Infos und NEWS von Marc Freund

      Hallo Markus,

      wiederum sehr interessante Fragen. Da will ich auch mal gleich loslegen.

      Markus G. schrieb:

      Frage: Wie lange hast Du gebraucht um Dich im Lady Bedfort Universum aus zu kennen? Hast Du Dich in die bisherigen Skripte eingelesen oder hast Du Dir alle bisherigen Hörspielfolgen angehört? Oder beides?


      Das Eingewöhnen in das Lady-Bedfort-Universum erfolgte mehr über das Hören der Folgen. Ich habe zunächst damit begonnen, mir alle verfügbaren Hörproben anzuhören und habe mich zudem mit den Inhaltsangaben aller bisherigen Folgen beschäftigt, bevor ich mir dann eine ganze Folge angehört habe - bereits aus dem Blickwinkel des potentiellen Autors. Danach schrieb ich meine erste eigene Folge, die in gewissen Punkten noch angepasst werden musste. Erst im Anschluss daran begann ich damit, mir nach und nach die früheren Lady Bedfort Folgen anzuhören. Eine Einsicht in bestehende Skripte war nicht notwendig. Ich bekam einen Auszug, unter anderem aus dem Grund, um das Layout zu übernehmen, mit dem der Hörpanet arbeitet. Ich habe mich beim Schreiben schnell in Broughton heimisch gefühlt und die Figuren wuchsen mir ans Herz. Ich glaube, diese beiden Dinge sind sehr wichtig, wenn man mit der Serie verschmelzen und entsprechend qualitative Beiträge liefern will.


      Markus G. schrieb:

      Frage: Schreibst Du zuerst die Geschichte nieder und bringst sie dann in eine "Hörspielform" oder schreibst Du gleich von Beginn weg ein Dialogregiebuch, wie man es dann fast 1:1 für das Hörspiel übernehmen kann?


      Wenn ich eine Idee zu einer neuen Folge habe, schreibe ich sie zunächst als kurzes Exposé nieder. Dieses stimme ich mit dem Hörplanet ab und erstelle auf der Basis dann ein erweitertes Exposé, in welchem der gesamte Ablauf und Inhalt der Folge schon sehr detailliert ausgearbeitet sind. Nachdem auch dieses mit Michael, der für das Lektorat zuständig ist, abgestimmt ist, schreibe ich auf dieser Grundlage das Dialogregiebuch. Diese Arbeitsweise hat sich bei uns bewährt, da die meisten Fragen bereits VOR dem Schreiben des Manuskripts geklärt werden können, ich mich dann "nur" noch auf das Schreiben der Folge konzentrieren kann und am fertigen Skript dann nicht mehr zu viele Änderungen vorgenommen werden müssen.


      Viele Grüße,
      Marc
      Vielen Dank, ihr seid alle wirklich Spitze, weil ihr euch bei den Antworten wirklich Mühe gebt dem Leser eure Welt verständlich näher zu bringen #top#

      Kannst Du Dir vorstellen eine Folge gemeinsam mit den anderen Bedfort-Autoren zu schreiben? Kann das funktionieren?

      Sprichst Du Dich mit den anderen Autoren eigentlich hinsichtlich des roten Fadens ab?

      Bist Du bei den Aufnahmen dabei?

      Markus G. schrieb:

      Vielen Dank, ihr seid alle wirklich Spitze, weil ihr euch bei den Antworten wirklich Mühe gebt dem Leser eure Welt verständlich näher zu bringen


      Wenn jemand ehrliches Interesse zeigt, so wie das hier der Fall ist, dann sollte man sich auch die Zeit nehmen, darauf einzugehen, finde ich. Und genau das mache ich sehr gerne. #jaja#

      Markus G. schrieb:

      Kannst Du Dir vorstellen eine Folge gemeinsam mit den anderen Bedfort-Autoren zu schreiben? Kann das funktionieren?


      Ja, so etwas kann durchaus funktionieren und das erste Ergebnis kann man sich schon im Mai innerhalb der Serie "Lady Bedfort" anhören. Die Folge "Lady Bedfort und die Mördergrube" habe ich zusammen mit der "Nachwuchsautorin" Sonja Wegner geschrieben, die zwar nicht zum festen Autoren-Team des Hörplaneten gehört, mit der ich aber die Idee zu der Folge entwickelt und ausgearbeitet habe. Das Schreiben der Folge haben wir uns szenenweise aufgeteilt. Voraussetzung für so eine Zusammenarbeit ist natürlich, dass alle Beteiligten das Lady-Bedfort-Universum verinnerlicht haben und das ist bei Sonja Wegner definitiv der Fall. ;)


      Markus G. schrieb:

      Sprichst Du Dich mit den anderen Autoren eigentlich hinsichtlich des roten Fadens ab?


      Grundsätzlich laufen alle Fäden (also auch die roten), die unsere Ideen und Manuskripte angehen, im Lektorat des Hörplaneten, bei Michael, zusammen. Er koordiniert das Autorenteam und stimmt mit ihm auch den Verlauf einer Rahmenhandlung ab, wie z. B. aktuell bei Lady Bedfort gerade die Rückkehr von Max. Zudem existiert auf den Seiten des Hörplaneten eine Plattform, auf der wir Autoren uns bei Bedarf untereinander austauschen können.

      Markus G. schrieb:

      Bist Du bei den Aufnahmen dabei?


      Ich hatte inzwischen mehrfach die Gelegenheit, bei den Aufnahmen reinzuschnuppern und die fabelhaften Sprecher live in Aktion zu erleben. Das ist jedes Mal eine schöne Erfahrung, wenn man als Autor erlebt, wie seine Texte im Studio lebendig werden.
      Heute mein Ansehen des LULA-Videos ist mir folgende Frage an unsere Skriptautoren gekommen:

      Hört sich eine Geschichte wenn sie fertig vertont wurde, eigentlich immer so an wie Du es Dir beim Schreiben im Kopf vorgestellt hast? Wenn Nein, woran hat es gelegen, dass es "anders" klang?
      Hallo Markus,

      wenn ich deine Frage jetzt mal auf Lady Bedfort beziehe, so kann ich sagen, dass sich das fertige Hörspiel immer ziemlich genau so anhört, wie ich es beim Schreiben bereits im Kopf hatte. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen handelt es sich ja um eine Serie, von der ich weiß, wie die einzelnen Figuren zu sprechen haben. Bei den Stammcharakteren wie der Lady selbst oder beispielsweise auch Inspektor Miller weiß ich ja auch bereits, welche Sprecherin / welcher Sprecher hinter dieser Figur steckt und kann die Dialoge den realen Sprechern sozusagen auf den Leib schreiben. Bei den Nebenrollen weiß ich natürlich nicht, welcher Sprecher die Rolle später mal verkörpern wird. Aber auch dort ist es so, dass sich der Ton der Darsteller irgendwie automatisch aus der Handlung ergibt. Zudem habe ich natürlich über mein Skript Möglichkeiten anzugeben, wie etwas gesprochen werden soll, indem ich den jeweiligen Dialogen einen kurzen Regiehinweis voranstelle(z.B. „heiter“, „unsicher“, „nervös“, „aggressiv“, etc.) Das wird auch von den Sprechern entsprechend umgesetzt. Naja und zu guter Letzt gibt es da ja noch die Regie von Dennis und Michael. Die beiden können dann direkt bei den Aufnahmen noch korrigierend eingreifen, wenn es denn notwendig ist. Oft geht es dabei ja auch nur um feine Nuancen in der Aussprache, die jedoch ebenfalls wichtig sind.
      Auch von der Geräuschkulisse her sprechen wir dieselbe Sprache. Wenn ich mal so zurück blicke, dann ist es schon vorgekommen, dass eine Szene beim Schnitt, bzw. beim „Vergeräuschen“ von drinnen nach draußen verlegt wurde, um dem Hörer eine interessantere Geräuschkulisse zu bieten. Das sind dann kleine Abweichungen vom Skript, die dem fertigen Hörspiel aber zweifellos gut tun.
      Den Fall, dass ein Hörspiel gar nicht so klang, wie ich es beim Schreiben im Kopf hatte, habe ich bisher noch nicht erlebt. Ich behaupte auch einfach mal, dass in so einem Fall an irgendeiner Stelle etwas schiefgelaufen sein muss. Entweder war dann das Skript nicht aussagekräftig genug oder Sprecher und/oder Regie waren nicht bei der Sache. ;D

      Viele Grüße,
      Marc
      Ich glaube, auch da haben wir das selbe Verständnis davon, wie sich das Endergebnis anhören soll, ohne dass wir da extra drüber reden müssen.
      In mein Skript schreibe ich meine Vorstellung von den Hintergrundgeräuschen zu der jeweiligen Szene, die dann auch meist genau so umgesetzt werden. Das Ganze wird dann noch durch die Musik von Dennis untermalt und da trifft er meiner Meinung nach immer genau den richtigen Ton. ;D
      Ich durfte heute Folge 64, "und der Dolch im Rücken" hören. Wieder eine interessante Geschichte #daumenhoch# Wer gibt eigentlich die Richtung vor, wie und auf welche Weise man Max in den nächsten Folgen integrieren wird? Macht dies ihr Autoren in dem ihr euch absprecht oder wird der rote Faden von Dennis und Michael vorgegeben?!
      Hallo Markus,

      danke für deine Rückmeldung und deine Frage.
      Die Rückkehr von Max war natürlich schon ein zentrales Thema, um das wir uns gebührend viele Gedanken gemacht haben. Die grundsätzliche Idee, welche Geschichte hinter Max‘ Tod steht, wurde von Dennis und Michael ins Spiel gebracht. Ich habe diese Idee dann noch erweitert und ausgebaut und in dem Zweiteiler „Lady Bedfort und die dunklen Gewässer“ verarbeitet. Im Zuge dieser Doppelfolge haben wir dann auch festgelegt, wie es mit Max weiter gehen soll. An dieser Stelle darf und möchte ich natürlich noch nicht zu viel verraten. Aktuell kann dies in den neuen Folgen 64 + 65 nachgehört werden. Grundsätzlich habe ich die Entwicklung mit Dennis und Michael abgestimmt und auch meine Autorenkollegen über die aktuellen Ereignisse, bzw. den aktuellen Stand informiert, so dass auch sie entsprechend damit arbeiten können. Damit sind wir alle auf demselben Stand und haben eine Grundlage für hoffentlich noch viele neue, spannende Folgen. ;D

      Viele Grüße,
      Marc
      @sheepy: #respekt# #juhu# & #danke# für die tolle Lady Bedfort Folge. Sie hat mir richtig gut gefallen #top#

      Eine Frage, die ich mir beim Hören dieser Folge immer wieder gestellt habe: Wann kommen sich Tim und Lady Bedfort so nahe, dass sie sich nicht mehr siezen sondern duzen? Irgendwie sollten sie doch schon gute Freunde sein, oder?!

      Markus G. schrieb:

      @sheepy: #respekt# #juhu# & #danke# für die tolle Lady Bedfort Folge. Sie hat mir richtig gut gefallen #top#
      Danke Markus #hutheb# Da werd ich ja direkt rot #rotwerd# ;)

      Freut mich, dass dir die Folge so gut gefallen hat #jaja# Marc und ich haben die Idee zusammen entwickelt und dann auch gemeinsam das Skript geschrieben, bzw. wir haben uns die Szenen aufgeteilt. Also gebührt Marc genauso viel Lob ;D War wirklich sehr spannend nun selbst den Weg von der Idee bis zum Skript beschreiten zu dürfen. :) Eine Menge Arbeit, selbstverständlich mit viel Spaß ;) , die man als reiner Hörer natürlich so nicht mitbekommt. Und wir haben dabei "nur" das Skript geschrieben - die Arbeit geht danach immerhin noch weiter #jaja#

      Markus G. schrieb:

      Eine Frage, die ich mir beim Hören dieser Folge immer wieder gestellt habe: Wann kommen sich Tim und Lady Bedfort so nahe, dass sie sich nicht mehr siezen sondern duzen? Irgendwie sollten sie doch schon gute Freunde sein, oder?!
      Hm, ich finde, dass das Siezen den Respekt der beiden voreinander ausdrückt. Daher ist das Siezen sehr wohl ein Zeichen ihrer Freundschaft. Davon mal ganz ab, dass die Lady und Tim einer anderen Generation angehören, die in dieser Beziehung ohnehin anders erzogen wurde.
      Finde es daher gar nicht "schlimm", wenn sie sich Siezen. Aber vielleicht ändert sich das ja noch ;)
      Hallo zusammen,

      heute möchte ich kurz eure Aufmerksamkeit auf eine Veranstaltung im September lenken. Dann wird nämlich die bekannte Truppe von Schaller Entertainment in Berlin "Das Gasthaus an der Themse" als Live-Hörspiel aufführen. Zu sehen gibt es eine Reihe von prominenten Synchronsprechern und Schauspielern und zu hören natürlich den beliebten Wallace-Stoff, der die nicht minder berühmte s/w-Verfilmung von 1962 zum Vorbild hat. Das Hörspiel-Manuskript stammt aus meiner Feder.


      Nähere Informationen und Ticketreservierungen gibt es unter diesem Link:

      schaller-entertainment.com/index.php?article_id=81


      Viele Grüße,

      Marc
      Hallo Friedel,

      danke für deine Anfrage.
      Die Veranstaltungen sind tatsächlich reine Live-Hörspiele. Es wird meines Wissens keine CD für den Handel geben. Ob es die Möglichkeit eines Live-Mitschnitts gibt, kann ich dir leider heute noch nicht beantworten. Falls aber eine der Veranstaltungen mitgeschnitten wird und es die Möglichkeit eines Erwerbs gibt, werde ich das hier gerne posten. Ich denke, spätestens im September habe ich dazu nähere Infos.

      Viele Grüße,
      Marc
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