Physik in Hörspielen

      Physik in Hörspielen

      Hoax schrieb:

      ...
      Beim Hören des Hörspiel ist mir ein Gedanke gekommen der mich nicht mehr los lässt. Ich bin kein Physiker, aber irgendwie hat sich in meinem Kopf festgesetzt, dass die Zeit auch anders verlaufen muss, wenn die so klein sind. Ich bin gespannt ob das auch irgendwie mit einfließen wird.


      Die Hörspielserie "Fraktal" von Gigaphon hat euch zur Diskussion über die Physik in Hörspielen angeregt. Ein interessantes Thema, wie ich finde. Haben sich Macher bei Physik in Hörspielen Gedanken gemacht? Ist sie logisch zu erklären? Welche Hörspiele kennt ihr, in denen Physik eine tragende Rolle spielt oder den Rahmen bietet?


      Let's discuss!

      ​Ich bin kein Physiker, aber irgendwie hat sich in meinem Kopf festgesetzt, dass die Zeit auch anders verlaufen muss, wenn die so klein sind.


      Gute Frage - muss ich mal meinen Schwiegervater fragen. Er war Physiker und hat für das CERN in Genf und Japan gearbeitet.
      Ich bin kein Physiker und habe auch nicht geschrieben, dass es der Weisheit letzter Schluss ist. Ich versuche mal zu erklären wie ich darauf gekommen bin. Nach der Relativitätsthrorie von Einstein ist eine Zeitreise in die Zukunft möglich. Erklärt wird es bei Wikipedia wie folgt:

      Verlässt man mit einem fast lichtschnellen Raumschiff (es reichen u. U. auch relativistische Geschwindigkeiten um 10 % der Lichtgeschwindigkeit) die Erde und kehrt nach Ablauf einer Reisedauer wieder zurück, so ist auf der Erde ein längerer Zeitraum verstrichen als an Bord des Raumschiffes. Die Ursache dafür ist die Zeitdilatation, die nach der speziellen Relativitätstheorie von Albert Einstein bei derartig hohen Geschwindigkeiten auftritt. Der genaue Ablauf einer solchen Zeitreise ist unter Zwillingsparadoxon beschrieben.

      Wenn ich das jetzt umgekehrt sehe, dann läuft die Zeit außerhalb des Schiffes normal weiter. Das Schiff ist geschrumpft und bewegt sich im Vergleich zum Normalraum unendlich langsam. Darum habe ich für mich eben gedacht, dass es zwar keine Reise in die Vergangenheit ist, aber die Zeit für die Miniaturisierten verläuft erheblich schneller. Halt der gegenteilige Effekt.

      -- Bevor ich mich ärgere, ist es mir halt egal --

      Edit by Friedel: hier die Ausgangsfrage von Kamica:

      kamica schrieb:

      ...
      Und zum Ende hätte ich eine Frage:
      Die Druckwelle einer Handgranate (!) im "Weltraum"? Was soll denn da drücken? Das bisschen Gas zwischen den Sternen? Wenn es die Druckwelle einer Supernova gewesen wäre, aber so? #gruebel#



      @kamica

      Zu Deiner Spoiler-Frage eine Erklärung, wenn auch in einem größeren Maßstab :D
      Was die reale Physik in diesem Hörspiel betrifft, habe ich ja weiter oben schon zum Besten gegeben.

      Spoiler anzeigen
      Eine im Vakuum gezündete Kernwaffe hat eine Druckwelle von exakt der gleichen Stärke, wie die Druckwelle bei einer Zündung in der Atmosphäre.

      Begründung:
      Kinetische Energie berechnet sich nach der Formel
      • Kinetische Energie = Masse/2 * Geschwindigkeit²
      • E = m/2 * v²

      Diesem Sachverhalt zufolge kann man einen Energiebetrag „X“ auf zwei Wegen übertragen.
      • a) Man nimmt eine große Masse und kann mit geringen Geschwindigkeiten arbeiten.
      • b) Man nimmt eine kleine Masse und arbeitet mit hohen Geschwindigkeiten.

      Beispiel:
      Man möchte im Krieg den Schädel eines Feindes zertrümmern.
      • Weg a) Man nehme einen Morgenstern von vielleicht 5 Kg Masse und lasse ihn mit geringer Geschwindigkeit (Schwungbewegung des Armes) auf den Kopf des Feindes krachen.
      • Weg b) Man nehme eine kleine Masse von 10g Blei, beschleunige diese im Lauf eines Gewehres auf hohe Geschindigkeiten (einige hundert Meter pro Sekunde) und lasse das Blei mit dem Kopf des Gegners kollidieren. Bekanntlich führt ein Kopfdurchschuss genauso zur Schädelsprengung wie der Schlag mit einem Morgenstern.

      Das Ganze übertragen auf die Atombombe:
      • Bei der Spaltung eines Uran 235-Kerns werden ca. 200 Megaelektronvolt (MeV) an Energie frei. Von diesen 200 MeV sind ca. 175 MeV kinetische Energie der Spaltprodukte und deren Nachzerfallsprodukte. Der Rest ist - grob vereinfacht - Gamma- Infrarot- und Neutrinostrahlung. 7/8 der bei der Explosion freiwerdenden Energie ist also kinetische Energie.
      • Nehmen wir an, eine Bombe von 50Kilotonnen Sprengkraft habe einen Urankern von 40 Kg Masse. 7/8 dieser Energie, also das Äquivalent von 40 Kilotonnen TNT wird von den 40 Kg Spaltprodukten des Kerns transportiert.
      • Diese recht kleine Masse (40Kg) hat deswegen so immense kinetische Energie, weil die Bruchstücke der Kerne mit mehreren zehntausend Kilometern/Sekunde auseinanderfliegen. Die bei der Spaltung freiwerdenden Neutronen erreichen sogar bis zu 100.000 Km/s, was immerhin ein Drittel der Lichtgeschwindigkeit ist.
      • Diese geringe Masse trifft mit dieser enormen Geschwindigkeit auf die Riesenmasse der Luft. Bei den Kollisionen der Spaltungs-Bruckstücke mit hunderttausenden von Luftatomen überträgt sich die Energie nach dem Prinzip der Stoßübertragung wie beim Billard.
      • Statt einer geringen Masse mit enorm hoher Geschwindigkeit (zehntausende Km/s) schiebt sich nun eine gewaltige Luftmasse mit geringer Geschwindigkeit (einige hundert m/s) durch die Gegend und wirft alles um, was im Wege steht. Auch wenn die Masse der Druckwelle riesengroß geworden ist, sie transportiert letztlich nur die Energie, die sie ursprünglich von den ca. 40 Kg Spaltungs-Bruchstücken des Urankerns übertragen bekommen hat. Kann ja auch nicht anders sein. Woher sollte die Energie der Luftdruckwelle sonst kommen?
      • Im Vakuum des Weltraums fehlt die Atmosphäre, an die diese Spaltprodukte ihre Energie übertragen könnten. Deshalb würde der Asteroid auch nicht von einer Riesenmenge realtiv langsamer Luft getroffen, sondern wird von einige Kilogramm Spaltprodukte direkt getroffen. Mit der immensen Geschwindigkeit von mehreren zehntausend Km/s.
      • Womit die übertragene Energie dieselbe ist. Nur eben von einer kleinen Masse mit enormer Geschwindigkeit übertragen, statt von einer Riesenmasse mit geringer Geschwindigkeit.

      Quelle: Politikarena.net

      @daneel:
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      Also das würde heißen, dass die Skyclad nicht von einer Druckwelle, sondern von Handgranatenteilchen (das Wort sollte man mal zu Galgenmännchenspielen benutzen) bedroht wird, die mit hoher Geschwindigkeit direkt einschlagen, richtig? Und diese Geschwindigkeit kann bis zu ein Drittel der Lichtgeschwindigkeit (also bis zu 100.000 Km/s) betragen. Nur nebenbei als Frage: Wie schnell fliegt den die Skyclad? Mehr oder weniger als 100.000 Km/s? Wurde das irgendwo gesagt? Denn die Geschwindigkeit der Skyclad, die sich ja in die gleiche Richtung bewegt würde von der Wucht abgezogen. Wenn ein 50 km/h schnelles Auto auf ein 40 km/h schnelles Auto hinten auffährt, ist der Aufprall ja auch nicht so schlimm, als wenn das Auto ein stehendes Auto treffen würde.


      Physik in Hörspielen, haben wir dazu eingentlich schon einen Thread? :D
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      Meine Meinung zu wissenschaftlichen Themen in Unterhaltungsmedien

      Haben sich Macher bei Physik in Hörspielen Gedanken gemacht? Ist sie logisch zu erklären?




      Nicht speziell zu Physik, aber allgemein zu Wissenschaftlichem in HSP, Filmen oder Büchern:

      Es mag bis zu einem gewissen Rahmen vielleicht interessant sein, wenn es aber dann zu fachlich wird, kann es ggf. auch sehr anstrengend sein. Ganz besonders dann, wenn man keinen Bezug zur Marterie hat (und auch nicht bekommen will) und einfach nur unterhalten werden möchte. Das sieht natürlich jeder sehr individuell, denke aber es gibt ein gewisses gesundes Maß, dass die macher die Hörer nicht evtl. überfordert.
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      Natürlich soll es noch Spaß machen. Ich denke, dass gesunde Maß ist erreicht, wenn die ersten Fragen, die einem in den Kopf ploppen, beantwortet werden. Tiefer muss es nicht gehen, aber das offensichtliche solte man erklären. Wobei ich auch gerne es etwas physikalisch mag (solange keine Matheformeln dabei sind). Star Trek Technobubble halt.
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      kamica schrieb:

      @daneel:
      Spoiler anzeigen
      Also das würde heißen, dass die Skyclad nicht von einer Druckwelle, sondern von Handgranatenteilchen (das Wort sollte man mal zu Galgenmännchenspielen benutzen) bedroht wird, die mit hoher Geschwindigkeit direkt einschlagen, richtig? Und diese Geschwindigkeit kann bis zu ein Drittel der Lichtgeschwindigkeit (also bis zu 100.000 Km/s) betragen. Nur nebenbei als Frage: Wie schnell fliegt den die Skyclad? Mehr oder weniger als 100.000 Km/s? Wurde das irgendwo gesagt? Denn die Geschwindigkeit der Skyclad, die sich ja in die gleiche Richtung bewegt würde von der Wucht abgezogen. Wenn ein 50 km/h schnelles Auto auf ein 40 km/h schnelles Auto hinten auffährt, ist der Aufprall ja auch nicht so schlimm, als wenn das Auto ein stehendes Auto treffen würde.


      Physik in Hörspielen, haben wir dazu eingentlich schon einen Thread? :D


      Jetzt habt ihr einen :thumbsup:

      @kamica
      Deine Frage ist in diesem speziellen Fall nicht zu beantworten, da die Voraussetzungen einfach unmöglich sind. Die "Fraktal" (wenn das Schiff so heißt) ist ja nicht im Weltraum, sondern nur extrem geschrumpft auf der Erde. Die Schrumpfung an sich funktioniert physikalisch schon mal gar nicht.

      Spoiler anzeigen
      (...) Auf die Unteilchen gestoßen war Georgi, als er untersuchte, ob man die Standardtheorie der Teilchenphysik so erweitern könnte, dass man so genannte skaleninvariante Teilchen erhält, die eine von Null verschiedene Masse haben. "Skaleninvarianz" bedeutet, dass man grundlegende Messgrößen eines Objektes maßstabsgerecht vergrößern oder verkleinern kann, ohne dadurch seine wichtigsten Eigenschaften zu ändern. Bei masselosen Teilchen wie beispielsweise dem Photon funktioniert das ohne Probleme. Doch bei Teilchen, die wie ein Elektron Masse haben, geht das nicht. Man kann nicht gleichzeitig Größen wie Zeit, Entfernungen, Energie und Impuls vergrößern oder verkleinern, ohne dabei die Masse des Teilchens zu ändern. (...)


      Man hätte sich, um diesen ganzen Spekulationen vorzubeugen, eine Rahmenbedingungen in Form von StarTrek-Logik zurechtlegen sollen. Dann hätte vielleicht sogar ich Freude an diesem Hörspiel.
      Man hätte sich, um diesen ganzen Spekulationen vorzubeugen, eine Rahmenbedingungen in Form von StarTrek-Logik zurechtlegen sollen. Dann hätte vielleicht sogar ich Freude an diesem Hörspiel.​
      Da ist was dran. Und selbst wenn das nur so gewesen wäre wie bei der Antwort von Paramount auf die Frage insistierender Trekker
      ​"Wie funktioniert eigentlich der Heisenberg-Kompensator?" -- "Sehr gut, danke."
      :)
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
      Vielleicht ist das was ich jetzt schreibe etwas abstrus. Wenn in einem Hörspiel oder einem Film ein physikalischer oder anderer Vorgang erläutert wird und diese Erläuterung nicht 100% richtig ist. Von mir auch auch völlig falsch, diese völlig falsche Erklärung aber überzeugend, schön verpackt in Technogeschwafel ala Star Trek verpackt ist, ist mir das völlig wumpe und ich nehme das als gegeben hin.

      Versteht ihr was ich meine?

      -- Bevor ich mich ärgere, ist es mir halt egal --

      Verstehen Ja, mehr aber auch nicht. Wenn mir falsche Fakten geboten werden, kann ICH mich nicht darüber freuen nur weil ich keine Ahnung habe o/u es schön verpackt ist. Ich habe kein Problem mit fiktiven Orten, Namen, Geschehnissen, Kreaturen, usw. und meinetwegen auch fiktiven Fakten, SOLANGE es ersichtlich ist, dass diese ausgedacht sind.

      Mich stören z.B. ungemein die angeblich achso gut recherchierten und als wahr/real verkauften Fakten bei Offenbarung 23, wenn sie definitiv falsch sind. Da komme ich mir dann verar.... vor und das ist auch einer der Gründe warum ich die Serie seit spätestens Neustart nicht mehr höre.
      Ich überprüfe zwar nicht ständig zwanghaft alles was ich höre und nehm es dann auch, je nach dem, als Gegeben hin, aber da wo ich es weiß oder mir suspekt vorkommt, ärgert es mich, WENN es wie gesagt nicht als fiktiv erkennbar ist.
      #
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