Der Polarforscher mit Peter Hallwachs

      Der Polarforscher mit Peter Hallwachs

      Sonntag 5.5 14.05 Uhr HR 2
      Der Polarforscher
      Autor:
      T. C. Boyle
      Produktion:
      rbb 2009
      Hörspielbearbeitung und Regie:
      Martin Heindel
      Musik:
      Haarmann
      Dauer:
      55 Min.







      Mitwirkende:
      Erzähler 1: Matthias Matschke
      Erzähler 2: Hans-Peter Hallwachs





      © rbb/Hanna Lippmann


      Captain John Pennington Frank: David Nathan
      Gouverneur Pickpie: Bert Franzke
      Kresuk: Oliver Stritzel
      Metek: Tilo Schmitz
      Ansagen: Uta Hallan


      Inhalt:

      Was für eine schaurige Expedition! Ein
      Segelschiff voller Polarforscher macht sich von Brooklyn aus auf zum
      Nordpol. Doch die "Endeavor" wird von Eisbergen zermalmt, die
      Proviantvorräte fallen den Hunden zum Opfer, die Besatzung
      kämpft vergeblich gegen erfrorene Gliedmaßen bei
      minus 47 Grad. Und wer versteht schon die eigensinnig
      blutrünstigen Bräuche der neufundländischen
      Eskimos...


      Bemerkungen:

      In seiner
      Kurzgeschichte "Arctic Explorer" erzählt T. C. Boyle vom Scheitern
      einer Mission in die Arktis. In diese makabre Kurzgeschichte obsiegt
      letztlich der einfache Eskimo über die vermeintlichen Botschafter
      der Wissenschaft und Forschung. Dabei ist es gar nicht mal das, was den
      Hörer an dieser Geschichte fasziniert, hier spricht eher der sehr
      düstere und derbe Humor an, den Martin Heindl in auch in dieser
      Bearbeitung des frühen Werkes Boyles gut transportiert.


      Formal ist es zwar ein Hörspiel, hat aber doch eher das Format
      einer Lesung, die großen Erzählanteile passen aber sehr gut
      zum gemächlichen Tempo der Produktion. Diese Langsamkeit ist
      wichtig, zum einem, um die Kulisse glaubhaft zu machen, zum
      anderen, damit die Spannungselemente aus der Geschichte selbst heraus
      wirken können.





      Das Stück bringt viel "arktisches" Flair mit, was nicht zuletzt
      den gelungenen Kompositionen des Künstlers Haarmann zu verdanken
      ist.

      Martin Heindel ist mit dieser Produktion ein sehr stimmiges Stück
      gelungen, das den schwarzen Humor in der weißen Hölle
      akustisch gut trägt. Die Dramatik wird diesem Aspekt ein wenig
      geopfert, was aber letztlich kein Beinbruch ist, da der
      Unterhaltungswert auf andere Weise generiert werden kann. Eine durchaus
      interessante Produktion!
    Hier geht's zum HÖRSPIEL-PLAYER ...