PAUL TEMPLE UND DIE AFFÄRE GREGORY ein Live-Hörspiel mit Bastian Pastewka ...

      Ich habe bereits vergangene Woche in Solingen die Bühnenfassung gesehen und bin inzwischen noch angetaner von der Produktion.

      Die Aufführung des Hörspiels ging einher mit (überwiegend) von den fünf Sprechern mit zum Teil fantastisch banalen Mitteln live auf der Bühne erzeugten Geräuschen; die beiden Damen der Aufzeichnungen waren durch die nicht minder überzeugenden Eva Verena Müller als (gesangsstarke) Steve und Edda Fischer als Dr. Weisman und ca. 50 Constables ersetzt worden. Und auch, wenn natürlich textlich wenig Neues zu entdecken war, sorgte die Tatsache, dass die Ensembleaufnahme nun auch auf der Bühne zu sehen war und es die Darsteller nicht die ganze Zeit in den Stühlen hielt, dafür, dass ich mich keine Sekunde gelangweilt habe.

      Tatsächlich konnte ich beim Anstehen an der Sektbar in der Pause im Foyer diverse Besucher bei Sekt und Selters an dem Sachverhalt laborieren hören, dass Pastewka kein Deltgen sei und das ganze doch eher als Parodie denn als Krimi daherkomme. Aber auch nach der Pause war kein Kahlschlag im Theater festzustellen, und am Ende erhielten die Darsteller von überallher lauten, verdienten, langanhaltenden Applaus.

      Also, ich fand's richtig gut.

      Flori1981 schrieb:

      Gab's ne Möglichkeit Autogramme von Pastewka zu kriegen?


      Nicht, dass ich wüsste. Es gab einen Verkaufsstand mit dem aktuellen und den klassischen Temples, und es gab dort glaube ich auch noch ein paar andere, aber dort war nur gedungenes Verkaufspersonal. Man hätte ihn sicherlich am Hinterausgang abfangen können, aber das Ensemble ist nicht offiziell zum Signieren unters Zuschauervolk gefahren.
      Starke Show! Wer die Möglichkeit hat, sollte sie sich ansehen. Motivierte und top aufgelegte Darsteller, viel stimmiges Drumherum und jede Menge fantastischer Improvisationen und Klangeffekte; letztlich eine wirklich tolle und sehens-/ hörenswerte Durbridge-Hommage. Danke dafür, Herr Pastewka.
      Paul Temple und der Fall Gregory (Der Hörverlag)

      Was habe ich mich die letzten Monate auf das Hören dieser Produktion gefreut. Ich liebe die alten Paul Temple Hörspiele. Deltgen und Co.: Einfach herrlich. Dieser wunderbare alte Ton und diese absolut passende Musik. Wunderschön :) . Dazu sehr spannende und sehr unterhaltsame Storys. Und zwar über die ganze Länge. Und einige Folgen waren ja sehr lang. Da gebe ich allen dieser 11 Hörspiele (vom Hörverlag und vom Audioverlag) die Höchstpunktzahl. Einfach einer meiner Lieblingsproduktionen.
      Wäre sicher auch gut für neue Hörspielproduktionen. Wie wäre denn die Rechtslage?

      Aber nun zu diesem neuen Hörspiel, das mit Hilfe von Bastian Pastewka, den ich überragend komisch in seiner "Pastewka" Serie finde, entstanden ist. Dafür erst einmal meinen Dank. Der wunderbare Ton und die alte Musik wurde beibehalten. Das ist schon einmal Top. Die Sprecher machen auch eine gute Arbeit. Alexis Kara hört sich wirklich sehr wie Charlie an. Kai Magnus sehr wie Sir Graham Forbes. Und Janina Sachau sehr nach Annemarie Cordes. Das ist toll und gut gemacht. Leider hört sich Pastewka aber nicht wie Paul Temple an. Das ist schade. Nebenbei Respekt für das Sprechen mehrerer Rollen. Das viel kaum auf. Es wurde schon sehr in die verschiedenen Rollen eingetaucht.
      Das was viele gestört hat, finde ich auch etwas irritierend. Der Wechsel von Hörspiel ins Sprecherlager.
      Trotz allem ist beides für sich gut gemacht und unterhaltsam. Wenn in die Produktion gewechselt wird, glaube ich mich in der Serie "Pastewka". Wäre allerdings schön, wenn es mit einer nächsten Staffel weitergehen würde.
      Wenn ich das Hörspiel höre, kommt wenigstens zum Großteil das Feeling der alten Hörspiele rüber.
      Leider ist aber auch die Laufzeit sehr gering, gegenüber der alten Hörspiele. Dazu der gelesene Norwegische Teil. auch das hätte man besser machen können. Also auch vertonen können.
      Fazit: Schön das es überhaupt zu diesem Hörspiel kam. Eine Originalfassung wäre mir aber wirklich lieber. Vielleicht wird sie ja doch noch gefunden. Hat sie denn nicht irgendjemand aufgenommen aus dem Radio, oder ging das zu der Zeit noch nicht?

      Von mir gibt es 8 von 10 möglichen Punkten. Und dazu noch einen halben Paul Temple Extra Point! Also 8,5 Punkte. :)
      Die Überschrift dieses Threads ist, glaube ich, etwas falsch. Denn es ist kein "Live"-HSP, zumindest nicht, was ich darunter verstehen würde, nämlich, dass es entweder bei einer Live-Aufführung vor Publikum mitgeschnitten wurde oder dass es in einem Rutsch (also quasi "live") aufgenommen wurde, ohne Pause, mit live eingespielten Geräuschen und Musik. Beides trifft nicht zu. Das Ganze ist eine stinknormale Studioproduktion. Das vorweg.

      Inhaltlich muss ich sagen, dass es mir zwar gefallen hat, ich es aber nach ein paarmal hören auch wieder gelöscht habe (ich hatte es kostenlos vom WDR-Podcast downgeloadet, also war es kein Verlust). Denn irgendwie ist Paul Temple nichts für mich. Ich habe ein paar mal versucht, eines dieser Radio-Mammuthörspiele aus den 50er/60er Jahren zu hören und bin jedesmal an der ewigen Länge und der unübersichtlichen Flut von Personen gescheitert. Auch ist mir die Figur des Temple letztlich zu platt und spießig geblieben, die Dialoge mit seiner Frau manchmal ganz spritzig, oft aber auch einfach nur hausbacken.

      Pastewkas Interpretation des Temple war zwar letztlich genauso platt, denn die Dialoge sind nun mal hausbacken, wenn man sie unverändert lässt. Da hat es mich auch nicht gestört, dass Pastewka nun so gar nichts von Rene Deltgen in der Stimme hat. Hier kam auch aber auch noch etwas negativ hinzu, dass seine Mitstreiter so nichtssagende Stimmen hatten. Da klangen die Darsteller in den alten HSPen markanter.

      Akita Takeo schrieb:

      Das was viele gestört hat, finde ich auch etwas irritierend. Der Wechsel von Hörspiel ins Sprecherlager.


      Das fand ich gerade die Stärke dieser Produktion. Der Hörer wird ab und zu plötzlich aus der Handlung herausgerissen und bekommt witzige "Diskussionen" der Schauspieler über das HSP serviert. Diese Parts gefielen mir besser als die eigentliche HSP-Handlung.

      Akita Takeo schrieb:

      Leider ist aber auch die Laufzeit sehr gering, gegenüber der alten Hörspiele.


      Darüber war ich sehr froh, sonst hätte ich erst gar nicht mit dem Hören angefangen. ^^

      Fazit: Von mir aus kann Pastewka ruhig weitere HSPe machen. Wenn seine TV-Serie "Pastewka" vielleicht eines Tages aus Kostengründen nicht mehr im Fernsehen fortgesetzt werden kann - warum nicht stattdessen als HSP-Serie? ;)

      H. Hatch schrieb:

      Wenn seine TV-Serie "Pastewka" vielleicht eines Tages aus Kostengründen nicht mehr im Fernsehen fortgesetzt werden kann - warum nicht stattdessen als HSP-Serie?


      Da wäre es wohl in Sachen Gewinnmarge vom Regen in die Traufe kommen.... ^^

      Ansonsten muss ich sagen,Temple ist mir auch zu lang und zu verschrobelt, als das es mein Pläsier wecken könnte..
      Pastewka als Hörspielserie? Warum nicht? Tolle Idee! Aber als Fernsehserie wäre sie mir lieber. Sieht aber wohl schlecht aus. Eine weitere Staffel scheint es wohl nicht zu geben.


      Zu Paul Temple: Auch wenn die früheren Hörspiele sehr lang waren, waren sie niemals langweilig. Ganz im Gegenteil: Sie waren über die gesamte Laufzeit unglaublich spannend und unterhaltsam. Sorry! Aber das muss man einfach gehört haben!
      Mir hat "Paul Temple und die Affäre Gregory" gut gefallen. Den Vergleich zu den alten Paul-Temple-Hörspielen habe ich aber nie gezogen. Denn die sind Klassiker - und gegen Klassiker ziehen Neuvertonungen oder Fortsetzungen eh immer den Kürzeren. Pastewka und Co erweisen den alten Fällen Reverenz, nehmen sie gelegentlich aber eben auch auf den Arm. Letzteres mag nicht jeder, aber ich habe damit kein Problem. Darum fühlte ich mich gut unterhalten. Übermäßig im Gedächtnis ist mir diese Produktion aber nicht geblieben.
      Ich mag die alten Temples, aber ich kann Hatch schon verstehen. Zu viele dieser Folgen kann ich nicht am Stück hören. Man muss schon in der Stimmung sein und ich brauche doch Pausen zwischen den einzelnen Folgen. Der neue Temple gefiel mir ganz gut. Teilweise konnten die alten Dialoge und die alte Stimmung eingefangen werden. Die eingeschobenen Gespräche zwischen den Schauspielern waren gewöhnungsbedürftig. Am Ende hatte ich mich daran gewöhnt.
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