NEWS von und über Sebastian Weber

      NEWS von und über Sebastian Weber

      Lieber brudervomweber!

      Vielen Dank im voraus, dass Du Dich bereit erklärst mit uns zu talken #danke# #top#

      Ich starte gleich mal mit ein paar Fragen ;D

      Seit wann schreibst Du an der Serie AMADEUS? Wie lange hat die Recherche rund um Amadeus, Schauplätze, Orte und handelnde Personen gedauert? Wenn sich AMADEUS sehr gut verkaufen sollte, über wie viele Folgen wird sich der übergeordnete Mysterystrang hinziehen? Wird es wie bei Burns gefühlte "lebenslang" dauern oder wird nach einer gewissen Folgenanzahl ein Strang fertig erzählt sein und der nächste beginnen?

      Wie steht es um die Ordensschwester Amelie? Könntest Du Dir vorstellen ein Buch oder ein Hörbuch über Amelie zu schreiben? Und wie weit hast Du die Ordensschwester eigentlich geschrieben? Gäbe es noch weitere Geschichten in Deiner Schublade?

      Hast Du weitere Projekte, die Du aktuell betreust?


      Ich möchte Dir wirklich meinen Dank für die vielen tollen Geschichten aussprechen. Sowohl Ordensschwester Amelie als auch Amadeus sind tolle Hörspielserien mit wirklich tollen Geschichten und handelnden Personen!!!
      Hallo, Markus G.,

      liebe Güte, das wird jetzt aber arbeitsam. ;)

      Markus G. schrieb:

      Seit wann schreibst Du an der Serie AMADEUS?

      Seit ... ähm ... nachgucken ... seit etwa ... Herbst 2011. Ungefähr. Ganz genau lässt sich das leider nicht rekonstruieren, aber die Skripte für die ersten drei Folgen habe ich zwischen dem Herbst 2011 und dem Frühjahr 2012 geschrieben. Dann bis Oktober 2012 zwei weitere, und nun zwischen Oktober und der nächsten Aufnahmestaffel des Hörplaneten im April 2013 weitere drei.

      Markus G. schrieb:

      Wie lange hat die Recherche rund um Amadeus, Schauplätze, Orte und handelnde Personen gedauert?

      Zu meinem eigenen Leidwesen ist es inzwischen fast 20 Jahre her, dass ich zuletzt in Wien gewesen bin. Genaugenommen ist es MEHR als 20 Jahre her und ich demnach ein alter Sack. Wäre ich Mozart, ich läge längst im Armengrab anonym bestattet auf dem Zentralfriedhof herum. Und weil ich so lange Zeit nicht in Wien war, bin ich natürlich neben meinen verklärten Erinnerungen in erster Linie auf das Internet angewiesen, was aber erfreulich gut funktioniert, weil es unglaublich ist, welche Informationen man im Netz so auftreiben kann. Insbesondere beim Schreiben der Partitur 3 - Schofar haben sich aufgrund der Informationen, die ich über die Hieronymus-Kirche gefunden habe, einige Sachen ganz anders (und meines Erachtens deutlich besser) gestalten lassen, als ich es ursprünglich geplant hatte.

      Was den Mozartischen selbst anbelangt, habe ich mich ehrlich gesagt gehütet, mich zu dicht an die historische Persönlichkeit heranzubegeben. Ich habe die Biographie von Hildesheimer im Regal stehen und ziehe diese mitunter zu Rate, ansonsten begebe ich mich in der Regel auf eine oberflächliche Suche im Netz - die inspirierendste Quelle über Amadeus selbst sind aber seine Briefe - und die großartige Interpretation dieser irrwitzigen Hinterlassenschaften durch Klaus Maria Brandauer, die dieser anlässlich des 250sten Geburtstags unseres schelmischen Genies unnachahmlich eingelesen hat.

      Da ich ja eine zugegeben sehr "leichtfüßige" Interpretation der Vita unseres Wolferls unternehme, ist eine allzu enge Deckung des historischen Originals nicht wirklich sinnvoll - aber es ist ein Heidenspaß, (überlieferte) Wirklichkeit und Fiktion miteinander zusammenzuwerfen und dabei zuzusehen, wie es sich zu einem außerordentlichen Amalgam verschmilzt.

      Markus G. schrieb:

      Wenn sich AMADEUS sehr gut verkaufen sollte, über wie viele Folgen wird sich der übergeordnete Mysterystrang hinziehen?

      Das ist eine schwer zu beantwortende Frage. Wir haben die Serie unter der denkbaren Prämisse eines schnellen Scheiterns gestartet, und noch ist längst nicht alles in trockenen Tüchern, aber allen Beteiligten macht die Arbeit an der Serie sehr große Freude und wir wollen diese daran sehr gerne so lange als möglich fortsetzen. Sollte irgendwann eine Partitur mit dem Titel "Requiem" angekündigt werden, ist das Ende in Sicht, aber derzeit arbeite ich an Folgen mit den Arbeitstiteln "Saladin", "Janus" und "Diabolus" und hoffe, dass der erstgenannte Titel noch lange nicht zu lesen sein wird. Da aber auch jetzt immer noch nicht klar ist, wie die mittelfristige und langfristige Prognose für die Serie aussieht, kann ich auch den "über wie viele Folgen"-Part nicht beantworten. Eine solch statische Planung ist nur dann möglich, wenn man auch sicher sagen kann, dass man genau soundsoviele Folgen produziert. Was ich sicher sagen kann, ist, dass es - ganz gleich, wann mit der Serie Schluss sein sollte - einen Abschluss geben wird, der die Mosaiksteinchen sinnvoll zusammenfügt. Und jetzt höre ich auf mit dem Geunke von wegen "jederzeit kann Schluss sein" - weil ich ja nicht an neuen Partituren schreiben würde, wenn ich davon derzeit ausgehen müsste.

      Markus G. schrieb:

      Wird es wie bei Burns gefühlte "lebenslang" dauern oder wird nach einer gewissen Folgenanzahl ein Strang fertig erzählt sein und der nächste beginnen?

      Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie das bei Burns so ist, weil ich von der Serie bloß die ersten beiden Folgen kenne. Es gibt bei Amadeus aber einen großen Bogen, der (abhängig von der Folgenzahl) mehr oder weniger Facetten in die einzelnen Folgen streut - es wird aber weiterhin so sein, dass die Verknüpfung von verschiedenen Schlaglichtern, Hinweisen, Mosaiksteinchen ein Beiwerk zu einer in der Regel abgeschlossenen Folge mit einem eigenen Thema bzw. Fokus sein wird. Ich plane nicht, mich im Esoterischen zu verlieren. Entlang der Chronologie der Folgen zu hören, schadet gewiss nicht, aber man bekommt auch keine Kopfschmerzen, wenn man mal zwei Folgen in der falschen Reihenfolge hört.

      Markus G. schrieb:

      Wie steht es um die Ordensschwester Amelie?

      Keine Ahnung. Ich nehme an, sie kümmert sich um den Kräutergarten. ;)

      Markus G. schrieb:

      Könntest Du Dir vorstellen ein Buch oder ein Hörbuch über Amelie zu schreiben?

      Buch ja, Hörbuch nein. Die Serie lebte - ähnlich wie AMADEUS - ja sehr stark vom Dialogischen, und dieses Merkmal sehe ich in einer Hörbuch-Umsetzung nicht so wirklich einwandfrei umsetzbar. Dafür sind Amélie, Marc, Remy Bass und Gendarm Hulot doch stimmich zu divergent, um von einem Sprecher oder einer Sprecherin in der erforderlichen Bandbreite eingefangen werden zu können. Dann lieber Kopfkino beim Lesen einer Geschichte. Ich habe mir vor einigen Monaten tatsächlich mein letztes, nicht mehr vertontes Amélie-Skript "Rachsucht" auf dem Desktop verlinkt, um mich zu verführen, es einmal mit einer Umsetzung dieses Hörspiels in eine "herkömmliche" Narration zu versuchen. Aber ich habe doch keine Zeit ... ! Wer weiß, vielleicht irgendwann einmal ...

      Markus G. schrieb:

      Und wie weit hast Du die Ordensschwester eigentlich geschrieben?
      Bis Folge 9. Als ich damit fertig war, war die Entscheidung zur Einstellung der Serie bereits gefallen. Ich hatte noch ein paar Skizzen für weitere Folgen und hatte bereits die ersten Szenen für Folge 10, die den Arbeitstitel "Verdorben" trug, geschrieben, aber dann war plötzlich kein Grund mehr da, die Angelegenheit weiterzuspinnen, und daher habe ich es gelassen. Schnief. Taschentuch.

      Markus G. schrieb:

      Gäbe es noch weitere Geschichten in Deiner Schublade?

      Keine konkreten Fälle, aber ich hatte schon noch so einige Ideen, wie es mit den Figuren hätte weitergehen sollen - und in Saintlieux liegen sicherlich noch einige Leichen in den alten Kellern begraben. Aber von diesen Flausen werde ich lieber nichts verraten. Weil es ja vielleicht doch mal irgendwas wird mit dem Buch ...


      Markus G. schrieb:

      Hast Du weitere Projekte, die Du aktuell betreust?

      Aktuell nicht, weil neben Job, Familie und Freizeit das Schreiben für AMADEUS doch seine Zeit beansprucht. Ich habe einige Konzepte in der "Schublade" (auch wenn mein Tisch so etwas wie eine Schublade nicht hat), aber bis dato weder Muße noch Anlass gefunden, diese weiterzuverfolgen.

      Markus G. schrieb:

      Ich möchte Dir wirklich meinen Dank für die vielen tollen Geschichten aussprechen. Sowohl Ordensschwester Amelie als auch Amadeus sind tolle Hörspielserien mit wirklich tollen Geschichten und handelnden Personen!!!

      Dafür gibt es meinen Dank zurück. Es freut mich, wenn etwas, das mir Freude beim Schreiben gemacht hat, am Ende auch anderen dieselbe Freude bringt, wenn sie das daraus gestrickte Ergebnis hören. Und es tut gut, zu hören, dass die Schwester trotz ihres frühen Endes dennoch Hörer gefunden hat, die ihre Qualitäten zu schätzen wissen. Ich selbst bin ein großer "Fan" dieser Serie und des Ensembles, seit ich die Umsetzung der ersten Folge gehört habe - es hat etwas Magisches, wenn man das, was man beim Schreiben als schöne Vorstellung im Kopf hat durch die Umsetzung noch übertroffen sieht. Ich vermisse die Arbeit an dieser im wohnlichen Sinne "gemütlichen" Serie immer noch und ich bin stolz auf sie. Und ich danke allen, die Saintlieux und seine Bewohner ins Herz geschlossen haben. Bleibt zu hoffen, dass sie ein Quäntchen von dem, was sie an diesem Städtchen am Rade de Brest gefangengenommen hat, vielleicht auch andernorts finden können ... zum Beispiel bei diesem etwas vulgären Komponisten in Wien ... :D . Amen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „brudervomweber“ ()

      Hallo, Markus,

      Markus G. schrieb:

      Kannst Du Dir vorstellen hauptberuflich Autor zu sein?

      Der Vorstellungskraft sind ja bekanntlich nur wenige Grenzen gesetzt, aber um ganz ehrlich zu sein, ich wollte es mir nicht vorstellen.
      Um eine solche Vorstellung angenehm haben zu können, sind natürlich die Rahmenbedingungen dieses "Vom-Schreiben-leben-Könnens" wesentlicher Natur.

      Und um auch hier erneut den kalten Realitätssinn zu bemühen, muss man einfach feststellen, dass die meisten Autoren nämlich genau das nicht können - davon leben. Das Gros der Autoren schreibt entweder nebenberuflich, oder - wenn es hauptberuflich geschieht - haben diese Autoren entweder eine gesicherte Existenz bzw. einen Existenzsicherer im Rücken, damit sich sich mit so etwas wie der Schreiberei befassen können. Oder sie haben sehr genügsame Ansprüche, und hoffentlich keine Familie zu ernähren. Oder es sind tatsächliche Berufsschreiber, die sich notgedrungen nicht auf ein Genre einschränken lassen (können), sondern als freie Autoren sowohl belletristische wie journalistische (Auftrags-)Arbeiten anfertigen und honorierte Lesereisen absolvieren. Was mit einer paradiesischen Assoziation vom freischaffenden, niemals schreibblockierten und stets kreativen Feingeist, der zugleich an der Riviera neue Inspirationen tankt, nicht mehr allzuviel gemein hat.

      Letzteres könnte ich mir natürlich sehr gerne vorstellen. Eine Segelyacht, schöne Frauen und schnelle Autos inklusive. Aber dafür bräuchte es dann wohl ein vertragswerk, das mit dem eigenen Blute gezeichnet werden müsste ... #teufel#

      Da halte ich es also lieber mit den etwas trüberen, aber realistischen Aussichten und begreife das Schreiben als schönes Hobby, das sich als rekreativer Ausgleich zum existenzsichernden Job betreiben lässt. Weil ich weiß, dass das funktioniert. Theoretisch funktioniert auch ein 6er im Lotto, aber was solche Luftschlösser angeht, halte ich es lieber mit Goethe: "Willst du immer weiter schweifen? - Sieh, das Gute liegt so nah!"

      Markus G. schrieb:

      Hast Du als Autor ein Vorbild, dem Du nacheiferst?

      Ich wage jetzt einmal ein Plagiat:

      Kurze Antwort: Nein.

      Okay, lange Antwort: Auch nein.

      Wie Marc Freund bereits ausgeführt hat, gibt es Autoren, die man (also, in diesem Falle ich) toll finde(t).

      Aber warum finde ich die toll?
      Weil diese Autoren eine Art zu schreiben habe, die ich nicht erreichen kann (oder will). Ich bin ein großer Fan von Elmore Leonard, unter anderem deshalb, weil er absolut reduziert schreibt, dabei aber einen maximalen Effekt erzielt. Andererseits liebe ich den Duktus alter Geistergeschichten, dieses ausschweifende, fast schon schwatzhafte, aber immer bierernste Erzählen von Dingen, die nicht sein können, aufgezeichnet mit der Pedanterie einer Krämerseele, wie man sie bei E. F. Benson oder M. R. James, bei Lovecraft oder Poe findet ... ebenso verfalle ich ohne Umschweife Autoren, die diese Schreibe erfolgreich für ihre Erzählungen adoptieren - Jonathan Strange & Mr. Norrel oder The Glass Books of the Dream-Eaters sind zwei Bücher, die mich nicht zuletzt aufgrund dieser Erzählweise (und trotz der in großen Teilen hanebüchenen Handlung des letzteren Buchs) vor die Seiten gebannt haben.

      Dann - ganz anders - bin ich seit über fünfzehn Jahren ein großer Fan von Terry Pratchett, dessen ins Deutsche übersetzte Geschichten mir regelmäßig körperliche Schmerzen zu bereiten imstande sind, weil sie das philosophisch Feine in seinen Geschichten durch eine Übertragung der erkennbar komisch gemeinten Stellen in einen oftmals unlustigen Klimbim-Humor übelster Provenienz mit breiten Pinselstrichen überkleistern. Aber diese ironische Tiefe, den ich in Pratchetts Erzählweise entdecke, den vermag ich ebenfalls nicht nachzuhexen, nur wahrzunehmen und mich davon gefangennehmen zu lassen.

      Das da oben sind allerdings hauptsächlich englischsprachige Autoren, die ich meist auch im Original lese. Von den deutschsprachigen Schriftstellern sind mir Daniel Kehlmann und Svan Regener durchaus ans Herz gewachsen, aber vor allen anderen ist Otfried Preußler aus meinem Herzen nicht zu tilgen. So unerreichbar dieser gemütliche Duktus, dieses volkstümlich wahrhaftige Plaudern dieses Geschichtenerzählers für mich ist, so nahe ist er mir zugleich.

      Aber unterm Strich muss ich mir selbst eingestehen, dass all diese Autoren unvergleichlich anders und unvergleichlich besser als ich schreiben können, und ich würde mich nur selbst zermürben, wenn ich versuchen wollte, ihnen nachzueifern. Man muss seine eigene Stimme finden, und mit dieser einzigartigen Stimme kann man sich diesem Chor der anderen dann stellen. Nicht, indem man sie nachmacht, sondern indem man ihnen etwas Eigenes entgegenstellt.

      Wie war noch gleich die Frage? ;)
      Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Mir gefällt Deine Ausdrucksweise. Ich habe mir das heute wieder bei AMADEUS gedacht #jaja# Solltest Du irgendwann einmal Hilfe bei der Wien Recherche brauchen, egal ob Wien-Infos, Fotos oder sonstige Arbeiten, bin ich sehr gerne bereit zu helfen #jaja# #winkewinke#

      Markus G. schrieb:

      Solltest Du irgendwann einmal Hilfe bei der Wien Recherche brauchen, egal ob Wien-Infos, Fotos oder sonstige Arbeiten, bin ich sehr gerne bereit zu helfen #jaja# #winkewinke#

      Darauf komme ich bei Gelegenheit gerne zurück - ich werde dich aber sicherlich nicht in die Wiener Katakomben hinunterschicken oder Tropfsteinhöhlen in Alland erkunden lassen ... aber wenn ich das Gefühl bekomme, dass das "Googlen" inklusive der dabei geschürften Erkenntnisse allein nicht hinreicht, um ein "poetisches" Gefühl für eine Location vor 230 Jahren zu bekommen, lasse ich von mir hören. #daumenhoch#

      Markus G. schrieb:

      Gibt es eigentlich ein "Hausmittel" gegen eine Schreibblockade?

      Ja, klar. Man schüttet in gleichen Teilen billigen Weinbrand, im Mörser zerstoßene Erdnüsse und fein geriebenen Parmesan zusammen, rasiert sich den Schädel mit einer stumpfen Klinge blank und massiert das Zeug etwa eineinhalb Stunden lang in die noch juckende und unweigerlich brennende Kopfhaut. Hab mir sagen lassen, dass das Wunder wirkt. Probiert hab ich es aber noch nicht, weil ich nicht musste. #lach1#

      Nein, im Ernst:

      Markus G. schrieb:

      Was machst Du wenn Dir nichts und nichts einfallen will? Oder hast Du dieses Problem nicht?

      Das hatte ich im großen Stil zum Glück noch nicht. Toi, toi, toi. Die Schreibblockade ist vermutlich eher ein Problem der Autoren, die wirklich vom Schreiben leben und deswegen schreiben, schreiben, schreiben müssen. Und bei denen dann natürlich die Alarmanlage angeht, wenn das mit dem Schreiben mal nicht funktioniert.

      Nicht, dass ich nicht den Bammel davor kennte, dass einem nichts einfällt, aber vermutlich hilft mir da meine Art zu schreiben weiter. Ich werfe meine Figuren gerne in Situationen, die von mir nicht zu 100% durchgeplant sind und folge ihnen dann auf ihrem Weg durch eine Geschichte. Ich weiß, wo ich sie "vorbeikommen" lassen will, was ich ihnen sozusagen aufbürden möchte, aber was sie dorthin führt und wann, das entscheidet sich oft erst, wenn wir uns gemeinsam auf den Weg gemacht haben.

      Weil ich so schreibe, habe ich immer die Möglichkeit, irgendwo anders abzubiegen. Ich habe immer etwas, mit dem ich arbeiten kann. Ob das dann gut ist oder nicht, stelle ich manchmal erst später fest, aber das Schöne am Schreiben ist ja, dass es etwas Dynamisches ist, und man immer noch ändern kann, solange es nicht in Stein gemeißelt oder beim Label abgegeben wurde. Und schließlich gibt es ja auch noch das Lektorat von Michael als Netz mit doppeltem Boden, für den Fall, dass ich aber mal so richtigen Murks abgeliefert habe.

      Und es gibt schließlich immer irgendwas zu schreiben. Wenn ich gerade mal bei einem Skript hänge (was definitiv vorkommen kann, dann muss ich erst einmal ein paar Gedankenexperimente zum weiteren Gang der Dinge unternehmen), dann schreibe ich eben etwas anderes - seit neuestem habe ich mir einen Blog zugelegt (siehe unten), und dort so das eine oder andere hineingestellt ... wobei ich aktuell doch wieder mehr Zeit in Amadeus investiere - der Saladin und der Janus schreiben sich halt nicht von alleine. ;)
      Ich weiß gar nicht, ob das als News zählt, aber ich bin am kommenden Samstag ab so etwa 13 Uhr auch in Köln auf oder in der Hörspielarena-messe-dings ... also in Köln im Bunker. Wer dort jemanden im Dunstkreise des Mannes mit den grünen Haaren wie Falschgeld bärtig herumstehen sieht, darf mit hoher Wahrscheinlichkeit annehmen, dass es sich dabei um mich handelt. Man darf mich ansprechen, ich fühle mich durch solche Akte der Kommunikation in meiner Integrität als wie Falschgeld herumstehender bärtiger Brillenträger nicht gekränkt und verspreche hiermit feierlich, das Konzert nicht vorzeitig abzubrechen.

      Ach ja, und den Amadeus, Partitur 6 - Teutobochus, den gibt es da - neben allem anderen auch - schon einmal im Vorverkauf, sozusagen.



      Alternativ-Teaser auf Betäubung:

      "In den Hallstädter Salinen kömmt der Leibhaftige aus der Wand, und Seine Kaiserliche Majestät dekretiert, dass dies so nicht angehen könne, weshalb er Rat beim Klerus und der Wissenschaft einholt. Der Custodis aber und der Dehlinger, welche die Angelegenheit bittschön erklären sollen, streiten sich ums Grundsätzliche, um den Teutobochus Rex nämlich, aber in Wahrheit geht's ums Sein oder Nicht-Sein, und zwar nicht zu knapp. Der Amadeus ist derweilen in einer Arbeitswut und trinkt gar recht viel Punsch und ist zu spät, was der Joseph aber nur deshalb hinnimmt, weil es ihm um sein Singspiel zu tun ist, während der Resch ganz wie ein Hundsfott stinkt und einen seltsamen Fiebertraum hat von der Franziska, bloß dass es nicht sein eigener ist. Gut nur, dass er im Schlafe spricht, so hat der Mozartische ihm den Traum ablauschen können, ganz wie er damals dem Papst das Miserere vom Allegri abgelauscht hat, und wenn der Resch nicht zudem ein Mann von Talent, aber gänzlich ohne Ambition wäre, wäre er nicht unverhofft in den weltweisen Büchern der Hofbibliothek ans Blättern gekommen, und von einem Englischen Fürsten hätt' er dann auch nicht erfahren, und von dem riesenhaften Popel aus der Mozartischen Nase, der eigentlich einem Ritter aus Rouen gehörte, auch nicht, bloß der war gelogen."

      Vielleicht ... vielleicht sieht man sich. Oder spricht sich. Oder fasst sich sogar an.

      Huaah, Gänsehaut. ;D
      Gelegentlich aufgemerkt, Damen und Herren.

      Es gibt groß nichts Neues.
      Allerdings gibt es ständig klein Neues.

      Klein Neues ständig hier hineinzuschreiben, würde ich allerdings als mehr oder minder öffentliche Belästigung all derer empfinden, die unweigerlich - weil sie sich für mich aus absolut lauteren Motiven überhaupt gar nicht interessieren - irgendwann denken müssen: "Boh, kann der mal aufhören damit?!"

      Natürlich kann und darf in einem Forum ein jeder selbst entscheiden, ob er sich von mir in und mit diesem Thread belästigen lassen will, und darf dies auch künftig nach Herzenslust tun, indem er ihn besucht oder nicht besucht, aber für all diejenigen, die einen Gesichtsbüchereileihausweis besitzen, habe ich nun auch eine eigene Facebook-Seite eröffnet, auf der man in einer bewussten Entscheidung sein Gefallen an mir und/oder meinen Machenschaften dokumentieren und sich fürderhin von meinen semiprofessionellen Ausbrüchen über nahezu unbedeutende Kleinigkeiten rund um meine Hörspiele und andere Veröffentlichung(sversuch)e(n) belästigen respektive informieren lassen kann.

      Ich danke für Ihren Besuch und Ihre aufmerksame Geneigheit.

      Mit vorzüglichen Grüßen,
      Sebastian Weber

      PS: Wer nun aber glaubt, dass ich hier gar nichts mehr poste, dem muss ich leider sagen, dass nein. Oder vielmehr doch. So leicht wird man mich nicht los.
      Am besten gefällt mir Dein P.S. #jaja# ;)

      Im Ernst, Du gehst natürlich mit der Zeit und da gehört Facebook einfach unbedingt dazu. Von daher kann ich Deinen Entschluss verstehen und natürlich auch begrüßen. Ich werde ab und an auch Deine Seite besuchen. Facebook-Mitglied werde ich aber sicher keines werden, auch wenn man mir dieses für meinen beruflichen Werdegang schon mehrfach sehr nahe gelegt hat. Aber bis dato geht es wunderbar "ohne" ;D

      Klein Neues ständig hier hineinzuschreiben, würde ich allerdings als mehr oder minder öffentliche Belästigung all derer empfinden, die unweigerlich - weil sie sich für mich aus absolut lauteren Motiven überhaupt gar nicht interessieren - irgendwann denken müssen: "Boh, kann der mal aufhören damit?!"


      Sei Dir sicher, dass dies hier im Talk wohl nur eine absolut kleine Minderheit gedacht hätte. Ich denke ich spreche für die Mehrheit, dass wir Deinen News, Ausführungen, Infos und auch Antworten sehr gerne folgen #jaja# #winkewinke#
      Lieber Sebastian!

      Zunächst wünsche ich Dir ein frohes neues Jahr und hoffe, dass Du uns auch 2014 Rede und Antwort als Amadeus Autor stehst. Mit großer Freude habe ich auf deiner Facebook-Seite gelesen, dass wir 2014 statt 3 nun 4 Amadeus-Folgen hören dürfen. Hat dieses Mehr an Folgen auf deine Arbeit Auswirkungen? Wie weit bist Du aktuell mit dem Schreiben? Die Titel bei Amadeus sind immer sehr "originell" und so selten bis nie in anderen Hörspielfolgen. Wie findest du die Titel? Wählst Du bewusst solche "extravaganten" Titel aus und hast Du keine Sorge, dass der Käufer, der mit dem Namen nichts anfangen kann, diesen vielleicht ignoriert? So nach dem Motto "was der Bauer nicht kennt...". Oder soll er die Neugier wecken?

      Schreibst Du aktuell auch abseits Amadeus an Hörspielengeschichten? Wenn ja! an welche ?

      Liebe Grüsse,

      Markus
      Hallo, Markus,

      vielen Dank für die Neujahrsgrüße, auch wenn der Jahreswechsel schon wieder Ewigkeiten zurückzuliegen scheint ... von mir ebenfalls die besten Wünsche fürs neue Jahr.

      Und ja, es ist auch für mich erfreulich, dass wir tatsächlich 4 Folgen werden rausbringen können, auch, wenn der "Goliath" natürlich bei Lichte besehen eine 2013er-Partitur ist, die aufgrund widriger Umstände erst Anfang dieses Jahres erscheinen konnte.

      Was meine Arbeit angeht, kann ich da ganz entspannt zu Werke gehen, denn die Partituren, die bis Anfang 2015 erscheinen werden, sind bereits geschrieben und abgenommen, und ich kann mich in aller Gelassenheit dem Verfassen der nächsten Partituren 12 bis 14 widmen, denen ich nach aktueller Planung die Arbeitstitel "Bukephalos", "XIII" und "Phobos" verpasst habe ... hier also noch ein paar dieser "originellen" Titel. Und damit wäre dann zusammen mit dem vom Lektorat vor zwei Tagen abgenommenen "Bundting" aka Partitur 11 auch das Jahr 2015 "gesichert".

      Ah, die Titel! Einige davon sind mir einfach zugefallen, andere beim Stöbern in alten oder neuen Texten über den Weg gelaufen und haben sich nicht mehr fortschicken lassen wollen. Und ich glaube (ausgehend von mir selbst), dass ein Titel, der nicht auf Anhieb alles erklärt oder die naheliegendste Assoziation mit einem potentiellen oder tatsächlichen Inhalt darstellt, sondern zunächst einmal dasteht, vielleicht sogar einen Kontrast zum oder eine Reibung mit dem restlichen Drumherum wie dem Namen Amadeus oder dem Covermotiv bildet, zweifellos (mein) Interesse wecken dürfte. Außerdem ist der Zusammenhang zwischen Titel und Handlung auch beim Hören nicht immer unmittelbar evident, und ich finde es wiederum aus meiner eigenen Rezeptionserfahrung immer reizvoll, wenn meine Aufmerksamkeit durch solche Kleinigkeiten befeuert wird, weil ich einfach wissen möchte, was in drei Teufels Namen dieser Titel mit diesem Hörspiel zu tun hat. Das jedenfalls ist meine Intention bei der Wahl der Titel. Ob die aufgeht, ist eine andere Frage.

      Dass eine potentielle Hörerschaft sich von diesen Titeln abschrecken lassen könnte, diese Idee ist mir bislang noch nicht in den Sinn gekommen ... aber mal ehrlich: wäre die Serie etwas für jemanden, der schon bei der Lektüre von Überschriften wie "Schofar", "Teutobochus" oder "Saladin" die Stirne kraus zieht, weil ihm das zu "extravagant" klingt? Ich glaube ja, dass eher nicht.

      Und was mache ich sonst noch so? Tja, andere Hörspielgeschichten jedenfalls schreibe ich aktuell keine, weil ich ehrlich gesagt weit weniger umtriebig bin als manche Autorenkollegen, die ja nun doch einige Eisen im Feuer haben. Aber immerhin, ich nehme mir dieses Jahr im dritten Jahr vor, endlich vielleicht unter Umständen möglicherweise oder auch nicht einen Saintlieux-Krimi anzufangen, der auf der nie veröffentlichten neunten Folge von Amélie fußt, aber bislang fehlt mir noch ein erster Satz, der mich auf diese Reise mitnimmt ... das sind die eigentlichen Killer guter Vorsätze ... erste Sätze!

      Aber das ist ja auch nicht unbedingt etwas, auf das die Welt gewartet hat, von daher lasse ich mich tiefenentspannt überraschen, ob ich diesen ersten Satz nicht vielleicht irgendwann in der Schmutzwäsche oder bei der Gartenarbeit finde ... oder irgendeine Gedankenscherbe, die mir etwas ganz anderes eingibt ... vielleicht einen Titel für die Partitur 15 ... :D

      Bis bald
      Sebastian
      Ui, vielen Dank für den tollen Einblick! Ich schicke dir überdies meine besten Schwingungen, Wünsche und Gedanken, damit dir der erste Satz für eine neue Amelie-Folge einfällt. Sollte Dir also in den nächsten Tagen der Start gelingen! dann vergiss nicht wem du das zu verdanken hast ;) Im Ernst, schön, dass Amelie noch nicht ganz aus Deinem Kopf verschwunden ist. Ich würde Amelie sofort kaufen, egal ob als Hörspiel, Hörbuch oder eBook.

      Deine Blog-Einträge über Rezensenten fand ich sehr interessant. Am meisten würde mich interessieren wer dich denn so in Rage gebracht hat. Die Guten oder die Schlechten Kritiken. #gruebel#

      Markus G. schrieb:

      Im Ernst, schön, dass Amelie noch nicht ganz aus Deinem Kopf verschwunden ist. Ich würde Amelie sofort kaufen, egal ob als Hörspiel, Hörbuch oder eBook.

      Sollte es irgendwann einmal so weit sein, und keiner will die Geschichte haben, komme ich auf dich zu ... :D

      Markus G. schrieb:

      Am meisten würde mich interessieren wer dich denn so in Rage gebracht hat. Die Guten oder die Schlechten Kritiken. #gruebel#

      Schlechte Kritiken ärgern mich inzwischen nur noch, wenn sie gut sind. 8)

      Im Grunde genommen gibt es ja nur drei Möglichkeiten:
      1) Eine Kritik bezieht sich auf etwas, das man selbst genauso sieht - darüber "ärgert" man sich naturgemäß am meisten, weil man um die Qualitätslücke ja selbst schon weiß - so etwas ist Salz in die Wunde. Und das brennt. Oder:
      2) Eine Kritik bezieht sich auf etwas, das man selbst bislang so nicht gesehen hat, aber nachvollziehen kann - bei so etwas lernt man dazu, also weshalb sich ärgern? Eine solche Kritik ist die wertvollste aber auch seltenste Perle im Meer der Meinungsbilder. Allzu oft aber ist es ja so:
      3) Eine Kritik bezieht sich auf etwas, das man selbst nicht als zu kritikwürdig ansieht, weil man es a) genau so haben wollte, b) die im Zuge der Kritik vorgebrachten Argumente nicht nachvollziehbar sind oder c) schlicht die Basis des Kritisierenden eine "Falsche" ist (weil z. B. etwas nicht oder falsch verstanden wurde) - sich über so etwas zu ärgern ist Zeitverschwendung.

      Natürlich gibt es auch Kritik, die in ihrer Form ein Ärgernis ist, weil sie entweder verunglimpfend ist (und hierbei stört es mich mehr, wenn eine solche Verunglimpfung dem Hörer [und hierbei insbesondere demjenigen Hörer, dem das Ergebnis gefallen hat] gilt, als wenn sie sich auf mich bezieht) oder weil der Kritisierende den Trank der alleinseligmachenden Wahrheit ganz alleine leergesoffen hat und seine absolutistischen Rülpser in die Welt hinausröhren zu müssen glaubt. Aber über letztere habe ich gelernt mich nicht länger zu echauffieren.

      Fan-Feedback lese ich immer gerne, weil es erfreulicherweise ja meist positiv ist, und daran irgendwelche formalen Ansprüche zu stellen wäre nun schon ziemlich drüber. Es freut mich einfach zu lesen, dass ein Hörspiel jemandem gefallen hat, wenngleich ich zugeben muss, dass mich noch mehr zu erfahren freut, weshalb es das getan hat.

      Aber Rezensenten ... von denen sollte man mehr erwarten können dürfen, bloß bleiben da allzu oft unterm Strich nicht viel mehr als scheinbar leidenschaftslos in ein Standardgerüst gegossene Gemeinplätze mit einem Hauch Ratlosigkeit übrig. Wo ist die Emotion, wo die Wut, die Begeisterung, wo die Reflektion, die Nabelschau, wo der Schmiss und wo das Herz? Letzteres ist scheint's allzuoft beim Vetternbesuch in der Hose.

      Außerordentlich frei nach Wilhelm Busch: "Rezensent sein ist nicht schwer, rezensieren aber sehr ..." :whistling:
      Vielen Dank für Deine Ausführungen. Ich finde diese alle nachvollziehbar, weil Du sie auch sehr gut erläuterst und erklärst. Ich kann Deinen Standpunkt auch verstehen, denke jedoch, dass Du eventuell von einem Hörspielfan, der als Hobby in seiner Freizeit Hörspiele rezensiert vielleicht eine zu hohe Erwartung hast. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass Du mit den Rezensenten nicht so zufrieden bist, weil sie ja im Grunde auch nur eine Meinung eines Hörspielfans wiedergeben wie das von Dir angesprochene Fanfeedback. Anders sieht es da aus, wenn ein Journalist im Rahmen seiner Tätigkeit eine Rezension verfasst. Von diesem darf, ja muss man erwarten, dass er bestimmte Kriterien erfüllt. Das heißt aber sicher nicht, dass man keine Kritik an einem Rezensenten äußern sollte. Ganz im Gegenteil...

      Auf jeden Fall ein sehr spannendes Thema, das wir sehr gerne auch hier fortführen könnten:

      Wie habt ihr Rezensionen am liebsten?

      Nutzt ihr Rezensionen als Entscheidungshilfe / Benötigt ihr Rezensionen?

      Markus G. schrieb:

      Ich würde Amelie sofort kaufen, egal ob als Hörspiel, Hörbuch oder eBook.
      Aber als Buch nicht oder wie? :D

      Meiner bescheidenen Meinung nach hätte so etwas die größten kommerziellen Chancen als klassischer Roman. Keinesfalls "Ordensschwester Amelie" im Titel, aber dafür "Ein Saintlieux-Krimi". Ich denke da ein wenig an die sich wie geschnitten Brot verkaufenden "bretonischen Krimis" von Jean-Luc Bannalec.


      Natürlich gibts die mittlerweile auch alle längst als Ebook und Hörbuch, nur verhörspielt sind sie leider noch nicht. Will keiner die Taschen aufmachen für die sicherlich nicht billige Lizenz ;)
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität
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