Kurzumfrage: Hörspiel oder Hörbuch?

      Kurzumfrage: Hörspiel oder Hörbuch?

      Eine Inszenierung mit mehreren Sprechern, Musik und Geräuschen ist für mich... 25
      1.  
        ...ein Hörspiel! Auch wenn es auf dem Layout anders beworben ist. (21) 84%
      2.  
        ...ein Hörbuch, wenn es auch als solches beworben wird bzw. aufgedruckt ist. (4) 16%
      Kurzumfrage, ohne große Diskussion. Ich will nur die Statistik wissen.
      "Auf Wiedersehen, aber es eilt nicht." (Rainer Brandt)
      Auch wenn du keine Diskussion wünschst, so fehlt mir aber dennoch was. Es gibt auch ein Zwischending. Nur weil mehrere Sprecher und Inszeniert, ist es nicht zwingend direkt ein HSP. Aber eben auch kein Hörbuch. Eben was dazwischen.
      Da es nur 2 Möglichkeiten gibt, habe ich "notgedrungen" mit HSP abgestimmt. Passt mir aber ehrlich gesagt nicht ganz.
      #
      Negan : - What's your Name ?
      Daryl : - Easy Street !
      #
      Wenn Das Die Lösung ist , dann will ich das Problem zurück
      #
      " DU! DU! DU! "

      Pig Hoschi aka Cerebral-Bulimie
      Naja, diskutieren im Sinne von verbalen Ausrutschern und Angriffe auf bestimmte Label sollen hier nicht das Thema sein. Aber die Abstimmung mit eigener Meinung unterstreichen darf man gerne.

      Bewusst gibt es nur zwei Antworten, wie so oft im Leben. ☺
      "Auf Wiedersehen, aber es eilt nicht." (Rainer Brandt)
      Gibt es wirklich nur zwei?
      "Eine Inszenierung mit mehreren Sprechern, Musik und Geräuschen ist für mich... "
      Es kommt drauf an! Wenn der Erzähler einen Anteil von ca 75 % hat, jeden Satz mit "sagte XY" kommentiert oder hinter jedem Geräusch sowas wie "und er schloss die Tür" von sich gibt, dann ist das für mich kein Hörspiel. Ein Hörbuch ist es aber auch nicht.
      Arguing that you don’t care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don’t care about free speech because you have nothing to say.
      Laut Gesetzt handelt es dabei um ein Hörbuch und auch ich bin dieser Meinung. Denn ein Hörspiel lebt vom ständigen Austausch von Dialogen. Die Szenen werden sozusagen vorgespielt (Hörspiel), wie in einem Film, aber eben nur rein akustisch. Bei einer inszenierten Lesung kommt dieser Aspekt nur sekundär vor. Der primäre Part und somit weit größte Anteil wird vom Erzähler übernommen und somit ist die Anlehnung an „normale“ Hörbücher weitaus näher zu verstehen.
      Musik und Geräusche machen etwas Vorgelesenes nicht zu einem Hörspiel. Egal wie viele Sprecher lesen.

      Ob etwas ein Hörbuch oder ein Hörspiel ist unterscheidet sich für mich einzig und allein durch die Darstellung der Sprecher.
      Spielen sie ihre Rolle=Spiel
      Lesen sie ihre Rolle=Buch

      Der Rest sollte für die Zuordnung keine Rolle spielen. Sondern das Produkt nur besser machen.
      Ich bleib dabei, wenn man einen unbearbeiteten Roman vorliest, ist das ne (inszeniert u.U.) Lesung, egal wieviele Sprecher.

      Insofern ist deine Eingangsfrage schon etwas ungenau, mE.

      Was gibt es denn sonst noch für Beispiele für (inszenierte) Lesungen, die nicht von Winterzeit sind? Es gibt zb die Gregor-Reihe von S. Collins, die ja auch mehrere Sprecher hat und als szenische Lesung verkauft wird. Leider kenn ich sie nicht.

      Astreli schrieb:

      Musik und Geräusche machen etwas Vorgelesenes nicht zu einem Hörspiel. Egal wie viele Sprecher lesen.

      Sehe ich ähnlich. Solange der komplette gesprochene Text wortwörtlich und (bis auf evt. Kürzungen) unverändert aus dem Buch stammt, ist es für mich ein Hörbuch, auch wenn es mit verteilten Rollen gelesen und mit Zusatzgeräuschen garniert ist.

      Astreli schrieb:

      Ob etwas ein Hörbuch oder ein Hörspiel ist unterscheidet sich für mich einzig und allein durch die Darstellung der Sprecher.
      Spielen sie ihre Rolle=Spiel
      Lesen sie ihre Rolle=Buch

      Das ist allerdings schwierig als Unterscheidungsmerkmal. Wenn Rufus Beck die Harry-Potter-Bücher liest, ist das hörspielartiger als so manches Hörspiel mit unmotiviert ablesenden Sprechern...

      Markus0815 schrieb:

      Was gibt es denn sonst noch für Beispiele für (inszenierte) Lesungen, die nicht von Winterzeit sind?


      Mir fällt noch 'Der goldene Kompass' vom NDR aus dem Jahr 2004 ein. Das firmiert zwar als Hörspiel, erfüllt aber die Kriterien, die hier für inszenierte Lesungen aufgestellt wurden. Nach wörtlicher Rede folgt häufig 'sagte XY' o. ä.

      Ich zitiere mal aus der hoerdat:
      "Die Audioversion, die im NDR Hörspielstudio entstand, folgt dem Buchtext, wobei sämtliche Figuren mit Schauspielern besetzt wurden. Die Stimme des Erzählers, Jürgen Thormann, verknüpft die Spielszenen und beruhigt - wo immer es nötig ist - die Nerven der Zuhörer."

      Es wird auf jeden Fall gespielt (HSP?), aber der Inhalt des Buches wird unbearbeitet übernommen (Lesung?). Zudem entstehen im Verlauf reine Spielszenen (HSP?) und das Ganze wird mit Geräuschen und Musik vortrefflich untermalt (HSP?).

      Hilft also auch nicht wirklich weiter, oder? Auf jeden Fall eine meiner Lieblingsproduktionen, egal welchen Namen das Kind nun trägt. Wobei ich aber eingestehen muss, dass es mir lieber gewesen wäre, wenn der wundervolle Jürgen Thormann einen klassischen Hörspielerzähler gegeben hätte und nicht immer wieder in die Dialoge eingreifen würde. Sobald man sich aber etwas eingehört hat bemerkt man das kaum noch sondern wird von der Handlung gefangen genommen.
      Das Leben ist eine wilde Reise! Gefährlich! Unvorhersehbar! Voller Überraschungen - selbst wenn du es damit verbringst, irgendwo auf einem Stuhl an ein und derselben Stelle sitzen zu bleiben. (Walter Moers)

      beli schrieb:

      Das ist allerdings schwierig als Unterscheidungsmerkmal. Wenn Rufus Beck die Harry-Potter-Bücher liest, ist das hörspielartiger als so manches Hörspiel mit unmotiviert ablesenden Sprechern...



      Finde ich jetzt nicht. Weil Rufus Beck immer noch abliest vom Buchtext. Auch wenn er es mit verschiedenen Stimmarten macht. Er macht das Hörbuch besser, aber für mich nicht hörspielartiger.
      Genau so ist es!

      Für Lesungen, die dem ermäßigten Umsatzsteuersatz unterliegen, ist die Verwendung von Musik und Geräuschen, die der Illustration des Textes dienen, zulässig. Auch eine mehrstimmige Lesung schließt die Einordnung als begünstigtes Hörbuch nicht aus, soweit sich dies aus dem Buch, z.B. durch Dialoge in wörtlicher Rede ergibt.

      Stollentroll schrieb:

      Mir fällt noch...


      Oder natürlich aktuell noch die Captain Future-Hörbücher, die ich auch nicht kenne (ja, was kenn ich denn überhaupt???)... Hier musste man ja auch im Format "sagte er" bleiben, was teilweise auf Unverständnis stieß. Das wiederrum zeigt doch auch, dass es da schon Grenzen gibt und nicht alles nur persönliche Ansichtssache des Hörers ist.
      Damit fange ich gar nichts an. Ist nur für mich persönlich von Interesse.

      Meine Meinung ist, dass es endlich eine klare Richtlinie vom Gesetz her geben sollte. Für mich ist eine Audio-Produktion mit mehreren Sprechern, die ihre jeweilige Rolle nicht spielen sondern nur ablesen bereits ein Hörspiel. Erst recht wenn Musik und Geräusche zur Untermalung enthalten sind.

      Und ich vertrete trotzdem die Meinung, dass ein Laie und Zufallsinteressent überfordert ist wenn er auf dem Cover liest *Spaß an* Hörspielbuch gelesen von A, B, C, D und 40 weiteren Sprechern inszeniert mit Musik und Geräuschen *Spaß aus*.

      Mir geht es auch darum, dass das Label selbst nicht zu seinem Produkt steht.
      Wenn ich als Macher analysiere und entscheide, dass ein Hörbuch von der Bezeichnung her das bessere Image hat, dann werte ich ja automatisch meine eigene Produktion und das HÖRSPIEL als solches ab, oder nicht?
      Warum stehe ich nicht dazu mein Werk Hörspiel zu betiteln? Warum setze ich mich nicht um den Erhalt des Hörspiels ein und tue was dagegen, dass die Bezeichnung nicht in der Versenkung verschwindet?

      Für mich stiftet ein Wischiwaschi Verwirrung Hoch 10.
      Ich sehe es ja auch im Handel: Bei uns in der Stadt stehen viele als Hörbuch bezeichnete Tonträger im Hörspiel Regal. Und Hörspiele bei den Hörbüchern.

      Das Label listet die Teile als A, der Vertrieb als B, im Computer des Händlers womöglich unter A gelistet, der Mitarbeiter liest auf dem Cover dass der Tonträger ein B ist und sortiert es dann auch so ins Regal ein, da womöglich noch andere CDs der selben Lizenz bereits dort stehen.
      Der Kunde fragt, habt ihr die CD? Man sieht in der Warenwirtschaft einen Bestand von Menge 1, findet die CD aber nirgends auf der Fläche. Kunde geht, bestellt womöglich im WWW und nach 3 Monaten wird der Händler fündig und retourniert das Teil an den Vertrieb.

      Vielleicht ist mein Beispiel selten der Fall, aber sowas habe ich in meiner Zeit im Verkauf trotzdem erlebt.

      Kurzum: Lasst doch liebe Label ein Hörspiel Hörspiel sein und Hörbücher Hörbücher. Man schadet dem Hörspiel ungemein und verzerrt die ganze Sache, auch wenn es niemand glauben will.
      Warum zieht man die Nase hoch vor dem Wort "Hörspiel" und erhofft sich mit der Bewerbung "Hörbuch" mehr Verkäufe der neuen Serienproduktion?
      Es soll sogar Kunden geben, die Hörspiele ganz schüchtern aufs Kassenband legen und sich in ihrem Alter schämen. Womöglich versteckt unter einem Hörspiel welches als Hörbuch betitelt ist?

      Ich erinnere mich immer an einen Sketch mit Loriot (nicht ganz korrekt wiedergegeben), daher auch nur zwei Antwortmöglichkeiten:

      *Was ist ihre Lieblingsfarbe?
      - Grau
      - Mit einem Hang ins bläuliche
      - Also graublau
      - Ein Schuß grün darf auch mit dabei sein
      - So eine Art graugrünblau
      -....
      "Auf Wiedersehen, aber es eilt nicht." (Rainer Brandt)
      Eine Begründung dafür warum man HÖRBUCH draufschreibt, war/ist, dass man nur die Rechte für eine HB hat, man aber keine Lesung machen will und schaut wie man eine Art HSP hinbekommt aber es dennoch ein HB bleibt ohne rechtliche Probleme zu bekommen.
      Und auch wenn nicht. Ich habe keine Probleme damit, wenn Produzenten durch eine bestimmte Wortwahl sich eine evtl. höhere Verkaufs- und Gewinnspanne erhoffen. Einzig bleibt fm, dass wenn ich nicht klar erkennen kann was es ist aber HB draufsteht, ich erstmal zögerlich bin. Da es aber früher oder später aufgeklärt wird, um was es sich handelt, ist es auch nur eine vorübergehendes "Problem". Alles was fm keine reinen HSP sind, und seien es noch so hsp ähnliche HBs, kommen fm zu 99,9% eh nicht in Frage. Wernn also HSP draufstehen würde obwohl es "nur" eine hsp nahe Inszenierung ist, wäre es fm genauso falsch wie fd im umgekehrten Fall.



      Und zu deinem Bsp. und deiner Meinung es gäbe oft nur 2 Möglichkeiten:
      nehmen wir ruhig die Farben.
      Graugrüne Augen sind keine grünen Augen
      Hellblaues Meer ist kein Mitternachtsblau
      Vollmilchschoko hat nicht das gleiche Braun wie Zartbitter
      Wenn du also fragst welche Farbe magst du lieber - Blau oder grün ? So sage ich: wenn es um Hemden geht bevorzuge ich dunkles Grün vor hellem Blau. Geht es um Autos, dann bevorzuge ich dunkles Blau vor helllem Grün.
      Ich mag alos beide Farben, Aber es kommt a auf den Ton an und b auf den Zusammenhang.
      Deswegen gibt es eben auch nicht bloß HSP oder HB, sondern noch was dazwischen.
      #
      Negan : - What's your Name ?
      Daryl : - Easy Street !
      #
      Wenn Das Die Lösung ist , dann will ich das Problem zurück
      #
      " DU! DU! DU! "

      Pig Hoschi aka Cerebral-Bulimie
      Kurz Off-Topic:

      Wollen Sie den Job? -- Vielleicht!
      Machen Sie das Fenster nun auf oder zu? -- Ich lasse es irgendwo auf halber Position stehen!
      Wollen Sie das Shirt in L oder XL? -- Wenn Sie was dazwischen hätten wäre es am besten!
      Wollen Sie mit rein kommen oder warten sie draußen? -- Ich lasse einen Teil von mir hier aber auch dort!

      Im Leben gibt es deutlich mehr Fragen, auf die es wirklich nur 2 Antworten gibt. Hopp oder topp. Entscheidungen treffen zu müssen, auch wenn es unangenehm ist oder man auf das Näschen fallen könnte.
      "Auf Wiedersehen, aber es eilt nicht." (Rainer Brandt)
      Mag sein, diese gehört aber nicht dazu.

      Hoerspielzialist schrieb:

      Meine Meinung ist, dass es endlich eine klare Richtlinie vom Gesetz her geben sollte. Für mich ist eine Audio-Produktion mit mehreren Sprechern, die ihre jeweilige Rolle nicht spielen sondern nur ablesen bereits ein Hörspiel.


      Wie soll den gesetzlich definiert werden, ab wann jemand seine Rolle nicht mehr abliest, sondern spielt? Hast du da mal ein Beispiel?
      Arguing that you don’t care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don’t care about free speech because you have nothing to say.
    Hier geht's zum HÖRSPIEL-PLAYER ...