AMADEUS (eine Hörspielserie des HÖRPLANET) ...

      @Stollentroll hatt Hp bzgl. einer Reaktivierung vom Amadeus-Thread angeschrieben.
      Wir haben uns entschlossen, wieder über die einzelnen Serien zu diskutieren, wenn Bedarf besteht. Schreibt mich einfach an, wenn ein Thread wieder in einen Bereich soll. Hier geht es dann nun um Amadeus.

      Ich selbst habe die Folgen jetzt auch durchgehört und für mich persönlich gehört es wirklich mit zum Besten, was ich gehört habe.
      Relax, daneel, das wird nicht passieren, die 13 ist voll und ganz gelungen, ich hatte auch Bedenken, ob das gelingt, dass alles in nur einer Folge zu Entwirren, aber es ist gelungen.

      Außerordentlich gut sogar.
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität
      Ich freue mich, dass wir im Talk wieder über die Hörspiele des Hörplaneten schreiben und diskutieren können.

      Ich hatte AMADEUS damals bis zur Folge 6 gehört und gönne mir nun 'nach und nach' einen kompletten Durchgang. Meine Meinung zu den Folgen werde ich hier in Abständen, so wie ich halt mit dem Hören vorankomme, posten. Da ich nicht ständig umschreiben möchte formuliere ich 'offen' und markiere es dafür lieber als Spoiler.

      Partitur 1: Wolferl
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      Die erste Folge der Serie lässt kaum erahnen, wie sich AMADEUS in den kommenden Monaten noch entwickeln und welche Qualität spätere Folgen erreichen sollten. 'Wolferl' ist eine recht geradlinig erzählte Horrorstory, die aber inhaltlich damit punkten kann, dass die Auflösung offen bleibt, d. h. wir können uns auch nach dem Abschluss der Geschichte nicht sicher sein, ob wir es nun mit einem Werwolf oder lediglich mit einem schwer gestörten Menschen zu tun hatten. In der Rückschau erkennt man natürlich, dass bereits alle Elemente vorhanden sind, die AMADEUS so besonders machen: Die Frotzeleien zwischen den beiden Hauptfiguren und sonstigen humorvollen Einlagen, die auch mal etwas derber ausfallen. Die ausgezeichneten Sprecher und Soundeffekte, die ungewöhnlichen Drehbucheinfälle (wie z. B. das 'gesteuerte' Träumen oder eben das offene Ende). Durch den Einsatz des 'alten Resch' als Erzähler wird auch bereits ein übergeordneter Handlungsbogen angedeutet. Und dann ist da natürlich der sehr gelungene Einsatz der Musik, der zum einen Werke von Mozart einbaut und zitiert, zum anderen aber auch jede Menge Atmosphäre aufbaut. Alles in allem also eine gelungene Auftaktfolge, aber noch ein Stück von den genialen Einfällen späterer Episoden entfernt.


      Partitur: Rosignolo
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      Mit der zweiten Folge schlägt die Serie ihren ersten stilistischen Haken. Wer nach 'Wolferl' erneut die Variation eines Horror-Themas erwartet hatte, durfte überrascht feststellen, dass ihm nun ein Krimi mit übernatürlichen, durchaus gruseligen Momenten serviert wurde. Ansonsten hat die Serie mit 'Rosignolo' ihren Ton gefunden: Die Dialoge sind um einiges besser als in der ersten Folge, der Humor ist tiefschwarz („Er war ein grässlicher Tenor. Dass er sich die Kehle durchgeschnitten hat ist aus musikalischer Sicht eine weise Entscheidung“). Leider gibt es wie schon in Folge 1 („Ich kann halt scherzen nur und sonst gar nichts.“) erneut einen ziemlich albernen Gag („Wer hat's erfunden?“ - „Die Schweizer?“), der nicht gut zur sonstigen Machart passt. Das wesentliche neue inhaltliche Element ist ein Buch, das erst 100 Jahre nach den Geschehnissen geschrieben worden sein kann. Dessen Auftauchen wird nicht erklärt und erfordert zwingend, dass dieser Teil der Handlung in einer späteren Folge wieder aufgegriffen wird. Musik, Geräuschkulisse und Sprecherleistungen sind auf dem aus Folge 1 gewohnten hohen Niveau. Spätestens mit dieser Folge dürfte die Serie die meisten Hörer gepackt haben und es beginnt das große Rätseln, was zum Teufel das alles zu bedeuten haben mag.


      Partitur 3: Schofar
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      Ein durchgeknallter Mönch, der in seinem religiösen Wahn eine Kirche in Schutt und Asche legen will, wozu er sich einer selbstgebauten Orgel bedient, die den Klang der Trompeten von Jericho imitiert: Auf eine solche Idee muss man auch erst mal kommen. Folge 3 ist ein Paradebeispiel dafür, was ein guter Autor aus einem altbekannten Thema machen kann. Und wie selbstverständlich verwertet Sebastian Weber noch ein zweites klassisches Gruselmotiv, nämlich das des verwunschenen Ortes, der vielleicht sogar einen Zugang ins Reich der Toten darstellt. Man lobt an Amadeus ja immer wieder (zu Recht) die Dialoge und die Umsetzung, aber der Anteil des Autoren am Erfolg kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie ein weniger begabter Schreiber diese Vorgaben hätte in den Sand setzen können. In der ersten Hälfte legt das Hörspiel einen flotten, fast heiteren Ton an den Tag. In der zweiten Hälfte wird es dann immer düsterer und gipfelt in einem grandiosen Finale. Dieser Stimmungswechsel wird durch die Musik, die sich verändernden Dialoge und sogar durch die immer schleppendere Sprechweise des Erzählers Jürgen Kluckert untermalt. 'Schofar' ist eine Folge, die auch gut für sich alleine stehen könnte, die bisher angedeutete Rahmenhandlung spielt kaum eine Rolle. Allerdings gibt es eine 'Vision' oder 'Traumsequenz' von Resch, die sicherlich in einer späteren Folge wieder Erwähnung finden wird. Den einen oder anderen Hörer mag enttäuschen, dass es keine weiteren Hinweise zum Zeitreisemotiv aus Folge 2 gibt, aber mittlerweile hat man natürlich gelernt, dass 'Amadeus' eher mit Überraschungen aufwartet statt Erwartungen zu bedienen.

      Das Leben ist eine wilde Reise! Gefährlich! Unvorhersehbar! Voller Überraschungen - selbst wenn du es damit verbringst, irgendwo auf einem Stuhl an ein und derselben Stelle sitzen zu bleiben. (Walter Moers)
      Ich habe die Serie vor dem Finale auch am Stück gehört und finde sie richtig super.

      ​Meine Lieblingsfolge ist Partitur - Bundting. Die letzte Folge schafft einen runden Abschluss, auch wenn man hier sehr gut aufpassen muss um nicht den Faden zu verlieren.

      ​Allerdings habe ich bei den letzten Folgen
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      ​Jürgen Kluckert sehr vermisst. Kim Hasper als alter Resch klingt leider gar nicht gut, so dass die Serie in den letzten Folgen einiges von ihrem Charme einbüßt. Zu gut waren die Monologe von Jürgen Kluckert und gerade bei den Zeitsprüngen im Finale wäre Jürgen Kluckert viel besser gewesen, als der kratzige Kim Hasper.


      ​Aber sonst ist diese Miniserie ein großer Hörspielspaß :)
      Amadeus 1-9
      pop.de/amadeus-partitur-1-bis-8-im-paket.html

      Amadeus 10-13
      pop.de/amadeus-partitur-10-bis-13.html

      Amadeus Cover 1-4 (neues Layout)
      pop.de/amadeus-die-neuen-layouts-cd-cover.html


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      EDIT
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      Und weiter geht's mit dem Hörmarathon. So viel Spaß hatte ich beim Hören selten...

      Partitur 4: Faustus
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      Unter Verwendung von Motiven der Sage von Dr. Faust und vor dem Hintergrund der klassischen Frage nach den Grenzen von Wissenschaft und Erkenntnis erzählt die vierte Folge eine extrem düstere, unheimliche und brutale Geschichte. Nach einem wunderbar albernen Start, in dem Resch und Mozart sich eher wie kleine Kinder denn wie Erwachsene benehmen, wechselt dieser Gruselkrimi dann schnell die Richtung und den Tonfall. Der Orden (?), der 'gottloses' Verhalten abzustrafen scheint, wirkt tatsächlich beängstigend und bedrohlich. Wenn es etwas am Buch zu bemängeln gibt, dann vielleicht die wenig durchdachte Aktion von Amadeus, als dieser den Puppenspielern vorgaukelt, einen Handel abschließen zu wollen. Aber ganz ehrlich: Bei dem, was man sonst an unlogischem Verhalten in manch anderer Produktion serviert bekommt, ist das Kleinkram. Was richtig gut gefällt und zu einem Markenzeichen zu werden scheint ist das Erzählen in Rückblenden. Das erfordert vom Hörer ein wenig Konzentration, lässt die Handlung aber in der Tat noch interessanter erscheinen. Natürlich ist es langweilig, immer wieder zu betonen, dass Musik, Geräusche, Dialoge und Sprecherleistungen allererste Sahne sind. Aber Ehre wem Ehre gebührt, die vierte Folge macht hier erneut keine Ausnahme. Wie alle bisherigen Episoden spielt auch 'Faustus' wieder mit den Erwartungshaltungen der Hörer: Als die Handlung schon abgeschlossen scheint gibt es diesmal noch einen echten Cliffhanger. Inhaltlich nicht unbedingt der Megaknaller, aber nachdem uns zuvor vor Augen geführt wurde, wie gefährlich und brutal der Orden ist, muss man sich um Reschs angebetete Franziska nun wirklich Sorgen machen. Fortsetzung folgt – hoffentlich gschwindi.


      Partitur 5: Samiel
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      Mit der fünften Folge gab es eine gravierende Veränderung im Erscheinungsbild der Serie: Die bisherige Covergestaltung mit einem Foto und Mozarts Gesicht wurde zugunsten einer komplett gezeichneten Variante aufgegeben, die tatsächlich um einiges besser aussah. Den Fans wurde angeboten, beim Verlag auch neue Cover für die Folgen 1 bis 4 zu ordern. Fraglos eine schöne Aktion, aber man konnte nun natürlich auch ahnen, dass die bisherigen Verkaufszahlen nicht den Erwartungen des Verlages entsprochen haben dürften. An der Qualität kann das nicht gelegen haben, die ist auch in Folge 5 wieder gut. Die Rückblenden, die in den letzten Folgen eingesetzt wurden, ließ man zugunsten einer geradlinigeren Erzählweise diesmal fallen. Vom Aufbau ist diese Episode nah an Groschengrusel-Produktionen, den meisten Vertretern dieser Gattung aber in der Machart klar überlegen: Erneut tolle Dialoge, erstklassiger Musikeinsatz, tolle Geräuschkulisse und sehr gute Sprecherleistungen – wenn da nicht ausgerechnet die Hauptfigur des Samiel ziemlich uninspiriert rüberkäme. Dennis Rohling, der bereits in Folge 4 durchaus gelungen eine Nebenrolle sprach, klingt hier weder bedrohlich noch geheimnisvoll oder gar unheimlich. Dass seine Stimme zudem noch verzerrt wurde macht den Eindruck auch nicht besser: Samiel wirkt im Vergleich zur ansonsten so hochwertigen Produktion auf mich billig. Inhaltlich wirft Episode 5 Fragen über Fragen auf, ohne auch nur eine einzige davon zu beantworten: Wer ist Samiel? Warum will er den Kaiser töten? Warum schießt er nicht auf Amadeus und woher weiß der, dass er nicht in Gefahr ist? Woraus bestehen Samiels Anzug und Maske? Welche Bedeutung hat Reschs Traum/Vision von sich selbst als alter Mann? Und neben alldem ist natürlich weiter offen, was mit Franziska geschehen ist. Es wird immer faszinierender – aber so langsam können auch erste Befürchtungen aufkommen, ob das jemals zu einem befriedigenden Ende geführt werden wird.


      Partitur 6: Teutobochus
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      'Teutobochus' ist die langerwartete Folge, in der die Rahmenhandlung in den Vordergrund tritt. Ein wenig erinnert AMADEUS damit an das ursprüngliche Akte X – Konzept mit in sich abgeschlossenen Einzelfolgen und einer Serienmythologie, die in anderen Folgen aufgegriffen und erweitert wird. Wie damals bei Mulder & Scully ist auch bei Mozart & Resch verloren, wer auf eine solche Folge trifft ohne die Zusammenhänge zu kennen. Um die sechste Episode verstehen zu können muss man die vorherigen gehört haben. Zudem bleibt die Folge ohne echten Höhepunkt und ohne Finale, wartet am Ende allerdings mit einem absoluten Knalleffekt auf, als die Handlung auch noch auf die Zeitebene des alten Resch ausgedehnt wird. Bis dato fungierte der ja 'lediglich' als Erzähler, ähnlich wie der alte Adson in der Hörspielfassung von 'Der Name der Rose'. Mit dem Brief, der den alten Resch erreicht, verliert man als Hörer auch noch den letzten Rest an Gewissheit. Denn natürlich wirft 'Teutobochus' mehr Fragen auf als beantwortet werden. Sicher scheint nur, dass wir es mit einer Geschichte zu tun haben, die Zeitreiseelemente beinhaltet. Und stark zu vermuten ist, dass der Konflikt zwischen Glaubensdogmen und Wissenschaft eine zentrale Rolle spielt und spielen wird, denn dieses Thema dürfte nicht ohne Grund bereits zum zweiten Mal aufgegriffen werden. Und man darf sicher davon ausgehen, dass die besonderen Fähigkeiten der Protagonisten (Mozart kann Seelen und Ideen als Melodien wahrnehmen, Resch kann mit den Augen anderer in vergangene Zeiten sehen) noch von Bedeutung sein werden. Wie das alles aber zusammenhängt lässt sich beim besten Willen nicht erahnen. Fragen über Fragen – ich liebe es. Auch Folge 6 ist natürlich wieder hervorragend umgesetzt und produziert, da gibt es nichts zu bemängeln.

      Das Leben ist eine wilde Reise! Gefährlich! Unvorhersehbar! Voller Überraschungen - selbst wenn du es damit verbringst, irgendwo auf einem Stuhl an ein und derselben Stelle sitzen zu bleiben. (Walter Moers)
      Meine weiteren Eindrücke...


      Partitur 7: Goliath
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      Zu Beginn der Folge dachte ich, ich hätte versehentlich eine Episode übersprungen, denn die Handlung setzt mitten in der Flucht von Mozart und Resch mit der bewusstlosen Franziska ein. Und von deren Befreiung war ja bis jetzt noch gar nichts zu hören gewesen. Die Verwirrung klärt sich dann nach und nach auf, denn die Handlung wird diesmal in Rückblenden erzählt. Das ist ein ziemlich gelungener Kniff, denn unter anderem deshalb wird diese Folge, in der sehr viel erklärt wird, zur bisher rasantesten und temporeichsten der Reihe. Im Verlauf erfahren wir viel über die Motivation des Ordens, der Grundkonflikt zwischen Glaubensdogmen und Aufklärung wird wieder aufgegriffen, die Einbeziehung des Kaisers in die Handlung in Folge 5 erfährt nun ihre Berechtigung. Sebastian Weber löst ein paar der Rätsel auf und treibt die Rahmenhandlung deutlich voran. Dies erfolgt natürlich wieder zu dem 'Preis', dass man ohne Vorwissen die Handlung nicht wird verstehen können. Im Nachhinein wissen wir ja, dass 'Goliath' die Halbzeit der Serie markiert, da sind diese Art Zusammenfassung und des Richtungweisens völlig angebracht. Unterhaltsam und spannend ist die Folge auch wieder geraten. Erwähnenswert scheint, dass erstmalig einer der Protagonisten seine übernatürliche Gabe bewusst einsetzt, um ein Problem zu lösen bzw. eine Gefahr abzuwehrnen. Es bleibt abzuwarten, ob das noch von Bedeutung sein bzw. wieder aufgegriffen werden wird. Leider taucht (nach Folge 1 und 2) erneut ein Gag mit Bezug zur heutigen Zeit auf ('Alles klar, Herr Kommissar?'). Das gefällt mir immer noch nicht, aber wenigstens hat es diesmal (mit ein wenig gutem Willen) einen Bezug zu Mozart. Die Geräuschkulisse und die Musik sind wieder allererste Sahne, die Dialoge spritzig wie gewohnt, die Sprecher fast alle gut bis sehr gut. Kurz: Erneut eine Produktion auf sehr hohem Niveau.


      Partitur 8: Sukkubus
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      Mit 'Sukkubus' folgt eine Episode, in der die Rahmenhandlung zwar präsent ist, die aber grundsätzlich als Einzelepisode funktioniert. Produktionstechnisch ist das wie gewohnt sehr gelungen, auch wenn die Geräusche der aneinanderschlagenden Holknüppel, mit deren Hilfe Mozart den Tatort lokalisiert, nicht sonderlich überzeugend klingen. Es gibt diesmal die eine oder andere Sexszene inklusive 'Dirty Talk'. Und da werden sich die Geister wie gewohnt scheiden: Was der eine als gelungen empfindet wird den anderen eher belustigen oder peinlich berühren. Liebe, Sex und Erotik sind im Hörspiel schwierige Komponenten, da macht Partitur 8 keine Ausnahme. Die Charaktere werden hingegen weiter ausgeleuchtet. So nehmen Mozarts schwieriges Verhältnis zu seinem Vater, die Freundschaft zwischen Franziska und Constanze sowie Reschs Unsicherheit, ob er Franziska einen Antrag machen soll, breiten Raum ein. Und mittlerweile setzen Mozart und Resch ihre Gaben recht selbstverständlich ein, was das Verfassen des Skriptes für Sebastian Weber deutlich erleichter haben sollte. Das alles weiß zu überzeugen, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass 'Sukkubus' die inhatlich konventionellste Folge seit Partitur 1 darstellt. Es gibt in der Hauphandlung wenig, was den Gruselfan zu überraschen vermag. Das tut dem Spaß an dieser sehr spannenden Episode aber keinen Abbruch. Ob das Thema 'Wollust versus Liebe', das die Folge beherrscht, noch weiter von Bedeutung sein wird, darf man bezweifeln. Es wirkt ein klein wenig aufgesetzt. Ohne Frage wird aber das rätselhafte Buch aus der Zukunft, das in Folge 2 aufgetaucht war, nicht ohne Grund in den Fokus gerückt. Es war natürlich nie die Frage, ob das Buch wieder eine Rolle spielen wird, sondern lediglich, wann dies der Fall sein würde.


      Partitur 9: Saladin
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      In der neunten Folge verschmelzen Rahmen- und Episodenhandlung zu einer Einheit. Zwar hat 'Saladin' alle Elemente einer Einzelfolge, ohne das Hintergrundwissen aus den bisherigen Folgen ist es aber nicht möglich, dem Ganzen folgen zu können. Das Buch aus der Zukunft, eine rätselhafte Maschine, Samiel, der sich selbst jenseits von Fragestellungen wie Gut oder Böse sieht, die düstere Prophezeiung der Wahrsagerin bezüglich Constanzes und Amadeus' Zukunft, die Amnesie der Protagonisten, die sich an die Geschehnisse im Wiener Vergnügungspark nicht mehr erinnern können und natürlich die Frage, wer oder was der Saladin ist – wie schon beim ersten Auftauchen des Samiel bleibt der Hörer mit mehr Fragen zurück, als er zu Beginn der Folge hatte. Mystery-Grusel at it's best. Da kann man darüber hinwegsehen, dass die Folge keine echten Höhepunkte und kein überzeugendes Finale aufzuweisen hat. Hervorzuheben ist, dass die Charakterzeichnungen immer intensiver werden und selbst in den humorvollen Szenen eine gewisse Tiefe zu erkennen ist. Nur wenig hier ist reiner Selbstzweck, die meisten Szenen hinterlassen zumindest das Gefühl, dass sie wichtig sind und man genau hinhören sollte, um nichts Wesentliches zu versäumen. Dazu passt, dass der von Beginn an recht melancholische Ton, den der alte Resch anschlägt, immer mehr ins Depressive und Düstere abgleitet. Alles in allem ahnt man, dass die Geschehnisse auf eine tragische Auflösung hinauslaufen werden. Zur Zeit der Veröffentlichung von Partitur 9 war bereits klar, dass die Serie wirtschaftlich ums Überleben kämpft. So erklärt sich, dass zu Beginn drei Unterstützer namentlich genannt werden, die diese Folge gesponsort hatten. Es wäre allerdings auch eine Schande gewesen, wenn diese Serie sang- und klanglos untergegangen wäre. Denn auch wenn es hier und da Kleinigkeiten zu bemängeln gab muss man sagen, dass Hörspiele von dieser Qualität nicht allzu häufig zu finden sind.


      Das Leben ist eine wilde Reise! Gefährlich! Unvorhersehbar! Voller Überraschungen - selbst wenn du es damit verbringst, irgendwo auf einem Stuhl an ein und derselben Stelle sitzen zu bleiben. (Walter Moers)

      Arkham schrieb:

      Vom Prinzip wurde doch schon alles gesagt was es zu sagen gibt.


      Bei weitem nicht. Erst macht Stolli fertig (bin schon sehr gespannt, was bei ihm zu 11 und 12 kommt) im Laufe des Jahres kommt dann mein Amadeus-Superspecial.

      Wer weiß wie viele Jahre es dauert, bis wir wieder so eine große Produktion zu hören bekommen.
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität
      Chris das sehe ich anders.

      Aber jeder wie er meint.

      Wer weiß wie viele Jahre es dauert, bis wir wieder so eine große Produktion zu hören bekommen.

      Mag sein..... aber das lag ja wohl am Label selber.Leider sind diese Themen unvermeidlich miteinander verknüpft.

      Dann viel Spaß dann noch .....
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