Herr aller Dinge - Andreas Eschbach

      Herr aller Dinge - Andreas Eschbach

      gelesen von Matthias Koeberlin
      Lübbe Audio, 8 CDs, 574min (auch als ungekürzte Fassung erhältlich)




      (Quelle: amazon.de)

      Inhalt:
      Als Kinder begegnen sie sich zum ersten Mal: Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters, und Hiroshi, der Sohn einer Hausangestellten. Von Anfang an steht der soziale Unterschied spürbar zwischen ihnen. Doch Hiroshi hat eine Idee. Eine Idee, wie er den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt schaffen könnte. Um Charlottes Liebe zu gewinnen, tritt er an, seine Idee in die Tat umzusetzen und die Welt damit in einem nie gekannten Ausmaß zu verändern. Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn allerdings bald auf die Spur eines uralten Geheimnisses und des schrecklichsten aller Verbrechen...

      Anmerkungen:
      Dieses Buch ist ein wahres Kunstwerk! Der einführende und vielversprechende Klappentext öffnet nur einen kleinen Spalt in die sagenhafte Welt des Erzählers. Das Jahrzehnte überdauernde Abenteuer, welches langsam und besinnlich mit zwei schaukelnden Kindern in Tokyo beginnt, entpuppt sich bald als ein nie da gewesenes Ensemble aus Fantasy, Science Fiction und (relativ) präzise recherchierten, aktuellen Bereichen der Naturwissenschaften (Evolution des Menschen, Nanotechnologien). Ein fesselnder Erzählstil, kombiniert mit zahlreichen unerwarteten Wendungen gibt der Geschichte einen solchen Reiz, dass man fast gezwungen wird, sie nicht mehr aus den Händen zu legen bzw. aus dem CD-Player zu nehmen. Faszinierende Gedankengänge und Interpretationen wissenschaftlicher Bereiche, welche heute noch nicht erforscht sind, machen diesen Roman zu etwas ganz besonderem, ohne unglaubwürdig oder überdreht zu klingen.
      Die Charaktere sind facettenreich gestaltet und könnten teilweise unterschiedlicher nicht sein, so dass keineswegs Langeweile auftreten könnte. Auch die unausgesprochene Liebe zwischen den beiden Protagonisten Charlotte und Hiroshi ist auch ohne eindeutige Bekundungen deutlich zu spüren.
      Besonders interessant finde ich das Ende der Geschichte, da es scheinbar einen Bogen zurück zum Ausgang der Erzählung spannt. Ein Werk also, welches sich mit der Tatsache auseinandersetzt, dass jedes Ende auch gleichzeitig ein Neuanfang bedeutet, insbesondere im Hinblick auf das Leben und somit auch auf die Evolution. Es ist unglaublich faszinierend, wie ein solcher Roman unzählige ungeklärte Fragen der Wissenschaften zwischen den Zeilen ansprechen kann und den Leser zum Nachdenken anregt.

      Fazit:
      Ein wahnsinnig fesselnder Roman, welcher sich eines schwierigen Themas angenommen hat und nicht unglaubwürdig erscheint. Daher kann ich dieses Buch nicht nur an Science Fiction-Liebhaber uneingeschränkt weiterempfehlen!

      P.S.: Diese und weitere Rezensionen könnt ihr auch auf meiner Website finden :)
      "Liebst du das Leben? Dann vergeude keine Zeit, denn daraus besteht das Leben."

      - Benjamin Franklin -




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