MARK BRANDIS - Raumkadett (eine SciFi-Hörspielserie von FOLGENREICH) ...

      Aus der PM von gestern ...
      Der junge Mark Brandis darf auf seinen ersten Patrouillenflug entlang der Grenze zu den Asiatischen Republiken! Nach einem Angriff feindlicher Abfangjäger fällt das Bordsystem aus – Mark und seine Pilotin Hptm. Alba Bravo sehen sich gezwungen, über feindlichem Gebiet abzuspringen. Gemeinsam versuchen sie die 50 Kilometer entfernte Grenze zu erreichen. Überall sind Soldaten, die sie jagen, doch sie bekommen unerwartet Hilfe. Ein Kriegsgefangener, dem ein Giftimplantat die Flucht über die Grenze unmöglich macht, schmuggelt sie durch die feindlichen Reihen…

      Nach erfolgreicher Einführung des Science Fiction-Prequels der mehrfach ausgezeichneten Hörspielreihe MARK BRANDIS ist auch die 4. Folge „Hinter Den Linien“ eine spannende Fortsetzung der Jugenderinnerungen von Mark Brandis – und wir dürfen uns weiterhin auf galaktische Abenteuer des jungen Raumkadetten freuen!


      Hörprobe zum DL
      Heute ist ja "Mark Brandis - Raumkadett 4: Hinter den Linien" in den Handel gekommen. Ich habe mir das gute Stück angehört und in meinem Blog eine Rezension dazu verfasst. Wer sie von euch lesen mag, findet sie hier: scifiwatchman.blogspot.de/2014…genreich-interplanar.html

      Sicherlich eine Folge mit Licht und Schatten, über die es sich zu diskutieren lohnt.
      @SciFi Watchman:

      Vielen Dank für Deine - wie immer - sehr lesenswerte Rezension (auch für die starke Interstellar-Rezi!!). Ich teile Deine Auffassung in weiten Teilen. Bevor ich unten einen Spoiler einfüge, eines vorneweg: Sprechtechnisch gefällt mir der junge Mark Brandis überhaupt nicht (mehr). Immerhin ist er nun - und das darf man ohne Spoiler schreiben - aktiv an militärischen Einsätzen beteiligt. Und alles, was ich höre, ist eine ängstliche, kindliche und teilweise naive "Tonlage" - zumindest kommt es so bei mir an. Ich denke, es ist nun an der Zeit, dass der Bursche hoffentlich und endlich in der nächsten Folge sprechtechnisch erwachsen wird, also ein richtiger Kerl mit - man verzeihe es mir - "Eiern". :)

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      Du hast die Folge sehr gelobt, jedoch das Ende etwas in Frage gestellt. Auch deswegen hörte ich sehr aufmerksam zu. Die Idee eines "Überlaufens" zu den Republiken würde ich an sich nicht in Frage stellen. Das darf sich in einer Geschichte wiederfinden. Dass nach dem "Überlaufen" noch immer Gefühle beim "Überläufer" vorhanden sind und es zu einer "Meldung" kommt, lasse ich auch durchgehen. Storytechnisch wichtig ist an dieser Stelle natürlich, dass die Tötung inszeniert war, woduch erst klar wird, der "Hauptmann" ist überlaufen. Ebenfalls soll der zurückgeflüchtete junge Mark nun glauben und natürlich berichten, Tausende Unions-Kriegsgefangene würden von den Republiken zur Zwangsarbeit gezwungen. Mit Blick auf die gesamte inszenierte Aktion macht das - zunächst - wenig Sinn. Warum wollen die Republiken, dass die Union glaubt, es gäbe Tausende Unionssoldaten als Zwangsarbeiter in den Republiken? Vielleicht will man so die Unionsseite zu einer Befreiungsaktion verleiten. Dann hätte die Union einen Angriffskrieg angefangen und wäre der klare Aggressor. Ich vermute, da kommt noch mehr in der nächsten Folge und die Rätsel werden aufgelöst. Hoffentlich! Zum jetzigen Zeitpunkt gehe ich davon aus, der "Überläufer" ist zumindest ein Doppelagent. Das heißt, die Republiken glauben, sie hätten einen "Überläufer", der aber ist im Auftrag der Union übergelaufen. Und dieser Doppelagent bewahrt die Union davor, die Republiken anzugreifen, um Kriegsgefangene zu befreien, die es gar nicht gibt. Und für die geheime Kommunikation mit der Union nutzt der angebliche "Überläufer" aber tatsächliche Agent der Union diesen kleinen Sender, mit dem er heimlich noch eine Nachricht an seinen Liebsten absetzte. Eine weitere Variante wäre - daran glaube ich aber nicht -, die Soldaten der Republiken haben in die Grube geschossen, den "Hauptmann" aber nicht getötet. Später konnte der "Hauptmann" dann noch eine Nachricht absetzen. Insofern sehe ich das Ende zum jetzigen Zeitpunk noch sehr unkritisch und freue mich auf die Fortsetzung!

      Dieser Beitrag wurde bereits 10 mal editiert, zuletzt von „Acurus_“ ()

      Zunächst einmal ein Dankeschön an @Acurus_ und @JMB für das nette Feedback zu meinen Rezensionen. Das freut mich wirklich sehr.

      Acurus_ hat in seinem "Spoiler" ein paar sehr intersessante Überlegungen angestellt. Ich möchte zu "Raumkadett 4" auch noch etwas beitragen.

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      Acurus' Überlegungen, wie die Geschichte weitergehen könnte, finde ich wirklich sehr interessant und spannend. Und sie sind durchaus nicht von der Hand zu weisen.

      Ich will dem gar nicht meine eigene Version hinzufügen, sondern einmal erklären, wieso ich in meiner Rezension zu solch einem Urteil über das Ende gekommen bin.
      Vielleicht ist es ja für euch von Interesse.

      Was den Twist angeht, so habe ich von überkonstruiert und unglaubwürdig gesprochen. Und zwar deshalb: Eckmann baut seine ganze Überläufer-Theorie an Albas Nachricht auf, die er nach ihrem angenommenen Tod bekommen hat und die da lautet: „Liebster Guillaume, Danke und Adieu.“ Keines ihrer Worte deutet
      darauf hin, dass sie übergelaufen ist. Dass Alba Eckmann mit seinem Kosenamen anspricht, kann bedeuten, dass die Nachricht von ihr stammt – muss es aber nicht. Geheimdienste sind immerhin in der Lage, Kommunikation mitzuhören und zu fälschen. Die Verwendung eines Kosenamens ist nur wirklich kein Beweis für Authentizität.

      Nehmen wir aber mal an, die Nachricht stammt wirklich von Alba. Warum kommt Eckmann nicht auf die Idee, Alba sei an der Grenze nicht getötet, sondern nur schwer verletzt worden, und habe die Nachricht dem Tode nahe aus einem Republiken-Gefängnis oder Hospital geschrieben, ehe sie dort an ihren Verletzungen starb? Sie könnte sich dort auch das Leben genommen haben, um so zu verhindern, dem Feind ihre militärischen Geheimnisse unter Folter doch noch preiszugeben. Angesichts des Inhalts der Nachricht, würden solche Überlegungen würden doch wesentlich mehr Sinn ergeben. Aber Eckmann reimt sich das Überläufer-Szenario zusammen. Dabei hat er noch nicht einmal eine Antwort darauf, warum Alba überhaupt überlaufen sollte. Zahlen die besser? Gibt es dort kostenloses Internet oder Freifahrt bei Bus und Bahn? Wurde sie vielleicht erpresst? Auf Albas Motivation wird überhaupt nicht eingegangen. Und auch Brandis fragt nicht danach. Außerdem bezeugt Brandis den Tod von Alba ja gar nicht, denn er hat nur mitbekommen, dass die Grenzer in die Grube geschossen und Alba geschrien hat. Für dieses Fake hätte man Brandis übrigens gar nicht gebraucht, denn auf der anderen Seite standen Unions-Grenzer, die bestimmt Ferngläser haben. Sie hätten als Zeugen des Geschehens genau so gut dienen können. Eckmanns Theorie könnte stimmen, doch es gäbe wie gesagt jede Menge andere Möglichkeiten.

      Was die Liebe zwischen Alba und Eckmann angeht: So groß kann sie nicht gewesen sein. Wer bitteschön lässt einem geliebten Menschen eine Nachricht zukommen, um ihn davon in Kenntnis zu setzen, dass man ihn und sein Land verraten habe und nun dem Feind Geheimwissen liefere, dass dieser in Waffentechnologie umsetzen kann, mit der Tausende von Menschen getötet werden können? Wie soll sich Eckmann durch diese Nachricht besser fühlen? Gar nicht! Eckmann müsste viel mehr sauer sein, was er aber nicht ist. Ergibt für mich keinen rechten Sinn.

      Eckmann will nicht, dass Brandis den Gedanken, er sei irgendwie an Albas Tod Schuld, auf der Seele hat. Ist nett von ihm. Aber warum ersetzt er dann diesen emotionalen Druck durch einen anderen? Zu wissen, dass ein Offizier mit brisantem Geheimwissen zum Feind desertiert ist, und nicht darüber sprechen zu dürfen, ist doch kein geringerer Druck. Ganz im Gegenteil! Und wie kann Eckmann sicher sein, dass Brandis unter dem Druck nicht einknickt und redet?

      Dies ging mit beim Hören durch den Kopf, weshalb ich von überkonstruiert und unglaubwürdig gesprochen habe.



      Und da mein Text doch ziemlich lang ist, habe ich den zweiten Teil in einen weiteren Spoiler gepackt.

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      Es gibt aber noch einen zweiten Aspekt, der mir sogar noch wichtiger ist.

      Bis zu diesem Twist hatte die Geschichte wirklich Gewicht. Sie zeigte die menschenverachtende Machtpolitik zweier Großmächte (oder zumindest von einem von ihnen). Albas Tod an der Grenze hatte Bedeutung, denn er zeigte, dass die Mächte zur Durchsetzung ihrer Ziele im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen. Albas Tod und die Art, wie sie starb, machten einen als Hörer betroffen, nahmen emotional mit und machten einen auch wütend. Selbiges galt auch für die „vergessenen Kriegsgefangenen“. Auch ihr Schicksal berührte und die Schilderungen der Torturen, die sie durch die Republiken ausgesetzt sind, machten durchaus ergriffen. All dies ergab ein Drama, das den Hörer nicht unbeeindruckt und teilnahmslos lassen konnte.

      Der Twist hebt all dies mit einem Schlag wieder auf. Albas Tod ist nun bedeutungslos, denn er hat ja angeblich nie stattgefunden. Die Republiken sind nicht böse, denn sie erschießen in Wahrheit keine Leute an ihrer Grenze. Das haben sie nur zur Tarnung gemacht. Wenn der Kriegsgefangene in Wahrheit in Agent der Republiken war, dann steht plötzlich alles in Frage, was er über die P.O.W.s und ihre Behandlung erzählt hat. Wenn es sie gar nicht gibt, was man aufgrund des Twist annehmen darf, hat sich auch dieses emotionale Element für den Hörer schlagartig erledigt. Er bleibt vielmehr mit dem Gefühl zurück, dass Alba nicht nur die Union verraten hat, sondern auch das Publikum, da durch sie (und die Republiken) alles erfunden und erlogen wurde.

      Ich fühlte mich als Hörer irgendwie betrogen, was jedoch auch zeigt, wie gut der Plot vorher funktioniert hat. Dies muss man Interplanar bei aller Kritik absolut zu Gute halten.

      Ich habe viel mehr geschrieben, als ich eigentlich vorhatte. Aber nur so konnte ich meine Sicht anständig
      vermitteln. Wenn ihr bis hierher durchgehalten habt, dann sage ich: Vielen Dank dafür! Wir können über die Punkte, die ich geäußert habe, gerne diskutieren.


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „SciFi Watchman“ ()

      Mir persönlich geht es wie Dir, denn auch ich bin auf die nächste Folge gespannt und freue mich sogar richtig darauf. Die Serie befindet sich ja immer noch in einem frühen Stadium und Interplanar hat sicherlich noch eine ganze Reihe von Pfeilen im Köcher. Ich lasse mich da gerne überraschen. :)
      Frag ihn doch mal, welchen Aspekt/welche Elemente aus den Mark Brandis Romanen er für die Hörspiele übernehmen musste, den er am liebsten weggelassen hätte. Welches war der größte Kompromiss in dieser Hinsicht, den er eingehen musste? Die Antwort würde mich wirklich interessieren.
      Über diese Einschätzung zur 4. Folge haben wir uns gefreut:
      "Hatten wir anfänglich das Gefühl, dass MARK BRANDIS RAUMKADETT ein deutlich jüngeres Zielpublikum ansprechen soll als die eigentliche Serie, so müssen wir nun langsam einlenken: zwar sind die Geschichten insgesamt deutlich leichter zugänglich als die Hauptserie, aber von Kinder-Unterhaltung zu sprechen, wäre vermessen, dafür ist auch diese Serie ganz klar zu politisch orientiert. Die grundlegenden Züge des Szenarios sind also tatsächlich geblieben, lediglich die Handlung wird von einem noch jungen Mark Brandis getragen, der bislang noch nicht den Einfluss hat, den er später mal haben wird, noch die Erfahrung, die ihn später zu einem so guten Commander werden lässt." (Quelle)

      Zu SF-Watchmans Anmerkungen: nicht vergessen, Alba und Wilhelm sind seit längerer Zeit ein Paar. Die KENNEN sich. Ob das, was er über sie sagt, aber tatsächlich stimmt, können wir vorläufig nicht wissen. Vielleicht ist es nicht wahr, vielleicht doch.
      Darum geht es hier auch erst in zweiter Linie. Es geht darum, wie es auf Mark wirkt und was er daraus lernt.

      Interplanar schrieb:

      "Der Aladin-Schachzug"

      Warum muß ich jetzt an "Kobayashi-Maru" denken #unschuldig# ...
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      Der Titel hoert sich interessant an. Mysterious, strategisch, spannend. Wer sich den ausgedacht hat .... #hutheb#

      Der Abschied von (dem alten) Mark Brandis wird hart (eine der top 3 Serien fuer mich seit der allerersten Folge), aber das wird sehr viel einfacher durch die neue Serie ueber den jungen Mark Brandis und dann auch noch Heliosphere. Ich bin dankbar, dass wir guten Ersatz fuer den alten Mark Brandis bekommen!

      Und der Veroeffentlichungsrythmus von einer Folge MB Raumkadett alle drei Monate ist schoen! Nicht zu viel, nicht zu langsam.
      Ein Titel, der neugierig macht. Und ein gelungenes Cover. Ich freue mich schon auf diese Folge. Und schön zu sehen, dass es den Zug aus "Blindflug zur Schlange" offenbar auch schon zu Zeiten des jungen Brandis gab.


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „SciFi Watchman“ ()

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