NEWS von und über Sebastian Weber

      Markus G. schrieb:

      Ich kann Deinen Standpunkt auch verstehen, denke jedoch, dass Du eventuell von einem Hörspielfan, der als Hobby in seiner Freizeit Hörspiele rezensiert vielleicht eine zu hohe Erwartung hast.

      An Hörspielfans habe ich gar keine Erwartung im Sinne von "Die sollen gefälligst ..." - Hörspielfans (oder Hörspielhörer) sind Leute, die ein Hörspiel kaufen und hören, und denen das dann gefällt oder nicht gefällt. Und das dürfen die sagen, so subjektiv sie wollen. Die dürfen auch jederzeit eine "Rezession" bei Amazon schreiben, das macht sie noch lange nicht zu Rezensenten. Es gibt Hörspielhörer, die aber sehr differenziert rückmelden, was sie gehört haben und wie es ihnen gefallen hat und weshalb. Das ist total super. Aber das setze ich da nicht voraus, das erwarte ich da nicht, das darf ich da auch nicht verlangen, wer bin ich denn?

      Rezensenten wiederum sind Leute, die sich ein Hörspiel nicht kaufen, sondern die es zum Zwecke der Rezension zur Verfügung gestellt bekommen. Wenn sie ihre Sache ernst nehmen, kaufen sie sich vielleicht auch welche, die ihnen der Verlag/das Label nicht zur Verfügung stellt, das gibt es bei Filemen ja auch - da wird vor dem Kinostart keine Pressevorführung anberaumt, ergo muss man sich selbst eine Karte/CD kaufen, um eine Rezension schreiben zu können. Aber wer diesen Anspruch an sich selbst, Rezensent sein zu wollen, an ein oder mehrere Label herangetragen hat und zum Rezensionsexemplare ersucht, der setzt sich dadurch klar von einem Dasein als Hörspielfan ab. Ich finde, bei so jemandem darf man mehr als Platitüden erwarten.

      Aber ich lege das Thema mal beiseite, sonst traut sich hernach keiner mehr, etwas über Amadeus zu schreiben. ;)

      Und:

      Chris schrieb:

      Keinesfalls "Ordensschwester Amelie" im Titel, aber dafür "Ein Saintlieux-Krimi".

      "Ein Saintlieux-Krimi" ist genau das, was es würde, würde es was. 8)
      Erstmal gibt es ja am 23. Mai die neue Amadeus-Partitur 8 - Sukkubus, die dann vermutlich in die Annalen des Threads "Sex in Hörspielen" eingehen wird ... und noch ist der Bedfort-Krimi ja noch gar nicht draußen.

      In Sachen Amadeus-Buch kann ich jedenfalls klar sagen: Nicht geplant. Wozu auch? Und auch die OA-Revival in Form eines Saintlieux-Krimis ist bei mir zunächst einmal wieder in die gedankliche Schublade gewandert ... aber der Schlüssel ist noch in der Hosentasche. Und weil versprochen versprochen ist, und nicht gebrochen werden darf, verspreche ich da mal lieber nichts ... ;)
      Ganz ehrlich: Ich halte es für sehr viel möglicher, einen fesselnden (Amélie-)Krimi zu schreiben als ein Äquivalent dessen, was "Amadeus" ist, in einem Buch einzufangen. Das mag an dem liegen, was meines Erachtens Tim Knauer mit dieser Figur großartiges macht, aber ich könnte nur meinen mageren Anteil zum Buch beitragen - und bin gerade bei Amadeus immer wieder baff, was da noch alles im Zuge der Verhörspielung an schönen, kleinen und großen Nuancen hinzukommt ... und somit in einem hypothetischen Buch fehlen würde.

      Und das wozu auch bezog sich eher auf die Tatsache, dass die Serie als Hörspielserie läuft. Da muss ich nicht noch das Buch und die App und den Comic und die Kotztüte machen, wir haben doch die Hörspiele! :D
      Noch 7 Tage bis zum 23. Mai, dann kommt der Sukkubus in die Läden, und hoffentlich auch bald wieder da raus und in die Abspielgeräte der erwartungsfrohen Fans und Faninnen. Zeit für meinen alternativen Teaser, der nichts verrät, aber dennoch alles sagt:

      "Dieses Mal schreibt der Mozartische Musik für eine Eselin und er zeigt dem Kommissar Abel, dass das Klappern zu seinem Handwerk gehört, und aus einer Kutsche steigen tut er auch, und zwar mit Nachdruck und ohne Gold in den Hosen. Indessen rätseln die Franziska und das Constanzerl über anatomischen Skizzen, die von einem Tempel im indischen Maddespatan abgemalt sind, während dem Resch der Sinn nach einem ganz anderen Buche steht, das ihm der Wolferl aber nur widerwillig herausrückt, und mit Resten von zwei Kapauneln befleckt ist es auch, und das ist noch längst nicht das Schlimmste, was dem Buche widerfährt. Der Graf von Falkenstein reitet derweilen aus, aber nicht auf der Cleopatra, sondern auf der frisch gebadeten Josefine, und der Wiesinger lässt ihn solchermaßen im Stich, dass es den von den Bergen in der Kiste rotieren ließe. Wahrlich, wenn der Amadeus sich nicht neben anderem mit Spinnennetzen und Bratpfannen auskennte, wer weiß, ob nicht alles ein ärgeres Ende genommen hätte, als es dies ohnehin schon tut ..."

      Wie weit sind denn die Arbeiten rund um die Serie Amadeus voran geschritten? Bis zu welcher Folge ist die Serie gesichert? Und, was wir nicht hoffen wollen, der Hörplanet die Serie einstellen muss, hast Du die Abschlussfolge immer noch in der Schublade?

      Markus G. schrieb:

      Wie weit sind denn die Arbeiten rund um die Serie Amadeus voran geschritten?


      Aufgenommen ist meines Wissens bis einschließlich Partitur 11, hier wurden unlängst bei der letzten Berliner Aufnahme-Session die letzten Stimmen eingesackt. Meine konkrete Planung für nächste Folgen geht aktuell bis Partitur 14, und keine davon ist in irgendeiner Form ein Finale oder die Hinführung darauf. Im Augenblick arbeite ich noch an der Partitur 12, die den Titel "Bukephalos" haben wird.

      Markus G. schrieb:

      Bis zu welcher Folge ist die Serie gesichert?


      Da ich für ein Finale zum jetzigen Zeitpunkt wohl 2 Folgen benötigen würde, komme ich da nach Adam Riese auf wenigstens eine Partitur 16.

      Markus G. schrieb:

      Und, was wir nicht hoffen wollen, der Hörplanet die Serie einstellen muss, hast Du die Abschlussfolge immer noch in der Schublade?


      Ich habe gerade mal nachgeschaut, und da ist keine?! =O Aber im Ernst, natürlich gibt es keine Schlussfolge, die ich ganz als erstes geschrieben habe. Es gibt einen Plan, nicht in der Schublade, aber gut aufgehoben - ein Treatment für das Ende, an dem ich immer mal wieder etwas ergänze oder ändere. Das Ende, wie ich es nach dem Schofar geschrieben hätte, wäre ein anderes, geworden, als eines, das ich nach dem Goliath geschrieben hätte, würde ein anderes werden, wenn ich es nach dem Janus geschrieben hätte und wird sicherlich wieder anders werden, wenn ich es nach dem Phobos (der voraussichtlichen Partitur 14) schriebe.

      Allein dadurch, dass ich neue Geschichten schreiben kann, verändert sich die große Geschichte drumherum, verändern sich die Figuren, mehren sich die Facetten, verflechten sich die verschiedenen Handlungsstränge, die ich hinzunehmen kann. Ich kann zumindest aber sagen, dass (wenigstens aus meiner Sicht) das Ende, wie es sich aktuell gestalten würde, nicht so unglaublich weit hergeholt wäre, ich ein Flugzeug nehmen müsste, um es herbeizuschaffen. Gut, vielleicht eine Zeitmaschine, aber vielleicht ... vielleicht auch nicht. Einerseits hätte ich ja wirklich Lust, das Finale zu schreiben ... aber im Grunde ist mein nächstes Ziel die 25. Auch wenn die dann nach derzeitiger Veröffentlichungsquote erst 2019 rauskommen würde. So weit sollten wir es aber schon schaffen, finde ich ... oder? :)

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      Aus einem etwas aktuellen Anlass hier mal wieder etwas Neues.

      Ab heute gibt es die von mir gefederte Partitur 9 vom Amadeus mit dem Titel Saladin zu kaufen.

      So sieht es aus:



      Und darum geht's:

      Der Mozartische hat argen Herzenskummer und grämt sich inmitten von Schmutz und Fliegen, weshalb er zum Zwecke der Ablenkung vom Resch, der ihm obendrein noch die Lektüre vom Werther verdirbt, in den kühlen Leichenkeller vom Inspektor Abel verbracht wird. Weil dort so viele Tote liegen, fühlt sich der Wolferl immerhin wieder lebendig und verschlingt mit ambivalentem Appetit gleich einen Haferschleim, weil der Awender nichts anderes produzieren kann. Den Resch treibt es indessen zum Wurstelprater, wo der Amadeus dann auch mitwill; er wegen des Vergnügens, der Resch aber natürlich mit vollem Ernst. Blöd wird’s aber für beide, weil der eine vor dem Constanzerl ins Spiegelkabinett fliehen muss und der andere gegen den blechernen Sultan Saladin im Schach verliert. Und dann … ja, dann … wenn ich das bloß noch wüsst‘, das geht ja mit dem Leibhaftigen zu, dass ich das nicht mehr weiß, und grad‘ schon mal gar nicht, weshalb ich’s nicht mehr weiß! Es gilt darob: Wer’s nicht wissen tut, muss hören.

      Und falls mal jemand über Hörspiele diskutieren will ... zum Beispiel über dieses hier ... ich stehe zur Verfügung ... :D
      Ich habe da mal eine Frage an @brudervomweber. Wäre es Dir eigentlich gestattet, vonseiten des Hörplaneten, die Serie in Buchform fortzuführen; jetzt mal rein theoretisch gesprochen? Oder hat der Hörplanet die Geschichte entwickelt und besitzt die Rechte daran?

      Denn im Gegensatzt zu bspw. Jack Slaughter lebt die Geschichte bei Amadeus _nicht_ _unbedingt_ von den Sprechern. Nicht in dem Maße, wie bei Jack Slaughter. Ohne Nathan und Jäger wären die Geschichten sowas von platt und unlustig.

      daneel schrieb:

      Wäre es Dir eigentlich gestattet, vonseiten des Hörplaneten, die Serie in Buchform fortzuführen; jetzt mal rein theoretisch gesprochen? Oder hat der Hörplanet die Geschichte entwickelt und besitzt die Rechte daran?


      Theoretisch bestünde diese Möglichkeit durchaus. Die Grundidee haben wir gemeinsam entwickelt, aber die Geschichten selbst sind meine Kreation und - soweit man da Wert drauf legt - mein geistiges Eigentum. Das dürfte also kein Problem darstellen. Es würde aber, falls ich diese Option ins Augen fassen würde, sicherlich nicht um eine Weiterführung gehen, sondern um eine Neuauflage (mit möglicherweise anderen Entwicklungen) in Roman(serien)form. Ich habe tatsächlich schon mal Gedankenspiele absolviert, wie denn so etwas aussehen könnte.

      So einfach ist das aber nicht, Denn - um dir da zu widersprechen - ich denke schon, dass die Sprecher und die Umsetzung des Hörplaneten der Serie ein durchaus sehr eigenes und unverwechselbares Profil geben. Gerade Tim Knauer ist (zumindest für mich) nochmal ein Katalysator für die Rolle des Mozart. Er spricht die Figur nicht nur, er verwandelt sie. Hier einfach weiterzuerzählen wäre vermutlich ein ziemlich platter und vermutlich enttäuschender Versuch, den Defibrilator anzusetzen. Falls ich einen Amadeusroman verfassen sollte (Konjunktiv, Konjunktiv), würde dieser am ehesten in Form eines Briefromans erscheinen (bekanntes Beispiel: Dracula) - und da würde allein die Erzählform bereits einen für mich als Autor spannenden Rahmen bilden, der dem Roman an sich eine sehr spezielle Natur verliehe.

      Aktuell ist das aber nur eine verlockende Idee - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Momentan drehen sich meine Gedanken vorrangig um den Amadeus-Abschluss und um das, was wir (also Hörplanet und ich) danach machen werden ... und das ist eigentlich auch schon sehr reizvoll geraten. ^^

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „brudervomweber“ ()

      Meiner Erwartungen sind sehr hoch und dieser Teaser heizt die eher noch mehr an.

      Ich erwarte nicht mehr und nicht weniger als das deutlich beste kommerzielle Hörspiel 2015.

      Dass man sozusagen Konkurrenz aus dem eigenen Haus mit zwei weiteren Partituren in diesem Jahr bekommt, dafür hingegen fehlt mir leider der Glaube.

      daneel schrieb:

      Denn im Gegensatzt zu bspw. Jack Slaughter lebt die Geschichte bei Amadeus _nicht_ _unbedingt_ von den Sprechern.

      Das sehe ich nicht so. Es ist schon die Mischung aus einem exzellenten Buch und einer perfekten Produktion mit überragenden Sprechern, die den Amadeus zur Referenz im Hörspielmarkt der Zehner Jahre macht.

      brudervomweber schrieb:

      Aktuell ist das aber nur eine verlockende Idee - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Momentan drehen sich meine Gedanken vorrangig um den Amadeus-Abschluss und um das, was wir (also Hörplanet und ich) danach machen werden ... und das ist eigentlich auch schon sehr reizvoll geraten.

      Da darf man ja gespannt sein. Aber ob der Webersche noch einmal ein Projekt findet, dass er so genial hinbekommt wie den Amadeus? Ich muss gestehen, dass ich mir voller Vorfreude auch alle Werke angehört habe, bin dafür sogar extra kurzzeitig bei Deezer Mitglied geworden. Und die Lady-Bedfort-und-Amelie-Geschichten waren dann für mich nur ein wenig nette Unterhaltung, aber nicht mehr. Bei der Ordenssschwester bin ich gar nicht bis zum Ende dabeigeblieben.

      Ein Amadeus-Briefroman würde mich sehr reizen. Ich habe auch gerade "Das Wetter vor 15 Jahren" gelesen, zwar kein Briefroman, aber von der Erzähltechnik etwas, das sich so manche Hörbuchautoren für spezialgelagerte Sonderfälle aneignen könnten. Der Masuth könnte so beispielsweise das Ende von Planet Eden erzählen.
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie - das ist Brutalität

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Chris“ ()

      Ich habe mich da wohl etwas zu ungenau ausgedrückt. Die Darbietung von Tim Knauer als Amadeus ist schier zum Niederknien! Die Wortwechsel zwischen Knauer und Hasper genial; ähnlich wie Nathan und Jäger bei Jack Slaughter. Nur eben dass die literarische Vorlage Jack Slaughter in Buchform niemals an den Gehalt und den Wortwitz von Amadeus heranreichen könnte! Jack Slaughter gibt es ja als eBook, könnte ich mir ohne Nathan und Jäger aber niemals antun, da die Geschichte nicht gut ist. Würde die Story nicht von den beiden in den 20 Folgen getragen werden, wäre es wohl Schrott und niemals so gut angekommen; meine Meinung übrigens ;-).

      Chris schrieb:

      Aber ob der Webersche noch einmal ein Projekt findet, dass er so genial hinbekommt wie den Amadeus?


      Man wächst ja mit seinen Aufgaben ... :D

      Chris schrieb:

      Und die Lady-Bedfort-und-Amelie-Geschichten waren dann für mich nur ein wenig nette Unterhaltung, aber nicht mehr. Bei der Ordenssschwester bin ich gar nicht bis zum Ende dabeigeblieben.


      Ich bin ja nicht hörspieleschreibend auf die Welt gekommen, weshalb gerade die frühen Bedfort-Hörspiele etwas steifer in der Hüfte sind als die Sachen, die ich inzwischen schreibe. Mit jedem Hörspiel lernt man dazu. Und natürlich ist es etwas anderes, eine "eigene" Serie zu schreiben, bei der man sehr viel kreativen Spielraum (zumindest in meinem Fall bekommen) hat und deren Fortgang man quasi frei beeinflussen kann, oder man als einer von mehreren an einer Serie schreibt, deren Parameter und Figuren fix sind und die - wie bei den nicht immer ganz so guten US-TV-Serien der 80er Jahre - am Ende wieder alles auf Anfang gestellt sein muss.

      Was Amélie an geht, kann ich deinem Geschmacksurteil natürlich nicht widersprechen, schließe mich ihm aber nicht an. Ich bin weiterhin - insbesondere was die Dialoge angeht - von der Serie (mit Ausnahme einer Folge) sehr überzeugt. Und ich habe dort viel lernen können, weil ich hier erstmals das Vertrauen erhielt, von einer gemeinsamen Basis ausgehend einfach mal zu machen. Und dieses Vertrauen habe ich bei Amadeus auch bekommen, und werde es bei der neuen Sache auch haben.

      Was bedeutet: Der Weberische kann da sein Ding machen, und wenn er das kann, wird das schon nichts ganz Schlechtes. :P

      Ob das dann jemand hören will, ist mal eine ganz andere Geschichte ... :S

      Chris schrieb:

      Ich erwarte nicht mehr und nicht weniger als das deutlich beste kommerzielle Hörspiel 2015.


      Das kann ich nicht versprechen, weil ja Geschmacksfrage. Aber es ist schon nicht schlecht. An sich ist es sogar richtig gut. Und wieder ganz lang, aber irgendwie gar nicht langweilig. Ich hoffe jedenfalls, dass es bei dir nicht gleich auf einem Platz 2 bis unendlich landet, sondern zumindest für das bisherige Jahr 2015 einen Spitzenplatz in deinen persönlichen Charts einnehmen wird.

      Sag Bescheid, wie es war. :?:
      Nachtrag:

      brudervomweber schrieb:

      Ich bin ja nicht hörspieleschreibend auf die Welt gekommen, weshalb gerade die frühen Bedfort-Hörspiele etwas steifer in der Hüfte sind als die Sachen, die ich inzwischen schreibe. Mit jedem Hörspiel lernt man dazu. Und natürlich ist es etwas anderes, eine "eigene" Serie zu schreiben, bei der man sehr viel kreativen Spielraum (zumindest in meinem Fall bekommen) hat und deren Fortgang man quasi frei beeinflussen kann, oder man als einer von mehreren an einer Serie schreibt, deren Parameter und Figuren fix sind und die - wie bei den nicht immer ganz so guten US-TV-Serien der 80er Jahre - am Ende wieder alles auf Anfang gestellt sein muss.


      Das bedeutet im übrigen nicht, dass ich irgendeine meiner Bedfort-Folgen wirklich schlecht finde.

      Die 17 ist für einen Erstling und bei allen Fehlern, die ich unzweifelhaft gemacht habe und die ich in zig Überarbeitungen ausbaden musste, (auch in meinen überselbstkritischen Augen) außergewöhnlich gut gelungen, und alle meine Folge haben schon einen eigenen "Weber"-Flair, wie ich finde, auch wenn die Hörer das offenbar nicht immer goutieren.

      Ich wüsste keine Folge, von der ich mich distanzieren zu müssen glaube oder mich gar für sie zu schämen hätte, da sind keine Jugendsünden darunter, für sich genommen sind die alle tofte, und alle nicht bloß 08/15-Krimis. Finde ich. Selbst die in vielen Augen miserabelste Weber-Folge "Die Katzen von Broughton" ist ein meines Erachtens grundsätzlich missverstandener Halbedelstein. Das sollte eigentlich kein Krimi sein, sondern eine Bewältigungsfolge - und die Kritik war dann, dass es ja gar kein richtiger oder wenn, dann ein ziemlich schwacher Krimi gewesen sei. Das stimmt aber mal sowas von, und das geht aber auch mal sowas an der Sache vorbei.

      Aber da sind wir dann auch wieder bei dem Punkt "Keiner diskutiert mehr über Hörspiele!".

      Wenn man nur einen Krimi erwartet, und einen kriegt, worüber diskutiert man dann? War halt'n Krimi. Thema egal. Genre wichtig. Und wenn man keinen kriegt und dann nur feststellt, dass es keiner war, dann kann man da auch nicht groß diskutieren. War dann halt kein Krimi. Thema erst recht egal.

      Wenn man nicht so "in einer Serie" drinsteckt, dass man über die Figuren(entwicklung) oder die Bedeutung einzelner Folgen für die Serie diskutieren kann oder mag, und es niemanden gibt, der einem Echo oder Konterpart ist, dann gibt es halt auch nichts außer Metadiskussionen nach dem Motto "Welche Grusel-/SciFi-/Krimi-/Pferde-/Wasweißichserie hat den Längsten?" oder "Wie Scheiße war der oder die oder das denn?".

      Und das Drinstecken ist in Zeiten einer generellen und von @Markus G. und @pmartin ja auch schon konstatierten, trotz aller Konfrontativität eher oberflächlichen "Ist ja eigentlich auch egal"-Attitüde natürlich eher schwierig ... ein solches Bekenntnis/Commitment bietet nun mal leider Angriffsfläche, die von den Guerillas des vermeintlich guten Geschmacks für Zielübungen gerne und oft genutzt wird. Also besser mal nicht das Innerste zu sehr offenlegen. Und das geht dann auf Kosten der Diskussionsbereitsschaft, weil da potentiell ja immer jemand lauert, der dann die nur falsch beantwortbare Frage stellt, ob man da eben etwa seine Freundin angeguckt hat. Ja? #haemmern# Nein? #hammer#

      Aber das ist zugegeben nicht nur im Hörspielbereich der Fall. :(

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „brudervomweber“ ()

      Lieber Sebastian,

      einmal mehr möchte ich mich dafür bedanken, dass Du uns hier im Hörspieltalk mit Deinen Gedanken und Infos versorgst. Ich bin auf Grund von Amelie und Amadeus ein sehr großer Fan Deiner Hörspielgeschichten geworden und ich hoffe, dass wir nach Amadeus wieder eine neue Geschichte aus Deiner Feder zu hören bekommen werden. Ich mag Lady Bedfort und höre die Serie wirklich gerne, aber in meinen Augen ist Dein Talent zum Schreiben in dieser Serie unterfordert. Und wenn ich mir etwas wünschen darf, dann BITTE mach noch eine Fortsetzungsgeschichte rund um Amelie. Egal ob in Buchform, Hörbuch oder als Hörspiel. Ich würde wahnsinnig gerne noch einmal eine Geschichte aus dem schönen Frankreich hören. Am besten mit einem noch "runderen" Ende für unsere Hauptdarsteller.
      Beim Vertonen von Skripten fällt gewöhnlich immer mal wieder was vom Tisch - man kennt das ja von Filmen, da sind das dann "Deleted Scenes", die am Ende keiner mehr gebrauchen konnte, außer vielleicht später für den Extended oder Director's oder Golden oder Great Reibach Cut (den es im Fall von Amadeus nicht geben wird - also, keinen von denen).

      Beim "Saladin" war für zwei Szenen einfach kein Platz mehr auf der mit 79 Minuten randvollen CD, und da zumindest eine dieser Szenen eher einen aufklärerischen Kommentar zur Handlung als Handlungs selbst darstellt, fehlt sie gar nicht mal wirklich.

      Manch einer wird ächzen: "Och nee, noch mehr Bücher!?" Und das stimmt. Es geht um noch mehr Bücher.

      Wen es aber interessiert, was er nicht zu hören bekommt: Ich habe diese Skriptscherbe auf meinem Blog eingestellt, wo sie widerstandslos nachgelesen werden kann.
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