Batman - No Man's Land (1) Niemandsland (Highscore Music)

      Batman - No Man's Land (1) Niemandsland (Highscore Music)

      Highscore Music ging mit bisher zwei "Batman"- Staffeln ("Gotham Knight" und "Inferno") an den Start und nun kommt schon die dritte Staffel. Eine Vertonung des Comics "No Man's Land".

      Gotham City wurde von der Regierung zu "Niemandsland" erklärt und sich selbst überlassen. Die Brücken - Pfade zur Aussenwelt - wurden gesprengt. Nun liegt es an Gordon und seinem übrig gebleiben "Team", für Ordnung und Recht im "No Man's Land" zu sorgen, denn: Batman ist verschwunden. Jetzt, wo ihn die Bürger Gotham's dringend bräuchten. Jetzt, wo sich viele zwielichtige Gestalten auf den Straßen herumtreiben und sich nehmen, was sie wollen...

      "No Man's Land" ist in meinen Augen eine der interessantesten "Batman"-Vorlagen, die man vertonen hätte können. Es herrscht Ausnahmezustand in Gotham und damit Narrenfreiheit für die zahllosen Schurken. Das heißt dann natürlich auch, dass viele der bekannten "Batman"-Gegner einen Auftritt haben. Den letzten überbleibenden Cops wird es damit nicht wirklich "leicht" gemacht, um es mal "nett" zu sagen. Und Batman macht es ihnen nicht leichter: denn er ist wie vom Erdboden verschluckt - was bei Commissioner James Gordon zu Unmut und Enttäuschung führt. Die Geschichte wird aus der Sicht von Oracle, Gordon's Tochter und ihres Zeichens ehemaliges Batgirl, erzählt. Hier legt der Autor die ersten grundlegenden Bausteine für eine große und umfangreiche Story um Batman, die ehemalige Cop-Einheit von Gordon und die zum "No Man's Land" erklärte Stadt Gotham City. Der Skriptautor hat den ersten Teil des Romans / der Comics wirklich gut in Form gebracht und für eine ausgewogene Rollenverteilung (Erzähler/Sprecher) gesorgt. Kürzungen sind nicht wirklich zu spüren.

      Sascha Rotermund als Bruce Wayne / Batman war ja bei der Ankündigung der ersten Staffel im Mittelpunkt von Diskussionen. Einige dachten, er sei eine gute Wahl, andere entgegneten, sie möchten niemand anderes hören als David Nathan, die deutsche Synchronstimme von Christian Bale. Ich empfinde ihn als wirklich gute Besetzung - sowohl als Bruce Wayne als auch als Batman. Rotermund ist ein hervorragender Sprecher und dies beweist er auch in der ihm in dieser Hörspielproduktion zugedachten Rolle. Ich vermisse David Nathan nicht, was die Rolle angeht. Wie bereits geschrieben, führt Oracle als Allwissende Beobachterin durch das Geschehen. Ihr haucht Merete Brettschneider mit Professionalität Leben ein. Im ersten Teil "Niemandsland" ist das ehemalige Police-Squad um Commissioner James Gordon Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Reent Reins war bereits in den ersten zwei Staffeln als James Gordon zu hören. Reins war eine wirklich gute Wahl, denn man wollte sich von Nolan's Film-Trilogie distanzieren. Nichtsdestotrotz ist Udo Schenk, der deutsche Synchronsprecher Gary Oldmans ein guter Sprecher, würde aber in der Rolle des James "Jim" Gordon nur in Verbindung mit Oldmans Konterfei funktionieren. Von daher eine gute Entscheidung. Eva Michaelis und Jürgen Holdorf geben erneut mit Bravour ihr Stelldichein als Renee Montoya und Harvey Bullock. Erik Schäffler ist routiniert in der Rolle des Bill Pettit zu hören. Besonders gut hat mir das "Stimmspiel" von Christian Rudolf gefallen. Jokers Verrücktheit und besonders die dadurch bedingte sich in allen paar Sekunden ändernde Stimmung des Charakters bietet Rudolf dar, als würde er tagtäglich so sprechen. Man merkt, dass er am Sprechen der Rolle seinen Spaß hatte. Wenn ich da nur im Vergleich an den großartigen Michael Iwannek denke, der im Game INJUSTICE als Joker todlangweilig klang (was aber vor allem an der Regie gelegen haben muss)! Two-Face bzw. Harvey Dent hat zwar nur einen kurzen Auftritt, aber Thomas Schmuckert ist eine gute Besetzung dafür. Viele kennen ihn ja als Dorian Hunter, aber ich finde, vor seiner Darbietung des Dorian Hunter braucht sich seine Interpretation Dents wahrlich nicht zu verstecken. Worüber ich mich neben der Besetzung von Christian Rudolf noch sehr gefreut hatte, war der Sprecher von Oswald Copplepot - auch genannt "Der Pinguin". Volker Brandt ist schon alteingesessen im Synchronbusiness. Er ist wirklich eine überaus gute Besetzung für den Pinguin - gleichwohl ich jeden Anderen in dieser Rolle eher erwartet hätte. Auch der Rest der Besetzung kann sich sehen lassen: Gabriele Libbach, Detlef Tams, Jens Wendland, Simona Pahl, Norbert Langer, Tobias Kluckert, Tobias Schmidt, Tim Kreuer, Julia Fölster, Ulrike Hübschmann, Martin Keßler, Tino Kießling und Andi Krösing.

      Akustisch hat man wirklich nicht gekleckert, sondern sprichwörtlich geklotzt. Sebastian Pobot nutzt viel Musik und eine riesige Anzahl von Geräuschen, um eine möglichst filmreife Kulisse für das Hörspiel zu schaffen. Genau so habe ich mir den akustischen Part eines Superhelden-Hörspiels gewünscht. Man kann in die Szenerie richtig eintauchen. Eben Kino für die Ohren!

      Ich persönlich hätte mir zwar für die Hörspiele entweder das Originalcover des Romans, wie man es bei Graphic Audio verwendet hat, oder ein realistisches Cover gewünscht, es ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass es sich um eine Vertonung eines Comics handelt und deshalb ist das Cover passend. Zumal es ja eh schön düster gestaltet ist.

      Fazit: Mit "Niemandsland" legt Highscore Music einen düsteren und akustisch gelungenen Start der dritten Staffel von Batman-Hörspielen hin. Mit hervorragender Besetzung wurde einer der interessantesten Batman-Romane/-Comics in ein Kino für die Ohren verwandelt!
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