter Gewaltdarstellung und mag auch keine Folterszenen. Von daher muss ich ehrlich sein, dass ich dieses Hörspiel nicht genießen konnte. Aber es war spannend. Die Entwicklung von Katja
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      von harter Profikillerin hin zu einem Menschen, der doch Gefühle hat und der das Erlebte und sein eigenes Verhalten erst einmal verdauen muss.
      passiert in kleinen Schritten. Als Hörer fiebert man mit allen Beteiligten mit. Es ist schwer sich auf eine Person als Guten oder Schlechten einzustellen. Natürlich habe ich mir während des Hörens ständig (die) Frage(n) gestellt
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      hat Thomas nun das Verbrechen begangen oder nicht. Und auch das Ende lässt einem hier ziemlich ratlos zurück. Genau so wie es der Killerin geht.
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      Ich muss auch zugeben, dass ich gegen Ende hin immer mit einer Überraschung gerechnet habe. Diese ist jedoch nicht in großer Art und Weise eingetroffen (wie dass Katja beim Aufräumen den Beweis für die Schuld oder Unschuld von Thomas findet). Aber unterschwellig und sehr fein gab es dann doch für mich 2 Überraschungen. Einerseits das Verhalten des Auftraggebers, der auf Grund seiner fast lüsternd nach Details winselnden Art, sich selbst in ein anderes Licht stellt (keine Spur mehr vom verzweifelten Vater zu Anfang hin) und dem Hörer wie auch vielleicht Katja Zweifel kommen und andererseits Katjas Weinkrampf am Ende der Geschichte. Eine Ungereimtheit im Verhalten von Katja ist mir aufgefallen. Katja gibt sich von Beginn weg sehr professionell und gefühlskalt. Von daher verwundert es mich als sie im Haus selbst diese Gefühlskälte plötzlich ablegt und in meinen Augen sehr emotionell von einem Yuppie-Schwein spricht. Hier verlässt sie ihre nüchterne und sachliche Ebene und bringt zum ersten Mal persönliche Gefühle und Werte ins Spiel. es mag sein, dass dies auch ein Teil ihrer Persönlichkeitsentwicklung in diesem Hörspiel sein soll, aber zu diesem Zeitpunkt gab es für mich noch keinen Grund gefühlsbetont zu reagieren.


      Ein in meinen Augen sehr gut gemachtes Hörspiel, das mir aber auf Grund der Thematik nur bedingt gefallen hat. Ich bereue es aber in keiner Weise es gekauft zu haben und ich würde mir wohl auch einen zweiten Teil kaufen. Hier würde es sich durchaus anbieten, denn es gäbe einige Ansatzpunkte wo man wunderbar anschließen könnte und die Geschichte, von der wir nur einen Ausschnitt kennen, fertig erzählen kann. Passend zum Hörspiel würde ich schreiben, dass dies (K)ein Hörspiel wie jedes andere ist und von daher aus der grauen Hörspielmasse bunt heraussticht. Wer mit Gewalt in Hörspielen nichts anfangen kann, der sollte die Finger davon lassen. Wer gerne ausloten möchte, was für ihn in einem Hörspiel noch tragbar ist oder nicht bzw. wer gegenakustische Gewaltdarstellungen nichts auszusetzen hat, dem möchte ich dieses Hörspiel ans Herz legen. Er wird nicht enttäuscht sein. Es zeigt auch, dass nicht nur die großen Hörspiel-Labels interessante Hörspiele machen können, sondern im Gegenteil, gerade kleine Labels wie RRR haben Mut solche Stoffe zu vertonen, die sonst kein anderer Verlag berücksichtigen würden und sorgen damit für frischen Wind und Abwechslung. Das tut der Branche gut. Die nächsten Hörspiele von RRR werden gekauft!
      Hallo Markus,

      vielen lieben Dank für deine positive Rückmeldung zum Hörspiel! Ich werde zu ein paar Dingen, die du angesprochen hast, noch etwas schreiben. Here we go:

      Markus G. schrieb:

      Das Cover ist, wie schon einmal in diesem thread gepostet, sehr mutig, hat etwas trashiges in Richtung eines B-Movie Plakats, kann aber durchaus gefallen. Was ich aber nicht verstehe bzw. eigentlich als Fehler erachte, ist,
      *Spoiler*

      Stimmt, es ist... sagen wir mal: relativ lax im Umgang mit der Geschichte. Der Künstler ist in diesem Fall seinem Stil treu geblieben. Es ist aber noch harmloser als seine "Ergüsse" für Caligula, zum Beispiel ;) .

      Markus G. schrieb:

      Hart deshalb, weil es in meinen Ohren auf Grund der wirklich guten bis beeindruckenden Sprecherleistungen und der Geräuschkulisse auch sehr realistisch daher kommt.


      Das freut mich zu hören! Allgemein wurden die Leistungen der Beteiligten ja sehr positiv gesehen - was mich sehr freut, da sie tatsächlich sehr toll gearbeitet haben. Das lässt natürlich für die Zukunft hoffen, denn so einige weitere Hörspielrollen haben wir ja noch mit denselben, aber auch neuen Leuten bestückt ;) . Die Geräuschkulisse ist übrigens fast ausschließlich aus Originaltönen entstanden. Ich glaube, insgesamt sind fünf Töne dazugekauft, der Rest händisch erstellt.

      Markus G. schrieb:

      Es ist schwer sich auf eine Person als Guten oder Schlechten einzustellen.


      Japp, das war das - für mich - spannende hinter der Geschichte. Jede Person hat ihre guten und schlechten Seiten,
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      vor allem sind viele Eindrücke, Schilderungen und "Tatsachen" nur erzählt - es ist also nicht klar, ob der jeweilige Erzählende die Wahrheit erzählt, oder sich etwas zurecht lügt. Die Charaktere müssen mit diesen Infomationen umgehen und abwägen, wie weit sie diese glauben, ebenso der Hörer.

      Es sollte am Ende klar werden, dass jede Medaille zwei Seiten hat, um's mal bildlich darzustellen.

      Markus G. schrieb:

      Eine Ungereimtheit im Verhalten von Katja ist mir aufgefallen. Katja gibt sich von Beginn weg sehr professionell und gefühlskalt.


      Ich würde es eher als zynische Bemerkung sehen, aber da will ich dich nicht überreden ;) .

      Markus G. schrieb:

      Ich bereue es aber in keiner Weise es gekauft zu haben und ich würde mir wohl auch einen zweiten Teil kaufen. Hier würde es sich durchaus anbieten, denn es gäbe einige Ansatzpunkte wo man wunderbar anschließen könnte und die Geschichte, von der wir nur einen Ausschnitt kennen, fertig erzählen kann.


      Mal schauen, mal schauen, ob und was passieren wird ;) ...

      Markus G. schrieb:

      Es zeigt auch, dass nicht nur die großen Hörspiel-Labels interessante Hörspiele machen können, sondern im Gegenteil, gerade kleine Labels wie RRR haben Mut solche Stoffe zu vertonen, die sonst kein anderer Verlag berücksichtigen würden und sorgen damit für frischen Wind und Abwechslung. Das tut der Branche gut. Die nächsten Hörspiele von RRR werden gekauft!


      Das geht natürlich runter wie Öl. Und ja, wir wollen schon eine Bereicherung darstellen und wie z. B. Ohrenkneifer einfach mal etwas anderes machen - natürlich immer in einem gewissen Rahmen, denn irgendwer muss die Titel ja auch kaufen und nach Möglichkeit mögen. Auch wenn die nächsten beiden Titel eher wieder "konventionellere" Kost darstellen - sie werden schon sehr schöne Unterhaltung bieten ;) ...
      Alles über unsere Produktionen findet ihr auf rrr-audiovisuelle-medien.de.

      Findet uns auf Facebook unter https://www.facebook.com/RRRAudiovisuelleMedien.
      ​Mal schauen, mal schauen, ob und was passieren wird ;) ...


      Das liest sich schon einmal sehr gut an. Ich bin mir sicher, dass @Dr. Armitage bereits etwas in seiner Schublade liegen hat, dass nur darauf wartet, vertont zu werden :D

      ​Auch wenn die nächsten beiden Titel eher wieder "konventionellere" Kost darstellen - sie werden schon sehr schöne Unterhaltung bieten ;) ...


      Das freut mich dann noch mehr :) Wann gibt es denn Infos dazu bzw. wann dürfen wir mit einer VÖ in etwa rechnen dürfen #piks# #winkewinke#

      Markus G. schrieb:

      Das freut mich dann noch mehr Wann gibt es denn Infos dazu bzw. wann dürfen wir mit einer VÖ in etwa rechnen dürfen


      Ich denke, im Februar werde ich die nächsten Informationen in unserem allgemeinen Faden hinterlassen :) .
      Alles über unsere Produktionen findet ihr auf rrr-audiovisuelle-medien.de.

      Findet uns auf Facebook unter https://www.facebook.com/RRRAudiovisuelleMedien.

      Markus G. schrieb:

      Zitat: „Mal schauen, mal schauen, ob und was passieren wird <img src="http://www.hoerspieltalk.de/wcf/images/smilies/wink.png" alt=";)" /> ...“

      Das liest sich schon einmal sehr gut an. Ich bin mir sicher, dass <a href="http://www.hoerspieltalk.de/index.php/User/835-Dr-Armitage/">@Dr. Armitage</a> bereits etwas in seiner Schublade liegen hat, dass nur darauf wartet, vertont zu werden <img src="http://www.hoerspieltalk.de/wcf/images/smilies/biggrin.png" alt=":D" />

      Zitat:…

      Ich arbeite bereits mit Hochdruck daran. :D Auf der Seite von RRR gibt es übrigens ein Interview mit mir mit etwas mehr Infos.
      Meine Hörspiel-, Film- & Buchrezensionen: Alltagshirngespinste
      Hier meine Gedanken zum Hörspiel:

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      Die Zutaten sind zwar aus diversen anderen Krimis bekannt, werden hier aber sehr gekonnt eingesetzt: Um sich für ein von ihm begangenes Verbrechen zu rächen wird eine Auftragskillerin auf Thomas Bergmann angesetzt. Nur: Je mehr sie ihn foltert und quält, damit sie vor seinem Tod ein Geständnis aufnehmen kann, umso mehr steigen beim Hörer die Zweifel, ob Bergmann wirklich so schuldig ist, wie es zu Beginn scheint. Aus dieser Grundidee entwickelt sich ein Thriller, der von der ersten bis zur letzten Minute gefangen nimmt und zu fesseln weiß.


      Die Dialoge wirken erst nicht so geschliffen, wie es möglich gewesen wäre, sind dafür aber über weite Strecken recht realistisch geraten und wirken (trotz Verzicht auf einen Erzähler) nur selten deskriptiv. Über diese Dialoge wird man als Hörer durch die Handlung geführt und muss nie überlegen, was gerade passiert. Das macht das Zuhören natürlich leicht. Die gute Nachverfolgbarkeit der Handlung ist auch insgesamt ein Pluspunkt der Produktion.

      Die Sprecher sind durch die Bank gut, wobei Katrin Daliot in der Hauptrolle ein Volltreffer ist. Ihre Art zu sprechen hat mich zum Teil an Franziska Pigulla erinnert. Dies weniger von der Klangfarbe als von dem Gespür für Dramatik her. Es macht richtig Spaß, ihr zuzuhören und darauf zu warten, welche Bosheit sie als nächste auspacken wird.

      Die Geräuschkulisse ist insgesamt überzeugend. Nicht gerade üppig, aber dafür klingt alles echt und das Sounddesign lenkt nicht von der eigentlichen Handlung ab. Nicht sonderlich gefallen hat mir der Einsatz der Musik wenn Katja während der 'Arbeit' das Radio anstellt. Ist aber wahrscheinlich nur persönlicher Geschmack, man kann das sicherlich so umsetzen.

      'Ein Job wie jeder andere' wurde hier im Forum ja mit 'Mord in Serie' verglichen. Das trifft es meines Erachtens allerdings nicht unbedingt, denn MiS spielt produktionstechnisch in einer anderen Liga. Auch sind die Handlungstwists bei MiS deutlich häufiger und stehen sehr viel mehr im Vordergrund. 'Ein Job wie jeder andere' hingegen lässt uns lange im Unklaren, was tatsächlich vorgefallen ist. Und der Twist am Ende ist nicht handlungsbezogen, sondern ein 'Charaktertwist'. Gibt es sowas überhaupt? Dieser geniale Einfall ist jedenfalls mit den Drehungen und Wendungen, die man sonst gewohnt ist, nicht zu vergleichen. Insgesamt ist 'Ein Job wie jeder andere' näher an (guten) Radiokrimis als an Vertretern der kommerziellen Hörspiel-Krimi-Schiene. Auch die Laufzeit von knapp unter einer Stunde geht in diese Richtung.

      Fazit: Sehr guter Krimi, überzeugend als Hörspiel umgesetzt. Nur das Cover finde ich immer noch scheußlich...
      Das Leben ist eine wilde Reise! Gefährlich! Unvorhersehbar! Voller Überraschungen - selbst wenn du es damit verbringst, irgendwo auf einem Stuhl an ein und derselben Stelle sitzen zu bleiben. (Walter Moers)

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      Stollentroll schrieb:

      Hier meine Gedanken zum Hörspiel:

      (Versteckter Text)

      Die Dialoge wirken erst nicht so geschliffen, wie es möglich gewesen wäre, sind dafür aber über weite Strecken recht realistisch geraten und wirken (trotz Verzicht auf einen Erzähler) nur…


      Hallo Stollentroll!

      Es freut mich sehr, dass dir das Hörspiel so gut gefallen hat! :) :)
      Meine Hörspiel-, Film- & Buchrezensionen: Alltagshirngespinste
      Ich habe mir das Hörspiel mittlerweile auch einmal angehört und eine Rezension dazu verfasst: querbeetblog.blogspot.de/2016/…audiovisuelle-medien.html

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „SciFi Watchman“ ()

      Sehr schöne Rezension @SciFi Watchman.

      ​Du sprichst Filme an, die ich gesehen habe. Abgesehen davon, dass ich dieses Genre über wie ne Karre Mist finde frage ich mich, ob du das Hörspiel besser/glaubwürdiger oder ähnliches gefunden hättest, wenn klar wäre, dass er das Verbrechen begangen hätte.
      Ich persönlich finde, dass es gerade dieses Nichtwissen ist, welches hier den Reiz des Hörspiels ausmacht.
      Das was ich etwas merkwürdig finde, ist der dann doch recht starke Gefühlsausbruch aufgrund der Zweifel von Katja am Schluss der Geschichte. Dies wird ihrem dargestellten Charakter nicht wirklich gerecht - außer sie macht das nach jedem Auftrag, bei dem sie nicht zu 100 % überzeugt ist, dass ihr Opfer es verdient hat.

      T-Rex schrieb:

      Das was ich etwas merkwürdig finde, ist der dann doch recht starke Gefühlsausbruch aufgrund der Zweifel von Katja am Schluss der Geschichte. Dies wird ihrem dargestellten Charakter nicht wirklich gerecht

      Das ist für mich der einzige wahre Kritikpunkt an dieser Story.
      Ich finde diese Szene extrem übertrieben und unglaubwürdig.
      Also selbst wenn Katja plötzlich vor Zweifel zusammenbricht,
      was für Charaktere in/bei diesem Metier eher ungewöhnlich ist,
      ist das für mein Empfinden schlecht inszeniert
      - eben sehr übertrieben / nicht glaubwürdig ...


      Ansonsten ist die Geschichte und die Umsetzung für mich wie gemacht :)
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      Negan : - What's your Name ?
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      Wenn Das Die Lösung ist , dann will ich das Problem zurück
      #
      " DU! DU! DU! "

      Pig Hoschi aka Cerebral-Bulimie

      T-Rex schrieb:

      ...frage ich mich, ob du das Hörspiel besser/glaubwürdiger oder ähnliches gefunden hättest, wenn klar wäre, dass er das Verbrechen begangen hätte.



      Wäre die Schuld oder Unschuld Bergmanns frühzeitig und eindeutig geklärt worden, hätte dies dem Hörspiel eine komplett andere Dynamik verliehen. Es hätte sich um eine erheblich konventionellere Geschichte gehandelt, da sie sich noch stärker als ohnehin schon an das Grundmuster jener R-a-R-Filme, die ich angesprochen habe, angelehnt hätte. Hätte das Wissen, ob Bergmann nun ein Mörder ist oder nicht, „Ein Job“ in meinen Augen zu einem besseren Hörspiel gemacht? Nein. Zu einem glaubwürdigeren Hörspiel? Nein. Es wäre ein anderes Hörspiel gewesen.

      Es wäre ( im Falle von Bergmanns Schuld) ein Hörspiel gewesen, bei dem es um die Frage geht, ob ein Vergewaltiger und Mörder jegliche Form von Folter und Qualen verdient hat oder ob es auch dafür Grenzen gibt. Im entgegengesetzten Falle wäre es ein Hörspiel gewesen, bei dem der Hörer hilfloser Zeuge der Folterung eines Unschuldigen geworden wäre. Das Hörspiel in seiner tatsächlichen Form mischt Aspekte aus beiden Versionen, die ich geschildert habe, und entwickelt daraus sein ganz eigenes Wesen. Und ja, dass offen bleibt, wie es nun wirklich um Bergmanns Schuld steht, ist ein reizvoller Aspekt der Story. Da bin ich ganz bei Dir. Der Punkt ist: Wäre dies ein Hörspiel über eine Pflichtverteidigerin in den USA gewesen, die vor Gericht um das Leben eines Mandanten kämpft, dem wegen Mordes die Todesstrafe droht und der am Ende auf dem elektrischen Stuhl landet, obwohl bis zum Ende erhebliche Zweifel daran bestehen, ob er wirklich der Täter war, dann wäre das einfach mehr meine Art von Geschichte gewesen.

      „Ein Job“ hat mich definitiv gepackt. Nur eben auf eine Weise, die mir nicht so angenehm war.

      SciFi Watchman schrieb:

      Es wäre ( im Falle von Bergmanns Schuld) ein Hörspiel gewesen, bei dem es um die Frage geht, ob ein Vergewaltiger und Mörder jegliche Form von Folter und Qualen verdient hat oder ob es auch dafür Grenzen gibt.


      Dann hätte man es, meiner Meinung nach, anders aufziehen müssen, denn Selbstjustiz (und das ist es ja nicht einmal) wird in keinem - zumindest in keinem normaldenkenden, System akzeptiert.

      Deinen Punkt mit der Pflichtverteidigerin finde ich da interessanter und auch glaubwürdiger. Da hätte man dann allerdings Katja und den Auftraggeber vor Gericht stellen müssen.
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