Infos und News von Thorsten Beckmann ...

      Infos und News von Thorsten Beckmann ...

      Markus G. schrieb:


      @Thorsten: Bist Du aktuell als Autor bei Lady Bedfort aktiv, wenn JA für welche Folgen? Können wir auch einen eigenen Fragethread aufmachen?


      Wenn du meinst, dass ich auch einen verdient hätte, dann gerne. ;)

      Ich bin immer noch für die Lady-Bedfort-Reihe tätig. Alles Weitere dann im anderen Thread, damit dieser hier wieder komplett Marc Freund gehört?
      "Was sagt man darüber, wie man Bücher schreibt? Man denkt sich etwas aus und zwingt sich, es aufzuschreiben."

      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver
      #laola# hier der gewünschte thread!!! Und klar hast Du ihn verdient #jaja#

      Frage: Wie lässt Du Dich für Deine Geschichten inspirieren? Hast Du eine bestimmte Technik um Ideen aufzunehmen und zu verarbeiten?

      Frage: Bevor Du Autor für die Serie Lady Bedfort wurdest - hast Du alle Hörspiele gehört oder alle Skripten gelesen um das Lady Bedfort-Universum zu "verinnerlichen"?
      Danke sehr!

      Dann will ich doch mal versuchen, die Neugier zu stillen. :)

      Bist Du aktuell als Autor bei Lady Bedfort aktiv, wenn JA für welche Folgen?


      Wie schon gesagt, schreibe ich auch weiterhin für Lady Bedfort. Die nächste Folge aus meiner Feder ist die Nummer 69 mit dem Titel "Lady Bedfort und die eingebildete Kranke". Ein anderes Skript befindet sich fertig beim Hörplaneten, weitere sind in Arbeit und in Planung. Da ich die erste Hälfte des letzten Jahres ganz der Abschlussarbeit meines BWL-Studiums gewidmet habe, konnte und wollte ich nebenher nicht auch noch Hörspielskripte schreiben. Das erklärt die lange Pause zwischen den Folgen 57 und 69. Man wird aber in Zukunft wieder regelmäßiger etwas von mir hören können.

      Besonders interessant ist an solchen Pausen, dass man daran erst die eigentliche Vorlaufzeit der Hörspiele so richtig bemerkt. Das Veröffentlichungsloch kam erst, als ich schon längst wieder am Schreiben neuer Skripte war. Irgendwie skurril.

      Wie lässt Du Dich für Deine Geschichten inspirieren? Hast Du eine bestimmte Technik um Ideen aufzunehmen und zu verarbeiten?


      Technik zum Aufnehmen: Keine.

      Man könnte also fast sagen, die Ideen fliegen mir so zu. Das ist mir allerdings erst einmal passiert, wo ich von einer skurrilen Situation geträumt habe, die ich später dann tatsächlich zu einer Kriminalkurzgeschichte weiterentwickeln konnte. In der Regel ist es aber eher so, dass man wohl mit einer gewissen Aufmerksamkeit durch das Leben geht. Mal hier etwas aufschnappt und mal da. Das kann - wie bei Folge 54 - auch schon mal so etwas Prosaisches wie eine Reisequizshow im Fernsehen sein. Oder sonst irgendetwas auf das man im Alltag stößt. Manchmal wühle ich aber auch in meiner Schublade und schaue, ob es nicht irgendwo noch eine alte Idee oder Geschichte von mir gibt, aus der sich etwas machen lässt. Auch beim Hören von alten Lady-Bedfort-Folgen tun sich manchmal Ansatzpunkte auf. Die Folge 69 greift dahingehend etwas auf. Aber da möchte ich jetzt nicht zu viel verraten. Oder man versucht sich an klassischen Settings wie dem Landhaus in Folge 49. Neben der Inspiration von außerhalb gibt es aber auch noch die eigene Kopfarbeit, in der man wirklich selbst überlegt: An welchem speziellen Ort könnte man einen Mord stattfinden lassen? Welche Begleitumstände können einen Todesfall zu etwas Besonderem machen? usw. Im Grunde geht es - zumindest für mich - immer darum für einen Kriminalfall einen guten Aufhänger zu finden, sei es das Setting, ein bestimmter Charakter, eine ausgefallene Mordmethode, eine rätselhafte Begebenheit oder dergleichen. Der Rest ergibt sich dann in der Regel daraus.

      Technik zum Verarbeiten: Stift und Papier.

      Da bin ich ziemlich Oldschool. Das liegt aber vor allem auch daran, dass mir bei der Ausarbeitung von Konzepten viele Ideen abends im Bett kommen. Das führt dann manchmal dazu, dass ich noch drei-, viermal aufstehe und meine Notizen ergänze. Da wäre es etwas hinderlich, jedes Mal den PC hochfahren zu müssen. :D

      Bevor Du Autor für die Serie Lady Bedfort wurdest - hast Du alle Hörspiele gehört oder alle Skripten gelesen um das Lady Bedfort-Universum zu "verinnerlichen"?


      Bevor ich Bedfort-Autor wurde ein klares Nein. Als die Möglichkeit kam, für die Serie zu schreiben, kannte ich sie nur vom Hörensagen. Ich habe dem Hörplaneten ein paar Konzepte vorgelegt, die meines Erachtens in das Setting der Serie passten, und dann zeitgleich damit begonnen, ein paar einzelne Folgen zu hören, um ein erstes Gefühl für die Charaktere zu bekommen. Nachdem mein erstes Skript vom Hörplaneten abgesegnet worden war, habe ich natürlich nach und nach die Lücken geschlossen und alle Folgen gehört. Oder sagen wir besser verschlungen. ;)
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      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver
      Vielen Dank für die ausführlichen Antworten!

      Sprechen sich die Bedfort-Autoren eigentlich unter einander ab, damit der rote Faden doch nach einer bestimmten Linie verläuft?

      Ist es schon passiert, dass ihr ähnliche Ideen hattet?

      Schreibst Du auch für andere Labels bzw. würdest Du es machen, wenn Du Dein Studium abgeschlossen hast?
      Gern geschehen.

      Sprechen sich die Bedfort-Autoren eigentlich unter einander ab, damit der rote Faden doch nach einer bestimmten Linie verläuft?


      Das hat Marc eigentlich schon hinreichend beantwortet. Da verweise ich also mal auf seinen Beitrag. Ich sagte ja schon, dass ich seine Aussagen so gut wie immer blind unterschreiben kann. ;D

      Ist es schon passiert, dass ihr ähnliche Ideen hattet?


      Ausschließen kann ich das nicht. Allerdings musste ich aus diesem Grund bisher noch nichts Grundlegendes an meinen Skripten ändern. Eine Idee ist mal aus Gründen des Umfangs herausgefallen. Da diese einen Seriencharakter betrifft und in meinen Augen recht naheliegend ist, rechne ich eigentlich fest damit, dass innerhalb der Serie früher oder später einer der Autoren auf eine ähnliche Idee kommt. Aber wie gesagt, bisher von meiner Seite aus keine direkte Überschneidung. Das ist wohl auch eher eine Frage für unser zentrales Gehirn im Lektorat, bei dem alle Konzepte und Ideen zusammenlaufen. Da läuft ja auch gerade eine Fragestunde. ;)

      Schreibst Du auch für andere Labels bzw. würdest Du es machen, wenn Du Dein Studium abgeschlossen hast?


      Bisher schreibe ich nur für den Hörplaneten und mein Studium ist mittlerweile auch erfolgreich abgeschlossen. Vorstellen kann ich mir das aber auf jeden Fall. Allerdings habe ich diesbezüglich noch keine weiteren Kontakte geknüpft, da mein Fokus im Moment erst einmal darauf liegt, erfolgreich in das "normale" Berufsleben einzusteigen.
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      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver
      Guten Morgen #winkewinke# Vielen Dank für Deine Antworten #daumenhoch#

      Wie siehst Du als Autor die Rolle der Fans? In wie weit nimmst Du Kritik oder Lob ernst? Versuchst Du manchmal auch Lob oder Kritik in Deinen Skripten umzusetzen? Oder ist das nicht möglich?

      Markus G. schrieb:

      Wie siehst Du als Autor die Rolle der Fans? In wie weit nimmst Du Kritik oder Lob ernst? Versuchst Du manchmal auch Lob oder Kritik in Deinen Skripten umzusetzen? Oder ist das nicht möglich?


      Die (Hörspiel- und Lady-Bedfort-)Fans nehmen zwangsweise eine große Rolle ein. Immerhin sind sie es, die am Ende für unsere Ideen und unsere Arbeit bezahlen. Also sollten wir diese Arbeit so gut wie möglich machen. ;)

      Die Sache mit der Kritik und dem Lob ist schon schwieriger. Möglich ist eine Berücksichtigung natürlich schon. Aber man sollte dabei bedenken, dass man es zum einen ohnehin niemals allen recht machen kann und dass man zum anderen auch nur von einem sehr geringen Teil der Hörerschaft Rückmeldung zu den einzelnen Folgen erhält. Meistens nur ein, zwei Sätze in "Was habt ihr zuletzt gehört?"-Threads, wo es dann heißt "gefiel mir" oder "gefiel mir nicht", ohne das großartig ins Detail gegangen wird. Längere Kommentare und eingehende Rezensionen sind recht rar gesät. Deshalb ist der Haupt-Lob- und Haupt-Kritik-Geber für mich das Lektorat im Hörplaneten.

      Das heißt natürlich nicht, dass mir die Meinung der Fans egal wäre. Ganz im Gegenteil. Wenn ich irgendwo Kritik lese, die ich auch selbst gut nachvollziehen kann, versuche ich schon, es beim nächsten Mal besser zu machen. Und über Lob freut man sich natürlich immer. Aber man muss das alles auch in der richtigen Relation sehen.
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      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver
      Lieber Thorsten,

      wie wurdest Du eigentlich Hörspielautor? Wie ist Dein Werdegang?

      Würde es Dich reizen auch einen Roman zu schreiben (oder hast Du bereits einen geschrieben)?

      Was sind Deine aktuellen und zukünftigen Projekte?

      #winkewinke#

      Markus G. schrieb:

      wie wurdest Du eigentlich Hörspielautor? Wie ist Dein Werdegang?


      Im Grunde könnte man sagen, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Aber das beschreibt den Werdegang natürlich nur unzureichend, deshalb beginne ich doch mal von vorne. Denn im Grunde war das alles ein eher schleichender Prozess. Ich habe schon als Kind gerne Geschichten geschrieben und mit der Zeit auch mein Faible für klassische Krimis und Agentengeschichten entdeckt. In Internetforen habe ich dann meine ersten Plattformen gefunden. Zunächst in einem James-Bond-Forum, wo wir uns erst mit mehreren Mitgliedern zusammen getan haben, um gemeinsam neue Geschichten mit unserem Filmhelden zu schreiben. Das lief dann so ab, dass wir mehr oder weniger abwechselnd immer eine oder manchmal auch mehrere Szenen geschrieben haben. Daraus sind dann drei vollendete Geschichten geworden. Irgendwann habe ich dann auch mal probiert, ob ich auch alleine eine komplette Geschichte hinbekomme, statt nur Teile beizusteuern. Als Fanfiction war das alles natürlich nur semiprofessionell. Richtig als Autor gewachsen bin ich aus meiner Sicht erst durch die Kurzgeschichtenwettbewerbe in einem Edgar-Wallace-Forum, an denen u.a. auch Marc Freund teilgenommen hat, der mich nach unserem gemeinsamen Buchprojekt schließlich auch dem Hörplanet als neuen Autor vorgeschlagen hat.

      Markus G. schrieb:

      Würde es Dich reizen auch einen Roman zu schreiben (oder hast Du bereits einen geschrieben)?


      Der Reiz ist natürlich da. Geschrieben ist allerdings noch keiner. Zwischendurch gab es diverse Versuche von mir, Motive aus meinen Agentengeschichten aufzugreifen und zu eigenständigen Werken aufzuarbeiten. Und es gibt auch Planungen für komplett neue Geschichten. Allerdings ist das alles etwas in den Hintergrund gerückt, seit ich Hörspiele schreibe. Da landen meine Ideen zunächst erst einmal alle bei Lady Bedfort.

      Markus G. schrieb:

      Was sind Deine aktuellen und zukünftigen Projekte?


      Derzeit sitze ich an meiner 7. Folge für Lady Bedfort. Weitere sind in Planung. Ansonsten habe ich derzeit nichts am Laufen.
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      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver
      Das ist eine gute Frage. Nicht, dass plötzlich die Inspektoren Miller und Gomery bei mir auftauchen und mich verhaften wollen - nachher gibt es noch einen Bedfort-Leaks-Skandal. :D

      Andererseits muss der Arbeitstitel der Folge am Ende auch nicht unbedingt mit dem offiziellen Titel übereinstimmen. Darüber hinaus existieren derzeit auch zwei Arbeitstitel. Aber vielleicht kann ich es ja mal wagen, einen klitzekleinen Hinweis zum Inhalt zu geben. Die Folge spielt nicht in Broughton und man wird mehr über die Familie Denham erfahren. Auf Tim Denham scheine ich ja ohnehin seit meiner Einstiegsfolge (Nr. 49) abonniert zu sein. ;)

      Und ansonsten kann ich es derzeit kaum erwarten, dass es endlich Oktober wird und die 69 erscheint. Da habe ich ja auch ein wenig in der Serienhistorie gewühlt und Lady Bedforts Tante aus Folge 15 ausgegraben. Die Kurzbeschreibung der Folge kann man ja mittlerweile auf der Facebookseite des Hörplanets lesen. Ist meine erste Folge mit Max und ich habe auch versucht, mich ein wenig an den alten Folgen zu orientieren. Bin schon sehr gespannt, wie die Folge ankommen wird.
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      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver
      Cool, liest sich gut an. Ich finde überhaupt, dass solche Hintergründe über einzelne Protagonisten die Bindung zwischen einer Serie und dem Hörer verstärkt. Man lebt ähnlich wie in einer Soap mit den handelnden Menschen mit. Wenn eine solche Bindung zwischen dem Produkt und dem Käufer aufgebaut wird, dann überlegt man es sich 2x die Serie irgendwann einmal nicht mehr zu kaufen. Einfach, weil man zusammen schon so viel erlebt hat. Ich finde es auch toll, wenn Protagonisten aus alten Fällen wieder auftauchen. Erstens ist es sehr lebensecht, schließlich tauchen auch im realen Leben nicht nur immer neue Menschen sondern auch lange nicht gesehene Menschen auf. Für den Hörer ist es ein zusätzlicher Reiz. Man freut sich ein altes "Gesicht" wieder zu hören. Und es steigert die Motivation auch die alte Folge wieder aus dem Regal zu nehmen und zu hören, zumindest bei mir #jaja#

      THX für das sehr inforamtive Posting - ich freue mich auf Folge 69 und kann es auch kaum erwarten ;D #winkewinke#
      Dazu muss man allerdings sagen, dass keine alten "Gesichter" auftauchen, sondern erwähnten Personen erstmalig ein Gesicht gegeben wird. Aber ansonsten volle Zustimmung zu deinem Beitrag. #daumenhoch#
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      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver
      Aus der Reihe "Typische Sommernächte eines (ganz speziellen) Autoren".

      Man kennt es ja. Mit dem Wetter ist man nie zufrieden. Entweder es ist zu kalt oder - der in dieser Jahreszeit in der Regel häufiger auftretende Fall - zu heiß. Im Schlafzimmer hat sich die Wärme des kompletten Tages eingenistet. Das kurzzeitig geöffnete Fenster vermag dabei auch kaum Linderung zu verschaffen. Die halbe Nacht besteht aus schlaflosem Hin- und Herwälzen. Was tut man also? Man macht natürlich aus der Not einer Tugend und nutzt die Zeit des ungeplanten Wachseins aus, indem man schon mal im Kopf das Finale der Folge durchgeht, welches man am nächsten Tag zu Papier bringen will. Das ist zwar produktiv, trägt aber nicht wirklich zum besseren Einschlafen bei. Vor allem da man - aus Angst, dass der Schlaf, sollte er wirklich noch kommen, Teile des Gedächtnisspeichers auf 0 setzt - immer wieder aufsteht, um seine Gedanken als schriftliche Notizen festzuhalten. Resultat der Nacht: 5 Notizen zum Finale und 3 Notizen für ein Konzept zu einer weiteren Folge. Achtmal Bettflucht, neuer Rekord. Und die Notizen zu diesem kleinen Beitrag sind dabei noch gar nicht mitgezählt.

      So ist der Kuss der Muse Segen und Fluch zugleich. Hoffen wir mal, dass es sich gelohnt hat.

      #bett#
      "Was sagt man darüber, wie man Bücher schreibt? Man denkt sich etwas aus und zwingt sich, es aufzuschreiben."

      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver
      Ich hole die Frage aus dem Hörspiel-Anhör-Thread mal nach hier herüber.

      Lady Mafi schrieb:

      Lady Bedfort war dieses Mal ja eher nur Begleitung und ich vermute mal, um Tim einmal den nötigen Platz zu geben?!


      In gewissen Sinn schon, allerdings gab es keine Vorgabe wie "Schreib mal bitte eine Tim-Folge" oder dergleichen. Ich hatte mich in die neueren Folgen der Serie eingehört und fand den Charakter Tim Denham von Anfang an sehr sympathisch und interessant. Er war in weiten Teilen noch ein unbeschriebenes Blatt und lief bisher mehr oder weniger so nebenher. Eine Frage, die sich als Autor eigentlich bei jeder Folge stellt, ist ja auch: Wie stößt Lady Bedfort diesmal auf den Fall? Da habe ich dann in der Ausarbeitung eines meiner Konzeptvorschläge (zu denen u.a. auch schon "Die chinesische Uhr" und "Die letzte Wette" gehörten) einfach mal Tim als Plotaufhänger statt als bloßen Begleiter benutzt.
      "Was sagt man darüber, wie man Bücher schreibt? Man denkt sich etwas aus und zwingt sich, es aufzuschreiben."

      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver
      Wenn Du eine Hörspielfolge fertig geschrieben hast, gibst Du
      das Skript erst mal jemand zum Lesen ( der dann eventuell auch kritisiert),
      bevor Du es an den Hörplanet gibst?


      Da es ja für die Lady Bedfort Folgen verschiedene Autoren
      gibt, gibt es eine Konkurrenzkampf zwischen Euch? Oder versteht Ihr Euch alle?


      Kennst Du die Folgen von anderen Autoren vor der Veröffentlichung
      der Folge?

      Goblingde schrieb:

      Wenn Du eine Hörspielfolge fertig geschrieben hast, gibst Du
      das Skript erst mal jemand zum Lesen ( der dann eventuell auch kritisiert),
      bevor Du es an den Hörplanet gibst?


      Ich schicke das Script immer direkt zum Hörplaneten. Da das Lektorat des Hörplaneten die Folge quasi schon von der ersten Idee bzw. dem Konzeptentwurf bis hin zur fertigen Endversion des Scripts begleitet, empfinde ich das als effizienteste Lösung. Zumal auch dort nicht mit konstruktiver Kritik gespart wird, um das Beste aus der Folge herauszuholen.

      Goblingde schrieb:

      Da es ja für die Lady Bedfort Folgen verschiedene Autoren
      gibt, gibt es eine Konkurrenzkampf zwischen Euch? Oder versteht Ihr Euch alle?


      Das kommt wohl darauf an, wie man Konkurrenzkampf definiert. Das Ziel aller Autoren ist ja gleich: Gute Folgen schreiben, damit die Serie auch weiterhin die Hörer unterhält und möglichst lange weiterlebt. Dass es daneben vielleicht den Ehrgeiz gibt, auch mal einen Kracher zu schreiben, der es bis in die Riege der besten und beliebtesten Lady-Bedfort-Folgen schafft, möchte ich allerdings nicht leugnen. Aber in dem Fall steht man natürlich nicht nur mit den anderen, sondern auch mit sich selbst in Konkurrenz.

      Bis auf Marc Freund, den ich aus einem anderen Forum und einem gemeinsamen Buchprojekt her kenne, hatte ich mit den anderen Autoren noch kaum Kontakt. Aber mit Marc verstehe ich mich gut und auch die anderen sind sicher alles sehr nette Menschen. Immerhin mögen sie Lady Bedfort. ;)

      Goblingde schrieb:

      Kennst Du die Folgen von anderen Autoren vor der Veröffentlichung
      der Folge?


      Nein. Ich werde von den neuen Folgen genauso überrascht wie jeder andere Hörer auch. Eine Ausnahme gab es nur in meiner Anfangszeit, da habe ich mal in ein paar Skripte von Marc kurz reingeschnuppert.
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      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver
      Sorry für die späte Antwort!

      Thorsten B schrieb:


      In gewissen Sinn schon, allerdings gab es keine Vorgabe wie "Schreib mal bitte eine Tim-Folge" oder dergleichen. Ich hatte mich in die neueren Folgen der Serie eingehört und fand den Charakter Tim Denham von Anfang an sehr sympathisch und interessant. Er war in weiten Teilen noch ein unbeschriebenes Blatt und lief bisher mehr oder weniger so nebenher. Eine Frage, die sich als Autor eigentlich bei jeder Folge stellt, ist ja auch: Wie stößt Lady Bedfort diesmal auf den Fall? Da habe ich dann in der Ausarbeitung eines meiner Konzeptvorschläge (zu denen u.a. auch schon "Die chinesische Uhr" und "Die letzte Wette" gehörten) einfach mal Tim als Plotaufhänger statt als bloßen Begleiter benutzt.

      Sehr gute Ideen und mir hat die Folge ja auch bestens gefallen! Nur meinte ich, war es einmalig, dass Lady Bedfort nur als Begleitung fungierte oder wird es in den weiteren Folgen, die Du geschrieben hast, auch so sein?
      .......................

      Keiner ist weiter von der Wahrheit entfernt als jener, der alle Antworten weiß.
      ( Laozi )


      Lady Mafi schrieb:

      Nur meinte ich, war es einmalig, dass Lady Bedfort nur als Begleitung fungierte oder wird es in den weiteren Folgen, die Du geschrieben hast, auch so sein?


      Das war in meinen Folgen bisher einmalig. Lady Bedfort bleibt schon die Hauptfigur. Obwohl sie in "Die letzte Wette" zumindest am Anfang ermittlungstechnisch etwas Konkurrenz bekommt. Das Skript zu einer weiteren auf Tim Denham fokussierten Folge wird allerdings gerade von mir überarbeitet und feingeschliffen. Die Konstellation aus Folge 49 wird also kein einmaliges Gastspiel bleiben, ist aber auch nicht die Regel geworden. In Folge 30 wurde ja auch mal komplett ohne die Lady ermittelt. Das sind allerdings nicht mehr als ein paar kleine Farbtupfer innerhalb der Reihe. Die Serie heißt ja nicht "Team Broughton ermittelt" oder so. ;)
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      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver
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