Welche Science-Fiction-Hörspiele gefallen Euch besonders und warum?

      @Fader

      Zivilisations- bzw. Gesellschaftskritik und ein damit verbundener "moralischer Zeigefinger" sind sicherlich nicht jedermanns Fall. Das dürfte die Serie einige Hörer gekostet haben. Gleichzeitig wurde sie durch diese Elemente für Hörer erst interessant, die sich für MB vielleicht gar nicht interessiert hätten, wenn die Serie als reinrassige Space Opera dahergekommen wäre. Dass sich die Serie über einen längeren Zeitraum halten konnte, zeigt aber, dass es ein ausreichend großes Publikum für Geschichten dieser Art gibt. Interplanar saß also durchaus im "richtigen Zug".

      Ich schätze die Serie auch sehr, sage aber auch ganz offen: Wenn ein Label nach dem Ende von "Mark Brandis" die Lücke mit einer ähnlich gelagerten Serie ausfüllen möchte, soll es mir recht sein. Aber darüber hinaus brauche ich weitere Serien in diesem Stil nicht unbedingt. "Mark Brandis: Raumkadett" klammere ich bei dieser Aussage einmal aus, weil es sich um ein Prequel zu MB handelt. Ich bin übrigens sehr gespannt, ob es mit "Raumkadett" weitergeht. Ich habe den Eindruck, dass eine Reihe von Fans der Originalserie mit dem Prequel nicht wirklich warm werden. Die Serie muss also auch Fans außerhalb dieses Kundenkreises finden, und ich weiß nicht, ob ihr das wirklich gelingt, denn ein junger Protagonist bietet erwachsenen Hörern teilweise einfach nicht genug Identifikationspotenzial.

      Bei einer früheren Antwort auf die Frage im Thread-Titel hatte übrigens Heliosphere 2265 nicht als Favorit genannt, weil die Serie seinerzeit noch sehr frisch war. Nachdem ich nun drei Folgen gehört habe, nehme ich die Serie in meinen Favoritenkreis auf. Die Mischung aus klassischer Space Opera und politischen Ränkespielen gefällt mir wirklich sehr gut. Und die Umsetzung der Geschichten durch Interplanar ist für mich "erste Sahne".

      SciFi Watchman schrieb:

      @Fader

      Zivilisations- bzw. Gesellschaftskritik und ein damit verbundener "moralischer Zeigefinger" sind sicherlich nicht jedermanns Fall. Das dürfte die Serie einige Hörer gekostet haben. Gleichzeitig wurde sie durch diese Elemente für Hörer erst interessant, die sich für MB vielleicht gar nicht interessiert hätten, wenn die Serie als reinrassige Space Opera dahergekommen wäre. Dass sich die Serie über einen längeren Zeitraum halten konnte, zeigt aber, dass es ein ausreichend großes Publikum für Geschichten dieser Art gibt.

      Hm. Da ist vielleicht was dran.

      Aber das kann ja nur unverhüllter Eskapismuswunsch sein, der einen Hörer dazu bringt, sich im Hörspiel von allen dramatischen Fragen mit Realitätsbezug abzuwenden.

      Vielleicht ist es auf der anderen Seite sogar so, dass das FEHLEN dieser Realitätsbezüge (oder wie Du es hier nennst: Zivilisations- bzw. Gesellschaftskritik) in den meisten kommerziellen Hörspielen dazu beigetragen hat, dass das Hörspiel in der Nicht-Fan-Welt als wenig erwachsen oder (zu) leichtgewichtig und "weniger relevant" im Vergleich zum Hörbuch wahrgenommen wird.

      Das bezieht sich dann nicht nur auf Science Fiction, sondern auf alle Genres.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

      Fader schrieb:

      Aber das kann ja nur unverhüllter Eskapismuswunsch sein, der einen Hörer dazu bringt, sich im Hörspiel von allen dramatischen Fragen mit Realitätsbezug abzuwenden.


      Nicht unbedingt, denn es kommt ja nicht nur darauf an, ob überhaupt Fragen, Probleme und Herausforderungen unserer Gegenwart in SF-Geschichten aufgegriffen werden, sondern auch darauf, welche Themen das sind und wie sie dann behandelt werden. Ein Beispiel: Wenn ich mich recht entsinne, erschien "Mark Brandis: Operation Sonnenfracht" just zu dem Moment, als sich in Fukushima der Reaktorzwischenfall ereignete. Das war zwar ein Zufall, doch es gab einem beim Hören ein sehr seltsames Gefühl.

      Und wenn in den Nachrichten über Hungerkatastrophen und Rassendiskriminierung berichtet wird, dann sind das zweifellos wichtige Themen. Doch es sind auch welche, mit denen sich ein Teil des Publikums nicht auch noch in Produktionen, die es zu Unterhaltungszwecken konsumiert, beschäftigen möchte. Da ist dann eine action-orientierte Space Opera, in der ein wackerer Weltraumheld den Tag rettet, deutlich attraktiver. Wenn er zu diesem Zweck einen bösen Diktator erledigt, der einen Planeten versklavt hatte, dann besitzt auch dieser Plot in gewisser Hinsicht einen Realitätsbezug (denn Diktaturen existieren ja auch heutzutage noch auf der Erde), doch es ist einer, den das Publikum nicht zuletzt wegen des positiven Ausgangs der Geschichte leichter und locker verdauen kann.

      Es muss also nicht unbedingt so sein, dass nur jene Leute Mark Brandis die kalte Schulter zeigen, die "reinen Eskapismus" suchen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es auch Leute gibt, die gewissen Realitätsbezügen durchaus nicht abgeneigt sind, aber eben jene nicht schätzen, die in MB vorgenommen werden. Vielleicht ist die Serie für manche schlicht "zu real" ?

      Dass das Hörspiel in der breiten Öffentlichkeit immer noch häufig als wenig erwachsen wahrgenommen wird, ließe sich zum Teil sicherlich damit erklären, dass "erwachsene Themen" (wobei man natürlich diskutieren kann, wie so etwas zu definieren ist) in den Hörspielen eher Mangelware sind. Aber da spielen noch viele andere Faktoren mit rein. Ein seeeeehr weites Feld. :)

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      Danke, das erklärt es mir gut!

      Daraus lässt sich auch gut ableiten, weswegen z.B. die Jury des Kurd-Laßwitz-Preises von kommerziellen SF-Hörspielen grundsätzlich negativ spricht. Kommerzielle Hörspiele haben nun mal den Ruf, sich gerne und ausschließlich mit trivialen Themen zu beschäftigen. Sie hätten "nicht die Komplexität" der 80er und 90er Jahre-Radio-SF. Vom Verdacht, dass sie diese gar nicht erst testhört, könnte die Jury sich ja mit Negativrezensionen reinwaschen: mal so zwanzig sauber geschriebene Verrisse von Fraktal, Mark Brandis, Der Schläfer, Takimo etc. online gestellt, und man wüsste genauer, woher der Wind weht.

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      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

      Fader schrieb:

      Vom Verdacht, dass sie diese gar nicht erst testhört, könnte die Jury sich ja mit Negativrezensionen reinwaschen...


      Um Himmels Willen, Fader! Würden die KLP-Juroren kommerziellen SF-Hörspielen eine faire Chance geben und aktuelle Werke testhören, dann bestände doch die Gefahr, dass die Damen und Herren zu dem Schluss kommen könnten, dass sie mit ihrer pauschalen Ablehnung von kommerziellen Produktionen schon seit Jahrzehnten falsch liegen. Das Weltbild dieser Leute würde in sich zusammenbrechen. Und das kann man doch diesen Menschen, die wahrscheinlich schon alle mehr oder weniger scheintot sind, doch nicht antun! :D

      Die Kriterien, die von der KLP-Hörspieljury angelegt werden, sind absurd, diskriminierend und von einer nur schwer zu ertragenden Arroganz geprägt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Herrschaften die Tatsache ausblenden, dass nicht wenige kommerzielle SF-Hörspiele auf literarischen Vorlagen basieren. Und zwar auch auf welchen, die mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurden. Als Beispiel sei die Produktion "Ender's Game" genannt, die 2013 von Audible herausgebracht wurde. Der Roman von Orson Scott Card erhielt den Nebula Award und den Hugo Award. Diese Preise gewinnt man nicht einfach mal so. Außerdem stammt das Skript für das Audible-Hörspiel (ungekürztes Hörspiel mit 8 Stunden Laufzeit!) vom Autor höchstselbst! Literarischer geht es also gar nicht! Und was musste man auf der Website des KLP 2014 lesen: "In diesem Jahr wird kein Preis in der Kategorie Hörspiel vergeben, da keines der SF-Hörspiele von der Hörspieljury als preiswürdig erachtet wurde und somit auch keine Nominierungen vorlagen". Ich gehe jede Wette: Wäre "Ender's Game" eine Rundfunkproduktion gewesen, die Jury hätte sie nominiert und ausgezeichnet. Aber es handelte sich ja um ein kommerzielles Werk - und so etwas hat ja per se nicht das (Zitat der KLP-Website) "Qualitätsniveau der SF-Hörspiele der Achtziger und frühen Neunziger Jahre". Einfach lächerlich!!!

      Aber meinetwegen darf die Hörspieljury des KLP in ihrer eigenen Welt weiterleben. Nur soll sie bitte nicht von einem erwarten, dass man sie und ihr Urteil irgendwie ernst nimmt.

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      Fader schrieb:

      Aber das kann ja nur unverhüllter Eskapismuswunsch sein, der einen Hörer dazu bringt, sich im Hörspiel von allen dramatischen Fragen mit Realitätsbezug abzuwenden.

      Nein. Diese "Zivilisations- bzw. Gesellschaftskritik und ein damit verbundener moralischer Zeigefinger" von der SFW schreibt, das ist halt ein ganz schmaler Grad. Dies zeigt sich natürlich vielmehr im TV als im Hörspiel, vor einigen Jahren war es ja auch im Tatort in Mode, die Seher mit unerträglichem Sozialkitsch zu belästigen. Dass man das nicht sehen will, hat natürlich nicht mit irgendwelchen Eskapismuswünschen zu tun. Mittlerweile hat man sich gefangen und kann auch aus den Tiefen der H4-Welt ohne diesen auskommen und gelungene Geschichten erzählen.

      Kurz gesagt, für "Zivilisations- bzw. Gesellschaftskritik" braucht es absolut herausragende Autoren, sonst endet das ganze im Debakel. So viele wird es davon nicht geben, dementsprechend findet sich dieses Sujet eher selten bis nie. Und das ist vermutlich auch gut so. Wobei das natürlich alles nur für das kommerzielle Hörspiel gilt, im Radiohörspiel sind diese Autoren wie Walser, Frisch... allesamt zu finden.
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität

      Chris schrieb:

      Kurz gesagt, für "Zivilisations- bzw. Gesellschaftskritik" braucht es absolut herausragende Autoren, sonst endet das ganze im Debakel. So viele wird es davon nicht geben, dementsprechend findet sich dieses Sujet eher selten bis nie. Und das ist vermutlich auch gut so. …


      Ich weiß nicht -- meiner Erfahrung nach schließen sich Publikumserfolg und inhaltliche Tiefe ja nicht aus. Auch nicht bei SF. Dieser Artikel zu Battlestar Galactica zeigt ja recht deutlich, dass es sogar erforderlich war, ein hohes Qualitätslevel inhaltlich anzulegen, um die Zuschauer jenseits der SF-Geeks dazu zu bewegen, sich "das Remake dieser Serie aus den 70ern mit den laufenden Toastern" überhaupt mal anzuschauen.

      Aber Du hast natürlich recht -- sowas kann (und will wohl auch) nicht jeder schreiben. Und damit das nicht wie von der Kanzel rüberkommt, braucht man gute Autoren. Wie viele Hörspiele gerade im Genrebereich enthalten Dialoge, die von Kleiderständercharakteren gesprochen drittklassige Sprüche aus Action- oder Horrorfilmen wiederkäuen. Da ist keine Tiefe zu erwarten und auch nicht beabsichtigt. Dem gegenüber sind oft die Dialoge in "besonders wertvollen" Radiohörspielen gestelzt, überladen und unrealistisch.

      Da sind die Ami-Serienproduzenten im TV inzwischen Vorreiter geworden in Sachen "populärer Komplexität": Game Of Thrones, House Of Cards, Homeland, Breaking Bad, True Detective, und eben, schon ein paar Jahre her, auch Firefly und Battlestar Galactica.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

      Fader schrieb:

      Ich weiß nicht -- meiner Erfahrung nach schließen sich Publikumserfolg und inhaltliche Tiefe ja nicht aus.

      Fader schrieb:

      Da sind die Ami-Serienproduzenten im TV inzwischen Vorreiter geworden in Sachen "populärer Komplexität": Game Of Thrones, House Of Cards, Homeland, Breaking Bad, True Detective, und eben, schon ein paar Jahre her, auch Firefly und Battlestar Galactica


      Man kann beim Publikum auch mit Serien erfolgreich sein, die inhaltliche Tiefe bzw. Komplexität bieten. Es kommt aber auch immer darauf an, für welches Publikum oder welchen Markt man produziert. Keine der Nicht-SF-Serien, die Du genannt hast, läuft/lief im US-Networkfernsehen. Sie alle werden/wurden von Pay-TV-Sendern bzw. Netflix ausgestrahlt. Um die Abonnenten zu halten und neue zu gewinnen, müssen diese Sender auf Inhalte setzen, die sich deutlich von dem unterscheiden, was die Zuschauer bei ABC, CBS, Fox, NBC und CW kostenfrei bekommen. Und das macht sich dann eben bei den Inhalten in Sachen Anspruch positiv bemerkbar. Zwar sehen sich HBO, Showtime und Co genau an, wie die Zuschauerzahlen ihrer Serien sind, doch spielen der Prestigegewinn und der Werbeeffekt, der von Aushängeschildern wie GoT usw. ausgeht, auch eine wichtige Rolle.

      Die Quoten sind zwar nicht irrelevant, aber nicht so entscheidend wie bei den Networks. Da läuft es in der Regel ganz anders. Du hast ja Firefly genannt. Das war eine Serie, die bei Fox lief. Die Quoten waren mies und nach knapp einem Dutzend Folgen war Schluss.

      Übertragen auf den Hörspielbereich, verhalten sich den meisten kommerziellen Label eher wie die Networks. Wie bei ABC usw. die Quoten, so müssen bei den Labeln die Verkaufszahlen stimmen, sonst wird gezwungenermaßen der Stecker gezogen. Prestige- oder Leuchtturmprojekte kann man sich nicht (oder nur sehr selten) leisten. Und mit inhaltlichem Tiefgang lässt sich schwer ein ausreichend großes Publikum erreichen. Wenn das gelingen soll, muss er "gut verpackt" sein. Für den Mainstream-Kunden darf das alles nicht zu komplex wirken, für den anspruchsvolleren Käufer nicht zu platt. Solch eine Balance ist schwer zu finden und durchzuhalten. Eine Serie nach dem Schema "Captain Kosmos macht ein paar fiese Aliens platt" ist leichter zu schreiben und am Ende am Markt wahrscheinlich sogar erfolgreicher als "intelligente SF". Dass die Label im Zweifelsfall auf ersteres setzen, kann man ihnen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht verdenken.

      "Mark Brandis" ist in meinen Augen ein schönes Beispiel für eine geistreiche SF-Hörspielserie, mit der auch ein ausreichend großer Teil des Mainstreampublikums erreicht werden konnte. Dass aber fast immer nur "Mark Brandis" als Beleg dafür genannt wird, dass so etwas klappen kann, zeigt, wie selten das scheinbar hinhaut.
      Commander Perkins 1 - 9 (Europa): In den 70ern war das bei uns die Sci-Fi-Serie schlechthin! Na ja, es gab ja auch keine andere. :D Trotzdem war sie eine gute Mischung aus Action und Anspruch. Die ARROW-Trilogie gefiel mir allerdings nicht mehr so gut wie die WEGANER-Serie.

      Science Fiction Documente 1 - 3 (Auditon, später Neuauflage maritim): Drei interessante Hörspiele von 1978, in denen H.G. Francis (unter seinem Pseudonym "Peter Bars") in eine damals mögliche nahe Zukunft blickte: Space Shuttles transportieren Besucher und Wissenschaftler zur Raumstation "Orbit Challenger", die von 50.000 Menschen bewohnt wird und in einer Folge von ferngesteuerten Killer-Satelliten angegriffen wird, während die Erde kurz vor dem Dritten Weltkrieg steht. In einer anderen Folge geht es um das Projekt S.E.T.I., also die Suche nach außerirdischem Leben, und es wird die interessante Frage aufgeworfen, wie die Menschheit wohl reagieren würde, wenn sich wirklich intelligente außerirdische Wesen mit ihr in Verbindung setzen würden? Mir gefällt an diesen Hörspielen der realitätsbezogene Touch. :thumbup:

      Antares 8 (maritim): Ja, ich weiß, das ist eigentlich ziemlicher Trash. Aber ich fand das Ding als Kind unheimlich beeindruckend und echt (!) spannend. :D

      Krieg der Sterne (O-Ton-Hörspiel, Philips): Im Vor-Videokassetten-Zeitalter (ja, sowas gab's mal) war das unsere einzige Möglichkeit, diesen Kultstreifen zuhause nachzuerleben. Erzähler: Franz-Josef Steffens! #mosch#

      Planet Eden (maritim): Mein einziger Vertreter aus neuerer Zeit. Wurde ja hier schon oft genannt - zu recht! Eine tolle Idee. Und ich habe mich gefragt, ob hinter den Kulissen unserer Gegenwart nicht auch schon längst so etwas vorbereitet wird ...

      Was mir heute nicht mehr so sehr gefällt, ist das hier auch schon oft genannte Raumschiff UX3. Als Kind fand ich es cool, aber es hat heute für meinen Geschmack etwas zu viel Staub angesetzt. Vor allem die Geräuscheffekte sind einfach zu schwach. Natürlich ist es Kult, weil es wohl eines der allerersten kommerziellen Sci-Fi-Hörspiele überhaupt war. Ich stimme aber zu, dass man unbedingt die LP-Version kennen sollte. Auf der 2. Seite der MC wurden fast 4 Minuten Handlung rausgeschnitten!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „H. Hatch“ ()

      SciFi Watchman schrieb:

      Übertragen auf den Hörspielbereich, verhalten sich den meisten kommerziellen Label eher wie die Networks. Wie bei ABC usw. die Quoten, so müssen bei den Labeln die Verkaufszahlen stimmen, sonst wird gezwungenermaßen der Stecker gezogen. Prestige- oder Leuchtturmprojekte kann man sich nicht (oder nur sehr selten) leisten. Und mit inhaltlichem Tiefgang lässt sich schwer ein ausreichend großes Publikum erreichen. Wenn das gelingen soll, muss er "gut verpackt" sein. Für den Mainstream-Kunden darf das alles nicht zu komplex wirken, für den anspruchsvolleren Käufer nicht zu platt. Solch eine Balance ist schwer zu finden und durchzuhalten. Eine Serie nach dem Schema "Captain Kosmos macht ein paar fiese Aliens platt" ist leichter zu schreiben und am Ende am Markt wahrscheinlich sogar erfolgreicher als "intelligente SF". Dass die Label im Zweifelsfall auf ersteres setzen, kann man ihnen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht verdenken.


      Es stimmt in der Tat. Im Bereich TV wundere ich mich seit Jahren, dass eine ganze Reihe von Fans gibt, die die Serie "Space 2063" der Serie "Battlestar Galactica" vorziehen.

      Obwohl es dafür wirklich keine guten Gründe geben sollte.

      SciFi Watchman schrieb:

      "Mark Brandis" ist in meinen Augen ein schönes Beispiel für eine geistreiche SF-Hörspielserie, mit der auch ein ausreichend großer Teil des Mainstreampublikums erreicht werden konnte. Dass aber fast immer nur "Mark Brandis" als Beleg dafür genannt wird, dass so etwas klappen kann, zeigt, wie selten das scheinbar hinhaut.

      ... oder eben auch nur versucht wird. Ich würde ja gerne auch mehr zumindest von entsprechenden Ankündigungen erfahren, dass eine Schmiede es mit intelligenter Serien-SF versucht. Irgendwoher muss doch der Nachschub kommen ...
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

      Fader schrieb:

      Ich würde ja gerne auch mehr zumindest von entsprechenden Ankündigungen erfahren, dass eine Schmiede es mit intelligenter Serien-SF versucht


      Solche Ankündigungen wären natürlich klasse. Da werden wir uns aber wahrscheinlich eine ganze Zeit gedulden müssen, bis wir diese Nachricht bekommen. Nicht zuletzt, weil sich der Markt stark verändert hat. "Mark Brandis" wurde zu einer Zeit gestartet, als der kommerzielle Markt noch besser dastand als jetzt. Inzwischen ist die Luft so dünn geworden, dass kaum noch ein Label auf solche Stoffe setzen möchte, weil sie sich nur schwer refinanzieren lassen. Das soll nicht bedeuten, dass eine solche Serie heutzutage überhaupt keine Chance auf Realisierung mehr hat, doch die Hürden sind deutlich höher geworden. Wie hoch sie geworden sind und zu welchen Manövern seitens der Label das führt, haben wir erst unlängst bei Zaubermond und "Perry Rhodan: Plejaden" erlebt. Und das ist immerhin ein SF-Stoff, der sich noch relativ gut vermarkten lässt, weil die Figur bekannt und eine bestehende Fanbase vorhanden ist.

      Ich persönlich glaube aber fest daran, dass es auch wieder eine Serie vom inhaltlichen Kaliber eines "Mark Brandis" geben wird. Aber es wird Zeit brauchen, bis sie kommt.

      SciFi Watchman schrieb:

      Nicht zuletzt, weil sich der Markt stark verändert hat. "Mark Brandis" wurde zu einer Zeit gestartet, als der kommerzielle Markt noch besser dastand als jetzt. Inzwischen ist die Luft so dünn geworden, dass kaum noch ein Label auf solche Stoffe setzen möchte, weil sie sich nur schwer refinanzieren lassen.

      Der Markt mag sich verändert haben, wie Du sagst, aber es ist nicht so, dass heute "kaum noch ein Label auf solche Stoffe setzen möchte, weil sie sich nur schwer refinanzieren lassen".

      Es ist vielmehr so, dass sich daran zwischen gestern und heute daran eigentlich nichts geändert hat. Weder damals (vor 8-9 Jahren) noch heute löste der Gedanke Euphorie aus, eine Serie aus "Mark Brandis" -- oder einem anderen SF-Stoff mit etwas Tiefgang -- zu machen. Auch der (anhaltende) Erfolg der Serie wird das vorläufig nicht ändern, denn die Verlockung, diesen zum "einmaligen Zufall" oder der "Ausnahme von der Regel" zu erklären, ist zu groß.

      "SF ist Nische, grundsätzlich, basta. Und deswegen besser gar nicht erst versuchen."
      SciFi gab und gibt es doch ne ganze Menge. Sehe da keinen Grund zu klagen.
      Perry Rhodan, Takimo, Raumkadett Brandis, Heliosphere 2265, StarWars - um nur mal einige aktuelle zu nennen.

      Da sind Western Hörspiele abseits von Karl May viel rarer gesät.

      Gabs nicht mal so ne Westerngroschenreihe "Lancaster" oder so? Warum vertont keiner sowas?
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.
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