GLASHAUS (eine neue Hörspielserie von AUDIBLE) ...

      Ich mag es aufgeteilt weil ich meine Hörspiele unterwegs über einen Subsonic Server höre und ich auch immer auf dem Weg zur Arbeit und zurück höre und mein 2GB Datenvolumen damit schone.

      Ich habe die isub App so eingestellt, dass sie immer einen Track im voraus lädt, so habe ich gapless Play-back und bin vor Kurzen Netzausfällen gefeit und wenn ich später was anderes anfangen will ohne das vorherige fertig gehört zu haben, hat er von dem alten nicht alles geladen sondern nur die gehörten Tracks +1.

      Das ist der Grund warum ich gerne auch Radiohörspuele selbst schneide.

      (Aber 30+ Tracks wie es langsam Mode wird brauche ich auch nicht wirklich)

      :) :)

      PS: am Telefon eingegeben sehe ich ab ein paar Zeilen gar nicht was ich schreibe… Erst ein paar Zeilen später wird es sichtbar
      Es hat länger gedauert als erwartet, aber gestern habe ich die zweite Staffel beendet. Nicht zuletzt lag es daran, dass ich entgegen meiner ursprünglichen Ankündigung und sonstigen Hörgewohnheiten doch noch einmal Staffel 1 zuvor gehört habe. Ich hatte mit Staffel 2 begonnen aber dann doch das Gefühl, dass zu viele Details aus der ersten nicht mehr im Gedächtnis waren.

      Die zweite Staffel unterscheidet sich doch deutlich vom ersten Durchgang.
      Spoiler anzeigen

      Das Personal:
      Das erste, was auffällt, ist das Fehlen von Felicitas Woll sowohl auf dem Cover als auch bei den Sprecherangaben. Da kommen Befürchtungen auf: Sollte es die Figur Julia Murnau etwa 'erwischt' haben? Die erste Folge spielt auch ein wenig mit dem Nichtwissen und der Erwartungshaltung der Hörer: Lebt sie noch? Wenn ja: Was wurde aus ihr? Schließlich dann die Beruhigung: Die Figur Julia Murnau ist weiter dabei, allerdings wurde die Rolle umbesetzt. Statt Felicitas Woll nun also Julia Lowack. Diese spielt ihren Part dann auch sehr gut (und klingt an manchen Stellen sogar ähnlich wie Frau Woll), aber problematisch sind solche Umbesetzungen natürlich immer. Davon ab gibt es in der zweiten Glashaus-Staffel keine klaren Hauptfiguren mehr. In Durchgang 1 lag der Fokus recht klar auf Mark West, Julia Murnau und Thorsten Radinger, die aktuelle Staffel ist hingegen ein 'Ensemble'-Hörspiel. Dass auch hier nur drei Figuren (Hofer, West, Murnau) auf dem Cover auftauchen ist also eher dem Wiedererkennungswert geschuldet als dem Inhalt. Warninger, Michelsen, Sash Kramer und Sorgund hätten dort mit gleicher Berechtigung zu sehen sein können. Diese Verteilung auf mehrere Personen kann man nun positiv oder negativ sehen (mir hat es ein wenig erschwert, mich in die Handlung einzufühlen), ein Manko bleibt aber auf jeden Fall das Fehlen von Thorsten Radinger. Er ist nun mal in Staffel 1 gestorben und es ist auch gut, dass er nicht von den Toten zurückgeholt wird, aber man merkt halt doch, was für eine zentrale Figur er war. Adäquaten Ersatz gibt es für ihn nicht: Sash ist zwar eine nette Figur, aber in keinem Moment auch nur ansatzweise ähnlich interessant wie Radinger in Staffel 1. Selbstverständlich sind alle SpercherInnen gut, spielen ihre Rollen ausgezeichnet und agieren auf hohem Niveau. Da hat sich im Vergleich zu Staffel 1 nichts geändert.

      Die Handlung:

      Glashaus Staffel 2 hat im Wesentlichen drei Handlungsbögen, zwischen denen hin- und hergpendelt wird. Da ist erstens ein Programm, welches komplette Serverinhalte löschen und damit das Internet im globalen Maßstab lahmlegen kann. Die Mitarbeiter des ehemaligen Glashaus-Teams finden sich zusammen, um diese Bedrohung zu stoppen. Zweitens geht es um die politischen Intrigen des Paul Hofer, der versucht, die Godspeed-Krise zu nutzen, um die Freiheitsrechte im Internet massiv einzuschränken. Drittens sucht Melanie Sorgund nach den Verantwortlichen für Thorsten Radingers Tod - und gerät so durch Serge Kulnikov und die organisierte Kriminalität in höchste Gefahr. Staffel 1 war ein 'Hochspannungsprodukt', dass von Höhepunkt zu Höhepunkt raste und den Hörer dabei immer wieder mit erschreckenden Bedrohungsszenarien packte. Dieser Effekt stellt sich bei Staffel 2 kaum ein. Es mag auch nur an mir liegen, aber die Vorstellung, dass die Börsen den Handel aussezten müssen und digitales Wirtschaften zeitweilig unmöglich wird finde ich jetzt nicht sooo bedrohlich. Mag sein, dass mir als Kind analoger Zeiten hier auch einfach die Vorstellungskraft fehlt und das schon alles ganz furchtbar wäre - aber das Hörspiel schafft es eben auch nicht, mir die Bedrohung zu verdeutlichen. Keiner der drei Handlungsbögen ist schlecht und sie reichten auch aus, um mich bis zum Schluss dabei bleiben zu lassen. Die teils atemlose Spannung, die Staffel 1 noch auszeichnete, wollte sich für mein Empfinden aber nicht einstellen. Insgesamt ist Staffel 2 eher ein Polit- als ein Action-/Cyberthriller mit einem im Übrigen holprigen Start. Zumindest fand ich die Gründe, aufgrund derer Mark West vermutet, dass Godspeed noch lebt, und derentwegen das Glashaus-Team wieder zusammengetrommelt wird doch eher dünn. Positiv wiederum: Diesmal gibt es keinen Cliffhanger zum Staffelfinale, alles scheint aufgelöst. Ich denke, dass die Geschichte damit auserzählt sein wird und keine dritte Staffel folgen wird.

      Die Umsetzung:
      Sprecher, Soundeffekt, Musik: All das bewegt sich auf dem Niveau der ersten Staffel. Die Musik wurde leicht angepasst, dennoch fühlt man sich sofort wieder heimisch in dieser Produktion. Da Staffel 2 eher in Richtung Politthriller geht finden sich mehr Dialoganteile als im ersten Durchgang, teilweise auch ausgefeilte, längere Passagen mit nur zwei Sprechern. Während Staffel 1 stark auf Cliffhanger und Knalleffekte zum Ende einer jeweiligen Folge setzte ist dies bei Staffel 2 deutlich zurückgefahren worden, was m. E. dem Handlungsverlauf zugute kommt. Unübersehbar ist natürlich auch, dass die Folgen kürzer geworden sind: Lediglich das Finale hat über 70 Minuten Laufzeit, ansonsten bewegt sich das zwischen 48 und 61 Minuten. Auch dies war m. E. eine gute Entscheidung, der Aufmerksamkeitsspanne der Hörer dürfte das entgegen kommen. Denn nach wie vor muss man der häufigen Szenenwechsel und des nicht vorhandenen Erzählers wegen konzentriert zuhören, um den Thriller genießen zu können. Zu guter Letzt fällt auf, dass in Staffel 2 auch der Humor Einzug gehalten hat: Die Personen lachen auch mal miteinander und es gibt explizit komische Szenen: Die betrunkene Julia Murnau zum Beispiel oder Mark West, der 'Entspannungskugeln' kauft: Das ist schon für den einen oder anderen Schmunzler gut und fügt dem Hörspiel auch eine schöne neue Facette hinzu. Eine Komödie wird 'Glashaus' damit natürlich (zum Glück) immer noch nicht.

      Fazit:

      Christian Gailus hat an einigen Stellschrauben gedreht, um diese Staffel 'zum Laufen' zu bringen. Das meiste davon ist gelungen und es macht erneut Spaß, Glashaus zu hören. Trotzdem fällt dieser zweite Durchgang im Vergleich zu Staffel 1 leicht ab. Hörspielvergnügen auf hohem Niveau, aber eben kein 'Knaller' mehr.
      Das Leben ist eine wilde Reise! Gefährlich! Unvorhersehbar! Voller Überraschungen - selbst wenn du es damit verbringst, irgendwo auf einem Stuhl an ein und derselben Stelle sitzen zu bleiben. (Walter Moers)
      Vielen Dank für Deine Einschätzung und Posting. Ich habe aber den Spoiler nur rasch überflogen, da ich die zweite Staffel noch nicht gehört habe. Ich mache es wie Du und werde demnächst mit Staffel 1 beginnen und dann die zweite Staffel im Anschluss hören. Danach werde ich meine Meinung posten und auf Deinen Spoiler Bezug nehmen.
      Danke Stollentroll für diese auführliche Kritik. Es freut mich total, dass Du Dir diese Mühe gegeben hast, noch einmal die erste Staffel gehört hast und Dich dann hingesetzt hast, um das alles aufzuschtreiben. Für mich als Autor ist das ein seltenes Geschenk, denn oftmals bewegen sich Kritiken zwischen "absolut geil" und "das Hinterletzte", ohne die Gründe für die jeweilige Einschätzung auszuführen. Schön, dass Dir Staffel 2 auch noch gut gefallen hat. Eine "Knaller-Staffel" wie die erste hätten wir wohl nicht noch einmal hingekriegt - ganz einfach wegen der fehlenden Themen (immerhin steigert sich die erste Staffel bin hin zum drohenden Weltkrieg) und auch deshalb, weil sich ein solches Tempo - glaube ich - irgendwann erschöpft. Deshalb fanden wir die Entscheidung, das Setting ins Gegenteil zu verkehren (kleine Mannschaft, keine Ausrüstung, illegales Handeln) eigentlich die logische Konsequenz. Der Grund, dass Felicitas Woll nicht mitgespielt hat, ist gang einfach: Sie hatte keine Zeit. Das war schade, aber ich finde, Julia Lowack ist ein würdiger Ersatz. Alternative wäre ja gewesen, dass die Staffel nicht gemacht wird. Die Kürze der Folgen hat übrigens damit was zu tun, dass es unser Auftrag war, ein bisschen zu sparen. Und dann gab es da einen lustigen Formatierungsfehler, denn ich hatte von Johanna Steienr eine Wordvorlage bekommen mit der Seitenzahl, die ich höchstens verwenden sollte. Das hab ich dann auch brav gemacht. Irgendwann fing sie dann an, Szenen nachzufordern, und irgendwann stellte sie heraus, dass die Formatierung bei mir ganz anders ist und ich viele Teile viel zu kurz geschrieben hatte. Deshalb habe ich noch Szene nachgeschrieben und eine Folge ist sogar nur 50 Minuten lang oder so. Tja, solche Sachen passieren eben auch. Dass es diesmal einen wirklichen Abschluss gibt, hatte ich ja als Lehre aus Staffel 1 mitgenommen. Ich könnte mir allerdings schon noch eine dritte Staffel vorstellen, und hätte auch schon eine Idee. Die würde dann natürlich zwangsweise wieder anders werden - aber vielleicht wäre das ja auch reizvoll. Anyway: Ob es weitergeht, entscheidet Audible. Wir harren der Dinge. Danke jedenfalls für Deine Mühe - ich meine, mal ehrlich: Ich schreib das Zeug doch fürs Publikum! ;)

      Christian schrieb:

      Ich könnte mir allerdings schon noch eine dritte Staffel vorstellen
      Es sollte mich freuen. Lust, einen weiteren Durchgang mit erneut anderem Ansatz zu hören, hätte ich durchaus.
      Das Leben ist eine wilde Reise! Gefährlich! Unvorhersehbar! Voller Überraschungen - selbst wenn du es damit verbringst, irgendwo auf einem Stuhl an ein und derselben Stelle sitzen zu bleiben. (Walter Moers)
      Hallihallo,

      gleich erst einmal SORRY, denn ich werde mich wohl als Spielverderber betätigen müssen, denn im Gegensatz zum Stollentroll gefällt mir die 2. Staffel eigentlich gar nicht mehr, wobei ich sagen muss, dass ich die letzte Folge noch nicht komplett gehört habe. Ich gehe aber nicht davon aus, dass das Ende meine Meinung komplett dreht.

      Bevor ich zu meine Begründung komme, vielleicht noch die Anmerkung, dass ich die erste Staffel für einen absoluten Meilenstein im Hörspielbereich halte. In meinen Augen hat hier von der Besetzung (auch mal viele Stimmen, die noch nicht so verbraucht sind), über die teilweise extrem aktuelle Handlung inkl. bei eigentlichen allen Charakteren nachvollziehbaren Reaktionen/Aktionen/Taten bis dahin, dass diese Produktion ein grandioser Beweis dafür ist, dass man dem Zuschauer die Handlung auch plastisch vor „Augen“ führen kann, ohne dafür einen Erzähler zu bemühen, einfach alles gestimmt. Das ist gerade bei der Topographie (bekommt der Zuhörer eine genaues Bild vom Ort der Handlung) wichtig. Aber nicht nur da.

      Was mich jetzt zur Kritik an der 2. Staffel führt (weiter im Spoiler-Modus):

      Spoiler anzeigen
      Die Umbesetzung hat mir schon mal den Einstieg vermiest. Und zwar nicht wegen der Umbesetzung an sich (Julia Lowack macht ihre Sache wirklich sehr gut und überhaupt sind die Sprecher wohl die einzige Sache an der Staffel, die von vorne bis hinten passt), sondern weil man als Zuhörer damit erst einmal alleine gelassen wird. Ich wusste nicht, dass Frau Murnau zu hören ist, da sie nicht mit dem Namen angeredet wird. Ergo war dies erst einmal ein neuer Charakter für mich. Mit einem neuen „Gesicht“. Das ist für mich ein No-Go. Auch wenn ich mich dann schnell an die neue Sprecherin gewöhnt habe. Das hätte einfach vorab kommuniziert werden sollen.

      Die Handlung selbst ist OK. Und Christian gibt ja selbst zu, dass das Niveau der ersten Staffel schwer zu erreichen gewesen wäre. Dan sollte man aber möglichst auf „Kopf-auf-die-Tischplatte-hau“-Momente verzichten. Hier mal ein paar der prägnantesten Beispiele, die mir noch im Kopf geblieben sind:

      - Das Team ist in einer Hütte ohne (ausreichend?) Strom und ohne Internet. Also muss Material (PCs, Kabel zum Anschluss an die nächsten Sendemasten etc.) geordert werden. Preis: 3.000,00 EUR. Mein hochgezüchteter PC zum Graphik bearbeiten hat fast alleine schon so viel gekostet.

      - Ein Wagen fährt bei der genannten Hütte vor. Das Team gerät in Panik. „Sie haben uns erwischt.“ „Wir werden alle sterben.“ Etc. Ein Blick aus dem Fenster verrät: Es ist der DHL Bote in seinem knallgelben Wagen, der die Bestellung liefert.

      - Das weibliche Mitglied der Truppe (Birgit??) wird auserwählt, eine Firma zu infiltrieren. Der Rest des Teams hilft (ha!!) ihr via Knopf im Ohr weiter. Jeder, der schon mal probiert hat, eine Konversation vor Ort zu meistern, während man gleichzeitig mit dem Handy telefoniert, weiß, wie schnell man da durcheinander kommt. Wie mag es wohl einem Anfänger gehen, wenn ihm konstant 3 Leute „querbeet“ ins Ohr quatschen? Genau!

      - Also Flucht nach vorne und einfach mal am Sicherheitspersonal vorbeirennen. Während sie also durch die Gänge irrt, das Team ihr jede Menge widersprüchliche Anweisungen zuruft, erweist sich das Sicherheitspersonal als komplett unfähig. Nicht nur, dass sie es nicht schaffen, eine untrainierte Frau einzuholen, sie kommen auch nicht auf die Idee, sie auf den Überwachungsmonitoren zu „verfolgen“ und am Ende stellt sich tatsächlich eine Toilette als sicherstes Versteck heraus (echt jetzt, dass männliche Sicherheitspersonal traut sich nicht auf die Dammentoilette???), die unsere Dame aufsuchen musste, weil plötzlich die Konfirmantenblase zwickte. Nach erfolgreichem stritzen, dann seelenruhig weiter machen. Schließlich ist das Sicherheitspersonal jetzt überall, bloss nicht auf den Gängen vor der Toilette.

      - Eine ähnliche Situation dann nochmal als Wanninger bei der deutschen NSA einsteigen soll. In einem der entscheidendsten Momente – als er sich am Eingangstor bei der Wache zu legitimieren hat – blödelt das ganze Team über das Kom so dermaßen rum, dass Wanninger verbal darauf reagiert. Was ein Nachfragen der Wache zur Folge hat. Mal abgesehen, dass diese dann trotz einer fadenscheinigen Begründung nicht weiter nachhakt (hey, es handelt sich hier um eine Top Secret Einrichtung), ist solch ein Verhalten mehr als nur fahrlässig. Es steht ja auch nur das Schicksal der BRD auf dem Spiel.

      - Bei diesem Punkt hoffe ich, klarstellen zu können, warum es wichtig ist, dass man (mit oder ohne Erzähler) dem Zuschauer/Zuhörer eine klare Topographie vorgibt. Dazu zuerst noch eine Bemerkung: Ich hasse es schon seit Jahren, wie speziell in Filmen mit der Registrierung von Geräuschen gearbeitet wird. Eine knarzende Bohle vom Dachboden lässt selbst Leute im Keller noch Alarm schlagen, während Geschreie und Gekämpfe im Keller von keinem im Erdgeschoss registriert wird (fiktives Beispiel). OK, Mark steigt in das Schlafzimmer des Oberars … des fiesen Politikers ein und entdeckt dort einen Safe im Schrank. Zugeben, bei reichen Leuten fallen die Räumlichkeiten immer etwas größer aus als bei mir aber i.d.R. sind Schlafzimmer leicht zu überblicken. Will heißen, es lässt sich leicht feststellen, ob sich noch jemand im Raum befindet. Als Marc sich jedoch mit dem Inhalt des Safes beschäftigt, wird er von hinten niedergeschlagen. Wo kommt der Gegner her und wieso hört ihn Marc in solch einem kleinen (genau hier fehlt jetzt die Erklärung des Erzählers) Raum nicht. Ich höre in meiner Wohnung Fußtritte bzw. Kleiderrascheln durch die gesamte Wohnung.

      Das sind jetzt die paar Kritikpunkte, an die ich mich noch erinnere. Mir haben sie die ansonsten gar nicht mal so schlechte Handlung ordentlich verhagelt. Und viele davon wären in meinen Augen nicht nötig gewesen (z.B. das Gequatsche im Kom). Weswegen der Einsatz solcher Szenen mich nur noch heftiger auf die Kopfplatte tischen lässt.

      Just my 2 cents.
      "SAVE THE CHEERLEADER, SAVE THE WORLD"
      Hallo schelo, auch Dir vielen Dank für Deine ausführliche Kritik und die Zeit, die Du Dir dafür und fürs Hören genommen hast - besonders, wenn Dir die Staffel eigentlich nicht gefällt. Ich kann Deine Kritikpunkte durchaus verstehen, und ich kann sagen, dass es mir manchmal (bei Filmen eher als bei Hörspielen) auch so geht. Ich denke, dass es irgendwann einen Punklot gibt, an dem man als Hörer aussteigt. Bei mir ist das jedenfalls so. Und dann fällt mir alles auf, was nicht stimmt. Aus meiner Sicht als Autor stellt es sich allerdings so dar, dass die ganze Handlung ja fiktiv ist, und sich damit nur an die Realität anlehnt. Ich versuche also ein künstliches Gebilde zu erschaffen, in dessen Grenzen sich dann eine "glaubwürdige" Handlung vollzieht, weil man ihr eben abnimmt, dass sie innerhalb dieser Grenzen eben glaubrwürdig ist. Mit der Realität muss sie dabei nur marginal zu tun haben. Dieses Prinzip setzt sich dann bei den Charakteren fort. Bei mir ist es bei Szenen meistens so, dass ich irgend ein Bild oder eine Szene oder eine Grundstimmung aus einem Film vor Augen habe, bei der Einbruchsszene war es der Film "Die Lautlosen" mit Robert Redford. Da gibt es zum Beispiel die Szene, wo er in ein mit Zahlenschloss gesichertes Zimmer einbrechen soll. Er fragt über Funk, was er tun soll, und bekommt - für uns als Zuschauer nicht hörbar, weil über Kopfhörer - eine offenbar ziemlich lange und ziemlich komplizierte Anweisung zu hören. Redford nickt konzentriert, sagt "Hm" und schließlich: "Okay, ich werde es versuchen." Und dann nimmt er Schwung und tritt die Tür ein. Das ist natürlich auch Quatsch, ist aber witzig und passt zu den Charakteren. Und es gibt mit als Zuschauer, wenn ich mich darauf einlassen, ein gutes Gefühl - ich bin dabei. (Geht jedenfalls mir so.) Gleiches stand für mich hier auf dem Plan: Sie wollen irgendwo einsteigen, haben aber eigentlich nicht die notwendige Kompetenz. Deshalb versuchen sie es zuerst trickreich (falscher Ausweis, Herr Müller usw.), und als alles schiefgeht, rennt Birte eben einfach los. Für mich ist das so ein Moment, der aus meiner Sicht mehr über die Personen aussagt, als wenn sie es "glatt" geschafft hätten. Birte ist eine sehr gute Technikern, hat aber von Einbrüchen keine Ahnung. Die Gefahrensituation schlägt dann erst mal auf die Blase. Dass das Sicherheitspersonal aus zwei Trotteln besteht - okay, ich geb zu, das ist nicht der Clou. Aber für mich stand halt mehr im Vordergrund, dass wir etwas über Birte erfahren - und nebenbei den Serverraum finden. Bitte versteh mich nicht falsch, ich will damit nichts entschuldigen, sondern nur meine Intention verständlich machen. Aber natürlich ist es so, dass jeder Hörer seinen eigenen Geschmack hat und (das glaube ich eben auch) einen Moment, bei dem er aussteigt, weil ihm der Verlauf der Story einfach nicht passt. Das ist ja natürlich total okay. Grundsätzlich gibt es bei mir dann auch noch die Sache mit dem Humor. Ich möchte natürlich bestimmte Szenen möglichst spannend gestalten. Gleichzeitig hat aber jeder von uns diese oder ähnliche Szenen schon Dutzende Male gesehen. Wenn ich die dann stur wiederhole - und auch nur mit den Mitteln des Hörspiels - würde ich als Hörer viel eher Abwinken und denken: Geschenkt, alles schon besser gesehen/gehört. Deshalb der Humor: Ich hatte das schon mal irgendwo im Zusammenhang mit dem Gedicht von Godspeed und der Stimme aus der Regie geschrieben: Ich mag es, wenn solche Szenen ironisch gebrochen werden, ganz einfach deshalb, weil ich der Handlung sonst bestimmte Sachen eben überhaupt nicht mehr abnehme. Mit dem Humor und der Ironie bekommt das Ganze eine nanderen "Geschmack", eine andere Färbung, und ich kann mich darauf einlassen, lachen, im nächsten Moment aber auch wieder mitfiebern. Das schafft auch nicht jder Film bei mir, manche aber schon, und die nehme ich mir dann eben zum Vorbild. So, jetzt habe ich aber lange genug schwadroniert. Ich finds voll okay, wenn Du das Glashaus nicht mochtest und finde es gerade deshalb super, dass Du Dir die Zert und Mühe genommen hast, so lange und ausführlich dazu Stellung zu nehmen. Ein kleienr Trost könnte sein: Tausch es doch um. Audible tauscht Dir jedes Hörbuch, auch wenn Du es komplett gehört hast. Geht ganz einfach über Deine Kontoeinstellungen. Liebe Grüße sendet Christian
    Hier geht's zum HÖRSPIEL-PLAYER ...